„Breaking The Silence“ im Standard

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„Dass Menschenrechtler in der Vergangenheit falsche Anschuldigungen gegen Jerusalem erhoben haben, mag sein.“

Jede Neue ist natürlich trotzdem herzlich willkommen…

Der Vorteil bei Breaking The Silence:

Die Berichte stammen von anonymen Soldaten und beschreiben örtlich und zeitlich nicht konkret benannte Ereignisse.

Damit kann es diesmal auch keine Überprüfung der Vorwürfe geben und „Israel muss endlich mit einer tiefgreifenden Aufarbeitung seines Gaza-Feldzugs beginnen. Sonst wird die Frage immer drängender, was Jerusalem eigentlich verschweigen möchte.“

„Eine Aufarbeitung“ bedeutet für den Qualitäts-Journalisten nicht, konkreten Vorwürfen nachzugehen, sondern endlich „dem Tenor“ der „prominenten NGOs“ zu folgen, gemäß dem Israel einen Vernichtungskrieg gegen die palästinensische Zivilbevölkerung geführt habe:

„Die Schatten der Vergangenheit holen Israel inzwischen im Wochentakt ein. Am Mittwoch veröffentlichte die dritte renommierte NGO in Folge einen Bericht über den Gazakrieg zum Jahreswechsel. Der Tenor ist immer der gleiche: Die israelische Armee habe viele unschuldige Zivilisten während ihrer dreiwöchigen Kampagne getötet, zu viele, um von „Kollateralschäden“ im Kampf gegen die Raketen der Hamas zu sprechen. Noch gravierender:Bei den Vorwürfen geht es nie um die Handlung Einzelner. Der Einsatz menschlicher Schutzschilde im Krieg war gang und gäbe, erzählt etwa ein Soldat im jüngsten dieser Berichte.“

(András Szigetvari/DER STANDARD, Printausgabe, 16.7.2009)

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8 Antworten to “„Breaking The Silence“ im Standard”

  1. Israel muss mal wieder « Der Lindwurm Says:

    […] Siehe auch hier […]

  2. lebowski Says:

    Schon interessant, die Medienreaktion auf die Vorwürfe. Bei SPON stand das Thema gestern kurzzeitig an erster Stelle, ist aber sogleich wieder im medialen Grundrauschen verschwunden. Wahrscheinlich sind die Vorwürfe mal wieder so dubios, dass es selbst für Blätter, die Israel gerne und häufig verurteilen, zu riskant ist, sie zu veröffentlichen.

    Oder es handelt sich um eine jüdische Weltverschwörung, die die Online-Magazine dazu gebracht hat, das Thema aus den Nachrichtenseiten zu entfernen. Wer weiß! Den Juden ist ja alles zuzutrauen.

  3. rubin Says:

    Lächerlich die ganze diskussion. man werfe nur einen kleinen blick in richtung tschetschenien. da hat man eine vergleichbare situation. hat András Szigetvari damals auch brunnenvergiftet ?

    • aron2201sperber Says:

      hallo rubin

      bin mir nicht ganz sicher, ob ich dich richtig verstanden habe:

      Gaza ist mit Tschetschenien insofern nicht vergleichbar als Russlands Existenz niemals durch tschetschenische Extremisten bedroht war.

      Trotz der vielen bedauernswerten Opfer, welche israelische Maßnahmen (die man selbstverständlich hinterfragen kann) verursachen, ist Israel ein demokratischer Verfassungsstaat, der versucht Menschenrechte einzuhalten – was man von Putins Russland nicht behaupten kann.

      und gerade für Journalisten etwas nicht unwesentliches: die palästinensischen KollegInnen müssen nicht um ihr Leben fürchten

  4. rubin Says:

    servas aron,

    da hab ich ein paar einwände.

    1)und gerade für Journalisten etwas nicht unwesentliches: die palästinensischen KollegInnen müssen nicht um ihr Leben fürchten

    ad 1) gibt es palästinensische journalisten die sich der aufklärung verschrieben haben und die gegen die korruption und kriegstreiberei der hamas anschreiben ?
    müssten die auch nicht um ihr leben fürchten ?

    2)Gaza ist mit Tschetschenien insofern nicht vergleichbar als Russlands Existenz niemals durch tschetschenische Extremisten bedroht war.

    ad 2) auch israels existenz ist durch die paar idioten, die es mangels möglichkeiten sich vor discos in die luft zu sprengen (siehe schutzzaun), stattdessen vorziehen ihr leben mit dem abschießen ein paar mit kunstdünger befüllter rohre zu verschwenden, anstatt an einem eigenem staat zu arbeiten, nicht bedroht. wie man aber an einigen großen anschlägen von islamistischen tschetschenen in russland sieht, verstehen die russen eher die sprache der jihad-terroristen und antworten auf islamischen terrorismus mit bedingungsloser gewalt.
    wenn ich vergleiche wie grosny kaputtgeschossen wurde und unter welchem einsatz die idf ihre eigenen leute in gaza in gefahr gebracht hat, um ja keine zivilbevölkerung zu gefährden, kann ich nur sagen: die israelis haben es falsch gemacht. auschwitz gilt anscheinend bis heute als besserungsanstalt, die die juden nur mit einem „ungenügend“ absolviert haben. es wird von diesem jungen staat anscheinend erwartet neue menschenrechtsstandards zu entwicklen während den anrainern prinzipe zugestanden werden, die jahrhunderte lang vor “ auge um auge“ als praktikabel erschienen.
    dieses messen mit „double-standards“ finde ich unerträglich und als antisemitisch.

    ich habe mich sicher missverständlich ausgedrückt,a ber was ich meinte ist dass die russen in solch städtekämpfen wie grosny oder in südossetien die artillerie aufmarschieren haben lassen während die idf blöd genug war ihr leute in das gebiet zu schicken, um sich dann für lächerlichkeiten wie nebelgranaten aus weissem phosphor rechtfertigen zu müssen. die iraelis legen leider an sich selbst menschenrechtsstandards an die sie in krisensituationen weder erfüllen können noch es den antisemiten in aller welt recht machen können.

    gruß, rubin

  5. aron2201sperber Says:

    hallo rubin,

    Putins Einsatz gegen die Tschetschenen und insbesondere die Zerstörung Grosny kann sicher kein Vorbild sein – in dieser Hinsicht glaube ich nicht, dass Israel etwas „falsch gemacht“ hat.

    mir geht es aber auch nicht darum zu beurteilen, ob das Vorgehen der IDF gerechtfertigt und verhältnismäßig war, sondern um die unsachliche Berichterstattung, die ausgerechnet in den „seriösen“ Medien wie Standard, Ö1, Profil am schlimmsten ist

    aber ich glaube, da sind uns wohl absolut einig…

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