Täglich grüßt das Murmeltier

Im österreichischen Zwangsgebühren-TV wird seit einer Woche täglich der „Risikoforscher“ Wolfgang Kromp zur Ferndiagnose über die japanische Atomkatastrophe gebeten.

Und stets klärt uns der ORF-Experte über „bereits stattgefundene“ Kernschmelzen und Super-Gaue auf.

Wolfgang Kromp ist stolz darauf, als „Anti-Atom-Pionier“ der ersten Stunde zu gelten.

So sieht er auch aus. Meine Mittelschulprofessoren aus den 80er Jahren hatten genau den gleichen Look.

Ansonsten leitet der Mann ein „Institut für Risikoforschung“ an der Universität für Bodenkultur mit ungefähr fünf MitarbeiterInnen (inkl. Putzfrau)

Ein Land, das freiwillig auf Atom-Technologie verzichtet, bekommt eben die Atom-Experten, die es verdient.

Der Strom kommt ohnehin aus der Steckdose.

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13 Antworten to “Täglich grüßt das Murmeltier”

  1. Hayek Says:

    Da stimme ich dir voll zu. Seit dem Erdbeben sprechen die deutschsprachigen Medien nur noch von Kernschmelze und Super-GAU. Danach folgt dann nichts mehr. Kernschmelze und Super-GAU sind in Deutschland Synonyme mit Weltuntergang. Man erklärt gar nicht mehr, was dies im konkreten Fall bedeutet. Im ZDF war gestern ein „Atomexperte“ vom „Öko-Institut“ mit einer grau melierten Pferdeschwanz-Frisur wie sie Hippies tragen. Mehr Klischee geht nicht. Auch seine Ausführungen endeten mit: Und dann haben wir eine Kernschmelze. Super Erklärung.

    In Harrisburg hatten wir auch eine Kernschmelze. Tote gleich Null. So ist der Stand in Japan auch. Was man nicht will, ist ein tagelanger Brand an der freien Luft, ohne dass die Bevölkerung gewarnt und z.B. mit Iod versorgt wird, wie das in Tschernobyl der Fall war. Aber selbst dort gehen die regulären Studien nur von ca. 50 Toten aus direkt nachweisbarem Zusammenhang aus.

    Der Grund warum man nie über die Kernschmelze hinausgeht, ist einfach:
    Mit den nüchternen Tatsachen, kann man keine Hysterie betreiben.
    Die Brennstäbe im Reaktor schmelzen einfach und die Schmelze lagert sich am Boden des Containments ab. Eventuell durchbricht die Schmelze auch das Fundament und gräbt sich in den Felsen.

    Was Probleme macht, sind die alten Stäbe in den Abklingbecken.
    Die sollten nicht unbedingt tagelang brennen, da sie mehr oder weniger im Freien liegen. Dafür kann man sie aber unbegrenzt mit Wasser begießen, weil sich an der freien Luft kein Knallgas ansammelt.

    Was jetzt noch passieren kann ist, dass die lokale Region um das Kernkraftwerk verstrahlt wird. So im Radius 20km. Dagegen und gegen die Brände kämpfen die Japaner gerade an. Aber selbst wenn sie scheitern gehen Japan oder Tokio nicht unter.

    Hier kann man übrigens direkt spenden:
    http://www.de.emb-japan.go.jp/j_info/110317spenden.html

    Dazu sagen die deutschsprachigen Medien natürlich nichts. Es ist ja nicht Haiti oder Pakisten, wo der Korruptionsindex so hoch ist, dass garantiert keine Spende ankommt. Auch unsere „Hilfsorganisationen“ können sich die Taschen mit direkten Spenden nicht vollmachen. In Japan sind diese Hysteriker sowieso alle schon abgereist. Was für eine Schande.

  2. ichbinsofrei Says:

    solche wie sperber und hayek sind die ersten, die sich die hosen vollmachen, wenn es zb in bohunice rumpelt.
    hayek bietet hier eine nacherzählung dessen, was jeder in den nachrichten sieht und behauptet, das wäre alles harmlos.
    von alarmismus (siehe „vogelgrippe“) ist nichts zu halten.
    die üblichen klugschei..er, wie ihr, die dann ohne sinn diametral argumentieren, sind ebenso unnötig.

    die nutzung von kernenergie dient vor allem den investoren, ist sehr riskant, kann bei fehlern massive folgen haben -und fehler geschehen immer. wenn nichts passiert und man die nachsorge ausblendet, wirkt sie vielleicht „sauber“.
    auch kohle zu verheizen hat viele nachteile, wasserkraft zu nutzen hat dafür schon etwas weniger nachteile. schönfärberei -nur um zu provozieren?- ist da wie dort fehl am platz.

  3. freeman Says:

    Ging mir genauso.

    Wir haben in Österreich Kerntechniker und sogar Leute, die einen Reaktor in einer Großstadt betreiben.
    Aber der ORF holt einen BOKU-Mann…

    Als am Samstag die erste Wasserstoffexplosion stattfand, war für ihn natürlich gleich der ganze Reaktor in die Luft geflogen.
    Als das Leck(?) in der Kondensationskammer auftrat, gab es die gleiche Diagnose.

    Vor 300 Jahren hätte der Typ wohl an öffentlichen Plätzen Höllenpredigten gehalten und von Spenden gelebt, heutzutage dürfen wir alle ihn mit unseren Steuern erhalten.

  4. Bernd Dahlenburg Says:

    Hallo Aaron,

    wie ich sehe, hattest du bei FdoG (Euckens Erbe) auch einen Kommentar hinterlassen.

    Dennoch hier noch einmal der Link zu einem weiteren sehr guten Kommentar, den ich ich dort reinkopiert habe:

    http://www.visdp.de/magazin/cool-bleiben/

    Schönes Wochenende!

  5. aron2201sperber Says:

    jetzt prophezeit er auch noch per Ferndiagnose den baldigen Tod der Helden von Fukushima:

    http://derstandard.at/1297820689169/Chat-Nachlese-Kromp-Die-Helden-von-Fukushima-werden-nicht-lange-ueberleben

    • Popeye Says:

      „Ähnlich sind die Grenzwerte in Japan. Anfangs galt für die Mechaniker und Helfer, die in Fukushima Daiichi eingesetzt werden, ein Grenzwert von 100 mSv. Inzwischen wurde er vom Japanischen Gesundheitsministerium für die Arbeit auf dem KKW-Gelände auf 250 mSv heraufgesetzt. Die TEPCO hat sich aber entschlossen, unter dieser Grenze zu bleiben. Ihre Arbeiter werden, sobald sie eine Dosis von 100 mSv erreicht haben, nicht mehr auf dem Gelände eingesetzt.“

      http://zettelsraum.blogspot.com/2011/03/kurzberichte-zu-fukushima-daiichi-1.html

  6. Hayek Says:

    @aron

    Ja das Angebot kenne ich und es ehrt mich.
    Ich weiß nur nicht wie das konkret funktionieren soll.
    Gibt es bei wordpress eine Gastbeitrag-Funktion?
    Willst du einem Fremden dein wordpress-Passwort anvertrauen?
    Wohl kaum. 😉

    Machen wir es doch unkompliziert:
    Wenn dir ein Kommentar von mir gefällt, kannst du ihn jederzeit gerne und ohne extra Nachfragen als Gastbeitrag veröffentlichen.

    Du kannst auch nur einzelne Teile verwenden oder Sätze beliebig umschreiben. Auch die Aussage und den Sinn kannst du verändern. Erwähne eben an einer Stelle, wer dich zum Beitrag inspiriert hat. Oder so wie es die Medien immer machen: „Mit Hilfe von dpa“. Auch wenn 95% der Formulierungen von der dpa sind. 😉

    Wenn du den ganzen Kommentar nimmst, reicht eine Formulierung wie „Gastbeitrag von Hayek“ am Ende oder am Anfang.

    Ich habe auch schon mal an einen eigenen Blog gedacht, kam aber dann zum Ergebnis, dass du schon alle wesentlichen Punkte abdeckst. Daran hat sich nichts geändert. Weiter so.

    Mfg

  7. ap Says:

    Der Typ fährt doch eine Haider-Strategie:
    Schüre die Angst und koche dein verderbliches Süppchen.
    Außerhalb unserer traurigen Medienlandschaft wäre der schon längst auf seiner Kernseife ausgerutscht.

    Übrigens hat der ORF sehr wohl einen Beitrag im Österreichischen Atominstitut gedreht und war dabei sichtlich bemüht bloß kein Statement aufzunehmen, das nicht ins Konzept passt. Wer sich so einen Sender gefallen lässt, tut mir leid, mehr als jeder Berlusconi-Anhänger.

  8. Sherlock Edel Says:

    „Vielen Dank für den interessanten Kommentar – Mein Angebot, hier Gastkommentare zu veröffentlichen, kennst du ja schon 😉 “
    Soll er machen! Soll/Muss er machen!

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