Archive for the ‘Qualitätsjournalismus’ Category

Kein Abhörskandal

Februar 7, 2014

Seit einem halben Jahr empört sich der Spiegel täglich über die Eingriffe in die Privatsphäre durch die NSA.

Wenn es jedoch um von Russland abgehörte Gespräche der Amerikaner geht, echauffiert man sich auf einmal nicht mehr übers Abhören, sondern über die Abgehörten:

Obamas wichtigste Europaberaterin sollte den Amerikafrust der Europäer mildern, stattdessen heizt sie ihn offenbar eher neu an. In einem YouTube-Video beleidigt sie die Europäische Union im Zusammenhang mit der Lage in der Ukraine hörbar grob.

Auch bei Berlusconis “Rubygate” hatte sich schon jene Doppelmoral der Medien gezeigt.

Dass Italiens Justiz das Handy eines unliebsamen Politikers offenbar permanent abhören ließ, war für Spiegel & Co. ebenfalls kein Abhörskandal.

Ka Problem oder Köpferl im Sand?

Dezember 5, 2013

In Österreich „kein Problem“

Die Debatte um den Sozialtourismus in der EU ist allerdings nicht neu. Schon im Frühjahr hatten die Innenminister von vier Ländern – darunter neben Großbritannien, Deutschland und den Niederlanden auch Österreich – einen Brief nach Brüssel geschickt und Maßnahmen gegen das angebliche Phänomen gefordert.

In Österreich betont man aber seit jeher, den Brief aus reiner Solidarität gegenüber den Partnerländern unterzeichnet zu haben. Das Problem der Armutsmigration gebe es hierzulande derzeit nicht, versichert der Sprecher von Johanna Mikl-Leitner im Gespräch mit der „Presse“ – und auch nach der Arbeitsmarktöffnung im kommenden Jahr werde sich daran nichts ändern.

(“Die Presse“, Print-Ausgabe, 05.12.2013)

Angesichts eines Problems, das alle Nettozahler der EU gerade in Alarmbereitschaft versetzt, hilft die angeblich bürgerliche “Presse” der angeblich bürgerlichen Innenministerin den Kopf in den Sand zu stecken.

Wenn man die Armutsmigration leugnet, wird man auch kaum die notwendigen Schritte setzen, das Problem abzuwenden.

Selbst die Presse gesteht ein, dass der Problemfall wohl letztlich eintreten werde:

“Sozialtourismus“ ist eine perfide Wortkreation. Die Innenminister von Deutschland, Großbritannien, Niederlande und Österreich argumentieren seit Monaten gegen das angebliche Ausnutzen ihres Sozialsystems durch Zuwanderer aus anderen EU-Staaten. In Großbritannien und Deutschland werden Forderungen laut, Zuwanderer aus der EU künftig bei Sozialleistungen schlechter zu stellen. Das suggeriert ein Problem der Freizügigkeit, das es laut veröffentlichten Zahlen bisher überhaupt nicht gibt.

Verlogen ist, dass alle vom selben reden, es aber nicht beim Namen nennen: Denn es geht nicht um schon aufgetretene Probleme. Es geht darum, dass mit 1. Jänner der Arbeitsmarkt für Rumänen und Bulgaren geöffnet wird, und um die Angst, dass dann Roma und Sinti in Massen ins Land strömen. Das könnte irgendwann tatsächlich geschehen, aber nicht wegen der Arbeitsmarktöffnung, sondern weil unter den EU-Staaten ein Wettbewerb der Verdrängung dieser Volksgruppe eingesetzt hat. Frankreich und Ungarn sind dabei Vorreiter.

E-Mails an: wolfgang.boehm@diepresse.com

(“Die Presse“, Print-Ausgabe, 05.12.2013)

Allerdings wird er nicht als “Sozialtourismus” (für die Presse ein ganz böses Wort, das man nur unter Anführungszeichen verwenden darf), sondern als unvermeidliche “Verdrängung dieser Volksgruppe” wahrgenommen.

Gerade indem man das Problem des Sozialtourismus erfolgreich verdrängt und so verhindert, dass Österreich sich davor schützt, spielt man einem Strache in die Hände, bei dem der Vorwurf, es gehe nicht um Sozialtourismus, sondern um die rassistisch motivierte Ablehnung der Roma, womöglich tatsächlich stimmen könnte.

Letztlich liegt es gerade im Interesse der Roma, in Westeuropa nicht mehr als ewig zu versorgende “Opfer” (aus Sicht der Guten) oder als “Schmarotzer” (aus Sicht der Bösen) wahrgenommen zu werden, sondern durch die EU-Freizügigkeit neue Chancen als gleichberechtigte Bürger zu bekommen.

Arafats letzte Unterhose

Dezember 3, 2013

Der frühere Palästinenserführer Jassir Arafat ist nach Ansicht französischer Experten nicht durch den radioaktiven Stoff Polonium vergiftet worden. Die von der französischen Justiz beauftragten Experten schlössen eine Vergiftung aus, verlautete am Dienstag aus mit den Ermittlungen in Nanterre bei Paris vertrauten Kreisen. Vielmehr weise vieles auf eine natürliche Todesursache hin.

Tatsächlich hatten auch die Schweizer – wie zuvor die Russen – kein Polonium-210, sondern lediglich Blei-210 in Arafats Überresten gefunden. Polonium 210 hatte sich hingegen lediglich auf seiner Unterhose befunden.

Doch statt den Bericht der Experten selbst zu lesen, vertrauten unsere Qualitätsmedien lieber der Textinterpretation von irgendeinem von Al Jazeera präsentierten “Experten” (von dem zuvor garantiert noch nie jemand gehört hatte).

Rechtsruck als Vorbote des linken Endsiegs?

März 30, 2012

Straches FPÖ liegt in aktuellen Umfragen in Führung.

Österreichs marxistischer Paradejournalist will sich jedoch weiterhin lieber mit der “verkommenen und unkultivierten Mitte” auseinandersetzen:

Die Demokratie zu verteidigen, gilt es ebenso – wahrscheinlich jedoch weniger gegen einen Vormarsch der Rechten als gegen die Indolenz und Verkommenheit, gegen den haltlosen Opportunismus und die Unkultiviertheit der politischen Mitte.

http://www.profil.at/articles/1211/572/322325/georg-hoffmann-ostenhof-der-rechtsruck

Statt Vetreter der Mitte – wie den Sozialdemokraten Sarrazin, den Konservativen Sarkozy oder den Liberalen Wilders – ständig in die rechtsextreme Ecke zu stellen, sollte man lieber froh sein, dass in jenen Ländern im Gegensatz zu Österreich keine (in weiten Teilen) tatsächlich rechtsextreme Partei zu einem wesentlichen politischen Machtfaktor geworden ist.

Die “Gefahr von rechts” wird von den linken Meinungsmachern jedoch nur solange beschworen, solange man damit der politischen Mitte ein schlechtes Gewissen einreden kann.

Sobald tatsächlich ein gefährlicher Rechtsruck droht, redet man sich ein, dass darauf als Gegenreaktion bald der ersehnte Linksruck folgen werde.

Darauf hatten schon die Genossen der KPD fest vertraut:

Auf dem 12. Parteitag der KPD im Juni 1929 polemisierte Thälmann gegen die deutsche Sozialdemokratie „als den aktivsten Vorkämpfer des deutschen Imperialismus und seiner Kriegspolitik gegen die Sowjetunion“.

Dagegen bezeichnete die KPD-Führung den Nationalsozialismus noch wenige Monate vor dessen Machtübernahme öffentlich als lediglich sekundäre Randerscheinung in der Endphase der kapitalistischen Entwicklung.

http://de.wikipedia.org/wiki/Kommunistische_Partei_Deutschlands

Immerhin hatten die deutschen Genossen nach 12 bitteren Jahren dann doch noch ihren Anteil abbekommen.

Die iranischen Genossen warten hingegen immer noch darauf, für ihre revolutionären Mühen entlohnt zu werden:

http://aron2201sperber.wordpress.com/2009/02/17/georg-hoffmann-ostenhof-und-die-demokratische-volksrevolution/

“Ideologische Gerechtigkeit”

März 28, 2012

Allein das zeigt, wie sehr die Tragödie Amerika inzwischen gespalten hat. Auf der einen Seite: Martins “Anhänger” – meist Demokraten und Linke. Auf der anderen Seite: Zimmermans “Verteidiger” – meist Republikaner und Rechte. Als sei Gerechtigkeit eine Frage der politischen Einstellung, eine Frage von rechts oder links.

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,824173,00.html

So als ob sich Marc Pitzke in seiner eigenen Berichterstattung aus diesem Spiel heraushalten würde…

Gestern: “Brandstifter” – Heute: “Nutznießer”

März 21, 2012

Gestern wurde Sarkozy als geistiger “Brandstifter” eines möglicherweise rechtsextremen Anschlags angeprangert.

Nachdem sich die Theorie des “Brandstifters” heute nicht mehr aufrecht erhalten lässt, wird Sarkozy von demselben “Standard”-Journalisten zum “Nutznießer” der Anschläge erklärt.

Hätte irgendein rechter Journalist die Unverschämtheit besessen, die norwegischen Sozialisten als Nutznießer des Breivik-Dramas oder den Grünen Cem Özdemir als Profiteur des NSU-Terrors darzustellen?

Gegen rechte Politiker dürfen sich linksextreme Schmierfinken jedoch alles herausnehmen.

Presseförderung für “Schall und Rauch”?

März 12, 2012

Der Forum-Meute bekam vom “Standard” heute ein besonders feines Leckerli serviert:

http://derstandard.at/1331207124455/Immer-mehr-Zweifel-an-Einzeltaeter-Theorie

War es wirklich ein durchdrehender Einzeltäter, der im Süden Afghanistans bei einem Amoklauf 16 Zivilisten tötete? Oder war es in Wahrheit ein “Kill-Team” der US-Spezialkräfte, das schlafende Kinder und Frauen massakrierte?

“Das ist viel Arbeit für einen einzelnen Schützen”, meinte der US-Kriegsreporter Michael Yon, in den 1980er-Jahren selbst bei den US-Spezialkräften. “Etwas an der Story ist sehr faul.”

Die Soldaten hätten gelacht, zitiert die Nachrichtenagentur Reuters einen Nachbarn: “Sie waren alle betrunken und schossen wild um sich.” Ein anderer Augenzeuge meinte: “Sie gossen Chemikalien über die Leichen und verbrannten sie.” Ein Fotograf der Agentur AP berichtete Gleiches.

“Der Standard” hat sich in seiner Berichterstattung endgültig seiner Forum-Meute angepasst und ist auf demselben Niveau eines “Schall und Rauch”-Blogs gelandet.

11 Millionen Euro Presseförderung wurden vom Steuerzahler bezahlt, um diese Form von Journalismus zu kultivieren:

http://www.oe24.at/oesterreich/politik/wolfgangfellner/Das-sagt-Oesterreich/58715720

Mors tua – vita mea

März 11, 2012

Für die Japaner, die durch den Tsunami 20.000 Menschen verloren haben, ist heute ein Trauertag.

Für die deutsche Anti-Atombewegung ist es hingegen ein Feiertag, da durch die deutsche Fukushima-Berichterstattung das Ende der deutschen Kernkraft eingeleitet werden konnte…

…auch wenn keiner der 20.000 Toten durch Strahlung ums Leben kam:

http://americanviewer.wordpress.com/2011/12/18/wie-viele-strahlentote-gab-es-in-fukushima-frau-maischberger/

Unsere Energie werden wir in Zukunft von Putins Demokratur und von den Atom-Mullahs beziehen.

Dieselben Medien, die uns dazu gebracht haben, unsere eigenen tatsächlich ungefährlichen Atomkraftwerke abzuschalten, verteidigen das Atomprogramm der Mullahs als “friedlich”.

Deutschland kauft dann vom Iran Gas, wodurch die Mullahs wiederum ihr Atomprogramm finanzieren können…

…wobei der Iran im Gegensatz zu Deutschland in einem gefährlichen Erdbebengebiet liegt, und der Iran im Gegensatz zu Deuschland auf Atomstrom absolut nicht angewiesen wäre.

Obwohl mir keine dämlichere und gefährlichere Form von “Globalisierung” einfällt, glaube ich kaum, dass deswegen viele “Globalisierungsgegner” auf die Straße gehen werden:

http://aron2201sperber.wordpress.com/2012/01/27/die-antiimperialistische-friedensbombe/

Was der Spiegel zu beachten hätte

März 6, 2012

…jedoch weiterhin nicht beachten wird, da der Spiegel der Spiegel ist:

Sicher ist aber auch, dass eine unparteiische Berichterstattung gewisse Unterschiede zwischen Israel und Iran zu beachten hat.

Dazu gehört erstens der Umstand, dass die Mullahs ihre Abenteuer der eigenen Bevölkerung diktatorisch aufzwingen, während sich Israels Regierung demokratisch legitimiert.

Dazu gehört zweitens die Tatsache, dass nicht Israel Iran, sondern dass die Islamische Republik Israel auslöschen will.

Drittens kann Teheran zur Begründung seines Israelhasses weder einen Territorialkonflikt noch ein Flüchtlingsproblem oder eine Sicherheitsgefährdung vorweisen. Die Sehnsucht der iranischen Machthaber, Israel zu vernichten, ist antisemitisch motiviert.

Viertens aber zeichnet sich der antisemitische Krieg durch eine Besonderheit aus: Er will nicht das Verhalten von Juden verändern oder ihnen Reichtümer und Ländereien wegnehmen, wie das in Kriegen sonst der Fall zu sein pflegt – er will sie vernichten.

http://www.matthiaskuentzel.de/contents/welches-problem-hat-der-spiegel-mit-israel

Über die Reihenfolge könnte man vielleicht streiten.

Nicht jedoch über die Inhalte.

“Manchmal richtige Verschwörungstheorien”

Februar 23, 2012

Über “Verschwörungstheorien, die auch wahr sein können”:

http://derstandard.at/1329870014306/Wissenschafter-Eine-Verschwoerungstheorie-kann-auch-wahr-sein

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