Merci Sarkozy

Der Westen hatte sich mit Gaddafi gut arrangiert.

Ohne KGB waren Gaddafis Möglichkeiten, Terror einzusetzen, recht beschränkt.

Die neue Generation islamistischer Terroristen war auf Gaddafis Geld nicht angewiesen.

Nach 9/11 wurde das Kriegsbeil zwischen Gaddafi und dem Westen endgültig begraben.

Stattdessen widmete man sich lukrativen Geschäften.

Gaddafis Probleme begannen erst, als die prowestlichen Regierungen in Ägypten und Tunesien friedlich gestürzt wurden, und dadurch auch seine eigenen Untertanen genug Mut zur Auflehnung fassten.

Gerade Sarkozy und Berlusconi hätten mit einem Status Quo in Libyen sehr gut weiterleben können.

Obama wollte sich sowieso heraushalten.

Was wäre wohl geschehen, wenn Sarkozy nicht die Initiative ergriffen hätte?

Der Bürgerkrieg zwischen Bengasi und Tripolis wäre wohl trotzdem ausgebrochen.

Nur hätte er nicht 6 Monate gedauert, sondern er wäre länger, verworrener und auch wesentlich blutiger ausgefallen.

Italien und die Türkei hätten weiter ihren Erdöllieferanten unterstützt, während reiche Ölscheichs die Sache der „Rebellen“ gefördert hätten.

Obama hätte wohl die Politik seiner demokratischen Vorgänger in Afghanistan und Bosnien wiederholt, und die größten Feinde des Westens indirekt unterstützt.

Dieser Sumpf wäre der ideale Nährboden für Al Qaida und Konsorten gewesen.

Dschihadisten werden vom Chaos angezogen, wie Schmeißfliegen von Extrementen.

Ägyptische Muslimbrüder hätten in Libyen ein ideales Trainingscamp für den Endkampf gegen Israel vorgefunden.

Am Ende hätte man erst recht eingreifen müssen, um sich nicht vorhalten lassen zu müssen, man kümmere sich nicht um die armen Muslime.

Was dann aber trotzdem nichts mehr an den bitteren Vorwürfen der islamischen Welt geändert hätte (siehe Bosnien).

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14 Antworten to “Merci Sarkozy”

  1. jack Says:

    Ich bin mir immer noch unschlüssig, was richtig war und zu dieser aktuellen Situation geführt hat. Eigentlich müßte ich sagen: besprechen wir dies in 1-2 Jahren – geht nicht, schon klar.
    Die Situation in Libyen sehe ich immer noch als nicht abgeschlossen, an. Ob die Mitte, oder das erste Drittel oder wie bei vielen das glückliche Ende (was ich sehr bezweifele). Das Ende des Wüsten-Goofys und seiner Foltersöhne, -knechte, die ab und an in der Schweiz „Urlaub“ machten ist es auf alle Fälle. Aber noch ist dieses Blatt noch nicht zu Ende geschrieben und andere Goofys warten nur auf ihre Chance!
    Eine Meinung der bulgarischen Krankenschwestern würde mich dazu interessieren, die hatten den Wüsten-Goofy ja nie gesehen, nur das „normale“ Volk…

  2. arprin Says:

    Obwohl ich Sarkozy in vielen Fällen kritisch gegenüber stehe, muss man ihm hier gebührenden Respekt zollen.
    Er hat einen entscheidenden Beitrag zum Sturz Gaddafis beigetragen. Hoffentlich werden die Libyer diese Chance nutzen.

  3. American Viewer Says:

    Das Ergebnis ist Punkt eins. Libyen hat eine Chance auf, ja auf was eigentlich? Freiheit? Demokratie? Man weiß es nicht. Das ist alles sehr fraglich. Mir hätte es jedenfalls gereicht, wenn man einfach Gaddafi und seinen Clan zur Strecke gebracht hätte, so wie Reagan das mal vorhatte.

    Punkt zwei ist die Motivation. Warum hat Sarkozy das gemacht? Ein paar Monate voher ist er noch ein großer Kumpel von Gaddafi, schwafelt irgendwas von „Mittelmeerunion“, schüttelt im die Hände, kriecht Gaddafi dahin wo die Sonne nicht scheint und dann diese Kehrtwende. Warum? Aus Nächstenliebe? Aus Interesse an den Libyern? Wohl kaum. Sarkozy ist ein impulsives Mega-Ego, ein unberechenbares Rumpelstilzchen, dem geht es nur um Außenwirkung, er regiert nach Umfragen. Prinzipien und längerfristige Pläne hat der Mann keine. So wie Merkel auch und das kann sich für Europa noch bitter rächen. Die Chancen für ein Desaster stehen „gut“. Zumal eine Opposition nicht vorhanden ist.

    • aron2201sperber Says:

      ad 1:

      Reagan hat gegen Gaddafi eine völlig berechtigte Strafaktion durchgeführt, als dieser Terror förderte und Amerikaner dabei starben.

      damals herrschte kalter Krieg, von dem Gaddafi profitierte und sich allmächtig gebärdete.

      heute ist die Situation eine völlig andere.

      was mich zu Punkt 2 bringt:

      Sarkozy war wie Berusconi ein Geschäftspartner Gaddafis.

      Sicher wäre es moralisch glorreicher gewesen, wenn er schon gleich bei seinem Amtsantritt den Mörder von unschuldigen Landsleuten bekämpft hätte:

      http://de.wikipedia.org/wiki/UTA-Flug_772

      Politik ist jedoch die Kunst des Machbaren.

      Vergessen wir nicht, mit wem sich Churchill und Roosevelt verbünden mussten, um Hitler zu besiegen.

      Sarkozy hat die Lage jedoch richtig eingeschätzt (und auch Berlusconi war klug genug, sich Sarkozys Einschätzung anzuschließen, statt weiter Gaddafis Hintern für billiges Öl zu küssen):

      Wenn links und rechts die Regime stürzen, war auch Gaddafi ein Wackelkandidat.

      der jedoch nie freiwillig gegangen wäre, was unweigerlich zu einem Bürgerkrieg geführt hätte, da wie oben erwähnt Finanzierung und Kampfwille der Gegner auf jeden Fall vorhanden waren.

      am schlimmsten wäre ein langer Bürgerkrieg vor unserer Haustür gewesen:

      https://aron2201sperber.wordpress.com/2011/03/25/bengasi-gefahrlicher-als-tripolis/

      davor hat uns Sarkozys Leadership bewahrt.

      und dafür sage ich „Danke“

      • American Viewer Says:

        Ja das stimmt. Da ist viel Wahres dran, das mich mehr überzeugt hat. Sarkozy mag ein kleiner, hyperaktiver Giftzwerg mit allerlei Fehlern sein, aber er hat etwas Positives auf die Beine gestellt.

      • aron2201sperber Says:

        freut mich sehr, dass dich meine Argumente überzeugt haben.

        Sarkozy mag ein Giftzwerg sein, aber einer mit gutem Frauengeschmack 😉

        Carla Bruni ist wirklich eine verdammt schöne Frau

  4. arprin Says:

    Off topic: American Viewer ist nicht mehr erreichbar.
    Siehe: http://americanviewer.wordpress.com/

    Was ist da los?

  5. Der Tod eines Feiglings « Aron Sperber Says:

    […] einen Teil seines Vermögens retten können, und seinem Land einen blutigen Bürgerkrieg (der nur dank Sarkozys beherzten Einschreitens wenigstens nicht allzu lange dauerte) […]

  6. Merci Sarkozy – Shame on Jürgen « Aron Sperber Says:

    […] Libyen wurde der Krieg gegen den Tyrannen dank Sarkozys beherzten Einsatz rasch […]

  7. Demokraten siegen bei libyschen Wahlen « Aron Sperber Says:

    […] Libyen wurde der Krieg gegen den Tyrannen dank Sarkozys beherztem Einsatz rasch […]

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