Schweizer Prediger als Krisengewinnler

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Zitate

  • „Die Weltlandwirtschaft könnte problemlos 12 Milliarden Menschen ernähren. Das heißt, ein Kind, das heute an Hunger stirbt, wird ermordet.“ (aus: We Feed the World)
  • „Heute stirbt […] alle sieben Sekunden ein Kind unter zehn Jahren an Hunger oder an mit Unterernährung verknüpften Krankheiten (aus „Wie kommt der Hunger in die Welt“). Im Jahr 2005 hat der Hunger mehr Menschen getötet als alle in diesem Jahr geführten Kriege zusammen.“ (aus: Das Imperium der Schande, S. 102)
  • „In diesem Augenblick habe ich mir geschworen, nie mehr – nicht einmal rein zufällig – auf der Seite der Henker zu stehen.“ (aus: Wie herrlich, Schweizer zu sein; im Kontext des im Kongo gesehenen Elends, Piper, 1993, S. 137)
  • „Wenn sie unterwegs sind, haben sie…immer ihre Laptops und ihre schematisierten Modellanalysen dabei. Sie wohnen in Luxushotels, halten sich in jedem Schuldnerland nicht länger als einige Tage auf und treffen nur mit ausgewählten Führungspersonen zusammen, wenn möglich solche, die in den USA studiert haben.“ (Jean Ziegler über den Realitätsverlust der Beamten des IWF in seinem Buch Die neuen Herrscher der Welt)
  • „Es kommt nicht darauf an, den Menschen der Dritten Welt mehr zu geben, sondern ihnen weniger zu stehlen“ (Ziegler, J; Das Imperium der Schande, Pantheon Verlag 2005)

Die urbanen Gesellschaften geben sich aufgeklärt. Die gläubigen Amis werden (wenig) milde belächelt.

Doch auch bei uns scheint das Bedürfnis nach Predigern einigermaßen stark ausgeprägt zu sein. In den letzten Jahren war die Weltklimareligion sehr en vogue.

Mit der Finanzkrise kommen Kapitalismus-Ankläger wie Jean Ziegler wieder stärker zum Zug.

Komplexe Themen wie die Welternährung werden in banalen Stehsätzen abgehandelt.

Jean Ziegler will nie wieder „auf der Seite der Henker“ stehen.

Diese sind bei Jean Ziegler nicht etwa totalitäre Regime, sondern das „Imperium der Schande“, welches es nicht schafft die Welt zu ernähren, sich aber „schamlos am Hunger der Welt bereichert“.

Dass die größten Hungersnöte des 20. Jahrhunderts durch glorreiche „antiimperialistische“ Projekte ausgelöst worden waren, ist dem großen Welternährungsexperten der UNO scheinbar nicht bekannt.

 

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5 Antworten to “Schweizer Prediger als Krisengewinnler”

  1. Pamphletismus im Qualitätsjournalismus « Aron Sperber’s Weblog Says:

    […] Robert Misik ist ein  Krisengewinnler. […]

  2. „Bajonette“ oder „Phallussymbole“? « Aron Sperber’s Weblog Says:

    […] (Jean Ziegler im Tagesspiegel) […]

  3. Wir Terroristenversteher « Aron Sperber's Weblog Says:

    […] By aron2201sperber Satire als durch und durch humorfreie Predigt eines Terroristenverstehers im deutschen […]

  4. marx Says:

    Die Lebensmittelindustrie könnte also deiner Meinung nach heute nicht 12 Millionen Menschen ernähren oder wie soll man dich verstehen? Oder sind überall wo Menschen Hungern die jeweiligen Diktatoren oder „gloreiche ideologische Projekte“ dafür direkt und allein verantwortlich? Es ist sicher richtig das nicht einfach irgendwelche Machenschaften irgendwelcher Wirtschaftsführer oder „des Westens“ dahinterstecken, aber der Kapitalismus als gesellschaftliches Verhältnis von Tausch, Konkurrenz und Lohnarbeit sehr wohl! Von Henkern zu reden trifft die Sache also wohl kaum, aber wer kein Geld hat um sich was zu Essen zu kaufen der muss eben Hungern, selbst wenn in den Läden Lebensmittel im Überfluss vorhanden wären. (Doch ohne Absatzmöglichkeit wird der Händler meist auch nicht viele waren einkaufen können.) Und jedes Nachdenken über (Kommunistische) Alternativen zu diesem letzten Endes trotz aller Fortschritte doch menschenfeindlichen System mit dem Hinweis auf die gewiss schrecklichen Entwicklungsdiktaturen von Stalin und Mao abzuwehren, nur weil diese sich fälschlicherweise auf irgendwelche pseudomarxistischen Thesen berufen haben (was nicht ausschließt das sie selbst daran glaubten), hilft auch niemandem weiter.

  5. Ziegler und sein „Gaddafi-Menschenrechtspreis“ « Aron Sperber's Weblog Says:

    […] Jean Ziegler will nun auf einmal nichts mehr mit Gaddafi und seinem Menschenrechtspreis zu tun […]

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