Obwohl er immer wieder darauf hinweist, dass er anders als der Autor kein Verschwörungstheoretiker sei, sollen jetzt auf einmal “neue Fakten” bekannt sein.
Wenn wir Jörg Haider schon nicht in Frieden ruhen lassen wollen – wie wäre es mit ein paar Fakten aus erster Hand über das Paar Petzner/Haider?
War da was? Bis wann war da was? Hatte es Krach gegeben? Warum? Was machte Haider in der Schwulen-Bar? Kam das öfters vor?
Warum hatten die skrupellosen “Großkoalitionäre” oder “Ostküstler”, die vor nichts zurückschrecken, darauf verzichtet, den Landeshauptmann gehörig outen zu lassen?
Seine Fans wirkten in den TV-Übertragungen sogar irgendwie erleichtert. Ständig hatten sie in Angst vor einer weiteren negativen Schlagzeile gelebt – zu verkorkst war sein tragisches Leben.
Peter Scholl-Latour ist Sohn des im Saarland geborenen und in Lothringen aufgewachsenen Arztes Otto Scholl-Latour und einer elsässischen Mutter. 1936 schickten ihn seine Eltern aufgrund ihrer Schwierigkeiten mit den Nationalsozialisten zu seinem Schutz auf das Jesuitenkolleg St. Michael im schweizerischen Frewiburg. Nachdem den Eltern weitere Geldüberweisungen in die Schweiz untersagt waren, musste er das Kolleg 1940 verlassen und nach Deutschland zurückkehren. Auf dem Wilhelmsgymnasium in Kassel legte Scholl-Latour 1943 die Abiturprüfung ab.
In seinem Buch Leben mit Frankreich – Stationen eines halben Jahrhunderts berichtet er darüber, dass er sich nach der Befreiung Frankreichs freiwillig zur französischen Armee melden wollte. Da aber sein Versuch, bei Metz ins französisch kontrollierte Gebiet zu gelangen, scheiterte, entschloss er sich, sich der Partisanenarmee Titos anzuschließen. Er wurde aber schon in der Steiermark verhaftet und war 1945 in Gestapo-Haft in Graz, Wien und Prag.
Nachdem Scholl-Latour ab 1945 als Angehöriger einer französischen Fallschirmjägereinheit, dem Commando Parachutiste Ponchardier, zwei Jahre am Indochinakrieg teilgenommen hatte, studierte er in Mainz, Sorbonne und Beirut an der Politikwissenschaft und Arabistik.
Aus dem Traum erwacht, wurde er 1943 Soldat, zuerst Fallschirmjäger der Wehrmacht, nach dem 8. Mai 1945 des französischen Expeditionskorps für Indochina, dem Commando Parachutiste Ponchardier. Keiner außer ihm weiß so genau, wie es dazu kam. Stand er wie viele seiner Kameraden vor der Alternative, einem schlimmen Schicksal nur durch den Kriegsdienst für Frankreich zu entgehen? Oder bewog ihn Leichtsinn, wie er sagt?
Wie passt es zusammen, dass sich der junge Idealist zunächst den kommunistischen Tito-Partisanen anschließen wollte, jedoch nach 3 Monaten Gestapo-Haft erneut einer Truppe beitrat, die als Sammelbecken für ehemalige Nazi-Kämpfer galt, um Titos vietnamesische Genossen zu bekämpfen?
Als man in Frankreich fast sofort nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges bemerkte, dass ein Krieg um den Besitz von Indochina nicht zu vermeiden wäre, wurde die Fremdenlegion dabei entscheidend mit in die Planung einbezogen. Das Problem war nur, dass ihr Bestand inzwischen katastrophale Tiefstände erreicht hatte. Dazu kam, dass viele Legionäre ihre Dienstzeit längst überschritten hatten und bei Kriegsende entlassen werden mussten. Was lag also näher, als unter den hunderttausenden von Kriegsgefangenen zu rekrutieren, die sich in den Händen der Alliierten befanden. Mit den ersten Werbungen wurde bereits Anfang 1944 in Nordafrika begonnen – zuerst nur unter Italienern und Österreichern, zwischen die sich sicher auch einige Deutsche geschmuggelt haben werden, um dem Elend der Lager zu entkommen. Nach und nach wurden dann wieder Werbebüros in Frankreich eröffnet und dann der deutschen Kapitulation auch in den französischen Besatzungszonen in Deutschland und Österreich.
Potentielle Freiwillige gab es genug. Europa war voll von DPs (Displaced Persons) – Flüchtlingen, ehemaligen Kriegsgefangenen und Soldaten, Nazi-Kollaborateuren und Zwangsarbeitern, von denen viele nicht in ihre Heimat zurück konnten oder wollten. Es scheint so, dass sich zumindest unter der ersten Welle eine größere Anzahl von SS-Männern befand, denn es ist mehrfach von Narben an der Stelle der Blutgruppen-Tätowierung die Rede. Allerdings bemühte sich die Legion relativ bald darum, ehemalige Angehörige von SS, Gestapo und SD auszusondern und abzulehnen. Das war allein schon deshalb nötig, da sich die Zeitungen, vor allem natürlich die französischen, mit Vorliebe auf dieses Thema stürzten. Die Ablehnung beschränkte sich aber vorwiegend auf Deutsche und so fanden nicht wenige europäische Freiwillige der Waffen-SS einer sicheren Unterschlupf in der Fremdenlegion. Besonders beliebt war dieser Ausweg bei französischen Nazi-Kollaborateuren, die gleich nach Kriegsende über 50% der Rekruten stellten.
Die Angehörigen der Fremdenlegion 1945 waren zu 2/3 Drittel Deutsche. 1946 wurde der Anteil der Deutschen in der Legion auf 25 % begrenzt. Die meisten kamen aus der französischen Kriegsgefangenschaft, mit wenig Verpflegung und schlechter medizinischer Versorgung. Da hatten es die Werber sehr leicht, besonders bei ehemaligen Angehörigen der Waffen SS, da diese Entnazifizierungsüberprüfungen in Deutschland vermeiden wollten. Dennoch waren 55 Prozent aller 19 000 im Indochinakrieg eingesetzten Fremdenlegionäre deutscher Abstammung, Anteile gingen bis zu 80 Prozent.
So hatten viele dieser neuen Legionäre gegen die Russen und somit Kommunisten gekämpft und dachten nun diesen Kampf gegen die vietnamesischen und chinesischen Kommunisten fortzusetzen.
Nachdem ich von meiner Freundin genötigt wurde, mir alle “Friends”-Staffeln auf DVD anzuschauen, hatte ich mich schon auf den großen Knall gefreut – und kann daher den Ärger und die Schande des enttäuschten Vaters ein wenig nachvollziehen:
Kurier und Standard glauben jedoch zu wissen, wer sich heimlich darüber freut, dass ein Holocaust-Leugner, der Israel “von den Seiten der Geschichte löschen” möchte, weiterhin das Mullah-Regime repräsentieren darf:
Heimliche Zufriedenheit herrscht hingegen in Israel: Ihm bleibt sein polternder Lieblingsfeind erhalten, von dessen Gefährlichkeit die Welt leichter zu überzeugen ist als im Fall Moussavis. Mit ihrer Wahl haben die Iraner unbewusst die Weichen auf Konfrontation gestellt.
(Stefan Galoppi – Kurier)
Würde man Umweltschützern vorwerfen, sich über eine Katastrophe wie Tschernobyl gefreut zu haben? Würde man Ärzten vorwerfen, sich über den Ausbruch einer Pandemie zu freuen?
Die Holocaust-Leugnung ist in Österreich ein praktisches Mittel, um Ewiggestrige zu überführen.
Als selbternannte Entnazifizierer Deutschlands und Österreichs befürworten 68er wie Georg Hoffmann-Ostenhof die strenge Bestrafung.
Was ist eigentlich das Gefährliche an der Leugnung des Kapitalverbrechens der jüngeren Menschheitsgeschichte?
Durch die Leugnung – aber auch durch die Relativierung – wird der moralische Kilometer-Zähler wieder zurückgedreht. Wenn er wieder auf Null steht, und es keinen Holocaust gegeben hat, gibt es auch weniger Bereitschaft, zukünftigen Verbrechen totalitärer Regime entgegenzuwirken.
Eine wesentliche Grundvoraussetzung, die totalitäre Regime – zukünftige in Europe – sowie bereits bestehende in exotischeren Erdteilen – für die Umsetzung eines neuen Holocausts bräuchten.
Wenn der iranische Präsident Mahmud Ahmadinejad den Holocaust leugnet, wittert Georg Hoffmann-Ostenhof jedoch eine ganz andere Gefahr.
Durch die “Dämonisierung, die von den Neocons und George W. Bush in Gang gesetzt wurde und von den israelischen Regierungen dankbar aufgegriffen” wurde, leiden wir an der “Angst vor Persern”.
“Profil” will uns mit 10 Thesen von unserer Persophobie heilen:
1) Iran will gar nicht die Atombombe
Begründung:
Der CIA-Bericht wonach man 2003 das Programm (warum auch immer) eingestellt habe. (der CIA irrt bekanntlich nie – wie man an Saddams MVW gesehen hat)
Die Atombombe sei laut höchsten Führer des Landes Ali Khamenei unislamisch (na dann…)
2) Selbst wenn der Iran die Bombe bauen wollte, wäre das nicht unverständlich.
Begründung:
Logik der gegenseitigen atomaren Abschreckung (Israel sollte am besten mit Gelassenheit und ohne Hysterie ausprobieren, ob diese vielleicht auch für zutiefst unlogische Regime gilt)
3) Die persische Bombe ist noch lange nicht da
Begründung:
Dauert mindestens 8 Jahre (der Iran sei schließlich keine hoch entwickelte Zivilisation wie Nordkorea)
4) Der Iran ist traditionell keine Angreifernation
Begründung:
Der Irak habe mit tatkräftiger Unterstützung des Westens (wer genau – Jimmy Carter?) den Iran überfallen – ansonsten seien Perser seit 270 Jahren friedlich gewesen. (Krieg ist unpersisch und natürlich unislamisch – ich vergaß)
5) Der Iran ist nicht unberechenbar
Dass man sich gegen das irakische US-Marionetten-Regime engagiert habe, hatte nicht ideologische, sondern rationale Gründe. Anders als von Bush behauptet, unterstützte man die moderaten Schiiten und nicht die radikalen Militanten. (…dieser Bush!)
6) Israel ist nicht in Gefahr
siehe Punkt 2
7) Die radikalen Nahostgruppen Hamas und Hisbollah sind keine Marionetten Teherans
Begründung:
Für deren Anhänger seien es keine Terroristen (auch Al Qaida Anhänger sehen die Israel und die USA als die wahren Terroristen an), sondern die politischen Vetreter ihrer Interessen. Weder die Hamas noch die Hisbollah würden vom Iran Befehle entgegennehmen, die im Gegensatz zum Interesse ihrer Bevölkerung stünden. (wie immer beruhigend, dass politische Vetreter immer das Richtige für die Interessen ihrer Bevölkerung tun)
(”Marionette” ist außerdem ein Ausdruck, der korrekterweise nur gegen US-freundliche Regierungen verwendet werden darf.)
8) Die iranische Theokratie ist ein unterdrückerisches Regime aber keine Diktatur.
Begründung:
Nach der Türkei und Indonesien sei der Iran das Land, in dessen politischem System demokratische Elemente am stärksten präsent seien. (Demokratische Marionetten-Regime wie der Irak zählen für einen revolutionären Marxisten natürlich nicht)
(Die meisten islamischen Staaten sind – aus verschieden Gründen – siehe Algerien – autoritäre Staaten. Durch die islamische Revolution ist der Iran zu einem totalitären Staat geworden – aber für romantische 68er-Totalitarismus-Fans war auch die “Deutsche Demokratische Republik” die wahre deutsche Demokratie.)
9. Die Frauen werden furchtbar unterdrückt, jetzt sind sie aber im Kommen.
Begründung:
Frauen dürften studieren (sie dürfen das allerdings schon seit der Weißen Revolution – die Umsetzung der Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau war ein Hauptgrund für den Hass der Mullahs gegen den Schah)
10. Trotz Herrschaft der Mullahs – der Iran hat eine hochentwickelte Gesellschaft.
Danach durfte er für das Gebühren-Fernsehen 9/11 filmisch interpretieren.
Diese Huldigungen haben den rastlosen Aufdecker offensichtlich zu noch mehr angespornt:
Jetzt ist Haider – oder besser gesagt sein “politisch motivierter” Attentäter an der Reihe.
Der Zuspruch von rechtsextremen (inklusive islamistischen) Deppen wird ihm sicher sein.
Beim linken Medien-Establishment ist Verschwörungs-Schwachsinn hingegen nur salonfähig, wenn dadurch linke Terroristen entlastet werden, oder zumindest wie bei seinem zweiten großen Erfolg George W. Bush und die teuflischen Neocons vorgeführt werden.
Mit einem weiteren Grimme-Preis braucht der Scharlatan des deutschen Journalismus daher nicht unbedingt zu rechnen…
Mahmud Ahmadinejad bezeichnet den Holocaust als großen Betrug (auch wenn uns die Übersetzungsexperten der Süddeutschen Zeitung bestimmt noch aufklären werden, was er in Wirklichkeit gemeint hat…)
Hugo Chavez will einem CIA-Mordkomplott gegen seine Person auf die Schliche gekommen sein (die klassische Diktatoren-Legitimation, um politische Gegner ungeniert verfolgen zu können)