Archiv für 4. April 2012

Ungereimte Lyrik – ungereimtere Argumente

April 4, 2012

Das Gedicht ist sprachlich und inhaltlich so häßlich, dass selbst ein Polenz dafür die richtigen Worte gefunden hat:

„Das Gedicht gefällt mir nicht“, sagte Polenz der in Halle erscheinenden „Mitteldeutschen Zeitung“ (Donnerstag-Ausgabe).

„Günter Grass ist ein großer Schriftsteller. Aber immer, wenn er sich zur Politik äußert, hat er Schwierigkeiten und liegt meist daneben. Diesmal liegt er gründlich daneben.“ Die einseitige Schuldzuweisung an Israel sei falsch. „Das Land, das uns Sorgen bereitet, ist der Iran. Davon lenkt sein Gedicht ab. Grass verwechselt Ursache und Wirkung. Er stellt die Dinge auf den Kopf“, sagte Polenz.

Dass Grass sein ungereimtes Pamphlet als Lyrik getarnt hat, ist eine Beleidigung für alle großen Lyriker wie Rilke oder Heine.

Fast scheint es, als ob er das Ganze nur geschrieben hätte, um den Einsatz der “Antisemitismus-Keule” zu provozieren.

Das ist wohl das einzige, was ihm mit seiner Lyrik gelungen ist.

Israel hat er mit seinem Pamphlet wohl sogar einen Gefallen getan, da er damit deutlich gemacht hat, wie ungereimt viele Argumente der Israelkritiker sind.

Selbst ein Polenz kapiert, wer die Existenz eines ganzen Volkes bedroht, und wer nur die Existenz einer Atombombe in den Händen von Wahnsinnigen, die ein ganzes Volk in seiner Existenz bedrohen, verhindern will.

http://aron2201sperber.wordpress.com/2012/03/09/polenz-uber-israelfreundliche-nazis/

Dass selbst ein Polenz dies endlich einmal klar ausspricht, kann als ein Verdienst von Grass und seinem Pamphlet gewertet werden.

Grasses Problem mit Israel oder der SS?

April 4, 2012

Manchmal ist eine Behauptung so falsch, dass nicht einmal das Gegenteil richtig wäre.

(Karl Kraus)

So erklärt es sich vielleicht, dass Broders Replik auf das ungereimte Pamphlet nicht so genial ausgefallen ist, während ausgerechnet Polenz oder sogar die Frankfurter Rundschau diesmal die richtigeren Worte gefunden haben:

 http://www.fr-online.de/israel-iran-konflikt/kommentar-zu-guenter-grass-der-blechtrommler,11950234,14676430.html

Günter Grass hat kein Problem mit Juden, er hat ein Problem mit sich selbst.

Grass hat in seinem Pamphlet förmlich um die Antisemitismus-Keule gebettelt.

Broder hat ihm mit seinem Antisemitismus-Vorwurf einen Gefallen getan.

So darf ein alter Nazi-Keulen-Schwinger, der jedoch über die eigene SS-Vergangenheit geschwiegen hatte, auch noch das Keulen-Opfer spielen.

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,180605,00.html


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