Mit ‘Israel’ getaggte Beiträge

Ende der Israelkritik?

April 6, 2014

Letzte Woche kam es nun in New York während der Vollversammlung der UNO zum großen “Showdown”. Dort sollte mittels einer – rechtlich unverbindlichen – Resolution die von Washington und Brüssel erhoffte Isolierung Russlands vollzogen werden.

24 Staaten hatten vor der Abstimmung den Sitzungssaal verlassen, haben sich also durch Abwesenheit enthalten. Darunter war übrigens auch Israel.

Tatsächlich ist es heute so, dass man sich besser an Moskau hält, wenn man wie Israel Probleme in der Nachbarschaft hat.

Auch Sisi holte sich seinen Segen für die Bekämpfung der Muslimbrüder lieber bei Putin als bei Obama.

Die größten Putinversteher waren bislang die größten Israelkritiker.

Sollte sich Israel tatsächlich an Moskau binden, würden die heiß geliebten  Palästinenser bei den Linken rasch auf das Niveau der Sudetendeutschen (nationalistische Störenfriede) absinken.

 

EU-Wahlkampf in der Knesset

Februar 12, 2014

Einem farblosen sozialistischen Eurokraten hilft in einem hoffnungslosen Wahlkampf nur noch eins:

Jerusalem – Abgeordnete der Knesset haben während der Rede von Martin Schulz für einen Eklat gesorgt. Mehrere Mitglieder der Regierungsparteien in Israel verließen aus Protest über Äußerungen des EU-Parlamentspräsidenten während der Ansprache demonstrativ den Saal.

(Spiegel)

…den salonfähigen linken Antisemitismus eines Augstein oder Grass zu schüren, indem man in der israelischen Knesset unter dem Gejohle des Spiegels und anderer feiner europäischer Leitmedien die unverbesserlichen Juden mit (natürlich nur freundschaftlich gemeinter) Israelkritik provoziert.

Warum es immer die Zionisten sein müssen

November 19, 2013

Beirut – Bei einem Anschlag auf die iranische Botschaft im Libanon sind mindestens 23 Menschen ums Leben gekommen und mehr als 140 weitere verletzt worden.

Irans Botschafter Ghadanfar Rukn Abadi machte in einer ersten Stellungnahme “zionistische Agenten” für die Tat verantwortlich.

(Spiegel)

Warum muss es unbedingt ein “zionistischer Agent” gewesen sein?

Wenn man nicht die Zionisten als Sündenböcke hätte, müsste man sich womöglich eingestehen, dass Muslime heute in erster Linie von Muslimen im Namen des Islam massakriert werden.

Der Anschlag ereignete sich einen Tag bevor Iran und die sogenannten P5+1-Staaten in Genf die Verhandlungen um das iranische Atomprogramm wieder aufnehmen. Zuletzt hatten sich beide Seiten im Nuklearkonflikt angenähert.

Was will uns der Spiegel damit sagen?

Soll der Anschlag dem Iran bei den Atomverhandlungen etwa schaden?

Augsteins unbelegtes Gerede

August 27, 2013

Dabei hatte schon Ahmadinedschads Vorgänger Chatami 2003 versucht, den kalten iranisch-amerikanischen Krieg zu beenden: Damals war die Rede davon, das iranische Atomprogramm zum Teil einer großen Verhandlungslösung zu machen. Es war die Rede davon, dass Iran Israel seine Anerkennung gewähren und Hisbollah und Hamas seine Unterstützung entziehen wolle. Aber die damalige Bush-Regierung winkte ab – die Amerikaner haben an einem gemäßigten Iran kein Interesse. Sie wollen den Regimewechsel.

(Jakob Augstein – Spiegel)

“Damals war die Rede davon” ist wohl keine sehr seriöse Quelle: Tatsächlich war nie die Rede davon, dass die Mullahs bereit gewesen wären, die von Augstein aufgezählten Maßnahmen in Erwägung zu ziehen.

Würden die Mullahs die Vernichtung Israels aus ihrer Staatsdoktrin streichen, würde dies der “Israel-Lobby” als “Regimewechsel“ wohl völlig ausreichen.

Bei Augstein wird jedoch der Bedrohte zum Aggressor gemacht: Nicht die Mullahs würden Israel aus ideologischen Gründen vernichten wollen, sondern Israel und Bush hätten aus ideologischen Gründen gar kein Interesse an einem “gemäßigten Iran”.

Ein demokratischer Iran wäre zwar tatsächlich wünschenswert – insbesondere für die Iraner.

Gerade Israel würde jedoch jedes iranische Regime, das bereit wäre, in Frieden mit Israel zu leben, akzeptieren.

Wäre Israel ein Linksstaat

Dezember 3, 2012

Der Staat Israel ist ein demokratischer Rechtsstaat.

Das hat Israel auch davon abgehalten, die im Krieg eroberten Gebiete mit stalinistischen Methoden ethnisch zu säubern.

Wäre Israel ein Mitglied des Ostblocks gewesen (wie es sich Stalin erwartet hatte und deswegen im Gegensatz zu England für die Existenz Israel gestimmt hatte), hätte Israel so eine Säuberung als “antiimperialistische Verteidigungsmaßnahme” deklarieren können und wäre wohl ein Liebling der Linken geblieben.

Die Palästinenser wären wie die Sudetendeutschen bloß eine Randbemerkung der Geschichte, für die nur “Reaktionäre” Partei ergreifen würden.

Krieg der Gebärmütter

Dezember 3, 2012
Was seitdem noch dazukam, ist eine weitere Studie, die es bis jetzt am drastischsten belegt:
Demnach betrug in 2009 die juedische Total Fetility Rate (TFR) im Raum Jerusalem (einschliesslich Ostjerusalem) 4.16 Kinder pro Frau und war damit weiter gewachsen, waehrend die arabsiche TFR weiter auf 3.87 Kinder pro Frau gefallen ist. Noch deutlicher faellt es in Judea und Samaria (‘Westbank’) aus, dass Obama und Co. – natuerlich nur aus israelisch-juedischen Interesse und der ‘Sorge um eine juedische Mehrheit im demokratischen, juedischen Staat’ – Israel am liebsten entreissen wuerden: Hier kommen die Araber auf eine TFR von 3.12 Kindern pro Frau (und weiter fallend), waehrend wir boesen Siedler auf ganze 5.06 Kinder pro Frau (weiter steigend).

Die Gebärmütter der Ultraorthodoxen können es zwar mit den Gebärmüttern der Hamas aufnehmen.

Doch es wäre ein Pyrrhussieg

In diesem Gebärmutter-Krieg gehen sowohl auf israelischer Seite als auch auf palästinensischer Seite die Extremisten als Sieger hervor.

Der Staat Israel ist nun einmal ein demokratischer Rechtsstaat.

Das hat Israel auch davon abgehalten, die im Krieg eroberten Gebiete mit stalinistischen Methoden ethnisch zu säubern.

Wäre Israel ein Mitglied des Ostblocks gewesen (wie es sich Stalin erwartet hatte und deswegen im Gegensatz zu England für die Existenz Israels gestimmt hatte) und hätte so eine Säuberung als antiimperialistischen Feldzug deklariert, wäre Israel wohl ein Liebling der Linken geblieben.

Die Palästinenser wären wie die Sudetendeutschen bloß eine Randbemerkung der Geschichte, für die nur “Reaktionäre” Partei ergreifen würden.

Trotzdem war es richtig, auf westliche Werte zu setzen.

Demographie ist zwar ein wichtiger Faktor, den auch westliche Gesellschaften wie Israel stärker berücksichtigen müssten.

Es sind jedoch nicht religiöse Extremisten, die den Krieg für westliche Werte führen werden, selbst wenn jene auf der “richtigen Seite” gebären.

Die angeblichen Freunde der Palästinenser

November 15, 2012

Ohne ihre angeblichen “Freunde” wären die Palästinenser wahrscheinlich längst dazu bereit, sich mit dem Judenstaat zu arrangieren und hätten längst ihren eigenen Staat.

Doch wenn man “Freunde” hat, die einem ständig einreden, man sei im Recht, die “fremden Zelte” abzureißen, warum sollte man sich dann mit einem Kompromiss zufriedengeben?

Was du heute kannst besorgen

September 18, 2012

Welchen Grund sollte Israel haben, den Iran anzugreifen, ohne vom Iran bedroht zu sein?

Israel grenzt nicht an den Iran und kann sich weder Landgewinne noch einen Regime-Change erwarten, da ein Angriff die Iraner sogar eher hinter das Regime scharen würde.

Nicht die Israelis haben eine Iran-Obsession, sondern die Mullahs eine Israel-Obsession.

Der einzige Grund, warum sich der Iran vor einem israelischen Angriff berechtigte Sorgen machen muss, besteht in seiner atomaren Aufrüstung, welche der Iran nicht dazu braucht, um Israel vor einem Angriff abzuschrecken, sondern um mit Israel militärisch auf gleiche Augenhöhe zu kommen, was wiederum die Grundvoraussetzung für die Umsetzung der stets beschworenen Ziele wäre:

Die Risken eines Angriffs sind den Israelis wohlbewußt.

Dazu braucht es keine “Freunde”, die Israel ständig darüber belehren.

Die Israelis sollten das tun, was richtig für ihre Sicherheit ist, ohne auf die Ratschläge ihrer europäischen “Freunde” zu hören.

Denn die Ratschläge der europäischen “Freunde” werden auch die Mullahs nicht davon abhalten, ihre Ziele zu verfolgen, sobald sie einmal dazu in der Lage  sind.

Europas Botschaften an den Iran

September 12, 2012

Botschaften an Israel werden vor allem in Teheran gehört, das daraus seine Rückschlüsse zieht. Sie werden als Signal aufgenommen, dass man ohnedies mit dem Bombenbasteln fortfahren könne. Daher sind die ständigen öffentlichen Warnungen an Israel, auf einen Präventivschlag gegen Iran zu verzichten, gefährlich und kriegsfördernd. Denn selbst wenn man der Meinung wäre, Israel solle der Fertigstellung der iranischen Bombe tatenlos zusehen, wäre es klug und die einzige friedenstiftende Politik gewesen, das niemals öffentlich zu sagen. Was aber etwa ein Herr Westerwelle ständig tut.

An der Dummheit und Gefährlichkeit der europäischen Nahostpolitik ändert auch der Umstand nichts, dass auch die amerikanische Politik zunehmend solche gefährlichen Signale der Unsicherheit aussendet. Diese sind aber derzeit wenigstens durch den Wahlkampf erklärlich, in dem man sich keinesfalls durch einen israelischen Präventivschlag mit all seinen ungewissen und gefährlichen Konsequenzen stören lassen will.

Aber es steht außer Zweifel, dass eine iranische Bombe noch viel gefährlicher ist als ein zweifellos ebenfalls hochriskanter israelischer Präventivschlag.

(Andreas Unterberger)

Bevorzugte Untertanen

August 1, 2012

2002 verabschiedete die Knesset eine Neuregelung der Wehrpflicht gemäß einer Studie des Richters Zvi Tal, die 1999 in Auftrag gegeben worden war. Das oberste Gericht entschied, dass dieses „Tal-Gesetz“ keine Gleichberechtigung für alle Bürger gewährt und deshalb verfassungswidrig ist.

Staatsgründer David Ben Gurion hatte beschlossen, die ultraorthodoxen Juden vom Wehrdienst zu befreien. Damals gab es nur ein paar tausend Ultraorthodoxe in Israel. Ben Gurion argumentierte damals, dass jene frommen Juden durch ihre Lebensweise und das Thorastudium die Identität des Judentums über die Jahrhunderte bewahrt hätten.

Inzwischen stieg die Zahl der traditionell kinderreichen Orthodoxen allerdings auf gut 15 Prozent der Bevölkerung. Seit einigen Jahren gibt es deshalb Bemühungen, auch Orthodoxe in den Militärdienst einzubinden.

Die orthodoxe Sonderbehandlung würde sich mit jeder freiheitlichen Verfassung beißen.

Solange es nur ein paar Sonderlinge betraf, die sich noch dazu gewisse historische Verdienste anrechnen lassen konnten, brauchte man die Ungleichbehandlung nicht zu problematisieren.

Wenn so eine Gruppe jedoch wächst, kommt ein Verfassungsstaat nicht darum herum, sein Verhältnis zu den mit Vorzug behandelten Untertanen zu klären.

In einem Verfassungsstaat sollte es nämlich grundsätzlich keine Untertanen geben, sondern nur gleichberechtigte Bürger.


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