Posts Tagged ‘Iran’

Die Mullahs sollen es richten?

Juni 18, 2014

SPD-Außenpolitiker Mützenich mahnte, bisherige Konstellationen der Zusammenarbeit zu überdenken. “Wir dürfen die Rolle Irans nicht unterschätzen. Der Westen muss bereit sein, enger mit Teheran zusammenzuarbeiten und Iran als wichtigen Akteur in der Region anzuerkennen”, forderte Mützenich. “Hier ist die gesamte Region gefordert, eine politische Lösung zu finden. Staaten wie Saudi-Arabien oder die Türkei müssen dafür sorgen, den ungehinderten Strom an Waffen einzudämmen. Nur ein regionalpolitischer Ansatz kann eine Eskalation verhindern”, fügte er hinzu.

(Spiegel)

Der Terror im Irak ist das Ergebnis des Versagens in Syrien, wo man den Kampf gegen Assad den Dschihadisten ueberlassen hat.

Im Gegensatz zu Gaddafi und Saddam hätte Assad wohl kaum bis zum bitteren Ende gekämpft.

Wäre der iranische und russische Einfluss auf Assad nicht so strak gewesen und der Wille des Westens nicht so schwach, könnte die Familie Assad schon längst in einem angenehmen Exil verweilen und Syrien und dem Irak wäre ein äußerst blutiger Bürgerkrieg erspart geblieben.

Erst hat man sich einen schwachen amerikanischen Präsidenten wie Obama gewünscht.

Nun will man sich einem islamistischen Regime, das wesentlich zur Eskalation der Gewalt beigetragen hat, an den Hals werfen.

Russland, Iran, China haben vielleicht Grund, über die Schwäche des Westens zu feixen.

Wir Europäer werden hingegen wie beim Balkankrieg die Folgen der amerikanischen Führungsschwäche in Form von weiteren Flüchtlingsströmen aus der Krisenregion sehr unangenehm zu spüren bekommen.

Energiewende am Ende?

März 27, 2014

Angela Merkel deutet eine mögliche Abkehr von russischen Gaslieferungen an. Es werde eine “neue Betrachtung der gesamten Energiepolitik” geben, sagte die Bundeskanzlerin. Kanadas Premierminister Harper bietet sich bereits als Lieferant an.

(Spiegel)

Hoffentlich führt diese Neubewertung zu mehr Energie-Realismus.

Durch die deutsche Fukushima-Berichterstattung wurde das Ende der deutschen Kernkraft eingeleitet, obwohl keiner der 20.000 Toten durch Strahlung ums Leben kam.

Unsere Energie müssen wir wegen der “Energiewende” von Putins Demokratur und von den Atom-Mullahs beziehen.

Dieselben Medien, die uns dazu gebracht haben, unsere eigenen tatsächlich ungefährlichen Atomkraftwerke abzuschalten, verteidigen das Atomprogramm der Mullahs als “friedlich”.

Deutschland kauft dann vom Iran Gas, wodurch die Mullahs wiederum ihr Atomprogramm finanzieren können, wobei der Iran im Gegensatz zu Deutschland tatsächlich in einem gefährlichen Erdbebengebiet liegt, und der Iran im Gegensatz zu Deutschland auf Atomstrom absolut nicht angewiesen wäre.

Eine dämlichere Form von Globalisierung ist kaum vorstellbar.

Hauptsache kein Fukushima

November 25, 2013

Dass es beim iranischen Atomprogramm nicht um Energiegewinnung, sondern um Aufrüstung geht, bestreitet nicht einmal der Spiegel:

Doch trotz aller Strafmaßnahmen baute Teheran stur und heimlich sein Atomprogramm weiter aus.

Über kurz oder lang wird Iran eine Atombombe bauen können. Die Frage ist, ob Teheran das tatsächlich will – oder es bei der Fähigkeit dazu belässt.

(Spiegel)

Bei Augstein & Co. wird jedoch der Bedrohte zum Aggressor gemacht: Nicht die Mullahs würden Israel aus ideologischen Gründen vernichten wollen, sondern Israel sei aus ideologischen Gründen gegen den gemäßigten Iran, weswegen sich die gemäßigten Iraner mit einer Atombombe vor einem Regime-Wechsel schützen müssten.

Ein demokratischer Iran wäre zwar tatsächlich wünschenswert – insbesondere für die Iraner.

Gerade Israel würde jedoch jedes iranische Regime, das bereit wäre, in Frieden mit Israel zu leben, akzeptieren.

Nicht die Israelis haben eine Anti-Iran-Obsession, sondern die Mullahs eine Antizionismus-Obsession.

Würden die Mullahs die Vernichtung Israels aus ihrer Staatsdoktrin streichen, würde dies der “Israel-Lobby” als “Regime-Wechsel“ wohl völlig ausreichen.

Würde es jedoch nicht um eine Atombombe für den Frieden, sondern tatsächlich nur um die friedliche Nutzung von Kernenergie gehen, würden gerade in Deutschland alle Alarmglocken hysterisch schrillen, zumal der Iran wie Fukushima in einem Erdbebengebiet liegt.

Eine Atombombe in den Händen der Mullahs sei ein kalkulierbares Risiko.

Die Beherrschung der Kernenergie traut man hingegen nicht einmal den eigenen deutschen Technikern zu, obwohl Deutschland im Gegensatz zum Iran und Japan nicht einmal in einem Erdbebengebiet liegt.

Warum es immer die Zionisten sein müssen

November 19, 2013

Beirut – Bei einem Anschlag auf die iranische Botschaft im Libanon sind mindestens 23 Menschen ums Leben gekommen und mehr als 140 weitere verletzt worden.

Irans Botschafter Ghadanfar Rukn Abadi machte in einer ersten Stellungnahme “zionistische Agenten” für die Tat verantwortlich.

(Spiegel)

Warum muss es unbedingt ein “zionistischer Agent” gewesen sein?

Wenn man nicht die Zionisten als Sündenböcke hätte, müsste man sich womöglich eingestehen, dass Muslime heute in erster Linie von Muslimen im Namen des Islam massakriert werden.

Der Anschlag ereignete sich einen Tag bevor Iran und die sogenannten P5+1-Staaten in Genf die Verhandlungen um das iranische Atomprogramm wieder aufnehmen. Zuletzt hatten sich beide Seiten im Nuklearkonflikt angenähert.

Was will uns der Spiegel damit sagen?

Soll der Anschlag dem Iran bei den Atomverhandlungen etwa schaden?

Der Weihnachtsmann und der Grinch

Oktober 7, 2013

Wo Rohani wirbt, predigt Netanjahu. Er, ein israelischer Premier, glaubt die Iraner daran erinnern zu müssen, was an ihrem politischen System alles auszusetzen sei – die undemokratischen Wahlen, die Unfreiheit, die grausame Unterdrückung der Proteste 2009. Und dann passiert es.

“Das iranische Volk würde Blue Jeans tragen”

“Ich glaube, wenn es nach dem Willen des iranischen Volkes gehen würde, würden sie Blue Jeans tragen, sie hätten westliche Musik und freie Wahlen”, sagt der israelische Premierminister. Der fatale Satz ist hier zu sehen.

(Spiegel)

Der Iran liegt zwar wie Japan in einem Erdbebengebiet und der Iran ist im Gegensatz zu Japan und Deutschland auf Atomenergie absolut nicht angewiesen, trotzdem glauben die größten Atomhysteriker der Welt dem iranischen Weihnachtsmann, wenn er für die Friedlichkeit des iranischen Atomprogramms wirbt.

Der israelische Grinch, der mit seinen Predigten das friedliche Weihnachtsfest verderben will, bekommt hingegen sein Fett ab.

Die deutschen Iran-Friedens-Experten hatten gegen die Sanktionen gewettert, deren Wirkungslosigkeit sie prophezeiten.

Die Werbeoffensive des Mullah-Regimes, um die Sanktionen loszuwerden, beweist wohl eher das Gegenteil.

Augsteins unbelegtes Gerede

August 27, 2013

Dabei hatte schon Ahmadinedschads Vorgänger Chatami 2003 versucht, den kalten iranisch-amerikanischen Krieg zu beenden: Damals war die Rede davon, das iranische Atomprogramm zum Teil einer großen Verhandlungslösung zu machen. Es war die Rede davon, dass Iran Israel seine Anerkennung gewähren und Hisbollah und Hamas seine Unterstützung entziehen wolle. Aber die damalige Bush-Regierung winkte ab – die Amerikaner haben an einem gemäßigten Iran kein Interesse. Sie wollen den Regimewechsel.

(Jakob Augstein – Spiegel)

“Damals war die Rede davon” ist wohl keine sehr seriöse Quelle: Tatsächlich war nie die Rede davon, dass die Mullahs bereit gewesen wären, die von Augstein aufgezählten Maßnahmen in Erwägung zu ziehen.

Würden die Mullahs die Vernichtung Israels aus ihrer Staatsdoktrin streichen, würde dies der “Israel-Lobby” als “Regimewechsel“ wohl völlig ausreichen.

Bei Augstein wird jedoch der Bedrohte zum Aggressor gemacht: Nicht die Mullahs würden Israel aus ideologischen Gründen vernichten wollen, sondern Israel und Bush hätten aus ideologischen Gründen gar kein Interesse an einem “gemäßigten Iran”.

Ein demokratischer Iran wäre zwar tatsächlich wünschenswert – insbesondere für die Iraner.

Gerade Israel würde jedoch jedes iranische Regime, das bereit wäre, in Frieden mit Israel zu leben, akzeptieren.

Der Superiraner mit dem Torkette-Syndrom

Juli 18, 2013

Wenn man sieht, womit die iranische Opposition beschäftigt ist, wundert es mich nicht, dass die Mullahs das Land seit über 30 Jahren relativ ungestört beherrschen können:

Zum Schluss aber soll es noch was zu lachen geben, und zwar bei unserem allseits beliebten Freund und Dummblogger Arschon Spermoid. Darin beklagt sich unser Super-Ösi über Edward Snowden, den er nicht als Helden anerkennen möchte. Was hier interessant ist, ist, dass es zwischen PI-News und anderen irrelevanten Blogs von solchen Idioten kaum Unterschiede gibt. Der Aron meint ein Superfreund von Amerika zu sein, indem er Snowden verurteilt. Das verlinkte Kommentar aber offenbart, dass diese Gestalten, die hysterisch die USA-Flagge schwingen, noch nicht einmal die Verfassung dieses Landes kennen, dem sie angeblich zujubeln. Was auch nicht weiter verwunderlich ist, denn wir haben es hier mit dem geistigen Prekariat zu tun, das übrigens genauso auf den american viewer zutrifft, wie auch auf dem anderen Idioten, der bei Facebook über Fussball schreibt. Diese ungebildeten Idioten haben einen inzestuösen Kreis gebildet, wo sie sich gegenseitig die Eier schaukeln. Bezeichnend ist aber, dass selbst der American viewer keine Ahnung von der Verfassung seines eigenen Landes hat und dementsprechend seinem Kumpel Arschon nicht helfen konnte. So gesehen wird jeder nachvollziehen können, dass hier auf dem Blog die amerikanische Idee hochgehalten wird und nicht etwa blind die Politik eines Landes. Nicht so aber bei Arschon und anderen. Denn das monarchistisch-christlichen Erbe steckt diesen Leuten tief in den Knochen und Intellektuelle sind sie nun einmal nicht, von der Idee der Demokratie haben sie keine Ahnung, also machen sie sich eben zum Cheerleader der Obama-Administration. Der Arschon übrigens auch noch als Fan der diebischen P&P-Torks.

(Tangsir)

Ulrike Meinhofs iranischer Genosse

Februar 9, 2013

Mitte der 60iger Jahre geriet Bahman Nirumand nach der Gründung der militanten marxistisch-leninistischen Terrorgruppe “Goruhe Kadreh“, die als Stadtguerilla in den iranischen Städten dienen und den Antiimperialistischen Kampf im Iran aufnehmen sollte, in Konflikt mit dem Shah-Regime und flüchtete nach Deutschland. Er ist ein Anti-Iraner und geistiger Brandstifter der ersten Stunde. Dieses wertlose Buch war Vorlage für viele Zeitungsartikel über den Iran. Gerne wird dieser Verräter auch heute noch von ZDF und ARD zu Politdiskussionen eingeladen und dort erlaubt sich dieser Anti-Iraner für die Exiliraner in Deutschland zu sprechen.

(Parse und Parse)

Während Nirumand den Schah bedingungslos verteufelt hatte, verharmlost der angebliche Dissident das heutige Regime mit fast derselben propagandistischen Energie.

Dass Bahman Nirumand von seinen alten 68er-Genossen immer noch hofiert wird, ist keine Überraschung.

Warum der von mir sehr geschätzte Christian Ortner Werbung für seine Propaganda macht, kann ich nicht verstehen.

Ulrike Meinhofs Genosse hatte durch seine Propaganda gegen den Schah wesentlich zur Radikalisierung der deutschen 68er-Bewegung beigetragen. Die tödlichen Schüsse eines Polizisten (der sich nunmehr als Stasi-Agent entpuppt hat) auf einen Demonstranten bei einer Anti-Schah-Demo wurden als Rechtfertigung für den Beginn des linksradikalen Terrors herangezogen.

1968 beabsichtigte Nirumand zusammen mit seinem Freund Rudi Dutschke einen AFN-Sendemast zu sprengen, was u. a. an der Verweigerung der Unterstützung durch ihren Saarbrücker Genossen Franz Josef Degenhardt scheiterte.

Das von ihm 1967 verfasste Werk Persien, Modell eines Entwicklungslandes oder die Diktatur der Freien Welt und die darin enthaltene Propaganda waren der geistige Boden für den Sturz des Schah.

1979 kehrte er noch vor der Gründung der Islamischen Republik Iran in den Iran zurück.

In seiner Analyse hatte er sich, was den Willen zur Macht der Mullahs betraf, allerdings schwer verschätzt.

Als die iranische Revolution begann, ihre marxistischen Kinder zu fressen, flüchtete jedoch keiner der kleinen Antiimperialisten in einen sozialistischen Bruderstaat, sondern man bevorzugte als Exil den imperialistischen Westen, wo auch schon oft die eigenen (bürgerlichen) Eltern warteten.

Nach dreijährigem Aufenthalt im Iran ging Nirumand zunächst nach Paris, da man ihm die Einreise in die Bundesrepublik zunächst verweigerte, und anschließend wieder nach Berlin.

Im westlichen Exil haben viele alte iranische Marxisten – zumindest aus der Ferne – ihren Frieden mit dem Regime geschlossen. Es ist allerdings auch leicht, die antiimperialistischen Ideale hochzuhalten, indem man sich der sozialistischen oder islamistischen Realität durch ein Exil im bösen Westen entzieht.

Irans Intelligenzija und ihr Mossadegh-Mythos

November 9, 2012

Der Mossadegh-Mythos besagt, dass die iranische Demokratie durch einen “Umsturz von außen” für immer und ewig verpfuscht worden sei. Jener Mythos ermöglicht es der iranischen Intelligenzija, die Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte bei Khomeinis antiimperialistischer Revolution zu vermeiden.

Die iranische Intelligenzija hatte sich 1979 Khomeinis antiimperialistischer Revolution angeschlossen und so einem Regime zur Macht verholfen, das in jeder Hinsicht schlimmer als das Schah-Regime war.

Wäre jedoch Mossadegh 1953 nicht abgesetzt worden, wäre der Iran eine wunderbare Demokratie, und man wäre gar nicht in die Verlegenheit geraten, jenen Fehler zu begehen.

Nach heutiger Sicht wird jener Staatsstreich der CIA zugeschrieben, welche durch die Operation Ajax die Absetzung Mossadeghs unterstützt hatte. Die Entmachtung eines demokratisch legitimierten Politikers zugunsten einer Diktatur war mit Sicherheit kein Ruhmesblatt der US-Außenpolitik. Die Angst im kalten Krieg ein weiteres Land an die Kommunisten zu verlieren, verschuldete jenen Sündenfall. Entscheidend für das Gelingen des Staatsstreichs war jedoch in erster Linie die aktive Beteiligung der persischen Elite. Möglicherweise wäre die Absetzung Mossadeghs auch ohne CIA Hilfe (in der Höhe von 1 Million Dollar) erfolgreich durchgeführt worden.

Auch im damaligen Iran studierten wohl vornehmlich Kinder aus der Mittel- und Oberschicht. Bei der iranischen Intelligenzija, die sich seit jeher über den Sturz Mossadeghs beklagt, handelt es sich zum größten Teil um die Kinder der Elite, die Mossadegh selbst abgesetzt hatte.

Als die iranische Revolution begann, ihre marxistischen Kinder zu fressen, floh keiner von den kleinen Antiimperialisten in einen sozialistischen Bruderstaat, sondern man bevorzugte als Exil den imperialistischen Westen, wo auch schon oft die eigenen Eltern warteten.

Im westlichen Exil haben viele alte iranische Marxisten – zumindest aus der Ferne – ihren Frieden mit dem Regime geschlossen. Es ist allerdings auch leicht, die antiimperialistischen Ideale hochzuhalten, indem man sich der sozialistischen oder islamistischen Realität durch ein Exil im bösen Westen entzieht.

Was du heute kannst besorgen…

September 29, 2012

Welchen Grund sollte Israel haben, den Iran anzugreifen, ohne vom Iran bedroht zu sein?

Israel grenzt nicht an den Iran und kann sich weder Landgewinne noch einen Regime-Change erwarten, da ein Angriff die Iraner sogar eher hinter das Regime scharen würde.

Der einzige Grund, warum sich der Iran vor einem israelischen Angriff berechtigte Sorgen machen muss, besteht in seiner atomaren Aufrüstung, welche der Iran nicht dazu braucht, um Israel vor einem Angriff abzuschrecken, sondern um mit Israel militärisch auf gleiche Augenhöhe zu kommen, was wiederum die Grundvoraussetzung für die Umsetzung der stets beschworenen Ziele wäre:

Die Risken eines Angriffs sind den Israelis wohlbewußt.

Dazu braucht es keine “Freunde“, die Israel ständig darüber belehren.

Die Israelis sollten das tun, was notwendig für ihre Sicherheit ist, ohne auf die Ratschläge ihrer europäischen “Freunde” zu hören.

Denn die Ratschläge der europäischen “Freunde” werden auch die Mullahs nicht davon abhalten, ihre Ziele zu verfolgen, sobald sie einmal dazu in der Lage  sind.


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