Religion, Wissenschaft, Wissenschafts-Religion

Teile der Kirche sehen AIDS als eine Strafe Gottes an, und wollen die Krankheit mit den Mitteln ihrer Religion – der Enthaltsamkeit -bekämpfen.

Zu Recht wirft die wissenschaftlich aufgeklärte Welt der Kirche vor, den betroffenen Menschen damit sehr zu schaden.

In der Realität, die eben nicht der christlichen Idealwelt der sexuellen Enthaltsamkeit entspricht, bieten Kondome den bestmöglichen Schutz vor AIDS.

Nicht der Glaube, sondern von der medizinischen Forschung entwickelte Medikamente haben dazu beigetragen, die Sterblichkeitsrate drastisch zu senken..

Neben der Religion hatte der wissenschaftliche Kampf gegen AIDS einen zweiten großen Feind, der zum Teil aus den eigenen wissenschaftlichen Reihen  kam.

HIV-Skeptiker zweifelten die Existenz der AIDS verursachenden Krankheit HIV an. Hätten sie sich durchgesetzt, hätten sie wohl noch wesentlich größeren Schaden als die religiösen Enthaltsamkeits-Prediger angerichtet.

Der Großteil der sogenannten Klimaskeptiker zweifelt jedoch nicht die Existenz eines vom Menschen verursachten Klimawandels an.

Kritisiert wird hingegen, dass die Klimawissenschaft immer mehr zu einer grünen Religion geworden sei.

Wenn sich eine Wissenschaft religiöser Mittel bedient, riskiert sie dabei auch dieselben Fehler wie die Religion zu machen:

So wie die Kirche Krankheiten dämonisert hat, dämonisiert die Klimawissenschaft den vom Menschen verursachten Klimawandel.

So wie wie die Kirche sexuelle Enthaltsamkeit gegen AIDS gepredigt hat, predigt die Klimawissenschaft Maßnahmen, von denen sie sogar selbst weiß, dass sie völlig unrealistisch sind, sie benennt jedoch mit religiösem Impetus die „Klimasünder“ und fordert einen weltumspannenden Ablaßhandel.

Im Glauben einer guten Sache zu dienen, erlaubt man es sich, Daten zu vertuschen, die der Sache der Skeptiker dienen könnten, und verabschiedet sich damit endgültig von der Welt der Wissenschaft.

Der vom Menschen gemachte Klimawandel kann jedoch effektiv nur von der Wissenschaft (effizientere Technologien und Nutzung), und nicht von einer grünen Wissenschafts-Religion (Enthaltsamkeit und Ablaßhandel) bekämpft werden.

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8 Antworten to “Religion, Wissenschaft, Wissenschafts-Religion”

  1. Aus dem Hollerbusch Says:

    Es gibt zum Glück mehr Menschen, denen die religiöse Sprache rund um den Klimawandel sauer aufstößt – weil sie da einfach nicht hingehört. Stattdessen reden wir von „Klimasündern“, und „Klimaleugnern“, und bauen ein eschatologisches Endzeitszenario, dass jeden mittelalterlichen Weltuntergangspropheten vor Neid erblassen lässt.
    Der Vergleich mit AIDS hinkt meiner Meinung nach; die Kirche hat die Gefahr von AIDS nicht bestritten, viele ihrer Glieder sind an zahlreichen Hilfsprogrammen für AIDS-Kranke beteiligt und vor allem in Afrika für die medizinische Versorgung AIDS-Kranker tätig. Es gibt eigene AIDS-Seelsorger, auch im deutschsprachigen Raum, deren Rolle über die eines Seelsorgers meist hinausgeht. Von einer Dämonisierung der Kranken kann keine Rede sein. Freilich, dem Vergleich der hehren, nicht verwirklichbaren Ziele kann man wohl kaum die Zustimmung verweigern.

  2. aron2201sperber Says:

    weder habe ich behauptet, dass die Kirche die gefahr von AIDS bestritten habe, noch dass sie nichts für die Kranke tue.

    die Kirche – genauer gesagt Teile von ihr – dämonisiert auch keine „Kranken“, sehr wohl aber „Krankheiten“.

    Krankheiten sind Naturkatastrophen und keine Dämonen, selbst wenn sie „vom Menschen gemacht sind“

    https://aron2201sperber.wordpress.com/2009/09/21/damon-aids/

    auch die größte Naturkatastrophe des Mittelalters war „vom menschen gemacht“ – ohne die neuen Handelswege hätte sich die Pest nicht so gut ausbreiten können.

    mein Vergleich bezog sich auf die Empfehlung der Kirche, keine Kondome zu verwenden – das christliche Ideal der Enthaltsamkeit würde zwar vor AIDS schützen, in der Realität verursacht sie leider viel Schaden.

    das ökologisch-idealistische Weltbild der Klimareligion kann wohl auch zu gut gemeinten sehr schädlichen entscheidungen führen: z.B. schädigung der umweltfreundlicheren europäischen Industrie, um sie stattdessen in Länder mit schlechteren Umwelt-Standards auszulagern.

    aber ich glaube in diesem Punkt sind wir uns ohnehin einig.

  3. Bernd Dahlenburg Says:

    In der Realität, die eben nicht der christlichen Idealwelt der sexuellen Enthaltsamkeit entspricht,

    Hi Aaron,

    so würde ich das nicht formulieren, weil du damit das Asketentum der frühchristlichen Säulenheiligen und Mönchsorden auf die Christen insgesamt überträgst, was bei Hunderten verschiedener Denominationen sowieso ein Ding der Unmöglichkeit ist.

    Im christlich-biblischen Verständnis hat verantwortete Sexualität ganz selbsverständlich ihren Platz. Verzicht oder Kompensation ist – ganz im reformatorischen Sinne – eine freiwillige Angelegenheit.

    • aron2201sperber Says:

      um so unverständlicher ist die päpstliche (nicht)Kondom-Empfehlung.

      die Kirche soll ruhig ihre Monogamie propagieren – aber wenn man sündige, dann bitte mit Kondomen.

      warum ist das für die katholische Kirche so schwer?

  4. Thomas Eppinger Says:

    Prof. Dr. Gerhard Kramm, Dipl.-Phys., University of Alaska, Fairbanks, AK, USA:
    „Festzuhalten ist, dass bis heute weder ein theoretischer noch ein empirischer Beleg für die Wahrheit der „anthropogenic global warming“-Hypothese existiert. Aber es existiert wohl keine andere naturwissenschaftliche Disziplin, in der physikalische Gesetzmäßigkeiten seit vielen Jahren mit Füßen getrampelt werden. Die Klimaforschung ist zur Hure der Politik verkommen.“
    http://eppinger.wordpress.com/2009/12/09/mythos-treibhauseffekt-der-klima-schwindel/

    Lord Nigel Lawson:
    „Es ist, wie ich vermute, kein Zufall, dass der Klimawandelabsolutismus gerade in Europa auf besonders fruchtbaren Boden gefallen ist. Denn es ist Europa, wo heute die am meisten säkularisierte Gesellschaft lebt und die traditionellen Religionen den geringsten Rückhalt haben. Dennoch fühlen die Menschen immer noch das Bedürfnis nach Trost und höheren Werten, mit denen uns die Religion einst versorgte. Und so ist die Klimadebatte das beste Beispiel für die Quasi-Religion des ‘grünen Alarmismus’ sowie der ‘globalen Heilsverheißung’. Sie hat, gemeinsam mit anderen, dieses Vakuum gefüllt. Ihre Mantras infrage zu stellen, wird als Blasphemie betrachtet. Doch solches kann keine Basis für rationale politische Entscheidungen sein.“
    http://eppinger.wordpress.com/2009/11/24/klimaforscher-im-zwielicht/

    • aron2201sperber Says:

      dass auch renomierte Wissenschaftler den „menschengemachten Klimawandel“ bezweifeln, ist noch kein Beweis für dessen „Unwahrheit“

      auch der AIDS-Truther Professor Düsberg war ein überaus anerkannter Fachmann…

      ein gewisser Umwelt-Alarmismus ist notwendig, jeder möchte in einer intakten Umwelt leben, die Rohstoffe sind begrenzt und finanzieren obendrein die despotischsten Regime.

      mehr Energie-effizienz, bessere Technologien, mehr öffentlicher Verkehr, mehr Radwege – alles gute Sachen.

      grüne Politik finde ich ok – grüne Religion ist schädlich

      leider haben nicht nur die Grünen die grüne Politik mit grüner Religion ausgetauscht, sondern so ziemlich alle Parteien.

      unglaublich, dass alle bei einem Schildbügerstreich wie dem Emissionen-Handel freiwillig mitmachen wollen, der nicht nur viel geld verbrennen wird, sondern auch unsere Wirtschaft nachhaltig schädigen könnte.

      am ende wird man sich von den selben Leuten, die das ganze erfunden und streng eingefordert haben, auch noch vorwerfen lassen müssen, die 3. Welt auszubeuten, weil man die Wirtschaft dorthin ausgelagert hat – und damit die Luft verpestet und die armen Arbeitskräfte ausbeute.

      ich kann die Klagerei jetzt schon hören…

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