Mit ‘Livia Klingl’ getaggte Beiträge

Holocaust-leugnende Gas-Lieferanten

September 24, 2009

“Die österreichische Außenpolitik verzichtet offensichtlich selbst auf kleine symbolische Gesten des Protestes gegenüber dem iranischen Regime, um ja nicht die weiterhin hervorragenden Geschäftsbeziehungen österreichischer Firmen mit dem Iran zu gefährden. Es sind diese Geschäfte und es ist auch die österreichische Politik, die das antisemitische Regime in Teheran samt seinem Atomprogramm mit am Leben erhalten.”

(IKG-Präsident Ariel Muzicant bei der gestrigen Kundgebung von STOP THE BOMB)

Sowie uns das Mullah-Regime dank unserer Neutralität mit Gas beliefern soll, wird die österreichische Politik von unseren Qualitäts-Medien mit moralischen Rechtfertigungen für dieses miese Verhalten beliefert:

Livia Klingl, Außenpolitik-Chefin Kurier

Gudrun Harrer, Außenpolitik-Chefin Standard

Georg Hoffmann-Ostenhof , Außenpolitik-Chef Profil

Say Sorry, Uncle Sam?

Februar 17, 2009

Sag Sorry, Uncle Sam! fordert Georg Hoffmann-Ostenhof frei nach Ahmadinejad in seiner Profil-Kolumne ein, um den kalten Krieg zwischen Teheran und Washington zu beenden.

Der alte 68er erinnert sich an die fröhlichen Tage der iranischen Revolution zurück, als er vor der besetzten US Botschaft ein Uncle Sam Püppchen erstanden hatte, das, wenn man es am Rücken zog, kapitulierend die Arme erhob.

Schließlich sei der damit begonnene globale Aufstieg des Islamismus “nicht die ganze Wahrheit” jener Zeit gewesen, die man frei nach Herrn Karl nicht missen möchte: es war eine “demokratische Volksrevolution all jener, die in den Folterkellern des Schah-Geheimdienstes hatten schmachten müssen”.

“So frei wie nach der Revolution war der Iran noch nie gewesen” versicherte ihm ein liberaler, in Oxford ausgebildeter persischer Freund – wenn auch ein wenig über die Zukunft besorgt, die ihm dann tatsächlich Jahre im Gefängnis der neuen Herrscher bescheren sollte.

Den Antiamerikanismus konnte Georg Hoffmann-Ostenhof (damals Mitglied der Gruppe Revolutionärer Marxisten) auf jeden Fall nachvollziehen.

Nun folgt ein Mossadegh-Exkurs – die ultimative Lieblingsrechtfertigung für alle totalitären Streiche, die das revolutionäre Regime seitdem ausgeheckt hat.

Würde man die Geschichte des zweiten Weltkriegs aus Hoffmann-Ostenhofs Iran Perspektive erzählen, käme den Deutschen als Opfer der ungerechten Versailler Friedensverträge keinerlei Verantwortung für ihr späteres Handeln zu.

Auch an Saddams Überfall waren natürlich die USA schuld (wer eigentlich genau? – Jimmy Carter?)

Von Uncle Sam fordert Hoffmann-Ostenhof jetzt eine Entschuldigung für das begangene Unrecht an den Persern ein – der Schah war schließlich “einer der ruchlosesten Diktatoren seiner Zeit”.

Eine Aufarbeitung der eigenen (68er) Rolle bei der Revolution, mit der man geholfen hatte, ein mittlerweile seit über 30 Jahren währendes, die Ruchlosigkeit des Schahs in jeder Hinsicht übertreffendes und entgegen der Verharmlosungspropaganda von Gudrun Harrer und Livia Klingl nach wie vor höchst gefährliches Regime zu installieren, darf man sich von Hoffmann Ostenhof freilich nicht erwarten

So frei wie noch nie war der Iran wohl eher zum Zeitpunkt unmittelbar vor der Revolution – aber anstatt sich für eine Demokratie einzusetzen, machte man lieber gleich bei einer richtigen antiimperialistischen Revolution mit.

War der jungen iranischen Intelligenzija von den befreundeten westeuropäischen 68er Gesinnungsgenossen wie Georg Hoffmann-Ostenhof nicht die letzten 10 Jahre von so einer Möglichkeit vorgeschwärmt worden? – wer hätte sich schon so eine Chance entgehen lassen?

Khomeini hatte Third Word/Ethno Charme – und ganz ernst zu nehmen brauchte man ihn wohl auch nicht – das war sogar noch viel besser als sich mit dem verkrusteten Realsozialismus verbünden zu müssen.

Dass es dann nicht so lief – Pech! – wer hätte auch denken können, dass der alte, bärtige Mann so zäh sein würde – aber schuld ist und bleibt Uncle Sam – also, wo bleibt die Entschuldigung?

 

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Neocon Bashing und Change

Februar 10, 2009

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Iran: Dorniger Weg für Khatami

Ahmadi-Nejad hat die Islamische Republik in seiner Amtszeit gehörig umgefärbt

Was laut Umfragen wie eine gemähte Wiese aussieht, könnte sich für Mohammed Khatami als dorniger und steiler Weg erweisen. Nicht umsonst hat es sich der beliebteste gescheiterte iranische Präsident, der von 1997 bis 2005 zwei Amtsperioden absolvierte, so lange überlegt, bevor er seine dritte Kandidatur bekanntgab. Es sieht beinahe wie ein Antreten wider Willen aus.

Dabei sollten es die Reformisten unter seiner Führung nicht allzu schwer haben: Präsident Mahmud Ahmadi-Nejad ist unbeliebt. Es ist jedoch die Frage, ob er wirklich unbeliebt genug ist, damit die Menschen in Massen zu den Urnen gehen – um einen zu wählen, den sie zwar mögen, aber in seinen acht Jahren zu oft als schwach erlebt haben. Für diejenigen Gesellschaftsschichten, die sich einen echten Wandel wünschen, ist Khatami ohnehin nichts anderes als ein Systemerhalter mit freundlichem Gesicht.

Für andere – die iranischen Neocons, die jetzt an der Macht sind – ist er dennoch ein Zersetzer, den man wütend bekämpfen wird, vor und nach den Wahlen. Ahmadi-Nejad hat die Islamische Republik in seiner Amtszeit gehörig umgefärbt, seine Leute sitzen überall, auch in der Wirtschaft. Die religiöse Führung steht noch immer hinter ihm, zumindest ist bisher nichts Gegenteiliges bekannt.

Als 2005 ein Expräsident, Ali Akbar Hashemi Rafsandjani, zu den Präsidentschaftswahlen antrat, galt er als Favorit, genauso wie jetzt laut den Umfragen Khatami. Die Wähler entschieden sich damals anders. Ob sie das “Andere” schon nach vier Jahren wieder loswerden, bleibt zu sehen.

(Gudrun Harrer/DER STANDARD, Printausgabe, 10.2.2009)’

Bis jetzt war Neocon ein häufig zitiertes Schmähwort für gerissene Finsterlinge, die die Naivität besaßen, zu glauben, man könne edle Wilde wie die Araber in eine Demokratie zwingen.

Nun verwendet Gudrun Harrer den lieb gewonnenen Ausdruck, um einen gefährlichen Irren und ein totalitäres Regime zu verharmlosen: der islamischen Republik fehle ledigleich ein Kandidat des Wandels, um wie die USA den Change zu vollziehen und dem dunklen Neocon-Kapitel ein Ende zu bereiten.

Khatami riecht ein bißchen zu sehr nach altem System (ähnlich wie Hillary) – und kann die trägen Wähler daher nicht so sehr begeistern, aber vielleicht sind die Iraner - wie Livia Klingl, die Experten-Kollegin vom Kurier versichert – ohnehin auf keinen so revolutionären Change aus.

Der ideale Kandidat könnte daher so ähnlich ausschauen:

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Vertreter der islamischen Revolution schütteln sich wahrscheinlich vor Lachen, wenn sie Harrers oder Klingls Analysen lesen.

Stop The Bomb Or Appease The Mullahs

November 12, 2008

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Habe gestern die von STOP THE BOMB in Wien veranstaltete Podiumsdiskussion besucht.

Als prominente Gäste waren die Außenpolitik Chefredakteurin vom Kurier (immerhin die größte halbwegs seriöse Tageszeitung Österreichs) Livia Klingl und der österreichisch-israelische Maler und Sänger Arik Brauer geladen.

Sein erstes Album ist ein absoluter Klassiker des Austropops. Unlängst habe ich auch seine hochinteressante und wie erwartet wunderbar geschriebene Autobiographie gelesen. Wohl auf Grund seiner ganz speziellen Lebensgeschichte als Kind einer jüdischen Arbeiterfamilie und Immigrant im umkämpften Staat Israel unterscheiden sich manche seiner politischen Ansichten von jenen seiner Künstlerkollegen fundamental.

Trotzdem war gestern immer wieder sein Bedürfnis zu spüren, genauso sein zu dürfen wie seine alten Freunde, die immer wissen, dass sie auf der guten Seite stehen, Frieden statt Krieg wollen und sich mit den Armen und Unterdrückten überall auf der ganzen Welt solidarisieren können.

Arik Brauer hat an diesem Abend weitaus härtere und drastischere Dinge als Stephan Grigat ausgesprochen:

alle Perser und Araber seinen hoffnungslos verhetzt

die palästinänsichen Gebärmütter noch gefährlicher als die Bomben

es ließe sich leicht im Kaffehaus vom Frieden schwadronieren, wenn nicht die eigenen Enkelkinder schon beim Bus fahren ihr Leben riskierten

Doch wenige politisch korrekte Stehsätze wie

man muss gerade mit seinen Feinden reden

reichten schon aus, um von Livia Klingl als Kronzeuge mißbraucht zu werden. So konnte sie am Ende auch noch allen Nicht-Israelis am Podium vorhalten, aus der Ferne unrealistische martialische Sprüche zu klopfen, während Arik Brauer als einziger echter Israeli da nicht so entschlossen sei.

Selbstverständlich muss man mit seinen Feinden reden – es kommt aber darauf an, was man ihnen sagt – auf Vernichtungsdrohungen, muss man ganz klar antworten, dass man darüber nicht diskutieren kann und will. Zivilisierte Diplomatie – wie sie von Livia Klingl gefordert wird – ist unter solchen Umständen eine Illusion, die sich zwar der durchschnittliche europäische Intellektuelle oder eine völlig abgehobene jüdisch-amerikanische bzw. israelische “Geisteselite” leisten kann – gewöhnliche Israelis können von solch einem Luxus nur träumen.

Livia Klingl ist eine typische 68er Welterklärerin. Bei ihren zahlreichen Reisen in den Iran hat sie es geschafft, nur Gegner eines Regimesturzes zu treffen (..Bitte bloß keine Revolution)

Woher sie die Kontakte zu diesen politisch so gemäßigten Iranern bekommen hat, kann ich mir gut vorstellen.

Als politisch bewusste, linke Journalistin kennt Livia Klingl sicher eine Menge politisch bewusster, linker Perser. Die persische Intelligenz hat leider das große Problem, die eigene Rolle bei der Revolution noch nicht verarbeitet zu haben.

Daher wird in diesen Kreisen lieber über die Schandtaten des Schahs und den Sturz Mossadeghs geredet. Über die vor 30 Jahren stattgefundene Revolution wird man von jenen Leuten so gut wie nichts Konkretes erfahren, während die Geschichte der vor 55 Jahren stattgefundene Operation Ajax in all ihren Einzelheiten und sämtlichen Hintergründen geschildert werden kann.

Als die Revolution begann ihre marxistischen Kinder zu fressen, war allerdings niemand so blöd in einen sozialistischen Bruderstaat zu flüchten und so musste auch niemand sein linkes Weltbild angesichts der hässlichen Ostblock Realität hinterfragen. Linke Juden waren übrigens nicht so klug und wurden, als sie in den 30er Jahren ins gelobte Land flohen, reihenweise ermordet.

Livia Klingls Kritik am iranischen Regime hat etwas zutiefst Beschwichtigendes: Die Mullahs sind chaotisch, zersplittert, blockieren sich gegenseitig, seien außerdem sogar zu ungeschickt, eine Raffinerie im eigenen Land zu bauen.

Mit den Juden beschäftigen sich die Iraner nicht in ihrem Alltag, sondern stehen im Stau herum.

So abwägend Livia Klingl den Ölmullah Staat beschreibt, so eindeutig und drastisch wird sie, wenn es um andere Dinge geht: den Libanonkrieg, den Israel verloren habe und deswegen in der nunmehr alphabetisierten arabischen Welt als schwach gelte, der Situation Im Irak, die katastrophal sei und der Nahostpolitik der Bush Regierung, die 8 Jahre verschissen habe.


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