Keine Partei des Redeverbots

Ein Interview mit dem Grünen-Politiker Efgani Dönmez hat in Österreich viel Staub aufgewirbelt.

 

Die Grünen werden hoffentlich auch weiterhin die Partei der Menschenrechte bleiben und gegen Rassismus kämpfen. In Österreich gibt es auf diesem Gebiet leider genug zu tun. Gerade dafür wurden sie von mir auch gewählt.

 

Die FPÖ hat mit ihrer Hetze gegen Ausländer das Klima im Land vergiftet. Viele fremdenrechtliche Bestimmungen (insbesondere für gemischte Ehen) sind unmenschlich  und verfassungswidrig.

 

Eine Partei des Denk- und Redeverbots habe ich mir aber nie gewünscht.

 

Missstände beim Thema Migration wie Parallelgesellschaften und Kriminalität sollten nicht ignoriert werden. Differenzierte Sichtweisen müssen dabei zulässig sein (auch wenn die ausländerfeindliche Gegenseite nicht dazu fähig ist und ihre Reihen dicht geschlossen hält)

 

Das gilt auch für ökologische Dogmen. Ich bin für grüne Realpolitik (Öffentlicher Verkehr, Fahrrad, Wärmedämmung) und nicht für grüne (Klima-)Religion.

 

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5 Antworten to “Keine Partei des Redeverbots”

  1. urbaninside Says:

    die wortwahl dönmez‘ war aber wirklich nicht der sache gerecht. das ganze wirkt aber irgendwie arrangiert, sowohl seine aussagen als auch die reaktionen mit der anschließenden versöhnung zw. voggenhuber und glawischnig.

  2. Wortführer der islamischen Gesellschaft « Aron Sperber’s Weblog Says:

    […] wie erwartet widerlichen Kommentar von Fritz Edlinger einen Leserbrief verfasst. Darin greift er Efgani Dönmez an, dem es als Alevit nicht zustehen soll, Muslime zu […]

  3. Efgani Says:

    Sehr geehrter Herr Sperber,

    Sie haben im letzten Jahr meine pointierten Publikationen z.Bsp: „Kameltreiber aus Anatolien“, interessiert verfolgt. Was eigentlich mit dieser Aussage gemeint war, ist seit der Publizierung der Islamlehrerstudie nun auch wissenschaftlich untermauert.
    Ich habe dem Anhang eine PA angefügt, vielleicht mögen Sie diese in
    irgendeiner Form verwenden.

    Grüner Bildungssprecher Klubobmann Gottfried HIRZ /
    Grüner Bundesrat Efgani DÖNMEZ:
    Zur Islam-Studie: Die Ausbildung von Religions¬lehrerInnen hat bei jeder Religionsgemeinschaft den demokratischen Grundwerten unserer Gesellschaft zu entsprechen

    „Die Ausbildung der ReligionslehrerInnen hat auf der Basis der demokratischen Grundwerte unserer Gesellschaft zu erfolgen und braucht eine staatliche Legitimation in Form einer Lehramtsbefähigungsprüfung, die an einer Pädagogischen Hochschule mit Öffentlichkeitsrecht abgelegt werden muss“, verlangt der Grüne Bildungssprecher Klubobmann Gottfried Hirz angesichts der aktuellen Debatte um Islam und Imame. Hirz: „Denn nicht nur, dass auch diese LehrerInnen vom Staat bezahlt werden und diesem daher ein gewisses Mitspracherecht eingeräumt werden muss, ist es eine demokratiepolitische Selbstverständlichkeit, unsere demokratischen Grundwerte wie Freiheit, Frieden und Gleichstellung von Mann und Frau als unverhandelbare Grundlage für jedwede Form des Unterrichts herzunehmen.“

    In dieselbe Kerbe schlägt auch der Grüne Bundesrat Efgani Dönmez: „Als kritisch, säkularer Muslim habe ich auf diese Entwicklungen seit Jahren hingewiesen. Die publizierte Studie untermauert nun wissenschaftlich die vorhandenen Bereiche, welche dringend verbessert gehören.“ In der Konflikttheorie gibt es verschiedene Ansätze und Methoden, um auftretende Konflikte zu lösen. Jedoch bei divergierenden Werthaltungen gibt es keine Lösung, denn Werte sind unverhandelbar. Hier gilt es klar und transparent Position zu beziehen: Was will man? Und was will man nicht in einer Gesellschaft?
    Dönmez: „Ich möchte keine Multiplikatoren, welche mit Haltungen und Handlungen gegen Rechtsstaat, Demokratie und gegen die Trennung von Staat und Religion in Erscheinung treten.“

    Trennung von Staat und Religionsgemeinschaften

    Der Einfluss der politischen Kräfte aus der muslimischen Welt reicht weit in unsere Gesellschaft hinein. Manche der islamischen Organisationen, die behaupten, Muslime zu vertreten, sind Verbände des politischen Islam. Solange dieser Einfluss nicht zurückgedrängt wird, werden Schwierigkeiten in diesem Bereich kaum seriös zu lösen sein.

    Eine Möglichkeit wäre, dem entgegenzuwirken, indem man den Ausbau der innerösterreichischen Ausbildungsmöglichkeit für Imame unterstützt, damit der hohe Bedarf aus dem Inland abgedeckt werden kann. Weiters ist es wichtig, sich genau anzusehen, welche Personen die heranwachsenden Multiplikatoren unterrichten.

    Die Trennung von Staat und Religionsgemeinschaften in Österreich setzt eine Gleichbehandlung aller Religionsgemeinschaften voraus. Gleichzeitig müssen jedoch die demokratischen Grundwerte eines Rechtsstaates geschützt werden. Das bedeutet, diese Trennung darf weder zu einem Abbruch des Dialogs mit islamischen Gruppierungen führen, noch eine pauschale Kriminalisierung der Muslime in Österreich beinhalten. Wir müssen in Österreich die sekulären Muslime, welche in der überwiegenden Mehrheit sind, unterstützen. So lange es Personen in Österreich gibt, welche Mehrfachfunktionen bekleiden, welche Politik und Religion vermischen und eine daraus fehlgeleitete Integrationspolitik betreiben, so lange wird es keine ernstgemeinte Lösung des Problems geben.

  4. aron2201sperber Says:

    stimme ihren Forderungen voll zu

    hoffe die Grünen bleiben eine Partei, in der auch quergedacht werden kann

    die Art und Weise wie Voggenhuber abserviert worden ist, war für Außenstehende schon sehr befremdlich – zumindest hätte man kommunizieren müssen, wieso man so vorging

  5. Hände Falten, Goschen halten « Aron Sperber’s Weblog Says:

    […] (Öffentlicher Verkehr, Fahrrad, Wärmedämmung) und Einsatz für Menschenrechte, bekomme ich als  Grünwähler Ähnliches wie von meiner katholischen Kirche vorgesetzt: nicht nachvollziehbare […]

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