Der Dschihad kehrt zu Assad zurück

Laut FAZ dürften Dschihadisten hinter dem Massaker von Hula stecken.

Überlässt man den Kampf gegen Assad den Dschihadisten, wird er eben mit den Mitteln der Dschihadisten geführt.

Als die Dschihadisten jene Methoden im Irak gegen die US-Besatzung einsetzten, wurden sie von gewissen Leuten als antiimperialistische Helden gefeiert.

Auch Assad stellte den Dschihadisten sein Territorium zu Verfügung, um von Syrien aus Terror im Irak zu verbreiten:

Angesichts der stetig steigenden Zahl blutiger Anschläge hat die US-Regierung Syrien zu einem härteren Vorgehen gegen die Drahtzieher aufgefordert. Syrien müsse die Grenzkontrollen zum Irak verstärken und gegen jene vorgehen, die von Syrien aus den Aufstand im Irak unterstützten, sagte Außenamtssprecher Tom Casey am Montag in Washington.

Aus Sicht der USA gebe es in Syrien „Widerwillen“, jene Maßnahmen durchzuführen, die notwendig seien. Die Kritik an Syrien erfolgte angesichts einer wachsenden Zahl von Anschlägen im Irak. Aus Ansicht des US-Militärs führt die wichtigste Route der militanten Ausländer über Syrien in den Irak.

(Handelsblatt vom 09.05.2005)

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13 Antworten to “Der Dschihad kehrt zu Assad zurück”

  1. antifo Says:

    Laut engl. Wikipedia ist Syrien seit 1986 selbst das Ziel terroristischer Angriffe. Bei dem Autobombenanschlag in Damaskus von 2008 gab Syrien die Fatah al-Islam als Verantwortlichen an. Man kann davon ausgehen, dass das stimmt.

    Gemäß Ihrer Logik wäre Deutschland Schuld am Terroranschlag vom 11. September, weil die Attentäter von Deutschland aus in die USA reisten. Offenbar gab es bei uns einen gewissen „Widerwillen“, jene Maßnahmen durchzuführen, die notwendig gewesen wären.

    Außerdem:

    “During the late 1970s and early 1980s, through Jordan and Israel, Washington backed the Syrian Muslim Brotherhood’s armed uprising against the regime of Hafez Assad.”

    http://www.atimes.com/atimes/Middle_East/NF06Ak01.html

    Wenn also der Terror zu irgendwem zurückgekehrt ist, dann doch ja wohl zu den USA.

    • aron2201sperber Says:

      dass auch die USA oft den vermeintlich bequemen Weg gegangen sind und einfach die “Feinde des Feindes” unterstützt haben ist hinlänglich bekannt und wird auch von niemandem (und schon gar nicht von mir) bestritten:

      http://aron2201sperber.wordpress.com/2012/05/29/die-ruckkehr-der-friedens-prasidenten/

      dass Syrien nicht nur die Hisbollah-Terroristen im Libanon unterstützt hat, sondern auch seine sunnitisch-islamistischen “Feinde” als diese im Irak den gemeinsamen großen Feind bekämpften, wird jedoch gerne vergessen.

      • antifo Says:

        Die USA gehen weiterhin diesen Weg schon sehr lange und sie gehen ihn weiter:

        http://www.smh.com.au/world/clinton-turns-on-russia-amid-talk-of-civil-war-20120613-20ady.html

        As fighting intensified across Syria, there were reports government forces were using helicopters to fire on a rebel-held enclave in the north-western part of the country. The Syrian Observatory for Human Rights, based in Britain, reported that more than 60 people were killed in the fighting, one-third of them government soldiers.

        The fierce government assaults from the air are partly a response to improved tactics and weaponry among the opposition forces, which have recently received more powerful anti-tank missiles from Turkey, with the financial support of Saudi Arabia and Qatar, according to members of the Syrian National Council, the main opposition group in exile, and other activists.

        Activists said the US was consulted about weapons transfers.

        Selbst wenn sie nur darüber in Kenntnis gesetzt wurden, sind die USA als Ankläger Russlands und Warner vor einer Intensivierung der Kämpfe in Syrien nicht glaubwürdig.

        Die von Russland ins Spiel gebrachte und von Kofi Annan augegriffene Idee einer Kontaktgruppe ist der einzig gangbare Weg.

        Es kann auch nicht im Interesse Israels sein, dass schwer bewaffnete, salafistische Kampfverbände in Syrien nun zum Machtfaktor werden:

        http://english.al-akhbar.com/content/syria-alternatives-ii-no-homegrown-solutions

      • aron2201sperber Says:

        Assad ist ein mieser Diktator, dessen Regime stets Terroristen unterstützt hat.

        er fällt jetzt genauso wie Gaddafi dem “arabischen frühling” zum Opfer, der halt nicht nur mit dem Westen verbündete Despoten trifft, auch wenn sich gewisse Leute das anders vorgestellt und gewünscht hätten:

        http://aron2201sperber.wordpress.com/2012/04/25/merci-sarkozy-shame-on-jurgen/

        im Gegensatz zur USA, die Mubarak nicht zum Preis eines Bürgerkriegs gehalten hat, kann es Putin nicht lassen, seinen Verbündeten ewig weiter zu unterstützen

      • antifo Says:

        Dem Putin unterstehenden russischen Außenministerium geht es nicht um die Person Assad. Moskau geht es darum, dass ein Vorgehen nach dem libyschen Modell zwangsläufig einen gescheiterten Staat hinterläßt, der dann zum Rückzugsgebiet islamistischer Terrorbanden wird. Die Russen fürchten sich für gewöhnlich nicht vor Moslems. Sie wissen sehr gut, wie man mit ihnen umgehen muß und schätzen sie teilweise auch.

        Wenn aber diese Extremisten nun auch noch in Syrien Erfolg haben, dann besteht die Gefahr, dass es auch im Nordkaukasus wieder abgeht. Hier eine Meldung, wonach Bürger der Russischen Föderation im Libanon von der Fatah al-Islam trainiert werden:

        http://www.interfax-religion.com/?act=news&div=9412

        Die selbe Gruppe ist auch in Syrien aktiv:

        http://antifo.wordpress.com/2012/05/24/libanons-meistgesuchter-sunnitischer-terrorist-sprengt-sich-in-syrien-in-die-luft/

        Deswegen liegt Russland sehr viel daran, dass diese Methode “Islamisten kämpfen für Demokratie, NATO bombt” von den USA nicht länger verfolgt wird.

      • aron2201sperber Says:

        Dem Putin unterstehenden russischen Außenministerium geht es nicht um die Person Assad. Moskau geht es darum, dass ein Vorgehen nach dem libyschen Modell zwangsläufig einen gescheiterten Staat hinterläßt, der dann zum Rückzugsgebiet islamistischer Terrorbanden wird.

        Assads Syrien ist wohl mehr “failed state” als das heutige Libyen.

        Als Putin nach Tschtschenien einmarschierte, war ihm die Stablilität des Landes und die Dschihadisierung der Tschetschenen, die der Krieg mit sich brachte, auch ziemlich egal.

        Hauptsache sein Statthalter sorgt dafür, dass ihm die Tschetschenen nun mit 99 % wählen “dürfen”:

        http://aron2201sperber.wordpress.com/2012/03/05/wahlergebnisse-in-demokraturen/

  2. arprin Says:

    Zum Massaker von Hula: Die genaue Täterschaft ist immer noch umstritten.
    http://syrianrevolutiondigest.blogspot.de/2012/06/battle-for-syria-truth.html
    “We have lists of names of victims, we have eyewitnesses, we have videos and we have satellite photography showing pro-Assad checkpoints all over the place. But more importantly, had these claims been true wouldn’t Syrian media have pointed this out from day one? Wouldn’t
    Assad have bothered say so during his speech in which he described the people who perpetrated this as monsters? Would local Alawites have allowed Sunni rebels to bury their dead for them? Wouldn’t Assad have declared national mourning for the dead?
    Assad and his supporters have been working since the beginning of the revolution to provoke exactly this kind of response from Sunni rebels in order to use it to bolster their claims of terrorist infiltrators, armed gangs and external conspiracies, and so they can justify even more violent crackdown, wider-scale ethnic cleansing and larger massacres. Had there been a single Alawite victim among the dead in Houla, they would have jumped on it like the ravenous wolves they are. They wouldn’t have waited for an overambitious German journalist, a novice trying to make a name or a has-been trying to revive it, quoting unnamed sources to tell them what happened.”

    Assad’s Houla Propaganda: http://www.meforum.org/3261/assad-houla-propaganda

    • aron2201sperber Says:

      ich traue es den Dschihad-Bastarden auf jeden Fall zu, auch wenn es in dem einen Fall doch Assads Bastarde gewesen sein sollten.

      • arprin Says:

        Ich traue den Dschihadisten alles zu. Noch ist nicht genau geklärt, wer hinter der Tat steckt. Doch nun schreibt die FAZ folgendes:
        “Andere Berichte hatten sich nur nicht gegen die großen Leitmedien behaupten können. Der russische Journalist Marat Musin, der für die kleine Nachrichtenagentur Anna arbeitet, hatte sich am 25. und 26. Mai in Hula aufgehalten, war teilweise Augenzeuge geworden und hat die Aussagen anderer Augenzeugen veröffentlicht.”

        So viel zur Glaubwürdigkeit des “unabhängigen” Journalisten Marat Musin:
        http://reflexion-blog.com/?p=2568
        “In den deut­schen Blogs der Ver­schwö­rungs­szene wird Musin als unab­hän­gi­ger Jour­na­list dar­ge­stellt, der ledig­lich aus der Region berich­ten würde. Inter­views mit dem Fern­seh­sen­der „Rus­sia Today” und sein Web­log „ANNA-News”, der sich der „Wahr­heit” ver­schrie­ben hat, ver­stär­ken die­sen Ein­druck noch. Doch Marat Musin ist kein unab­hän­gi­ger Jour­na­list, son­dern stell­ver­tre­ten­der Vor­sit­zen­der eines Solidaritäts-Komitees, in dem auch Holo­caust­leug­ner und Isla­mis­ten aktiv sind.

      • aron2201sperber Says:

        danke für den Hinweis!

  3. antifo Says:

    Es läßt sich von Deutschland aus unmöglich feststellen, wer für dieses Massaker verantwortlich ist. Das kann auch nicht der Punkt sein, auf den es letztlich ankommt. Worauf es ankommt, ist, dass man sich tatsächlich nur dann auf die Schutzverantwortung berufen kann, wenn man auch ein Konzept für das “Danach” hat.

    In der Hinsicht ist überhaupt nichts vorhanden. Es gibt zwar ein in Istanbul residierendes Gremium, das sich Syrischer Nationalrat nennt, aber diejenigen, die jetzt in Syrien gegen die Regierung kämpfen, fühlen sich von dem nicht vertreten und sind auch untereinander uneins:

    http://english.al-akhbar.com/content/syria-alternatives-i-man-cannot-live-guns-alone
    http://english.al-akhbar.com/content/syria-alternatives-ii-no-homegrown-solutions

    Es würde in Syrien also auf die selbe Konstellation hinauslaufen, wie wir sie jetzt in Libyen haben: Eine unüberschaubare Menge teils miteinander verfeindeter regionaler Milizen, die das Land nicht befrieden können und finanzielle Forderungen an eine nur pro-forma vorhandene Zentralregierung stellen (Kriegsinvaliden).

    Um das Land nach einem gewaltsam herbeigeführten Machtwechsel wieder halbwegs auf die Beine zu bekommen, müßten sich die “Freunde Syriens” dazu durchringen, selbst auch mit regulären Bodentruppen nach Syrien reinzugehen.

    Dann und nur dann könnte man sich auf die Schutzverantwortung berufen.

    Nachdem der amerikanische Steuerzahler die Begleichung der Schulden für die letztlich gescheiterten Interventionen in Afghanistan und Irak immer noch vor sich hat, ist er für neue Abenteuer dieser Art nicht bereit. Auch in Europa fehlt es bekanntlich an Geld. Statt sich in Libyen als Retter der Welt zu inszenieren, hätte Frankreich sich besser an der Konsolidierung der Euro-Zone beteiligen sollen.

  4. Assad und das Floriani-Prinzip « Aron Sperber Says:

    [...] hat schon immer Terroristen unterstützt, solange sie nur fremde Häuser anzündeten und sich nicht gegen ihn selbst [...]

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