Archive for 7. November 2008

Jeremiah Duggan and the „Conference To Stop War“

November 7, 2008

Diese Geschichte hat sich vor 5 Jahren in Deutschland zugetragen. Zufällig habe ich davon dank einer englischen Tagezeitung erfahren.

Jeremiah Duggan war ein englischer Jude, der an der Sorbonne studierte.

Im Frühjahr 2003 beteiligte er sich in Paris an Protesten gegen den Irak-Krieg und begann Interesse an politischen Themen zu entwickeln. Vor der Uni kaufte er sich die Zeitung „Nouvelle Solidarité“, die zu diesem Zeitpunkt mit Texten gegen den Irak-Krieg aufmachte. Er kam mit dem Verkäufer der Zeitung ins Gespräch, traf sich mit ihm und führte politische Diskussionen. Kurz darauf berichtete er seiner Mutter, dass sein neuer Freund die Antwort auf viele große Probleme in der Welt habe. Und er berichtete von dessen politischer Gruppe, die er sich nun näher anschauen wolle. Darum werde er ein Seminar in Deutschland besuchen.

Das Seminar in Bad Schwalbach bei Wiesbaden mit dem Titel „Conference To Stop War With Eurasian Development Strategy“ wurde ausgerichtet vom Schiller-Institut. Das Schiller-Institut ist Teil des internationalen Netzwerkes des Amerikaners Lyndon LaRouche, dessen in Deutschland bekanntester Teil die Bürgerrechtsbewegung Solidarität (BüSo) ist. Die LaRouche-Organisation ist eine Politsekte, die von sich glaubt, das „Patentrezept“ zur Lösung aller Probleme zu haben. Die Gruppe ist vollkommen auf ihren Führer Lyndon LaRouche ausgerichtet. Im Zentrum ihrer Ideologie steht ein System von Verschwörungstheorien. Die BüSo und das LaRouche-Netzwerk werden von den meisten SektenexpertInnen als rechtsextrem und antisemitisch bezeichnet.

Als er in Wiesbaden den Antikriegskongreß besuchte, kam er unter mysteriösen Umständen ums Leben.

Die deutschen Behörden stellten die Ermittlungen ein. Die Medien, die sonst über jeden Furz berichten, schwiegen weitgehend.

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Sieg der urbanen Weltoffenheit?

November 7, 2008

 

New York und Los Angeles haben sich diesmal gegen Texas und Alaska durchgesetzt.

Doch wofür steht das blaue Amerika eigentlich?

Kultur, Mobilität und Weltoffenheit – lauter Dinge, die mir auch sehr sympathisch sind.

Aufgeklärte Europäer identifizieren sich scheinbar besonders gerne mit diesen Werten.

George W. Bush, der schießwütige und stinkreligiöse Cowboy aus Texas schien das komplette Gegenteil davon darzustellen.

Nur wird Amerika von Osama Bin Laden nicht wegen seiner Religiosität, seiner SUVs, seiner Country Music oder seiner Waffengesetze gehasst.

Auch Ölscheichs und Ölmullahs benutzen gerne Waffen und fahren fette Autos.

Der Westen wird nicht wegen seiner Konsumlust abgelehnt, sondern wegen seiner Gottlosigkeit.

Das rote Amerika mit seinen traditionellen Werten müsste sowohl den Ölmullahs als auch Osama Bin Laden wesentlich näher stehen als das blaue Amerika.

Es ist wohl kein Zufall, dass die Anschläge von 9/11 nicht in Texas, sondern in Manhattan stattgefunden haben.

Das rote Amerika ist jedoch wesentlich bereiter, für die amerikanischen Werte einzutreten als das blaue Amerika.

Zumindest im Moment noch.

Bei den Republikanern hat es immer auch starke Tendenzen gegeben, sich gegenüber der Welt zu isolieren. Geostrategisch wäre das für die Amerikaner auch wesentlich leichter möglich als für uns Europäer. Der Präsidentschaftskandidat Ron Paul war ein überzeugter Gegner des Irakkriegs. Er hat einen Ausblick gegeben, wofür die Republikaner in Zukunft wieder stehen könnten.

Wer könnte in so einem Fall die Amerikaner beim Eintreten für unsere universellen Werte ersetzen?

Mit Sicherheit nicht wir Europäer.

Am Balkan haben wir sofort nach dem Sheriff gerufen.

Wir sind nicht einmal bereit, die säkulare Türkei zu unterstützen (auch wenn wir einer Kopftuch-Türkei niemals erlauben würden, der EU beizutreten)

Von einer starken Rolle im Nahostkonflikt und einer klaren Position gegenüber dem Iran ganz zu schweigen