Mit ‘Ägypten’ getaggte Artikel

Angriff auf die Revolutionäre?

Februar 2, 2012

Im Spiegel stand jene Schlagzeile heute ganz ohne Fragezeichen:

http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,812846,00.html

Während man über „mutmaßliche Terroristen“ stets skrupelhaft im Konjunktiv berichtet, verzichtet der Spiegel bei revolutionären Verschwörungsgerüchten auf journalistische Mindeststandards.

Stattdessen wird der Mut und die körperliche Tüchtigkeit der Hooligan-Helden gepriesen:

Eben jene Ultras sind seit Beginn der Revolution vor einem Jahr auch politisch aktiv – gegen Mubarak und das altes Regime. Sie sind jung, gut trainiert, bezeichnen sich selbst als die Speerspitze der Revolutionsbewegung.

Die wahren Schuldigen werden schnell ausfindig gemacht:

Der Polizeichef verließ bereits in der Halbzeit das Stadion, der Gouverneur erschien erst gar nicht zum Spiel. Es scheint, als hätten sie gewusst, welches Massaker sich am Abend abspielen sollte.

Tatsächlich ist es jedoch so, dass nicht der ohnehin schwache Staat von den Ausschreitungen profitiert, sondern die Muslimbrüder, die sich als neue Ordnungsmacht anbieten.

Aber wer würde den ägyptischen Fans schon zutrauen, ohne „staatliche Lenkung“ für Gewaltexzesse verantwortlich zu sein?

“One Nation for New Holocaust”

Januar 12, 2012

Eine Fußball- und Holocaust-begeisterte “Nation”:

Wo sich Jubelaraber in Zurückhaltung üben

Januar 8, 2012

Bei Mubaraks Sturz hatte unsere Intelligenzija jubiliert, obwohl vieles daruf hindeutete, dass nicht unbedingt etwas Besseres folgen sollte.

http://aron2201sperber.wordpress.com/2011/02/11/die-arabeske-vom-verzuckten-orf-korrespondenten/

Mubarak und Ben Ali zählten zu den milderen Despoten der islamischen Welt.

Dass der politische Islam von Marokko bis Malaysia eine Gefahr darstellt, gilt zwar auch für Libyen und Syrien, aber immerhin handelt bzw. handelte es sich bei Baschar al-Assad und Gaddafi um zwei echte Tyrannen.

Ausgerechnet bei Syrien und Libyen hielten sich die Jubelaraber jedoch zurück bzw. setzen sich sogar für den Erhalt der Tyrannei ein:

http://arprin.wordpress.com/2012/01/07/er-wird-zum-mittater/

Asyl vor Barbarei statt Asyl für Barbaren

Dezember 2, 2011

Die “gemäßigte” ägyptische SA dürfte bei den Parlamentswahlen knapp vor der fundamentalistischen SS liegen:

http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,801180,00.html

Bevor sich eine der beiden Bewegungen engültig durchgesetzt hat, um sich später den eigentlichen (gemeinsamen) Zielen (Scharia, Vernichtung Israels, Krieg gegen den Westen) zu widmen, wird sich die Barbarei zunächst noch gegen die Feinde im eigenen Land richten.

Genau für so eine Situation wurde die Genfer Flüchtlingskonvention ursprünglich geschaffen, welche Minderheiten vor den Übergriffen einer barbarischen Herrschaft schützen sollte.

Leider werden sich die verfolgten Ägypter hinten anstellen müssen, da unser Asylsystem heillos verstopft ist.

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Ein Schafspelz für Islamisten

November 27, 2011

Mohammed ElBaradei glaubt einen Weg gefunden zu haben, ganz ohne lästige Wahlen, die er wohl sicher verlieren würde, an die Macht zu gelangen:

http://derstandard.at/1319183899745/Ex-IAEO-Chef-ElBaradei-will-aegyptische-Uebergangsregierung-fuehren

Mohammed ElBaradei mag zwar der Liebling der europäischen Medien sein.

Als der Friedensnobelpreisträger seine Landsleute zum Boykott der Parlamentswahlen aufrief, folgte niemand seinem Aufruf.

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“Immer diese ängstliche Mittelklasse”

November 20, 2011

Im Standard beklagt eine “Nahost- und Afrika-Expertin” den fehlenden Einfluss der Islamisten auf die neue ägyptische Verfassung:

http://derstandard.at/1319183326391/Aegypten-vor-der-Wahl-Die-Saekularen-verstecken-sich-hinter-den-Militaers

Ottaway: Das heißt: Das Militär wählt die Verfassungskommission – und im Großen und Ganzen passt das den säkularen Parteien, während die Islamisten dagegen wüten. Denn es bedeutet, dass die Islamisten kaum einen Einfluss beim Schreiben der Verfassung haben werden, egal wie gut sie bei den Wahlen abschneiden.

Die “Expertin” vergleicht die Säkularen mit der europäischen “Mittelklasse”, die sich aus Angst vor dem Kommunismus in die Arme der Faschisten geflüchtet hätte:

Ottaway: Jedenfalls ist das nicht gerade demokratisch – ich verwende gerne den Vergleich zu Europa in den 1920/30ern: Damals hat sich die Mittelklasse aus Angst vor dem Kommunismus dem Faschismus in die Arme geworfen. Auch jetzt haben Sie eine Mittelklasse – wobei auch viele Islamisten Mittelklasse sind -, also eine säkulare Klasse, die den Autoritarismus einer Demokratie vorzieht, die die Muslimbrüder beteiligt.

Gerade die europäische – genauer gesagt – die deutsche Geschichte hat jedoch auch gezeigt, wie gefährlich es sein kann, eine totalitäre Bewegung an der Macht zu beteiligen.

Und dass der Erfolg bei Wahlen eine totalitäre Bewegung leider nicht automatisch ”demokratisch” macht:

http://de.wikipedia.org/wiki/Reichstagswahl_M%C3%A4rz_1933

Im Übrigen handelte es sich  auch bei der “Angst vor dem Kommunismus” wohl um eine nicht ganz unberechtigte Sorge, wie fast 45 Jahre Dikatur in halb Europa zeigten.

Endlich frei?

Februar 13, 2011

Bisher waren die ägyptischen “Schwestern” gezwungen, sich freiwillig zu verschleiern.

Nun haben sie endlich die Freiheit, sich politisch mit ihren “Brüdern” für die Zwangsverschleierung aller Ägypterinnen zu engagieren.

Ein Grund zum Jubeln?

Januar 28, 2011

Der Sturz eines autoritären Regimes ist zwar grundsätzlich zu begrüßen.

Leider gibt es genug historische Fälle, in denen autoritäre Regime durch noch wesentlich schlimmere totalitäre Regime abgelöst wurden.

In Österreich wurde 1938 der autoritäre Austrofaschismus durch das totalitäre Nazi-Regime entmachtet.

Im Iran wurde 1979 das autoritäre Schah-Regime durch einen totalitären Gottesstaat ersetzt.

Ein Grund zum Jubeln ist in Tunesien oder Ägypten daher erst dann gegeben, wenn sich Freiheit und Demokratie durchsetzen…

…und nicht die totalitäre Muslimbruderschaft.

Empörender Mord an Mitbürgern?

Januar 1, 2011

Der Mord an der Ägypterin Marwa S. wurde umgehend dazu benutzt, um die ägyptischen Massen gegen den bösen Westen zu mobilisieren.

Man darf gespannt sein, ob auch der Massenmord an 21 nichtmuslimischen Mitbürgern ähnlich viele empörte Ägypter auf die Straße bringen wird.


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