Die Kronen Zeitung und das „Jesuskind“

Die Kronen Zeitung beschwört gerne unsere christlichen Werte und Traditionen

…und beherrscht dabei das gesamte Repertoire des historischen christlichen Antisemitismus:

Zu Allerheiligen kam die Brunnenvergiftung dran – zu Weihnachten wird das Jesuskind zu einem verfolgten Palästinenserknaben:

Das erste Foto ist ein perfektes Beispiel für Pallywood-Journalismus. Kinder attackieren – umringt von Fotografen  – israelische Sicherheitskräfte. Die Kronen Zeitung macht daraus „einen ohnmächtigen Widerstand gegen die Siedlungspolitik“.

Im zweiten Foto werden Ultraorthodoxe  , die den weltlichen Staat Israel ablehnen und sogar ihren Militärdienst verweigern, zu Siedlern, die „renitenter“ als die derzeitige „rechts-rechte israelische Regierungskoalition“ seien.

Die christliche Nächstenliebe für die muslimischen „Jesuskinder“ endet bei der Kronen Zeitung freilich an der eigenen Staatsgrenze. Bei verfolgten Flüchtlingsfamilien kommen den Krone-Machern auch zur Weihnachtszeit keine „Jesuskind“ Assoziationen in den Sinn.

…oder noch deutlicher in den Leserbriefen, die laut Hans Dichand „das eigentliche Erfolgsgeheimnis der Kronenzeitung“ darstellen:

Der beliebte Wiener Bürgermeister Dr. Karl Lueger war mit seinem traditionell-christlichen Antisemitismus auch für den jungen Adolf Hitler eine wichtige Inspirationsquelle. Juden wurden sowohl von den christlichen als auch von den deutschnationalen Antisemiten  als vaterlandslose, ihre Wirtsvölker ausbeutende Schmarotzer angesehen.

Heute stehen ausgerechnet die jüdischen Siedler, die durch ihre harte Arbeit eine Wüste zu einem blühenden Land gemacht haben, im Mittelpunkt der Kritik. Die ewigen Juden werden es den ewigen Antisemiten eben nie recht machen können.

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10 Antworten to “Die Kronen Zeitung und das „Jesuskind“”

  1. Oh Says:

    Guter Beitrag!

    Lediglich eine kleine Korrektur: Diese Ultra-Orthodoxen lehnen nicht nur den „weltlichen“ Staat Israel ab, sondern jegliche Existenz eines jüdischen Staates „vor der Ankunft des Messias“. Auch einen „religiösen“ Staat würden sie nicht anerkennen.

  2. Jule Says:

    @Oh

    Wer sind denn diese „Ultra-Orthodoxen“, hm? Wen scherst Du da mal wieder ueber einen Kamm? Erst informieren, dann denken, dann schreiben!

  3. aron2201sperber Says:

    auch Siedler stellen wohl keine völlig homogene Gruppe dar,

    dass Siedler ein Israel in den biblischen Grenzen beanspruchen, während Ultraorthodoxe den Staat Israel ablehen, mag eine Vereinfachung sein, die nicht alle Schattierungen beider Gruppen berücksichtigt, entspricht aber im wesentlichen den bekannten Tatsachen:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Ultraorthodoxes_Judentum

    http://de.wikipedia.org/wiki/Israelische_Siedlung#Die_Aufgabe_von_Siedlungen

    und Tatsache ist daher, dass Siedler und Ultra-Orthodoxe nicht dasselbe sind, wie es die Krone suggeriert

  4. Oh Says:

    @ Jule: Zunächst einmal ändern Sie Ihren Tonfall mir gegenüber.

    Des Weiteren schere ich niemanden „über einen Kamm“ – mit „diese Ultra-Orthodoxen“ meine ich logischerweise den Teil der Ultra-Orthodoxie = des chareidischen Judentums, der den Staat Israel aus religiösen Gründen ablehnt (Satmar, Toldot Aharon und diverse andere – vorwiegend chassidische – Gruppen). Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich mich mit dieser Thematik besser auskenne als Sie.

  5. Jule Says:

    Was ich aendere oder nicht, bleibt mir ueberlassen.
    Wer nicht dazulernen will, will eben nicht und bleibt in seinen verallgemeinernden starren und falschen Meinungen fest. Genau daran krankt’s eben. Im Privaten sowie im Oeffentlichen. Irgendetwas aufschnappen ohne das Gebilde von Innen (heraus) zu kennen – aber natuerlich auch ohne die Bereitschaft von jenen, die es besser wissen, etwas anzunehmen. Also kein Wunder, dass solche Artikel wie in der Krone entstehen und dass sich die „Stammtischbrueder“ nicht weiterentwickeln und -bilden. Irgendwie wird man es mit der Zeit leid, dagegen zu halten. Orthodoxenbashing ist wie Antisemitismus voll in!

    @Aron
    Wikipedia ist nun wirklich keine serioese Quelle, weil da jeder reinkritzeln darf, wie er lustig ist.
    Und wenn es denn unbedingt Wikipedia sein muss, dann doch lieber hier:
    http://he.wikipedia.org/w/index.php?title=%D7%9E%D7%99%D7%95%D7%97%D7%93%3A%D7%97%D7%99%D7%A4%D7%95%D7%A9&search=%D7%99%D7%94%D7%93%D7%95%D7%AA+%D7%97%D7%A8%D7%93%D7%99%D7%AA%E2%80%8E&fulltext=%D7%97%D7%99%D7%A4%D7%95%D7%A9
    http://he.wikipedia.org/wiki/%D7%99%D7%94%D7%93%D7%95%D7%AA_%D7%97%D7%A8%D7%93%D7%99%D7%AA
    Wuerdest Du Dich mit mir persoenlich unterhalten, wuerde Dir das womoeglich so einiges mehr erschliessen, auch wenn sich das OH als Thematikkenner ausgibt.

  6. Aron Sperber Says:

    ein bisschen Höflichkeit hat noch nie geschadet…

    ich kann kein Hebräisch – daher nutzt mir der link nur wenig

  7. genova68 Says:

    Ohne mich jetzt zu dem Thema groß äußern zu wollen, aber einen Artikel auf hebräisch zu posten und den zur Information zu empfehlen und somit alle, die dieser Sprache nicht mächtig sind, rauszukicken, das hat schon was. Gerade bei diesem Thema ist Herrschaftswissen kein Argument.

  8. genova68 Says:

    Die Floskel von den jüdischen Siedlern, die die Wüste zu einem blühenden Land gemacht haben, ist genau die Art von Propaganda, mit der der Konflikt nie gelöst wird. Diese Siedler machen das in der Westbank auf Land, das ihnen nicht gehört und das sie völkerrechtswidrig besetzen, aus einer Position der Stärke heraus, egal wie hart sie arbeiten.

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