Assad und das Floriani-Prinzip

Umso bemerkenswerter, dass sich Assad mit der Hamas solidarisiert hat. Das ist deswegen hervorzuheben, weil umgekehrt die Hamas dem syrischen Präsidenten die Solidarität seit über einem Jahr aufgekündigt hat und nun die Terroristen in Syrien unterstützt.

(Jürgen Elsässer)

Assad hatte schon immer Terroristen unterstützt, solange sie nur fremde Häuser anzündeten und sich nicht gegen ihn selbst wandten.

Heiliger Sankt Florian / Verschon’ mein Haus / Zünd’ andre an!

Dank des asymmetrischen Terrors der Hamas schaut die Welt nun statt auf 30.000 Tote in Syrien auf 39 Tote in Gaza:

Wie assymetrisch dieser Krieg ist, zeigt das Ausmaß an Opfern im Vergleich: Durch die israelischen Angriffe starben 39 Menschen (bis gestern: 20), die Mehrzahl Zivilisten. Auf israelischer Seite sind keine weiteren Toten zu beklagen (insgesamt bisher drei).

In Syrien ist der Krieg zwischen Assads regulärer Armee und den Rebellen allerdings mindestens genauso asymmetrisch, ohne dass sich Herr Elsässer je darüber beklagt hätte.

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14 Antworten to “Assad und das Floriani-Prinzip”

  1. Nichtglauber Says:

    Deine Argumentation steht auf wackeligen Beinen. Und je länger dieser Konflikt andauert, desto schwieriger wird es für Israelfreunde im zionistischen Sinne werden, noch eine akzeptable, glaubwürdige Diskussion über das Verhalten des Westens und Israels, kurz Westallianz, zu führen.
    Die Hamas ist der Feind Israels, wird von den Zionisten gehasst. Gleichzeitig bejubelt man deren Loslösung von Assad, der aktuell den größeren feindlichen Part zu spielen scheint. Die Hamas wiederum biedert sich den Türken und den Golfstaaten wie eine Bordsteineschwalbe an, verlegt die Kommandozentrale nach Qatar und begibt sich so in das Herz der, auch von Israel gebildeten, Allianz. Blöd gelaufen, fürs Image und für die vorhersehbaren Verwicklungen.
    Eben dann entscheidet sich Israel zur Progredienz der eingesetzten Mittel gegen Gaza, die die Zionisten Selbstverteidigung nennen und die bei Assad Terrorismus heisst. Und hier beginnt das Dilemma. Wie schlawienere ich mich argumentativ jetzt hier raus, ohne meine langgehegten Vorwürfe gegen Syriens Führung zurück zu nehmen und gleichzeitig trotzdem Israels Vorgehen zu rechtfertigen? Antwort: nicht möglich!!
    Wertet ihr die Rebellensöldner in Syrien als “Befreier, Revolutionäre” oder vielleicht gar als “Freiheitskämpfer”, wird euch eine gegenteilige Bennenung genau dieser Gruppen im Falle Israels nicht gelingen. Die Hamas, oder zumindest Teile von ihr, kann nicht in Syrien Freiheitskämpfer sein und 200 Km südlicher Terroristen. Da können die Beiträge, Analysen, Windungen und die Wortakrobatik noch so pseudointellektuell oder waghalsig sein. Dieser Konflikt kehrt alles ans Licht, die Grenzen zwischen Gut und Böse, die nie gegeben waren, werden selbst für die “Seher” nicht mehr zu erkennen sein.

    • aron2201sperber Says:

      Assad war immer ein Feind Israels, der Terroristen wie Hisbollah und Hamas förderte.

      was aber noch lange nicht heißt, dass Israel mit den Terroristen in Syrien in einem Bündnis stehe oder jene gar steuere.

      niemand käme auf die Idee, Putin vorzuwerfen er steuere Al Qaida, auch wenn sie im “Westen” einen gemeinsamen Feind haben.

      wenn es um Israel geht, wird jedoch mit solchen banalen Unterstellungen argumentiert.

      die Situation in Syrien ist eine Folge des arabischen Frühlings, der sicher nicht von den Israelis, sondern von ganz anderen bejubelt worden war:

      http://aron2201sperber.wordpress.com/2012/11/15/der-kater-der-revolutions-bejubler/

    • arprin Says:

      Die Hamas ist der Feind Israels, wird von den Zionisten gehasst. Gleichzeitig bejubelt man deren Loslösung von Assad, der aktuell den größeren feindlichen Part zu spielen scheint.

      Wer hat das denn bejubelt? Ganz bestimmt keiner, der für Israel ist. Die Israelis leben nicht nach dem Motto: Der Feind meines Feindes ist mein Freund, was sie auch gar nicht können, denn die Feinde von Israels Feinden machen Israel immer wieder klar, dass sie nicht ihre Freunde sind.

      Die Hamas wiederum biedert sich den Türken und den Golfstaaten wie eine Bordsteineschwalbe an, verlegt die Kommandozentrale nach Qatar und begibt sich so in das Herz der, auch von Israel gebildeten, Allianz. Blöd gelaufen, fürs Image und für die vorhersehbaren Verwicklungen.

      Israel bildete also die Anti-Assad-Allianz zwischen der Türkei und den Golfern mit? Du meine Güte, was soll man zu so einem Unsinn noch sagen. Die Golfer waren schon IMMER gegen Israel und die Türkei hatte sich schon 2010 gegen Israel gewandt. Israel hatte mit dieser Allianz nichts, rein gar nichts zu tun.

      Eben dann entscheidet sich Israel zur Progredienz der eingesetzten Mittel gegen Gaza, die die Zionisten Selbstverteidigung nennen und die bei Assad Terrorismus heisst.

      Israel zielt nicht gezielt auf Zivilisten, Assad hat das von Anfang an getan. Und nochwas: Wenn du wirklich Assad und Netanyahu gleichsetzt (was Unsinn ist), müsstest du Netanyahu gut finden, oder? “Enis” und “Kenan” in Sarsura haben sich ja schon auf ihre Weise als Israelfans geoutet.

      Wertet ihr die Rebellensöldner in Syrien als “Befreier, Revolutionäre” oder vielleicht gar als “Freiheitskämpfer”

      Wann hat jemand ALLE FSA-Kämpfer als Befreier oder Freiheitskämpfer bezeichnet? Dass es unter ihnen Terroristen gibt, wurde nie bestritten. Die Forderung nach einer Bewaffnung der Rebellen wird gerade dadurch begründet, dass man den Kampf gegen Assad nicht den Dschihadisten überlassen darf.

    • samuel Says:

      Die einen wöllten, können aber nicht. Die anderen könnten, wollen aber nicht, Was machen sie stattdessen? http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-4307299,00.html

      Samuel

  2. besucher Says:

    Eine peinliche Aktion vom Assad.
    Was will er damit gewinnen?
    Wenn die Alawiten schlau sind dann setzen sie ihn ab und suchen Kontakte zu eher linken Bewegungen in der Türkei und in Kurdestan.
    Man sieht doch was die Sunni-Islamisten von allen Schia-Abeweichlern halten…

    • Nichtglauber Says:

      Was genau ist “peinlich” an Assads Aktion? Dass er der einzige ist, der in diesem ganzen Wirrwarr an seinem eingeschlagenen Weg unbeirrt festhält, ohne seine Charta zu verraten? Hmm, woanders nennt man sowas Konsequenz und Rückgrat!

      • arprin Says:

        Immer wenn man glaubt, irgendwann muss es doch mal gut sein, kommt Nichtglauber und belehrt einem eines Besseren.

        - Assad gibt an, gegen Terroristen und Islamisten zu kämpfen, ist aber gleichzeitig mit der Hisbollah und dem Iran im Bund.

        Konsequenz und Rückgrat?

        - Assad gibt an, gegen al-Qaida zu kämpfen, hat aber jahrelang al-Qaida unterstützt, als es gegen die USA im Irak ging.

        Konsequenz und Rückgrat?

        - Assad hat die Kurden jahrelang in Apartheid leben lassen und 2004 Hunderte Kurden, die sich erhoben, umbringen lassen. Jetzt schenkt er ihnen auf einmal Selbstverwaltung und will sie für den Kampf gegen die FSA gewinnen.

        Konsequenz und Rückgrat?

        Und noch was: Wenn du sagst, dass es keinen Unterschied zwischen der Hamas und der FSA gibt, warum glaubst du ist dann Assad für die Hamas, aber gegen die FSA? Und wieso bist du dann für Assad, aber gegen Netanyahu?

      • Nichtglauber Says:

        arprin, du bist aber auch wirklich ein ganz Ausgeschlafener…

        “- Assad gibt an, gegen Terroristen und Islamisten zu kämpfen, ist aber gleichzeitig mit der Hisbollah und dem Iran im Bund.

        Konsequenz und Rückgrat?”
        Ja , aber hallo!! Iran ist nur in der ureigenen Definition der “Bessermenschen” ein terroristischer Staat. Der Rest der Welt (und ich :-) ) schließen uns dieser Definition frecherweise mal so gar nicht an. Assad übrigens auch nicht. Und die Hisbollah ist für viele in dieser Welt eine legitime militärische Gegenkraft in der Region. Für Assad eben auch. Alles logisch, oder?

        “- Assad gibt an, gegen al-Qaida zu kämpfen, hat aber jahrelang al-Qaida unterstützt, als es gegen die USA im Irak ging.

        Konsequenz und Rückgrat?”
        ja, aber hallo!! Assad gibt nicht an gegen Al Qaida zu kämpfen. Er tut das auch tatsächlich. Erstens gab es bis zum Mai 2011 keine Al Qaida in Syrien und zweitens unterstützte Assad nicht die Al Qaida im Irak. Er unterstützte im Grunde niemanden im Irak, ließ es aber wohl zu, dass sich einige kämpfende syrische Islamisten über die Grenze zum Irak aufmachten. Immerhin war die USA eine Besatzungsmacht…konsequent, oder?

        “- Assad hat die Kurden jahrelang in Apartheid leben lassen und 2004 Hunderte Kurden, die sich erhoben, umbringen lassen. Jetzt schenkt er ihnen auf einmal Selbstverwaltung und will sie für den Kampf gegen die FSA gewinnen.

        Konsequenz und Rückgrat?”
        Nein, hier sehe ich kein Rückgrat, aber Konsequenz.
        Die Lage der Kurden in Syrien ist, um im Bilde zu bleiben, fast so schlecht wie die der Palästinenser in Israel.
        Mit dem kleinen Unterschied, dass ca. 70% der Kurden
        die syrische Staatsangehörigkeit besitzen und in der Volksarmee dienen. Und deren Lage scheint nicht so aussichtslos zu sein wie die der Palästinenser in Israel: Jetzt, wo sie ihren Peiniger los werden könnten, entscheiden sie sich primär gegen die von der Türkei unterstützten Söldner zu kämpfen… muss wohl heissen, dass es Kurden auf diesem Globus, in einer bestimmten Region auf dieser Welt, noch ein wenig schlechter geht als in Syrien :-) (Achtung: Natomitglied, mit EU-Beitrittsabsicht).
        Und die Sache mit der Selbstverwaltung: ein sehr smarter Schachzug in der Stunde der großen Not. Im Fußballerjargon sagt man zu sowas: “in Unterzahl einen erfolgreichen Konter gesetzt”!

        “Und noch was: Wenn du sagst, dass es keinen Unterschied zwischen der Hamas und der FSA gibt, warum glaubst du ist dann Assad für die Hamas, aber gegen die FSA? Und wieso bist du dann für Assad, aber gegen Netanyahu?”
        Wo habe ich denn gesagt, dass es keinen Unterschied gibt?
        Die einen rekrutieren sich vollständig (Hamas) aus Palästinensern, die für eine befreite Nation kämpfen, die anderen (FSA) sind hauptsächlich mit salafistisch-wahhabitischen Söldnern durchtränkt, die für eine von Alawiten, Kurden, Christen und vielen anderen Minderheiten “befreites” Emirat kämpfen!
        Und die Sache mit Netanjahu: Umgekehrt wird ein Schuh draus…

      • arprin Says:

        - Die Hisbollah sind nicht nur Terroristen, die u.a. in Argentinien 1992 und 1994 mit iranischer Hilfe Anschläge auf jüdische Einrichtungen verübten, sondern natürlich auch Islamisten, die Selbstmordattentäter als Helden feiern. Assad gibt vor, gegen Terroristen Islamisten zu kämpfen, ist aber mit den islamistischen und terroristenunterstützenden Mullahs und den islamistischen Terroristen der Hisbollah im Bund.

        - Der Vergleich zwischen Arabern in Israel und Kurden in Syrien ist Wahnsinn. Die Kurden durften ihren Kindern keine kurdischen Namen geben, keine Geschäfte unter nicht arabischen Namen eröffnen und keine kurdischen Bücher oder andere Schriften veröffentlichen. Die Araber in Israel haben natürlich auch die Staatsbürgerschaft (in Syrien wurden Hunderttausenden Kurden ab den 1960ern die Staatsbürgerschaft entzogen) und können in der Armee dienen.

        - Die Hamas-Terroristen kämpfen nicht für Freiheit und Demokratie, sondern für einen islamistischen Staat, in der Frauen und Minderheiten unterdrückt werden und Kinder zum Dschihad erzogen werden, und haben dieses Ziel nach Israels Rückzug aus Gaza 2005 ja praktisch auch erreicht. Die überwältigende Mehrheit der FSA-Kämpfer sind Syrer, und es gibt dort mehr Säkulare als in der Hamas (die ausschließlich aus Islamisten besteht).

  3. aron2201sperber Says:

    Solange Erdogan ein Verbündeter im Kampf gegen das Imperium war, störte es Elsässer nicht, dass er 1.000 Journalisten wegen einer angeblichen Verschwörung anklagen ließ.

    Als Kämpfer gegen das Imperium genoß Erdogan wie auch alle anderen islamistischen, rechtsextremen oder linksextremen Volksherrscher automatisch “Demokraten-Status”, egal wie undemokratisch er sich benahm.

    Heute verlauft die Hauptfront zwischen den Unterstützern des Imperiums einerseits und den Gegnern des Imperiums; auf beiden Seiten der Frontlinie finden sich Linke wie Rechte. Vereinfacht ausgedrückt: Hie Imperialisten, dort Demokraten – das ist die Hauptkampflinie im 21. Jahrhundert.

    Demokratie = Volksherrschaft. Das ist dieselbe Hauptkampflinie.

    Seit Erdogan aus Elsässers “Demokraten”-Achse ausgeschert ist, steht es ihm jedoch nicht mehr frei wie andere “Demokraten” bzw. “Volksherrscher” nach Belieben unliebsame Gegner verfolgen zu lassen.

    Dass Erdogan ausgerechnet einen der größten türkischen Verschwörungstheoretiker wegen einer angeblichen Verschwörung hat einsprerren lassen, ist natürlich eine besonders bittere Ironie des Schiksals:

    Soner Yalcin sitzt in Erdogans Gefängnis, weil er die Wahrheit über das Gladio-Terrornetzwerk in der Türkei weiß. Von Jürgen Elsässer.

    Bis gestern kannte ich Soner Yalcin nicht. Seit heute ist er mein Bruder.

    Am heutigen 16. November beginnt sein Prozess, seit bald zwei Jahren sitzt er im Gefängnis. Für nichts, was strafwürdig ist. Nur, weil er zu viel weiß und darüber geschrieben hat.

    Falls auch in Deutschland eine “Demokratie”, wie sie sich Elsässer wünscht, an die Macht gelangen sollte, könnte Elsässer ein ähnliches Schiksal drohen.

    So wie es dem türkischen Verschwörungstheoretiker nichts nützt, dass er einer derjenigen war, die dafür gesorgt haben, dass unbeweisbare Verschwörungstheorien als besonders strafenswert angesehen werden, könnte Elsässer ebenso von einem deutschen (zwar antiamerikanischen, aber vielleicht trotzdem nicht immer Elsässers Linie folgenden) Volksherrscher mit den zuvor von Elsässer selbst populär gemachten Verschwörungstheorien, die man praktischerweise nicht beweisen muss, da sie unbeweisbar sind, abgestraft werden, falls der Hofnarr dem Volksherrscher einmal lästig werden sollte.

  4. Die Sauds und die Salafisten « Aron Sperber Says:

    [...] getrieben, der islamistischen Terror stets gefördert hatte, solange sich jener nicht gegen das “eigene Haus” [...]

  5. Assad und der Dschihad « Aron Sperber Says:

    [...] seiner eigenen Vergangenheit als Terror-Förderer steht es jedoch gerade Assad am wenigsten zu, sich über eingesickerte [...]

  6. Asyl in Europa statt Arbeit am Golf « Aron Sperber Says:

    [...] getrieben, der islamistischen Terror stets gefördert hatte, solange sich jener nicht gegen das “eigene Haus” [...]

  7. “Das ist Syrien heute” « Aron Sperber Says:

    [...] Ägypten war zwar mindestens genauso säkular wie das Regime aus dem Propaganda-Video, und im Gegensatz zu Assad unterstützte Mubarak auch außerhalb Ägyptens keine extremistischen Terrororganisationen [...]

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