Archive for November 2012

Litwinenkos Tee und Arafats Unterhose

November 27, 2012

Putins Agenten vergifteten den Tee eines russischen Dissidenten mit Polonium 210.

Polonium 210 wird fast ausschließlich in Russland hergestellt.

Die Konzentration des Poloniums auf Arafats Unterhose war so hoch, dass es wohl ebenfalls nur aus frischer russischer Erzeugung stammen konnte.

Genauso wie der Mord an Litwinenko nicht ohne Putins Befehl ausgeführt worden wäre, hätten auch die Anti-Israel-Aktivisten nie ohne Putins Einverständnis das Polonium für Arafats Unterhose erhalten.

Mit derselben Skrupellosigket, mit der Putin einen Dissidenten ermorden ließ, liefert er einer blöden Welt, die sich über die Liquidierung eines Osama Bin Laden empörte, jedoch nichts dabei fand, dass Putin einen Mann umbringen ließ, der nicht das Geringste mit Terrorismus zu tun hatte, die gefälschten Beweismittel, die sie sich wünscht.

Putin wird von der antiimperialistischen Welt als Held verehrt, auch wenn seine Herrschaft bis auf den imperialen Machtanspruch nichts mehr mit Kommunismus zu tun hat.

Viel eher besteht eine Kontinuität zur zaristischen Geheimpolizei Ochrana, die auch schon für die Verbreitung der “Protokolle der Weisen von Zion” verantwortlich war.

Kritik am Salon-Antisemitismus schuld am Antisemitismus?

November 26, 2012

In der Originalversion von Augsteins letztem Beitrag blieben die Raketen der Hamas völlig unerwähnt, während Gaza zu einem “Lager” erklärt wurde.

Wenn es um die eigene – im Zweifel immer linke – politische Agenda geht, verzichtet Augstein fast nie auf einen Nazi-Vergleich. Als Linker steht ihm das Dritte Reich stets zur Verfügung, um es als Keule gegen alle – rechten – politischen Gegner zu schwingen.

Nur beim “rechten” Israel muss er sich damit leider etwas zurückhalten.

Dass er sich wie in seinem letzten Beitrag sogar zur Selbstzensur entschloss, und trotzdem von Broder als Salon-Antisemit bezeichnet wurde, mache Augstein “traurig”:

Hier entgleisen nicht nur die Worte. Das Gedenken an den Holocaust wird zu niedriger Münze verkauft. Das Traurige ist: Am Ende bleibt nur ein Achselzucken. Inflationärer Gebrauch führt immer zur Entwertung. Das ist eine Katastrophe. Denn der Antisemitismusbericht der Bundesregierung aus dem Jahr 2011 kommt zu solchen Ergebnissen:

  • Jeder sechste Deutsche stimmt der Aussage zu, Juden hätten zu viel Einfluss in Deutschland.
  • Jeder Achte findet, die Juden trügen eine Mitschuld an ihrer Verfolgung,
  • und vierzig Prozent unterstellen ihnen, aus ihrer Verfolgung in der Vergangenheit Vorteile in der Gegenwart zu ziehen.
  • Insgesamt hat jeder fünfte Deutsche etwas gegen Juden.

Dass der Antisemitismus in Deutschland wieder aufblühe, könne natürlich nicht an der Hetze gegen Israel, die heute in Europa abgesehen von ein paar alten Nazis vor allem von Islamisten und Linken wie Augstein betrieben wird, liegen…

…sondern verantwortlich sei Broders inflationärer Gebrauch des Antisemitismus-Vorwurf gegen Augstein.

Die Verschwörungstheorie frisst ihre Kinder

November 23, 2012

Solange Erdogan ein Verbündeter im “Kampf gegen das Imperium” war, störte es Elsässer nicht, dass er hunderte Journalisten wegen einer angeblichen Verschwörung anklagen ließ.

Damals genoß Erdogan bei Elsässer noch wie alle anderen islamistischen, rechtsextremen oder linksextremen “Volksherrscher” automatisch den “Demokraten-Status”, egal wie undemokratisch er sich benahm:

Heute verlauft die Hauptfront zwischen den Unterstützern des Imperiums einerseits und den Gegnern des Imperiums; auf beiden Seiten der Frontlinie finden sich Linke wie Rechte. Vereinfacht ausgedrückt: Hie Imperialisten, dort Demokraten – das ist die Hauptkampflinie im 21. Jahrhundert.

Demokratie = Volksherrschaft. Das ist dieselbe Hauptkampflinie.

(Jürgen Elsässer)

Seit Erdogan aus Elsässers “Demokraten”-Achse ausgeschert ist, steht es ihm jedoch nicht mehr frei wie andere “Demokraten” bzw. “Volksherrscher” nach Belieben unliebsame Gegner verfolgen zu lassen.

Dass Erdogan ausgerechnet einen der größten türkischen Verschwörungstheoretiker wegen einer angeblichen Verschwörung hat einsperren lassen, ist natürlich eine besonders bittere Ironie des Schiksals:

Soner Yalcin sitzt in Erdogans Gefängnis, weil er die Wahrheit über das Gladio-Terrornetzwerk in der Türkei weiß. Von Jürgen Elsässer.

Bis gestern kannte ich Soner Yalcin nicht. Seit heute ist er mein Bruder.

Am heutigen 16. November beginnt sein Prozess, seit bald zwei Jahren sitzt er im Gefängnis. Für nichts, was strafwürdig ist. Nur, weil er zu viel weiß und darüber geschrieben hat.

(Jürgen Elsässer)

Falls auch in Deutschland eine “Demokratie”, wie sie sich Elsässer wünscht, an die Macht gelangen sollte, könnte Elsässer ein ähnliches Schicksal drohen.

So wie es dem türkischen Verschwörungstheoretiker nichts nützt, dass er einer derjenigen war, die dafür gesorgt haben, dass unbeweisbare Verschwörungstheorien als besonders strafenswert angesehen werden, könnte Elsässer ebenso von einem deutschen (zwar antiamerikanischen, aber vielleicht trotzdem nicht immer Elsässers Linie folgenden) Volksherrscher mit den zuvor von Elsässer selbst populär gemachten Verschwörungstheorien, die man praktischerweise nicht beweisen muss, da sie unbeweisbar sind, abgestraft werden, falls der Hofnarr dem Volksherrscher einmal lästig werden sollte.

Die islamistische Kulturrevolution

November 21, 2012

Es ist keine historische Neuigkeit, dass sich die Zerstörungswut totalitärer Ideologien gegen die eigene Kultur richtet.

Die Islamisten sind gerade dabei, 1300 Jahre eigener Kulturgeschichte zu vernichten, um dem reinen Vorbild ihres Propheten aus dem siebenten Jahrhundert nachzueifern.

Diese Auswüchse zeigen, dass die alte islamische Kultur, die uns von Islamwissenschaftlern als der “wahre Islam” präsentiert wird, nichts mit der aufstrebenden neuen islamistischen Ideologie zu tun hat.

Leider ist es nicht die alte Kultur, sondern die neue Ideologie, die in der islamischen Welt gerade als der “wahre Islam” gefeiert wird.

Augsteins Lager

November 19, 2012

“Tel Aviv ist Berlin”, schrieb die Bild am Sonntag, nachdem sich gezeigt hatte, dass die Raketen der Hamas inzwischen weiter reichen als früher: “Die gleiche Mode, die gleiche Musik, dieselben Wünsche und Werte.” Wirklich? In Israel gibt es Gegenden, da wird eine Frau als Hure beschimpft, wenn sie im Bus vorn bei den Männern sitzt. Und es gibt Menschen, die bespucken ein kleines Mädchen auf dem Weg zur Schule, weil es falsch gekleidet ist.

(Augstein)

In Berlin gibt es solche Gegenden auch. Nur sind sich Salonkommunisten wie Augstein zu fein, um sich mit deren Existenz auseinanderzusetzen. Stattdessen kanzelt er Politiker, die darüber sprechen, dass sich ganze Stadtteile in Scharia-Zonen verwandeln, als islamophobe Rassisten ab.

Die von Augstein beschriebenen ultaorthodoxen Zustände findet man übrigens nicht in Tel-Aviv, sondern in Jerusalem…

…und bei den religiösen Fundamentalisten, denen man dort fahrlässigerweise die Herrschaft über ganze Stadtteile überlassen hat, handelt es sich um Gegner des weltlichen Staates Israel, die sich weigern, ihre staatsbürgerlichen Pflichten zu erfüllen.

Über die Auswüchse fundamentalistischer Parallelgesellschaften vor der eigenen Haustüre zu schreiben, gilt in Augsteins Lager als rassistisch und islamophob.

Wenn sich die Missstände jedoch in Israel zutragen, dürfen sie von Augsteins Lager präsentiert werden, um die antiisraelische Argumentation zu untermauern, selbst wenn jene Missstände nicht das Geringste mit dem Gaza-Konflikt zu tun haben.

Gaza ist ein Gefängnis. Ein Lager.

War West-Berlin auch ein Gefängnis. Ein Lager?

Wie hätten wohl die Ostberliner reagiert, wenn sie aus jenem Lager mit Raketen beschossen worden wären?

“Die verlorene Ehre der Beate Zschäpe”

November 18, 2012

Heinrich Böll hatte eine Terroristen-Unterstützerin zum Opfer der bösen Springer-Presse stilisiert.

Pi.news hat mit Frau Zschäpe Ähnliches vor.

Dummerweise ist Frau Zschäpe eine reale Person, deren Rolle man nicht wie bei einer Romanfigur selbst festlegen kann.

Wenn es um Propaganda geht, waren Linksradikale schon immer schlauer als Rechtsradikale, so sehr sich die Kewils auch bemühen, ihren linken Cousins nachzueifern.

Assad und das Floriani-Prinzip

November 17, 2012

Umso bemerkenswerter, dass sich Assad mit der Hamas solidarisiert hat. Das ist deswegen hervorzuheben, weil umgekehrt die Hamas dem syrischen Präsidenten die Solidarität seit über einem Jahr aufgekündigt hat und nun die Terroristen in Syrien unterstützt.

(Jürgen Elsässer)

Assad hatte schon immer Terroristen unterstützt, solange sie nur fremde Häuser anzündeten und sich nicht gegen ihn selbst wandten.

Heiliger Sankt Florian / Verschon’ mein Haus / Zünd’ andre an!

Dank des asymmetrischen Terrors der Hamas schaut die Welt nun statt auf 30.000 Tote in Syrien auf 39 Tote in Gaza:

Wie assymetrisch dieser Krieg ist, zeigt das Ausmaß an Opfern im Vergleich: Durch die israelischen Angriffe starben 39 Menschen (bis gestern: 20), die Mehrzahl Zivilisten. Auf israelischer Seite sind keine weiteren Toten zu beklagen (insgesamt bisher drei).

In Syrien ist der Krieg zwischen Assads regulärer Armee und den Rebellen allerdings mindestens genauso asymmetrisch, ohne dass sich Herr Elsässer je darüber beklagt hätte.

Linke Sprecher einer rechten Welt

November 16, 2012

Benjamin Netanyahu und Ehud Barak haben zum zweiten Mal in Folge entschieden, dass der israelische Staat Wahlen im Schatten des Krieges im Gaza-Streifen abhalten wird. Der Waffenstillstand, der schon dabei war, sich zu festigen, wurde gebrochen und in Stücke geschlagen.

(Uri Avnery)

Durch die Anprangerung Israels erhalten westliche Linksradikale die Gelegenheit, sich als Sprecher der unterdrückten “Dritten Welt” aufzuspielen.

Da die Proletarier der westlichen Welt sich als unwillig erwiesen haben, den linken Vordenkern zu folgen, war man stets auf auf der Suche nach einem passenderen Proletariat.

Allerdings stellt das Proletariat der islamischen Welt ein denkbar unpassendes Objekt der Begierde dar, denn gerade die islamische Welt ist fest in extrem konservativen Händen.

Würden die linksprogressiven Denker ihr Gesellschaftsbild der islamischen Straße predigen, müssten sie mit ihrer spontanen Steinigung rechnen.

Wenn sie jedoch Israel anprangern, wird ihnen sogar ihre Jüdischkeit nachgesehen.

Der Kater der Revolutions-Bejubler

November 15, 2012

Als die arabische Revolution in Tunesien und Ägypten ausbrach, wurde sie von Elsässer & Co. bejubelt.

Schließlich sollte sie dazu dienen, die Hamas mit Rückendeckung der in Ägypten an die Macht strebenden Muslimbrüder ebenfalls in revolutionäre Angriffslaune zu versetzen.

Jene Hoffnung scheint sich im Moment zwar gerade zu erfüllen.

Trotzdem ist den sogenannten Antiimperialisten die Feierlaune längst vergangen.

Dass sich die arabische Revolution nicht nur gegen westliche Verbündete, sondern auch gegen antiimperialistische Diktatoren richten könnte, hatte man vor lauter Jubeln nicht bedacht.

Gaddafi hatte den Israelis zu Beginn des “Arabischen Frühlings” eine „Erhebung der arabischen Massen” an den Hals gewünscht.

Stattdessen ist er selbst daran verreckt.

Die angeblichen Freunde der Palästinenser

November 15, 2012

Ohne ihre angeblichen “Freunde” wären die Palästinenser wahrscheinlich längst dazu bereit, sich mit dem Judenstaat zu arrangieren und hätten längst ihren eigenen Staat.

Doch wenn man “Freunde” hat, die einem ständig einreden, man sei im Recht, die “fremden Zelte” abzureißen, warum sollte man sich dann mit einem Kompromiss zufriedengeben?


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