Die Scheinheiligkeit des Standards

Im Standard wird von Alexandra Föderl-Schmied wieder einmal die „Scheinheiligkeit des Westens“ angeprangert.

Die kritische Standard-Autorin hat vergessen zu erwähnen, dass die moralischen Rechtfertigungen für die Geschäfte mit den Terror-Regimen von kulturrelativistischen Journalisten geliefert wurden, die stets ein gutes Wort für Saddam, die Mullahs und selbstverständlich auch für den „Wüstensohn“ und Kreisky-Freund Gaddafi eingelegt hatten.

Aber dann müsste Sie sich ja selbst kritisieren und das wird wohl nie geschehen, da unsere „kritischen Journalisten“ grundsätzlich immer nur andere bzw. „den Westen“ kritisieren können…

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16 Antworten to “Die Scheinheiligkeit des Standards”

  1. aron2201sperber Says:

    auch die oberheilige SZ hatte noch vor wenigen Wochen einen richtig schönen Propaganda-Artikel für Gaddafi verfasst:

    „Emanzipation über den Wolken“

    http://www.sueddeutsche.de/karriere/frau-am-steuerknueppel-emanzipation-ueber-den-wolken-1.1040563

    darüber aufgeregt hatte sich damals übrigens (fast) niemand:

    https://aron2201sperber.wordpress.com/2010/12/29/gaddafi-und-seine-pussy-staffel/

  2. jack Says:

    Hätte die Frau Alexandra Föderl-Schmied ihren Text so, oder so ähnlich 2001 und immer wieder geschrieben, so würde sie wahrscheinlich heute als eine respektable Jounarlistin gelten – so aber ist es keine ernst gemeinte Beichte, eigentlich ist es nichts!
    Selbstkritik hätte sie vorbringen können, danach andere kritisieren.

    • aron2201sperber Says:

      hätte die Standard-Tussi die OMV Geschäfte mit dem Iran wenigstens am Rande kritisch erwähnt, wäre ihr Artikel zumindest eine Spur weniger scheinheilig gewesen…

      aber dann hätte sie es sich wohl mit der Chefin verdorben.

  3. aron2201sperber Says:

    gerade über den Terrorpaten Gaddafi wurde fast nie schlecht berichtet:

    z.B. wurde Gaddafi von unseren kritischen Journalisten nie persönlich für Lockerbie verantwortlich gemacht, obwohl es völlig klar sein musste, dass die ausführenden Agenten wohl kaum aus Eigenitiative gehandelt hatten…

    kritisiert wurde er höchstens dann, wenn er etwas mit den Feindbildern der kritischen Journalisten (Sarkozy, Berlusconi) zu tun hatte oder bei der Flüchtlingsfrage mit dem Westen kooperierte…

    warum die Schlepper-Route ausgerechnet über Libyen führte, wurde hingegen nicht hinterfragt:

    https://aron2201sperber.wordpress.com/2010/08/31/schlepper-will-geld-fur-ruckuberstellungen/

  4. aron2201sperber Says:

    bemerkenwert war auch mit wie wenig kritischem Geist irgendwelche abstrusen Geschichten, die von Gaddafis alten italienischen Geschäftsfreunden (Cossiga, Andreotti) verbreitet worden waren, von unseren kritischen Journalisten übernommen wurden:

    Gaddafi als „Opfer“:

    http://www.focus.de/panorama/welt/tid-11334/der-fall-ustica-westliches-attentat-auf-gaddafi_aid_321764.html

    bei einem Luftangiff der Franzosen auf Gaddafi (1980) sei versehentlich eine italienische Passagiermaschine über Ustica abgeschossen worden.

    immer diese dummen Clouseaus 😉

    Italien hat sich tatsächlich nicht entblödet letztes Jahr zum 30jährigen Jubiläum bei den Franzosen eine offizielle Anfrage über die Wahrheit von Ustica zu deponieren – zumindest wurde dies über die italienischen Medien verbreitet.

  5. King Kong Says:

    Glaubst du, dass Gaddafi auch hinter Ustica steckt?

    • aron2201sperber Says:

      zumindest wurde von der Gaddafi-Fraktion in der damaligen italienischen Regierung alles getan, um den Absturz nicht in Zusammenhang mit Gaddafi zu bringen.

      bereits am nächsten Tag wurde vom Geheimdienst SISMI ein falsches Bekennertelefonat an den Corriere della Sera getätigt, das den NAR (wie einen Monat später bei Bologna) die Schuld gab.

      als es sich als falsch erwies, hieß es zunächst es sei ein technisches Gebrechen der Maschine gewesen.

      erst als es doch zu Untersuchungen kam, wurde die Theorie eines NATO-Raketenangriffs ins Spiel gebracht.

      laut Cossiga hätte der italienische Geheimdienstchef Gaddafi gewarnt, aber dies erst Jahre später Cossiga erzählt, was eine völlig absurde Aussage Cossigas ist.

      der Geheimdienstchef Santovito hätte in einer so wichtigen Sache niemals ohne den Auftrag von Cossiga und Androtti gehandelt, genausowenig wie Gaddafis Agenten ohne Auftrag Gaddafis gehandelt hätten…

      und wenn die Franzosen tatsächlich einen Angriff auf Gaddafi über italienischen Territorium versucht hätten, so hätten sie dies niemals ohne der Einwilligung der italienischen Regierung (Cossiga, Androtti) getan – abgesehen davon, dass die französische Regierung zum damaligen Zeitpunkt wohl nicht einmal mit italienischer Zustimmung eine solche Aktion gewagt hätte – und sie dann auch noch so stümperhaft durchgezogen hätte.

      zum damaligen Zeitpunkt waren außerdem nicht die Franzosen, sondern eben die Italiener im Clinch mit dem Wüstensohn, wie dieser Spiegel-Artikel von September 1980 zeigt:

      http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-14332299.html

      Gaddafi wurde tatsächlich von den Italienern vor einem Angriff gewarnt, allerdings erst 1986 vor Reagans Raketen.

      die libysche Fraktion der italienischen Regierung, die trotz NATO-Bündnisses auf ihre Geschäfte mit dem Terrorpaten dringend angewiesen war, hatte stets versucht Gaddafis geschäftsschädigende Terrorstreiche zu vertuschen.

      am leichtesten konnte man dies tun, in dem man den Terror der „Strategie der Spannung“ zuschrieb…

      da dies die Musik war, die Italiens rote Medien und Justiz hören wollten…

  6. King Kong Says:

    mir ist aber trotzdem nicht klar, was denn Urasche für den Absturz war

  7. aron2201sperber Says:

    die Mehrheit der vom Gericht beauftragten internationalen Sachverständigen kamen in den 90er-Jahren zum Schluß es sei eine Bombe gewesen.

    hätte man in diese Richtung weiter ermittelt, wäre man wohl schnell auf Gaddafi gestoßen. (zu jenem Zeitpunkt wusste man schon von Gaddafis Verantwortung für Lockerbie)

    eine Mindermeinung ging von einem Zusammenstoß mit einem anderen Fleugzeug aus – auch in diesem Fall wäre man wohl schnell bei Gaddafi gelandet, da eine in Kalabrien abgestürzte Libysche MiG wenige Wochen später gefunden wurde.

    stattdessen wurde die am wenigsten wahrscheinliche Theorie eines NATO-Raketentreffers zur „Erklärung“ für Ustica, bei der Gaddafi nicht „Täter“ sondern das „Opfer“ war

    …auch wenn jahrelange Ermittlungen, bei denen nebenbei die Karrieren von Italiens verdientesten Luftwaffengenerälen zerstört wurden, zu keinerlei Ergebnis führten

  8. Sherlock Edel Says:

    Bitte Aaron, der Kurier ließ den Gadaffi sogar als richtige Mutter Theresia da stehen, um im selben Satz noch darauf zu verweisen, dass seine ach so arme Nichte(adoptiv) von ’nem amerikanischen Bombenhagel erfasst wurde….

    „Gaddafi wurde tatsächlich von den Italienern vor einem Angriff gewarnt, allerdings erst 1986 vor Reagans Raketen.

    die libysche Fraktion der italienischen Regierung, die trotz NATO-Bündnisses auf ihre Geschäfte mit dem Terrorpaten dringend angewiesen war, hatte stets versucht Gaddafis geschäftsschädigende Terrorstreiche zu vertuschen.

    am leichtesten konnte man dies tun, in dem man den Terror der „Strategie der Spannung“ zuschrieb…

    da dies die Musik war, die Italiens rote Medien und Justiz hören wollten…“

    Italiens Linke(oder sollte ich rotbraune schreiben?) war sich sogar nicht zu blöd genug um 9/11 zu Instrumentalisieren und selbst dem Iran die Füße zu knutschen….

  9. Hayek Says:

    Die SZ hat sich nicht einmal groß umgestellt.
    Bei denen ist Gaddafi immer noch das Opfer. Ein bemitleidenswerter, alter Mann. Pathetisch ist vom „letzten Gefecht“ die Rede. Kein Wort zu den Massakern an der eigenen Bevölkerung. Das muss man erst einmal so hinkriegen, am 22. Februar 2011, in einem „Porträt“ über Gaddafi. Ein stalinistischer Porträtfotograf könnte nicht besser retuschieren.

    Der Kern- und Endsatz des Artikels:
    „Gaddafi, der Revolutionär a. D., wird nun zum Opfer der Revolution.“

    http://www.sueddeutsche.de/politik/muammar-al-gaddafi-letztes-gefecht-eines-alten-revolutionaers-1.1063739

  10. aron2201sperber Says:

    Paul von NBFS hat einen hervorragenden Beitrag zum Thema „Scheinheiligkeit“ verfasst:

    http://nb4s.wordpress.com/2011/02/26/gerechtigkeit-fur-gaddafi/

  11. Sherlock Edel Says:

    „Livia Klingl, die Außenressort-Chefin vom Kurier ist natürlich eine Klasse für sich…“ Da gibt’s doch noch eine, für die direkt nach dem Tucson-Mord richtig linksliberalistisch(mit links missbraucht wär’ne bessere Bezeichnung) einzig und allein die bösen (Schuss)Waffen die Schuld am „Amoklauf“ tragen, da der Täter ja eine Handfeuerwaffe abgefeurt hat.

    Hätte der Täter die Frau vergewaltigt, wär‘ wahrscheinlich der Pillemann dran gewesen…

    „Berlusconi oder Haider ließen sich ihre Lobby-Arbeit für Despoten wenigstens ordentlich entgelten:“ Denkt doch einer an den „größten Österreicher aller Zeiten“!
    Und ich meine damit nicht Hitler, sondern Kreisky…
    „viele unserer Intellektuellen, Künstler und Poeten handelten hingenen als Überzeugungstäter…“Die linke Intiligenzia handeln einfach vermehrt gegen den Volkswillen, oft auch gegen den fremder Völker… :3

  12. aron2201sperber Says:

    hier kann man auch nachlesen, woher Gaddafi seinen Sprengstoff bezog, mit dem wohl viele seiner Terroranschläge verübt wurden:

    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-14341441.html

    das ganze passierte natürlich in der Ära des amerikanischen Friedensnobelpreis-Präsidenten, dessen mißratener Bruder sogar direkt beteiligt gewesen sein könnte:

    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-14320905.html

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