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“Eigentlich die besseren Menschen”

Januar 3, 2009

Der Islam fordert von den Menschen unmenschliche Dinge. Trotzdem sind die meisten Muslime anständig. Das Christentum würde eigentlich humanes Verhalten fordern, trotzdem haben Christen im Namen Jesu entsetzliche Verbrechen wie die Hexenverfolgung begangen.

Daher sind Muslime für Barino “eigentlich die besseren Menschen”.

Barino ist im Alter von 18 Jahren zum Islam konvertiert und hat sich die folgenden Jahre intensiv mit seiner neuen Religion auseinandergesetzt, bis er vor 2 Jahren wieder zum Christentum konvertierte.

Die Einblicke, die er uns jetzt liefert, sind deswegen so bedeutend, weil sie einen völlig anderen Islam betreffen als den, mit dem sich etwa Orientalisten oder akademische Islamwissenschaftler beschäftigen.

Er selbst spricht dabei meistens von „Menschen, die den Islam ernst nehmen“

Es ist gleichzeitig ein sehr alter Islam: ein Islam der Quellen, der Hadithe – am Leben des Propheten Mohammed soll die richtige Auslegung des Islams gelernt werden.

Und gleichzeitig auch ein sehr neuer Islam:

Obwohl die Menschen zu früheren Zeiten wesentlich gläubiger waren als in der heutigen Zeit, war der Zugang zu den Quellen der Religion stark eingeschränkt.

Nur ein winziger Bruchteil der christlichen Bevölkerung Europas konnte überhaupt lesen und die Messen wurden in lateinischer Sprache mit dem Rücken zur Gemeinde vorgetragen.

Um ein guter gläubiger Christ zu sein, reichte es zu wissen, dass Jesus der Sohn Gottes ist und sich kreuzigen ließ, um das Leid der Menschheit auf sich zu nehmen.

Zahlreiche Generationen von Christen haben brav Kirchen erbaut, Gottesdienste besucht, ohne sich tiefer mit den Quellen ihrer Religion zu beschäftigen.

Ähnlich ist es wohl auch in der islamischen Welt zugegangen.

Die Religion wurde als Ritual gelebt, das dazu diente den Zusammenhalt der Gesellschaft zu festigen. Diese Rituale ähneln sich in allen Gesellschaften.

Die 3 Weltreligionen haben ähnliche Regeln und Rituale – sowohl Christentum als auch Islam berufen sich auf die Propheten des alten Testaments – und teilen eine gemeinsame Geschichte – mit gegenseitiger Beeinflussung.

Um ein gläubiger Muslim zu sein, war es völlig ausreichend, die Grundsätze der 5 Säulen des Islams einzuhalten. Genauso wie ein gläubiger Christ keineswegs über tiefe Bibelkenntnisse zu verfügen brauchte.

Es ist jener Islam, den Orientalisten und Islamwissenschaftler sich zu ihrem Forschungsgegenstand gemacht haben:

Eine faszinierende Kultur, die zeitweise unserer christlichen Kultur sogar an Wissen und Entwicklung überlegen war.

Eine Zivilisation, die bereit war, fremde Errungenschaften  zu übernehmen und weiterzuentwickeln - eine Eigenschaft, die auch unsere Zivilsation groß gemacht hat.

Der Islam, den Barino kennengelernt hat, ist ein neuer Islam, der die alten Quellen ernst nimmt.

Zur Zeit der Reformation hat das Christentum ähnliche Entwicklungen durchgemacht.

Auch Luther wollte zu einer puren Lehre zurückkehren.

Insbesondere durch die Bibelübersetzung in die deutsche Sprache wurde die christliche Religion in ihrer puren Bedeutung erstmals einer Vielzahl von Menschen zugänglich gemacht.

Islamisten folgen möglichst getreu dem Vorbild des Propheten und nicht, wie sich das Orientalisten (und wir alle) wünschen würden, dem herkömmlichen Volksislam, der Judentum, Christentum und letztlich jeder Religion ähnlich ist.

Es ist leider genau dieser Islam, der starken Zulauf hat, und es ist dieser Islam, der mit der aufgeklärten Welt zusammenprallt.

Daher sind die Einblicke, die uns Barino liefert um ein vielfaches wertvoller als die irgendwelcher Orientalisten und Islamwissenschaftler.

Die islamische Kultur hat große Dinge hervorgebracht.

Leider begnügen sich die Islamisten nicht damit, ihren Propheten als Mythos zu sehen.

Also sind auch wir gezwungen, uns mit Mohammed und seinen Lehren zu beschäftigen, um zu erfahren, womit wir es zu tun haben.


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