Mit ‘Augstein’ getaggte Artikel

“Zehn tote Kinder” für Augsteins Agenda

April 8, 2013

Hamburg – Örtliche Vertreter in Afghanistan haben die Nato beschuldigt, bei einem Luftangriff mindestens zehn Kinder getötet zu haben. Der Vorfall soll sich am Samstag in der Provinz Kunar an der Grenze zu Pakistan bei einem gemeinsamen Einsatz afghanischer und internationaler Streitkräfte ereignet haben. Ein Nato-Sprecher sagte auf Anfrage, bei dem Einsatz seien “bis zu zehn Frauen und Kinder verletzt, aber nicht getötet worden”. Der Vorfall werde untersucht.

Augstein braucht natürlich keine Untersuchung abzuwarten, um die “Zehn toten Kinder” für seine Agenda zu missbrauchen:

Und nach Angaben der Provinzregierung verlieren an diesem Tag auch zehn Kinder ihr Leben. Fünf Frauen sollen verletzt worden sein. Das ist die Wirklichkeit des Krieges in Afghanistan. Eines Krieges, an dem die Bundeswehr teilnimmt. Und der vollkommen sinnlos ist. Denn Ende 2014 soll ja alles vorüber sein. Die fremden Truppen werden ihre Sachen packen und abziehen. So wie ein Zirkus packt und weiterzieht, wenn das Gastspiel beendet ist. Aber das hier ist kein Spiel. Es ist in Wahrheit Mord. Denn nichts anderes als Mord ist ein sinnloser Krieg.

Illusionen über die eigene Wirklichkeit

März 11, 2013

An seiner erschütternsten Stelle zeigt der Armutsbericht, wie wenig Illusionen sich die Menschen über die deutsche Wirklichkeit machen. Wenn man sie nach den Gründen für Reichtum in der Gesellschaft fragt, nennt gerade mal ein Viertel besondere Fähigkeiten oder harte Arbeit. Eine viel größere Anzahl dagegen führt die Herkunft an (46 Prozent) oder das soziale Netzwerk (39 Prozent). Die ganz Enttäuschten halten gleich Unehrlichkeit (30 Prozent) oder die Ungerechtigkeit des Wirtschaftssystems (25 Prozent) für die Wurzeln des Wohlstands.

(Jakob Augstein)

Wenn statt “Herkunft” nur noch “besondere Fähigkeiten” und “harte Arbeit” zählen sollten, würde Klein Augstein der kapitalistischen Welt ziemlich nachweinen.

Ohne seine Herkunft würde seine Kolumne wohl höchstens beim “Freitag” erscheinen…

…und der würde ohne sein geerbtes Geld schon längst nicht mehr existieren.

Augsteins feministisch-islamischer Zukunftstraum

Januar 30, 2013

Denn der weiße Mann wird bedroht, von der Demografie und vom Feminismus. Da ist es kein Wunder, wenn er etwas gegen Muslime hat und Probleme mit Frauen. Wie schmollende Sünder versuchen sie jetzt, sich aus der Affäre zu ziehen, die alten und die alternden Männer, wenn sie beklagen, wie trostlos hierzulande geflirtet wird, oder davor warnen, dass die Sexismus-Debatte am Ende zum Verbot gemischter Saunas führen könnte. Aber ihre Zeit geht langsam zu Ende. Und mit ihr eine breitbeinige, selbstverliebte, schenkelklopfende, männerbündlerische, brutale Unkultur. Das ist kein Verlust.

(Augstein -”Die Krise des weißen Mannes”)

Das Demographie-Argument wird von Augstein & Co. gewöhnlich als Panikmache abgetan.

Wenn es jedoch darum geht, den baldigen Sieg über die „brutale Unkultur“ des weißen Mannes zu beschwören, kramt man es gerne selbst hervor.

Wer “keine Probleme mit Frauen und Muslime” habe, brauche sich im Gegensatz zu den alten weißen Säcken ohnehin nicht vor einer feministisch-islamischen Zukunft zu ängstigen.

Dass die deutsche  Zukunft nach dem Untergang des weißen Mannes lange feministisch bleiben würde, ist schon aus demographischen Gründen stark zu bezweifeln.

Trotz Homo-Ehe und künstlicher Befruchtung würden sich die muslimischen Säcke bald durchsetzen.

Dass es den Feministen in einem islamischen Deutschland anders ergehen würde als in allen bereits bestehenden islamischen Mehrheitsgesellschaften, kann nur ein Mann glauben, der auch daran glaubt, dass der Sozialismus beim nächsten Versuch ganz anders sein wird.

Warum Augstein doch auf die Liste passt

Januar 3, 2013

Für alle sonstigen Genannten ist die Aufnahme in eine Liste der größten Antisemiten eine Ehre, während es für Augstein wohl tatsächlich eine Kränkung ist.

Ist der Einwand, dass Augstein nicht auf so eine Liste passe, also berechtigt?

Judenhasser sind durch den Vorwurf des Antisemitismus wohl kaum zu beeindrucken, bei Augstein könnte dies hoffentlich anders sein.

Gerade deswegen finde ich seine Nominierung gut.

Durch die Anprangerung Israels erhalten westliche Salon-Kommunisten die Gelegenheit, sich als Sprecher der unterdrückten “Dritten Welt” aufzuspielen. Dieser süßen Versuchung können westliche Linke schon seit Vietnam nicht widerstehen, zumal die Beziehung zu den eigenen unterdrückten Proletariern stets durchwachsen war.

Statt sich mit der Ideologie der Gegner Israels auseinanderzusetzen, die sich offen zur Vernichtung des Judenstaates bekennen, kritisiert man lieber Israel.

Sowohl die europäischen Antisemiten als auch die Antisemiten in der islamischen Welt profitieren davon, dass harmlose “Israelkritiker” wie Augstein die Vorbereitung der Vernichtung von Juden wieder salonfähig machen.

Vielleicht wird ihm jene Tatsache durch seine Nominierung endlich bewusst.

“Augstein in Gefahr”

Januar 2, 2013

Er selbst schreibt pro Euro und, glaub ich, pro Euro-Bonds, fallweise pro Steinbrück und pro Obama, und sein Antinationalismus ist so unappetitlich, dass er auch mal gerne in eine Deutschland-Fahne rotzt. Also ein richtiges Mitte-Links-Bürscherl, der vor zehn, 15 Jahren noch den Hannah-Arendt-Preis oder ähnliche Belohnungen bekommen hätte. Dass dieser in fast jeder Hinsicht konforme Schreiberling sich jetzt auf dieser Hass-Liste findet, ist der einzigen Aufmüpfigkeit zu danken, die er sich ab und zu leistet: Er wagt es manchmal, Israel zu kritisieren.

Augstein steht in einer Reihe mit Mursi und der in einer mit Ahmadinedschad, und alle zusammen führen das Werk von Hitler und Himmler fort. Dagegen hilft, in ihrem Weltbild, nur dreinschlagen, bevor ein neues “München” den neuen Holocaust entfesselt: Stürzt Mursi, bombardiert Teheran – und, ja was? Enteignet Augstein? Tötet Augstein? Wer solche “Hitlisten” aufstellt, darf sich nicht wundern, wenn ein “Hitman” wie Breivik daraus blutige Schlussfolgerungen zieht. Übertrieben? Aber Breivik bezog sich tatsächlich in seinem Mord-Pamphlet dutzendfach auf Broder, und Broder ist es auch jetzt, der für das Wiesenthal-Zentrum den Kronzeugen gegen Augstein gibt. Soll heißen:Der Freitag-Herausgeber ist bei Zuspitzung der Lage in Gefahr.

Solange Broder nicht über Israel/Nahost spricht, ist ihm oft zuzustimmen.

(Jürgen Elsässer)

Ach?

Solange er nicht über Nahost schreibt, ist ihm also zuzustimmen?

Dass sich ein “Hitman” Breivik zur ideologischen Rechtfertigung seiner Wahnsinnstaten nicht gerade Broders Ansichten zur Nahost-Politik herausgepickt hatte, sondern Punkte, die auch von allen möglichen anderen Autoren – wie auch von Jürgen Elsässer selbst – vertreten werden, dürfte Jürgen Elsässer wohl nicht entgangen sein, wenn er sich schon auf Breiviks Pamphlet bezieht.

Wäre Elsässer international auch außerhalb der russischen und iranischen Medienlandschaft etwas bekannter, hätte Breivik wohl auch bei Elsässer etwas Passendes gefunden.

Doch wäre Elsässer eine öffentlich bedeutsamere Person, hätte er sich ohnehin auch im Antisemiten-Ranking eine Platzierung vor Augstein verdient.

Im Gegensatz zu Augstein wäre Elsässer auch noch stolz über so eine “Auszeichnung” gewesen.

Kritik am Salon-Antisemitismus schuld am Antisemitismus?

November 26, 2012

In der Originalversion von Augsteins letztem Beitrag blieben die Raketen der Hamas völlig unerwähnt, während Gaza zu einem “Lager” erklärt wurde.

Wenn es um die eigene – im Zweifel immer linke – politische Agenda geht, verzichtet Augstein fast nie auf einen Nazi-Vergleich. Als Linker steht ihm das Dritte Reich stets zur Verfügung, um es als Keule gegen alle – rechten - politischen Gegner zu schwingen.

Nur beim “rechten” Israel muss er sich damit leider etwas zurückhalten.

Dass er sich wie in seinem letzten Beitrag sogar zur Selbstzensur entschloss, und trotzdem von Broder als Salon-Antisemit bezeichnet wurde, mache Augstein “traurig”:

Hier entgleisen nicht nur die Worte. Das Gedenken an den Holocaust wird zu niedriger Münze verkauft. Das Traurige ist: Am Ende bleibt nur ein Achselzucken. Inflationärer Gebrauch führt immer zur Entwertung. Das ist eine Katastrophe. Denn der Antisemitismusbericht der Bundesregierung aus dem Jahr 2011 kommt zu solchen Ergebnissen:

  • Jeder sechste Deutsche stimmt der Aussage zu, Juden hätten zu viel Einfluss in Deutschland.
  • Jeder Achte findet, die Juden trügen eine Mitschuld an ihrer Verfolgung,
  • und vierzig Prozent unterstellen ihnen, aus ihrer Verfolgung in der Vergangenheit Vorteile in der Gegenwart zu ziehen.
  • Insgesamt hat jeder fünfte Deutsche etwas gegen Juden.

Dass der Antisemitismus in Deutschland wieder aufblühe, könne natürlich nicht an der Hetze gegen Israel, die heute in Europa abgesehen von ein paar alten Nazis vor allem von Islamisten und Linken wie Augstein betrieben wird, liegen…

…sondern verantwortlich sei Broders inflationärer Gebrauch des Antisemitismus-Vorwurf gegen Augstein.

Augsteins Lager

November 19, 2012

“Tel Aviv ist Berlin”, schrieb die Bild am Sonntag, nachdem sich gezeigt hatte, dass die Raketen der Hamas inzwischen weiter reichen als früher: “Die gleiche Mode, die gleiche Musik, dieselben Wünsche und Werte.” Wirklich? In Israel gibt es Gegenden, da wird eine Frau als Hure beschimpft, wenn sie im Bus vorn bei den Männern sitzt. Und es gibt Menschen, die bespucken ein kleines Mädchen auf dem Weg zur Schule, weil es falsch gekleidet ist.

(Augstein)

In Berlin gibt es solche Gegenden auch. Nur sind sich Salonkommunisten wie Augstein zu fein, um sich mit deren Existenz auseinanderzusetzen. Stattdessen kanzelt er Politiker, die darüber sprechen, dass sich ganze Stadtteile in Scharia-Zonen verwandeln, als islamophobe Rassisten ab.

Die von Augstein beschriebenen ultaorthodoxen Zustände findet man übrigens nicht in Tel-Aviv, sondern in Jerusalem…

…und bei den religiösen Fundamentalisten, denen man dort fahrlässigerweise die Herrschaft über ganze Stadtteile überlassen hat, handelt es sich um Gegner des weltlichen Staates Israel, die sich weigern, ihre staatsbürgerlichen Pflichten zu erfüllen.

Über die Auswüchse fundamentalistischer Parallelgesellschaften vor der eigenen Haustüre zu schreiben, gilt in Augsteins Lager als rassistisch und islamophob.

Wenn sich die Missstände jedoch in Israel zutragen, dürfen sie von Augsteins Lager präsentiert werden, um die antiisraelische Argumentation zu untermauern, selbst wenn jene Missstände nicht das Geringste mit dem Gaza-Konflikt zu tun haben.

Gaza ist ein Gefängnis. Ein Lager.

War West-Berlin auch ein Gefängnis. Ein Lager?

Wie hätten wohl die Ostberliner reagiert, wenn sie aus jenem Lager mit Raketen beschossen worden wären?

Obama und die enttäuschten linken Spinner

November 5, 2012

Klein-Augstein vergießt seine linken Krokodilstränen um das “untergehende amerikanische Imperium”.

Der Untergang des amerikanischen Imperiums hat begonnen. Es kann sein, dass ihn die Amerikaner trotz aller Mühe nicht aufhalten können. Aber sie versuchen es nicht einmal.

Dass Obama es nicht einmal versucht habe, Amerika vom “totalen Kapitalismus” zu befreien, kann Augstein Obama nicht verzeihen.

Die Enttäuschung geht sogar so weit, dass er – obwohl im Zweifel immer links – Obama mit Gleichgültigkeit straft:

Aus europäischer Sicht ist es gleichgültig, wer diese Wahl gewinnt. Für uns zählt die amerikanische Außenpolitik. Und da ist Obama keine Taube und Romney kein Falke. Der amtierende Präsident führt seine Kriege zwar lieber mit Drohnen als mit Truppen. Aber den Opfern dürfte es egal sein, ob sie von Menschen oder Maschinen getötet werden.

Ein ähnliches Dilemma hatte man auch schon mit einem anderen enttäuschenden Heilsbringer: ausgerechnet in Kennedys Amtszeit erreichte der kalte Krieg gegen die Sowjetunion mit der Kuba-Krise seinen Höhepunkt.

(weiterlesen…)

“Cui bono?”

September 19, 2012

Leider hat Broder Augstein mit seinem Antisemitismus-Vorwurf einen Gefallen getan, da Augstein sich nun als armes Opfer der Antisemitismus-Keule darstellen kann, ohne sich für seinen miesen Verschwörungstheoretiker-Mist inhaltlich rechtfertigen zu müssen.

Wenn jemand von dem Filmchen profitiert hat, so ist es übrigens Assad.

Denn der Terror in Libyen wird die Motivation für ein stärkeres westliches Engagement in Syrien nicht gerade steigern.

Die Rückkehr der 68er-Ritter

August 20, 2012

Was Gesetz ist und was als Recht empfunden wird, geht immer weiter auseinander.

Das Gesetz ist klar: Es ist verboten, Dokumente der nationalen Sicherheit zu veröffentlichen. Es ist verboten, in die Datenbanken von Kreditkartenunternehmen einzubrechen. Es ist verboten, öffentliches Straßenland zu besetzen. Und weil all das verboten ist, ist die Sache mit Assange, Anonymous und Occupy ganz einfach: anzeigen, anklagen, aburteilen.

(Das System schlägt zurück)

Würde eine rechtspopulistische Seite sensible Daten – wie z.B. eine Namensliste von unter Beobachtung stehenden Islamisten oder gar linksradikalen Genossen - klauen, um sie der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, fände Augstein die strengen Gesetze und deren Vollziehung auf einmal wieder ganz toll.

Es sind nicht die Gesetze, die Augstein als “Unrecht” empfindet, sondern deren Geltungsbereich.

Wer wie Assange für die politisch richtigen Ziele kämpfe, solle vom Geltungsbereich der Gesetze ausgenommen werden, um nicht “Unrecht” zu erleiden.

Von den 68ern wurden der Vietnamkrieg und Benno Ohnesorg als Legitimation herangezogen, um sich über die Gesetze zu stellen.

Heute sind es Irak, Afghanistan und Bradley Manning:

Folter in Abu Ghuraib, das Waterboarding in den CIA-Gefängnissen, das Niedermähen unbewaffneter Zivilisten in Afghanistan.

Es gibt gute Gründe, an dieser Vorstellung vom Rechtsstaat zu zweifeln. Wer diesem Rechtsstaat in die Quere kommt, kann sich auf einiges gefasst machen: Der Gefreite Bradley Manning, der wohl die wichtigste Quelle für WikiLeaks war, verbrachte zehn Monate in Isolationshaft. Kissen und Laken waren ihm eine Zeitlang verwehrt. Er musste nachts seine Kleider abgeben und morgens mehrfach nackt vor seiner Zelle antreten. Körperliche Übungen in der Zelle waren ihm verboten. Das Licht brannte unablässig. Das ist der Rechtsstaat.

Wie man sieht, hat auch der gute alte Vorwurf der “Isolationsfolter” nicht ausgedient.


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