Archive for the ‘Naher und Mittlerer Osten’ Category

Zaid tötet wieder

Juli 2, 2014

Herr Todenhöfer, Bagdad bereitet sich auf den Angriff der Dschihadisten vor, heißt es. Wer steckt hinter diesem völlig überraschenden Vormarsch?

Eine Fehleinschätzung von Politikern und Medien, die den Irak nicht kennen. Die Terrororganisation Isis spielt nur scheinbar die alles überragende Rolle. Der Aufstand wird in Wirklichkeit überwiegend vom FNPI getragen, dem „Nationalen, Panarabischen und Islamischen Widerstand“ des Irak. Das ist eine säkulare Koalition mehrerer Gruppen, die schon mit großem Erfolg gegen die US-Armee gekämpft haben. Dieser irakische Widerstand, bei dem ich 2007 im umkämpften Ramadi eine Woche verbrachte, ist von den USA jahrelang systematisch totgeschwiegen worden, obwohl er ihr Hauptfeind war. Er hat sie letztlich aus dem Irak vertrieben.

(Frankfurter Rundschau)

Karl May bereiste die Welten seiner edlen Wilden nur in seiner eigenen Phantasie.

Todenhöfer war zwar in Afghanistan und im Irak und trotzdem sind seine Geschichten genauso irreal.

Was Todenhöfer bei seinem Besuch von 2007 als edlen Widerstand ansah, war tatsächlich der reinste Terror, der sich zu 90 % gegen die eigene Bevölkerung richtete.

Durch die Surge-Strategie wurden die Terroristen 2008 besiegt, und Obama übernahm einen Irak, aus dem er geordnet abziehen konnte.

Ende der Israelkritik?

April 6, 2014

Letzte Woche kam es nun in New York während der Vollversammlung der UNO zum großen “Showdown”. Dort sollte mittels einer – rechtlich unverbindlichen – Resolution die von Washington und Brüssel erhoffte Isolierung Russlands vollzogen werden.

24 Staaten hatten vor der Abstimmung den Sitzungssaal verlassen, haben sich also durch Abwesenheit enthalten. Darunter war übrigens auch Israel.

Tatsächlich ist es heute so, dass man sich besser an Moskau hält, wenn man wie Israel Probleme in der Nachbarschaft hat.

Auch Sisi holte sich seinen Segen für die Bekämpfung der Muslimbrüder lieber bei Putin als bei Obama.

Die größten Putinversteher waren bislang die größten Israelkritiker.

Sollte sich Israel tatsächlich an Moskau binden, würden die heiß geliebten  Palästinenser bei den Linken rasch auf das Niveau der Sudetendeutschen (nationalistische Störenfriede) absinken.

 

EU-Wahlkampf in der Knesset

Februar 12, 2014

Einem farblosen sozialistischen Eurokraten hilft in einem hoffnungslosen Wahlkampf nur noch eins:

Jerusalem – Abgeordnete der Knesset haben während der Rede von Martin Schulz für einen Eklat gesorgt. Mehrere Mitglieder der Regierungsparteien in Israel verließen aus Protest über Äußerungen des EU-Parlamentspräsidenten während der Ansprache demonstrativ den Saal.

(Spiegel)

…den salonfähigen linken Antisemitismus eines Augstein oder Grass zu schüren, indem man in der israelischen Knesset unter dem Gejohle des Spiegels und anderer feiner europäischer Leitmedien die unverbesserlichen Juden mit (natürlich nur freundschaftlich gemeinter) Israelkritik provoziert.

Verschleierung oder Vergewaltigung

Januar 31, 2014

Die Österreicherin hatte in Dubai angezeigt, in der Nacht auf den 1. Dezember in der Parkgarage eines Hotels von einem Jemeniten vergewaltigt worden zu sein. Die 29-Jährige saß daraufhin drei Tage wegen Alkoholkonsums und außerehelichem Sex in Haft. Sie musste ihren Pass abgeben.

Natürlich gibt es auch genug europäische Vergewaltiger, und nach dem Koran ist Vergewaltigung (außerhalb der Ehe) verboten.

Dass muslimische Männer in Europa besonders häufig als Vergewaltiger in Erscheinung treten:

http://www.oe24.at/oesterreich/chronik/16-Jaehriger-soll-Serien-Sextaeter-sein/79807587

http://www.krone.at/Oesterreich/Vier_junge_Frauen_vergewaltigt_-_21-Jaehriger_in_Haft-K.-o.-Tropfen_gegeben-Story-296732

http://www.krone.at/Oesterreich/Junge_Tirolerin_von_Asylwerbern_vergewaltigt-Nach_Sperrstunde-Story-27654

http://www.news.at/articles/1004/10/260575/serienvergewaltiger-salzburg-afghane-2006-asylwerber-land

…könnte vielleicht trotzdem doch etwas mit einer gewissen Ideologie zu tun haben, die wie in Dubai unverschleierte Frauen als Männer-verführende Sünderinnen verurteilt.

Assads Überreder

Januar 20, 2014

Syrienkonferenz in der Schweiz: Nur Iran kann Assad überreden

Mit seiner Einladung an Iran hat Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon die syrische Opposition und die USA brüskiert. Dennoch ist die Teilnahme des Regimes am Treffen in Montreux wichtig: Teheran hat den stärksten Einfluss auf Diktator Assad.

(Spiegel)

Im Gegensatz zu Gaddafi und Saddam hätte Assad wohl kaum bis zum bitteren Ende gekämpft.

Wäre der iranische und russische Einfluss auf Assad nicht so strak gewesen und der Wille des Westens nicht so schwach, könnte die Familie Assad schon längst in einem angenehmen Exil verweilen und Syrien wäre ein äußerst blutiger Bürgerkrieg erspart geblieben.

Dass die Mullahs, die Assad zum Kämpfen gedrängt hatten, ihn auf einmal zum Frieden überreden sollten, glaubt wohl auch nur Herr Moon.

Obama wurde von Herrn Moon hingegen gar nicht erst groß gefragt (was allerdings wohl ziemlich egal ist, da Obama wahrscheinlich ohnehin nichts zu sagen gehabt hätte).

Russland, Iran, China haben vielleicht Grund, über Obamas Schwäche zu feixen.

Wir Europäer werden hingegen wie beim Balkankrieg die Folgen der amerikanischen Führungsschwäche in Form von weiteren Flüchtlingsströmen aus der Krisenregion sehr unangenehm zu spüren bekommen.

Arafats letzte Unterhose

Dezember 3, 2013

Der frühere Palästinenserführer Jassir Arafat ist nach Ansicht französischer Experten nicht durch den radioaktiven Stoff Polonium vergiftet worden. Die von der französischen Justiz beauftragten Experten schlössen eine Vergiftung aus, verlautete am Dienstag aus mit den Ermittlungen in Nanterre bei Paris vertrauten Kreisen. Vielmehr weise vieles auf eine natürliche Todesursache hin.

Tatsächlich hatten auch die Schweizer – wie zuvor die Russen – kein Polonium-210, sondern lediglich Blei-210 in Arafats Überresten gefunden. Polonium 210 hatte sich hingegen lediglich auf seiner Unterhose befunden.

Doch statt den Bericht der Experten selbst zu lesen, vertrauten unsere Qualitätsmedien lieber der Textinterpretation von irgendeinem von Al Jazeera präsentierten “Experten” (von dem zuvor garantiert noch nie jemand gehört hatte).

“Man kann es aber auch nicht ausschließen”

November 7, 2013

Arafat wurde mit Polonium vergiftet

Die Mediziner, zu denen auch ein russisches und ein französisches Team gehörten, sind „zu 83 Prozent sicher“, dass Arafat mit Polonium vergiftet wurde, berichtete am Mittwochabend der Sender Al Jazeera.

Dave Barclay, ein renommierter britischer Forensiker und früherer Polizeibeamter, ist mit diesen Ergebnissen überzeugt, dass Arafat ermordet wurde: „Wir haben den rauchenden Colt gefunden, der seinen Tod verursacht hat. Was wir nicht wissen, ist, wer ihn damals in der Hand gehalten hat.“

(Kurier)

Nachdem gestern sämtliche Qualitätsmedien jene Al Jazeera-Produktion zunächst völlig kritiklos übernommen hatten, ist man mittlerweile etwas vorsichtiger geworden:

Auch nach einer intensiven Untersuchung der sterblichen Überreste von Jassir Arafat durch das Institut für Radiophysik der Uniklinik von Lausanne (CHUV) ist nicht klar, ob der damalige Palästinenserpräsident 2004 durch das Gift Polonium getötet wurde. “Man kann nicht sagen, dass das Polonium die Todesursache war”, sagte der Chef der Strahlenphysik, François Bochud, in Lausanne.

“Man kann es aber auch nicht ausschließen”

http://www.tagesschau.de/ausland/arafat214.html

Tatsächlich wurde in Arafats Überresten von den Schweizern – wie zuvor von den Russen – kein Polonium-210, sondern lediglich Blei-210 gefunden.

Doch statt den Bericht der Experten selbst zu lesen, vertraute man lieber der Textinterpretation von irgendeinem von Al Jazeera präsentierten “Experten” (von dem zuvor garantiert noch nie jemand gehört hatte).

Der Weihnachtsmann und der Grinch

Oktober 7, 2013

Wo Rohani wirbt, predigt Netanjahu. Er, ein israelischer Premier, glaubt die Iraner daran erinnern zu müssen, was an ihrem politischen System alles auszusetzen sei – die undemokratischen Wahlen, die Unfreiheit, die grausame Unterdrückung der Proteste 2009. Und dann passiert es.

“Das iranische Volk würde Blue Jeans tragen”

“Ich glaube, wenn es nach dem Willen des iranischen Volkes gehen würde, würden sie Blue Jeans tragen, sie hätten westliche Musik und freie Wahlen”, sagt der israelische Premierminister. Der fatale Satz ist hier zu sehen.

(Spiegel)

Der Iran liegt zwar wie Japan in einem Erdbebengebiet und der Iran ist im Gegensatz zu Japan und Deutschland auf Atomenergie absolut nicht angewiesen, trotzdem glauben die größten Atomhysteriker der Welt dem iranischen Weihnachtsmann, wenn er für die Friedlichkeit des iranischen Atomprogramms wirbt.

Der israelische Grinch, der mit seinen Predigten das friedliche Weihnachtsfest verderben will, bekommt hingegen sein Fett ab.

Die deutschen Iran-Friedens-Experten hatten gegen die Sanktionen gewettert, deren Wirkungslosigkeit sie prophezeiten.

Die Werbeoffensive des Mullah-Regimes, um die Sanktionen loszuwerden, beweist wohl eher das Gegenteil.

In Russlands oder Putins Interesse?

Oktober 4, 2013

Russland sollte als Demokratie eigentlich dieselben strategischen Interessen wie der demokratische Westen haben.

An der Spitze der russischen Demokratie steht jedoch ein KGB-Mann, dessen Herz an der alten Sowjetunion und ihren undemokratischen Kreaturen wie Gaddafi oder Assad hängt.

Deswegen war auch schon der Sturz Gaddafis für Putin (und Augstein) ein furchtbarer Affront:

Haben Merkel und ihre Berater eigentlich vergessen, wie der Westen den Russen in der Libyen-Affäre mitgespielt hat? Damals hatte Präsident Medwedew eine Uno-Resolution passieren lassen, mit der eine Flugverbotszone eingerichtet wurde – und prompt marschierte die Nato in Libyen auf und leitete den Machtwechsel ein.

(Augstein im Spiegel)

Putin hat sich nun bei Assad durchgesetzt.

Obama hat sich, ohne sich die Hände schmutzig machen zu müssen, aus der “Rote Linie“-Affäre gezogen.

Resultat:

Putin und die iranischen Islamisten behalten ihren am Ende wohl ein wenig verkleinerten „gemäßigten“ Satelliten, von dem aus die schiitischen Extremisten im Libanon unterstützt werden können.

Nachdem nicht mit westlicher Unterstützung zu rechnen ist, übernehmen im sunnitischen Teil Syriens gerade die Extremisten endgültig das Kommando und werden wohl einen Talibanstaat errichten, der als Basis für Terror und für die Errichtung weiterer Talibanstaaten dienen wird.

Damaskus – 13 Rebellen-Gruppierungen haben die Syrische Nationale Koalition verlassen. Das Oppositionsbündnis “vertritt uns nicht und wir erkennen es nicht an”, heißt es in einer Mitteilung. Die Nationale Koalition ist die wichtigste oppositionelle Organisation, sie hatte eine sogenannte Übergangsregierung um Ahmed Tomeh für die von Aufständischen gehaltenen Gebiete eingesetzt. Auch diese wird von den Gruppen nicht mehr unterstützt.

Zugleich rufen sie dazu auf, sich für die Anwendung des islamischen Rechts, der Scharia, einzusetzen. “Alle militärischen und zivilen Gruppen” sollten die Scharia zur “einzigen Quelle der Gesetzgebung” machen, heißt es in der Erklärung.

Russland wäre mit seinen sunnitischen Minderheiten im Kaukasus nicht gerade der Profiteur einer solchen Entwicklung, aber solange Putin nicht durch die Absetzung eines weiteren alten KGB-Genossen gekränkt wird, ist die antiimperialistische Welt noch in Ordnung.

Irak-Desaster schuld an Syrien-Misere?

September 8, 2013

Auch die Gegner eines Eingreifens in den Syrien-Konflikt erhöhen ihre Bemühungen. In einem TV-Spot unterstreicht beispielsweise die liberale Gruppe MoveOn.org die Kriegsmüdigkeit in der Bevölkerung nach den langwierigen Einsätzen im Irak und in Afghanistan. Unter dem Motto “Nicht noch einmal” fordert sie den Kongress auf, gegen Obamas Plan zu stimmen.

Laut einer aktuellen Studie des Pew Research Center befürworten nur 29 Prozent der Bürger einen US-Militäreinsatz in Syrien, 48 Prozent sind dagegen. Eine Umfrage von ABC News und der “Washington Post” kam zu ähnlichen Ergebnissen – hier waren sechs von zehn Amerikanern gegen einen Einsatz der USA im Alleingang.

(Spiegel)

Die angebliche Kriegsmüdigkeit der USA nach dem angeblichen “Desaster” im Irak wird immer wieder als Rechtfertigung fuer Obamas mangelnde Entschlossenheit in Syrien herangezogen.

Letztendlich starben im “Irak-Desaster” weniger als 4.000 amerikanische Soldaten, und Obama konnte dank der Entschlossenheit der Bush-Administration einen geordneten Rueckzug aus einem von einer Diktatur befreiten, demokratisierten Land antreten.

Der Preis an Menschenleben fuer den Sturz des Tyrannen mag im Irak hoch gewesen sein:

Etwa 100.000 Iraker starben durch Terroranschlaege islamistischer Terroristen, die einen demokratischen Irak verhindern wollten.

Wie hoch der Preis fuer den Sturz eines miesen Diktators ohne amerikanische Hilfe ist, kann man gerade in Syrien beobachten:

In Syrien sind bereits nach zwei Jahren mehr Menschen gestorben als nach 10 Jahren im Irak.

Dabei war Saddam ein wesentlich brutalerer Tyrann als Assad, der bei etwas mehr westlicher Entschlossenheit wohl freiwillig gegangen waere.

Mittlerweile wird es zwangslaeufig noch zu viel mehr Opfern kommen, da Syrien in mindestens zwei Teile zerfallen wird und neue Grenzziehungen immer blutig verlaufen.

Im besten Fall kann der Westen dafuer sorgen, dass er durch seine Hilfe ein Minimum an Einfluss ueber den neuen sunnitischen Staat erhalten wird.

Im schlechtesten Fall entsteht neben Assads Mullah-Satellitenstaat ein neuer Taliban-Staat.


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