Archive for Oktober 2009

Von Buchenwald bis Basra

Oktober 26, 2009

Beim WDR durfte der Filmemacher Frieder Wagner die Gebührenzahler mit einem Film über die Erkenntnisse des “Entdeckers des Golfkriegssyndroms” Professor Dr Dr Siegwart Horst Günther  beglücken:

http://www.videogold.de/deadly-dust-todesstaub/

Wer ist dieser ansonsten von den MSM so schmählich unterschätzte Mann, der es lediglich als renitenter Kurbad-Arzt in den Spiegel geschafft hatte?

Sein Lebenslauf laut Campo Antiimperialista:

Als Mitglied der Widerstandsgruppe unter Graf Stauffenberg gegen den Hitlerfaschismus wurde er von der GESTAPO verhaftet und kam ins KZ Buchenwald. Nach dem Krieg erhielt er seine akademische Ausbildung in den Fächern Medizin, Philosophie und Ägyptologie an deutschen und englischen Universitäten und spezialisierte sich auf Patho-Physiologie und Öffentliches Gesundheitswesen. GÜNTHER erhielt von europäischen Universitäten und Universitäten in Übersee folgende akademische Grade: Dr. med., Dr. med. habil. M.D., DSc. Ph.d., D.C.M.T., D.T.P.H., D.T.M. & H., DIP. DERM, DIP. VEN. Er unterrichtete und hielt Vorträge an Universitäten in Alexandria, Amman Bagdad, Beirut, Berlin, Dundee, Genf, Giessen, Glasgow, Hamburg, Hannover, Havanna, Jena, Khartoum, Krakau, Lagos, Leipzig, Liverpool, London, Lübeck, Madrid, Mansoura, Marburg, Moskau, München,New York, Paris, Rom, Leningrad, Tripolis, Tunis, Uppsala, Warschau und Zagazig.

Trotz der beeindruckenden akademischen Karriere lassen sich lediglich zwei wissenschaftliche Publikationen aus den Jahren 1951 und 1954 finden.

Auch Belege über die “Widerstands-Tätikeit unter Stauffenberg” des “schwer verwundet aus Stalingrad Ausgeflogenen” existieren scheinbar nicht.

Einwandfrei belegen läßt sich hingegen, dass er zusammen mit dem Stasi-Agenten Rainer Rupp folgendes Werk verfasste: Vor dem dritten Golfkrieg.

Daneben erschienen seit 1991 noch etliche andere Publikationen, die herzlich wenig mit Wissenschaft zu tun hatten.

In den USA, wo seit Ende des Golfkriegs bereits umfangreiche Studien über das Golfkriegssyndrom und Uran Munition durchgeführt wurden, ist der deutsche “Entdecker des Golfkriegssyndroms” ein “fast völlig unbeschriebenes Blatt“.

Asaf Duraković, der zweite im WDR-Film auftretende “Experte” für das Golfkriegssyndrom, hat es dort ebenfalls kaum zu öffentlicher Beachtung geschafft.

Und auch bei ihm hat die brillante akademische Karriere  nicht gerade zu einer wissenschaftlichen Publikationsflut geführt.

Henryk for President

Oktober 21, 2009

Broder I

Ich werde mich dafür einsetzen, dass Holocaustleugnung als Straftatbestand aufgehoben wird. Das Gesetz war gut gemeint, hat sich aber als kontraproduktiv erwiesen, indem es Idioten dazu verhilft, sich als Märtyrer im Kampf um die historische Wahrheit zu inszenieren. Unser aller Problem ist nicht der letzte Holocaust, dessen Faktizität außer Frage steht, sondern der Völkermord, der vor unseren Augen im Sudan stattfindet.

(Henryk M. Broder im Tagesspiegel vom 21.10.2009)

Als sich der Lindwurm in einem Beitrag über “irrlichternde Liberale”, die sich zur Forderung nach der Abschaffung der Strafwürdigkeit der Holocaust-Leugnung hinreißen ließen, beschwerte, fühlte ich mich von der Kritik angesprochen.

Und gerade vom Lindwurm nehme ich jede Kritik sehr ernst. Auch in jenem Fall war sie sicher berechtigt: wenn man in Kärnten lebt, muss einem meine Prämisse, dass der Holocaust in Europa ohnehin historisch unbestritten sei, wohl als Hohn vorkommen.

Von dieser wohl zu optimistischen Prämisse geht auch Broder in seinem Artikel aus.

Trotzdem wäre mir ein “irrlichtender Liberaler”  als Präsident des Zentralrats der Juden sympathischer als jene, die jetzt das Sagen haben.

“Terrorexperten”-Logik

Oktober 18, 2009

Nach “Terrorexperten”-Logik müsse die Al Qaida eigentlich den Iran, China und Russland als Verbündete im antiimperialistischen Kampf gegen den “vermeintlichen großen Satan” ansehen.

Auch zu 9/11 bekenne sich Al Qaida stolz, wo doch die “Inside Job”-Theorie doch längst Parteilinie sei.

Folglich könne hinter Al Qaida nur der Geheimdienst des großen Satans stecken.

Eine bestechende “Terrorexperten”-Logik, die jedoch nicht ganz zu erklären vermag, warum auch in Ländern, die nicht zu den taktischen Gegnern des großen Satans zählen, der islamistische Terror ebenfalls prächtig gedeiht:

Pakistan

Indien

Thailand

Indonesien

Philippinen

Saudi-Arabien

Israel

Nigeria

Spanien

UK

Posener widerlegt Sarrazins Thesen

Oktober 16, 2009

Alan Posener liefert durch seine hysterischen Tiraden den besten Beweis für die Unausgegorenheit der von Thilo Sarrazin vertretenen Thesen über den “jüdischen IQ”:

Umverteilung von unten nach oben

Oktober 15, 2009

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Nirgendwo ist die von Robert Misik & Co  gerne angeprangerte  “Umverteilung von unten nach oben” realer als an den Gratis-Unis.

Linke Akademiker stehen zwar immer auf Seiten der “Proletarier” aller Länder – haben aber kein Problem damit, dass die von ihnen verachteten “Proleten”, die schon in jungen Jahren brav ihre Steuern zahlen, das Gratis-Studium ihrer Ober- und Mittelschichtskinder finanzieren.

Würde man wirklich ein Interesse an faireren Möglichkeiten für Schlechtergestellte haben, müsste man sich für mehr Stipendien für tüchtige Schüler aus weniger gut situierten Familien einsetzen – für solche wäre eine Umverteilung sozial und gerechtfertigt.

Stattdessen setzt man sich lieber für die eigenen Interessen ein – und lebt das “sozial” und “links sein” sein in Bekenntnissen gegen den Neoliberalismus und sonstige “rechte” Ungerechtigkeiten aus.

In the Navy

Oktober 12, 2009

Werden Schwule und Lesben in den amerikanischen Streitkräften ihre sexuellen Neigungen bald nicht mehr verbergen müssen?

Fände ich gut!

Ich frage mich allerdings, wie die potenziellen Verbündeten des Friedens-Präsidenten dazu stehen werden?

Die “gemäßigten Taliban” werden sich durch solch unislamisches Verhalten sicher sehr gekränkt fühlen.

Die Juden von heute

Oktober 9, 2009

Sarrazins blöde IQ-Aussage zeugte von keinem sehr hohen IQ.

Der Generalsekretär des Zentralrats der Juden konterte auf die Polemik mit einem satten Hitler-Vergleich.

Offenbar ist Stephan Kramer zum Judentum konvertiert, um der Welt endlich zeigen zu können, wer heute die “echten Juden” seien:

islamophobie(gefunden auf arendt-art)

Lotta continua

Oktober 8, 2009

berlusconi

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Berlusconis kometenhafter Aufstieg erfolgte innerhalb eines zutiefst korrupten Systems. Es ist daher praktisch unmöglich, dass er sich dabei nicht die Hände schmutzig gemacht hat.

Die Vereinbarkeit eines Regierungsamts mit seinem Medien-Imperium ist mit Sicherheit problematisch. Neben der Exekutive, Legislative und Judikative werden heute auch die Medien (Narrative?) als “vierte Gewalt” bezeichnet.

Unterliegen die Medien daher auch der Gewaltenteilung?

Diese Frage kann nur verneint werden. Journalismus ist immer abhängig und parteiisch (ganz besonders in Italien)

Montesquieus Grundsatz der Gewaltenteilung zwischen Exekutive, Legislative und Judikative ist hingegen wesentlicher Bestandteil von allen demokratischen Verfassungen.

Die politische Immunität schützt die Exekutive bzw. Regierungen vor Übergriffen der Judikative, sowie die Legislative bzw. Parlamentarier vor Übergriffen der Exekutive.

Die Judikative wird wiederum durch die Unabsetzbarkeit von Richtern vor Übergriffen der Exekutive geschützt.

Die Meinungs-Freiheit muss zwar ein Grundrecht jeder demokratischer Verfassung sein – diese beinhaltet jedoch weder eine Immunität für Journalisten noch einen bestimmten Anspruch, in wessen Eigentum Medien zu stehen hätten. Willkürliche Schließungen unliebsamer Medien – wie unsympathisch man deren Inhalte auch finden mag – stellen hingegen sehr wohl einen Eingriff in de Meinungsfreiheit dar.

Das Italienische Verfassungsgericht hat heute Berlusconis Immunitätsgesetz aufgehoben. Laut Medien-Tenor ein Gesetz, das er 2008 habe beschließen lassen, um sich selbst zu schützen – also eine “Lex Berlusconi” – der Vorwurf trifft bestimmt nicht  ins Leere.

Allerdings stellt die politische Immunität für Regierungs-Chefs in praktisch allen Demokratien die Regel dar – Italien wird auf Wikipedia als Ausnahme angeführt.

Das italienische Verfassungsgericht fühlt sich offensichtlich dem Grundsatz der Gewaltenteilung, welche durch die politische Immunität geschützt wird, weniger verpflichtet als der juristischen Verfolgung eines (mit Sicherheit) korrupten und bedenklichen Politikers.

Italien hat aus seiner Geschichte leider sehr wenig gelernt. Von links und rechts war der Liberale Staat bekämpft worden, bis er 1926 von den Faschisten zu Grabe getragen werden konnte. Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Demokratie-Bekämpfung nahtlos fortgesetzt.

Die Kommunistische Partei war dank freundlicher Unterstützung der fast gesamten italienischen Intelligenz die stärkste politische Kraft im Nachkriegs-Italien. So waren die (unintellektuellen, politisch unbewußten) demokratischen Kräfte gezwungen fast 45 Jahre lang eine Koalition gegen die (intellektuellen, politisch bewußten – aber leider) undemokratischen Kräfte zu bilden.

Dass sich die ungefähr 50 Koalitionsregierungen naturgemäß immer aus denselben politischen Kräften zusammensetzen mussten, war der ideale Nährboden für die Korruption, in der Unternehmer wie Berlusconi am besten gedeihen konnten.

Diese Polarisierung lähmt das Land auch nach Zusammenbruch des Kommunismus.

Dabei ist der unüberbrückbare Gegensatz zwischen rechts und links nirgendwo artifizieller als in Italien.

Die konservativsten und bürgerlichsten Leute wählen kommunistisch:  Eine Freundin meiner Mutter – aus einer der aristokratischsten Familien Mailands stammend und bekennender Snob – stimmte bei den letzten Wahlen für Rifondazione,  ihre Bedienerin – eine „Terrona“ aus dem Süden – für die Lega Nord.

Akademiker und deren Kinder wählen die „linken“ Parteien der „Arbeiter“
die „arbeitenden Menschen” wählen die „rechten“ Parteien der „Unternehmer“

Zivilisationskrankheiten

Oktober 2, 2009

Die westliche Zivisation macht uns fettleibig, kränklich, dekadent:

ROSPANZ20090400001-312

…und 100 Jahre alt.

So ging es auch schon dem Herrn Karl:

“A Herzkloppn, wo man nichts genaues weiß” – aber trotzdem “immer pumperlgsund” gewesen…


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