Archive for 14. Dezember 2010

Warum die Italiener Berlusconi wählen?

Dezember 14, 2010

Berlusconi ist seit jeher ein Hassobjekt der europäischen Medien – in Österreich würde der Skandal-Mafia-Lustgreis keine 5 % der Stimmen bekommen. Dass er in Italien die Wahlen gewinnt, können sich viele europäische Journalisten nur damit erklären, dass Berlusconi die italienischen Medien beherrsche und damit die italienische Demokratie untergrabe.

Berlusconi verfügt zwar über enorme Medienmacht – die Pressefreiheit wurde von Berlusconi jedoch in keiner Weise eingeschränkt. Italien hat nach wie vor eine vielfältige Medienlandschaft. Fast alle großen Tageszeitungen sind Berluconi-kritisch.

Die Italiener wählen Berlusconi, weil sie (genauso wie die Österreicher) eine Mitte-Rechts-Regierung wollen.

Beim Thema Außenpolitik formen in Österreich (sowie in den meisten anderen europäischen Ländern) linke Journalisten die öffentliche Meinung und sorgen dafür, dass die Österreicher, ein Volk von Schwarz/Blau/Orange-Wählern, mit empörtem Kopfschütteln auf die italienischen Verhältnisse blicken.

(umgekehrt hatte sich die Mehrheit der Italiener natürlich auch über Österreichs schwarzblaue „Nazi-Regierung“ empört)

Italiens Demokratie hat tatsächlich große Defizite:

Eine antidemokratische Partei war die zweitstärkste politische Kraft im Nachkriegs-Italien. So waren die übrigen demokratischen Kräfte gezwungen, fast 45 Jahre lang eine Koalition gegen jene antidemokratische Partei zu bilden.

Das führte zu ungefähr 50 Regierungswechseln und massiver Korruption, da sich die Koalitionsregierungen naturgemäß immer aus denselben Parteien und Politikern zusammensetzten mussten.

Diese Polarisierung lähmt das Land auch nach Zusammenbruch des Kommunismus.

Dabei ist der unüberbrückbare Gegensatz zwischen „rechts“und „links“ nirgendwo artifizieller als in Italien.

Die konservativsten und bürgerlichsten Leute wählen kommunistisch: eine meiner italienischen Bekannten, die ein bekennender Snob aus einer der aristokratischsten Familien Italiens ist, stimmte bei den letzten Wahlen für „Rifondazione“, ihre Bedienerin – eine „Terrona“ aus dem Süden – für die „Lega Nord“.

Akademiker und deren Kinder wählen die „linken“ Parteien der „Arbeiter“.

Die „arbeitenden“ Menschen wählen die „rechten“ Parteien der „Unternehmer“.

„Die friedfertigen Muslime Lutons“

Dezember 14, 2010

Immer wieder mussten sich die friedfertigen Muslime Lutons vorhalten lassen, sie gingen nicht energisch genug gegen die Extremisten in den eigenen Reihen vor. Diesmal, beteuerte am Montag ein Moschee-Ältester, liege die Sache anders. „Wir haben ihn auf seine Irrtümer aufmerksam gemacht. Seitdem kam er nicht mehr zu uns“, berichtete Abdul Quadeer Baksh vom Islamischen Zentrum der BBC über den Stockholmer Terroristen. Der Polizei habe man von dem Zwischenfall 2007 nichts berichtet, „schließlich hört der Geheimdienst doch sowieso überall mit“.

(Der Standard)

…und genau deswegen werden Terrorangelenheiten wohl eher diskret besprochen.