„Rechtsextremismus der Mitte“?

Die Islam- und Migrationsdebatte ist endlich in der Mitte der Gesellschaft angekommen – dort, wo fundamentale Themen auch behandelt und gelöst werden sollten.

Natürlich wehren sich manche gegen den drohenden Verlust ihrer politisch korrekten Meinungshoheit, indem sie die neuen Meinungen der Mitte als „rechtsextrem“ diffamieren.

Statt Vetreter der Mitte – wie den Sozialdemokraten Sarrazin, den Konservativen Sarkozy oder den Liberalen Wilders – ständig in die rechtsextreme Ecke zu stellen, sollte man lieber froh sein, dass in jenen Ländern im Gegensatz zu Österreich keine (in weiten Teilen) tatsächlich rechtsextreme Partei zu einem wesentlichen politischen Machtfaktor geworden ist.

Aber manche würden wohl eine 30%-NPD in Kauf nehmen, wenn sich damit die Trennung zwischen „gut“ und „böse“ besser aufrecht erhalten ließe.

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17 Antworten to “„Rechtsextremismus der Mitte“?”

  1. Cyrano Says:

    Dass immerhin ca 45 % der Befragten Teils bis Ganz Bock auf ne Partei haben, die die Volksgemeinschaft insgesamt verkörpert, 40% den Einfluss der Juden als Teils bis voll und ganz zu hoch einschätzen, und 35 % zumindest eine Teilweise Überlegenheit des Deutschen Volkes annehmen (was ist das eigentlich? Teils = allen, nur nicht diesem verflixten auserwählten Volk), das kann man dann schon mal unter den Tisch fallen lassen, wenn es gegen die „politisch korrekte Meinungshoheit“ & die wenigen Liberalen Blogger („manche“), die den „Man wird doch noch mal sagen dürfen“ Rechtsruck im Fahrwasser Sarrazins nicht mitgemacht haben, geht. In die rechte Ecke stellen sich die Umfrageteilnehmer schon selbst, bzw. eben nicht, denn was bei der Umfrage (die man ja gerne methodisch kritisieren kann, aber das dann wann anders, wurde ja hier auch nicht gemacht) festgestellt wird, sind die Ressentiments die sich durch „alle Lager“ (ja, das ist erstmal schwammig) hindurchziehen.

  2. Cyrano Says:

    Dass die Umfrage „manipulativ“ ist, liegt fast in der Natur der Sache (bestreite ich auch gar nicht). Schon allein, weil sie den jeweiligen Gründen für die Angaben nicht auf den Grund geht (sie scheidet zum Beispiel den Fragen nach nicht zwischen Religionskritik und Xenophobie). Aber warum mit Verweis auf den Lindwurm vom in-Kauf nehmen einer 30 % NPD fabuliert werden muss erschließt sich mir daraus nicht. Die dort zitierten Aussagen sind recht eindeutig, und die Prozente derer, die dahinter stehen, eher zu niedrig angesetzt. Es gibt Aussagen, da ist es einfach nicht möglich, „teilweise“ zuzustimmen, ohne der der Zustimmung zugrunde liegenden Kernannahme zuzustimmen.

  3. Ferdinand Hayek Says:

    Schon seit einiger Zeit spiele ich mit dem Gedanken einen eigenen Blog aufzumachen. Aber weist du was? Das wäre reine Verschwendung. Weil alles was ich bringen würde, steht schon in deinem Blog. Das ist echt verblüffend. Gestern habe ich noch diesen Artikel im Spargel gelesen und über die dreisten Manipulationen geschmunzelt. Noch bemerkenswerter fand’ ich wie dieser offensichtliche Schwachsinn von allen Seiten kritiklos übernommen wird.
    Du hast ja schon auf die wesentlichen Manipulationen hingewiesen, aber wenn man sich die Studie im Detail ansieht, wird es noch krasser.

    Hier uralte rechtsextreme Ideen mit Angabe der Zustimmung:
    Die wichtigsten Wirtschaftsunternehmen müssen verstaatlicht werden. – 30%
    Wirkliche Demokratie ist erst möglich, wenn es keinen Kapitalismus mehr gibt. – 30%
    Faschistische Tendenzen haben in der Bundesrepublik ein bedrohliches Ausmaß angenommen. – 40%
    Der Sozialismus ist im Grunde eine gute Idee, die nur schlecht ausgeführt wurde – 50%
    In der Bundesrepublik bestehen noch die alten Gegensätze zwischen der besitzenden und der arbeitenden Klasse. – 60%
    Von der Globalisierung profitieren nur die mächtigen Wirtschaftsinteressen – 70%
    Die internationalen Finanzmärkte sind Schuld an der weltweit wachsenden sozialen Ungleichheit. – 70%
    Die Ausplünderung der Dritten Welt durch die kapitalistischen Industriestaaten muss beendet werden. (was für eine besonders neutrale Frage – Chapeau FES!) – 70%

    Aus so Fragen leitet die FES Chauvinismus ab:
    Wir sollten endlich wieder Mut zu einem starken Nationalgefühl haben. – 40%

    Aus so Fragen Wünsche nach einer rechtsautoritären Diktatur:
    Wir sollten einen Führer haben, der Deutschland zum Wohle aller mit starker Hand regiert. – 13%
    Im nationalen Interesse ist unter bestimmten Umständen eine Diktatur die bessere Staatsform.
    9%

    Und so kommen Spargel und FES zum Schluss der Rechtsextremismus sei das Problem und in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Mehr Geld gegen Rechts kann ich da nur sagen. Da freuen sich die linken Vereine. Vielleicht bekommt dann auch die eine oder andere Frage wieder ihre verdienten 99,9%, wer weiß? Was ist zum Beispiel mit den 70%-Fragen? Die anderen 30% sind wohl offensichtlich Nazis. Das kann nicht so bleiben…

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,722751,00.html

    • aron2201sperber Says:

      vielen Dank für das Lob – und besten Dank für die zusätzlichen Informationen!

    • aron2201sperber Says:

      finde, ein eigener Blog wäre aber trotzdem eine gute Idee (solange du nicht aufhörst, auch hier gute Kommentare zu schreiben)

      • Ferdinand Hayek Says:

        Ich wüsste gar nicht wie das geht mit dem Blog, mir fehlt auch die Zeit mich da einzulesen. Außerdem machst du das doch schon super. Jetzt solltest du nur noch aufhören SPÖ zu wählen 😉

        War nur halb ernst gemeint, ich kenn mich in eurer Parteienlandschaft zu wenig aus. Die FPÖ ist offensichtlich antisemitisch und ausländerfeindlich. Auf der anderen Seite wenn ich in Deutschland die Wahl hätte zwischen SPD und FPÖ, dann würde ich wahrscheinlich gar nicht wählen. Ja wahltaktisch unter gewissen Umständen sogar doch FPÖ, einfach um die anderen Parteien endlich zu einer Kursänderung in der Einwanderungspolitik usw. zu zwingen! Hört sich vielleicht krass an und ganz böse, aber man sollte die Verzweiflung der Menschen nicht unterschätzen. Ich schätze mal die FPÖ hat von Wirtschaft keine Ahnung und strotzt auch so vor maximaler Inkompetenz, aber gerade dadurch wird sie doch zum perfekten Druckmittel. Selbst eine Regierungsbeteiligung wäre halb so wild, weil sich so eine Partei niemals lange an der Macht hält.

  4. aron2201sperber Says:

    must-read:

    http://fdogblog.wordpress.com/2010/10/14/links-populismus/

  5. Umbra Says:

    Nö, die FPÖ strotzt nur durch versoffene Faschos auf.

  6. Alreech Says:

    Mit den richtigen populistischen Parolen lässt sich aus der Haltung der deutschen zum Kapitalismus wieder national-sozialistische Politik machen…

  7. Umbra Says:

    @Sperber:

    Ich meine: die FPÖ hat per se schon mal als „rechte Partei“ versagt, weil sie so versoffen und versifft ist.

    Und bevor du anfängst zu Kreischen, muss du wissen, dass ich auch meine, dass man der FPÖ nur mit einer rechten Partei das Wasser abgraben kann.

  8. Wer profitiert vom Türkei-Beitritt? « Aron Sperber Says:

    […] es den demokratischen Parteien der Mitte nicht bald gelingt, die Ausbreitung des islamischen Extremismus zu stoppen, werden Europas […]

  9. „Gemäßigte Islamisten“ und „westliche Utrarechte“ « Aron Sperber Says:

    […] https://aron2201sperber.wordpress.com/2010/10/13/rechtsextremismus-der-mitte/ Gefällt mir:LikeSei der Erste, dem dieser post gefällt. […]

  10. Rechte und linke „Lieblinge“ « Aron Sperber Says:

    […] https://aron2201sperber.wordpress.com/2010/10/13/rechtsextremismus-der-mitte/ […]

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