Archive for 1. April 2011

Die Lehre aus dem heutigen Massaker

April 1, 2011

2.000 Rechtsradikale hören in Greifswald eine Hassrede eines NPD-Politikers, der behauptet, ein afghanischer Imam hätte eine deutsche Flagge verbrannt.

Anschließend macht sich der rechtsextreme Mob zum nächsten Asylwerberheim auf, um die muslimischen Insassen auf bestialische Weise zu massakrieren.

Natürlich verurteilt man die Tat.

Allerdings sei auch der Imam schuld, der die deutsche Ehre beleidigt hätte.

Außerdem hätten Muslime im ausländerfeindlichen Deutschland sowieso nichts verloren.

Die Folgerung aus der Tat kann daher nur lauten, alle Muslime möglichst schnell aus Deutschland zu entfernen.

Gaddafi und Tangentopoli

April 1, 2011

Zu Beginn der 80er Jahre herrschte zwischen Gaddafi und der NATO dicke Luft.

Obwohl Libyen Italiens wichtigster Erdöl-Lieferant war, schloss die italienische Regierung ein Beistandsabkommen mit Malta, das gegen Gaddafi gerichtet war.

Als sich Gaddafi für Italiens treulose Außenpolitik rächte, wurde der Verdacht von der italienischen Regierung sofort von ihm weggelenkt.

Wäre Gaddafis Urheberschaft für die beiden schlimmsten Terroranschläge der italienischen Geschichte bekannt geworden, hätte dies das Ende aller Geschäftsbeziehungen bedeutet.

Italien war nach dem Scheitern des Eni-Petromin-Deals mit Saudi-Arabien jedoch dringend auf Gaddafis Öl angewiesen.

Aus der Differenz zwischen dem günstigen Preis, den Gaddafi seinen „nachsichtigen“ italienischen Freunden machte, und dem offiziellen Preis, um den Italien sein Öl über den staatlichen Eni-Konzern bezog, konnten Cossiga und Andreotti das italienische Parteiensystem bequem ein weiteres Jahrzehnt finanzieren (auch die PCI, welche von Cossigas Cousin Enrico Berlinguer geführt wurde, bekam wohl ihren Anteil)

Gaddafis geschäftsschädigende Terrorstreiche von Bologna und Ustica konnte man elegant vertuschen, indem man sie der rechtsextremen „Strategie der Spannung“ zuschrieb.

Solange Gaddafis Öl sprudelte, rührte keine italienische Regierung an dieser „bequemen Wahrheit“.