„Gutmenschen“ schon von Hitler verfolgt?

„Teilen, Partizipieren, Versöhnen, Krötenzäune aufstellen”, das hat unser Mann bei der SZ schon “in der Grundschule” gelernt, er weiss auch “zwischen Muslim und Islamist” zu unterscheiden, “ökologische, nachhaltige, solidarische und nicht-xenophobe Ansätze” sind ihm vertrauter als das “Säbelrasseln” in den “Online-Teestuben”.

Wer solchen Leberkäs von der Leine lässt, dem ist ein Platz bei der SZ sicher. Und der muss sich auch um seine “Quellen” keinen Kopf machen.

So behauptet unser Mann bei der SZ, die “NS-Propaganda” haben den Begriff “Gutmensch” erfunden und “das erste Mal” benutzt.

Wo hat er das her?

Nun, er hat recherchiert, das heisst bei Wikipedia nachgeschaut, wo in der Tat so etwas angedeutet, aber keine Primärquelle genannt wird, weswegen Alan Posener schon vor Jahren in seinem Welt-Blog die Frage stellte, ob “es sich hier schlicht und einfach um eine Ente” handeln könnte.

Unser Mann bei der SZ hat sich bei “proisraelischen Bloggern”, “Suv-Fahrern”, “Islamkritikern” und “Neonazis” umgehört, und das hat ihn so viel Zeit, Kraft und Verstand gekostet, dass er eine Adresse nicht mehr ansteuern konnte: Die “Gesellschaft für deutsche Sprache”.

Also wollen wir ihm ein wenig unter die Arme greifen und auf die Sprünge helfen. Hier steht, was die Gesellschaft für deutsche Sprache über die Herkunft des Wortes “Gutmensch” zu berichten weiss. Da ist von vielem die Rede, nur nicht von einer Wortschöpfung der NS-Propaganda. Womit unser Mann bei der SZ sich ins Abseits getrickst hat. Denn nur von ein Nazi drin ist, darf auch Nazi drauf stehen.

Das macht aber nichts. Die SZ ist und bleibt ein Qualitätsblatt. Besonders gut geeignet zum Einpacken toter Fische.

(Henryk M. Broder)

Auch der Lindwurm hat dazu einen empfehlenwerten Beitrag verfasst.

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12 Antworten to “„Gutmenschen“ schon von Hitler verfolgt?”

  1. Karl Says:

    Die deutschen Linken schmücken sich eben gerne mit fremden Federn.

    Die 68er konnten den Deutschen sogar erfolgreich einreden, die BRD entnazifiziert zu haben…

  2. Karl Says:

    Gutmenschen meinen, es gäbe kein Problem mit Fremden, sondern nur mit Fremdenfeindlichkeit.

    damit begehen sie genau denselben Fehler, den die von ihnen angeprangerten Ausländerhasser begehen, die Probleme mit einer komplexen Realität, mit der Bekämfung eines einfachen Feindbildes auflösen wollen.

  3. American Viewer Says:

    Die Primärquelle in der SZ ist auch nicht schlecht. Normalerweise kommen Gutmenschen ja mit einer Nazikeule aus, die SZ benutzt gleich zwei. Doppelt hält besser.

    Was meint der Autor eigentlich mit Suv? Suff-Fahrer oder SUV-Fahrer? Man weiß es nicht. Es scheint aber etwas ganz Schlimmes zu sein. Suff-Fahrer wie Käßmann sind in Deutschland positiv besetzt, also muss es einer dieser bösen SUV-Fahrer gemeint sein.

    Besser kann man das Weltbild der Gutmenschen fast nicht auf den Punkt bringen: Wer sich proisraelisch, islamkritisch, „rechtspopulistisch“ oder gar „klimaleugnerisch“ äußert, ist in Europa ein Nazi. Mindestens.

    (Den echten Nazis von der Waffen-SS verzeiht man dagegen alles, wenn sie heute nur auf der „richtigen“ Seite stehen. „6 Millionen liquidierte deutsche Kriegsgefange“?! – Kann ja mal passieren! Wie wäre es mit noch einem Nobelpreis?).

    Glücklicherweise gibt es Gutmenschen, die da nicht denn Überblick verlieren und ganz genau wissen wer „der Gute“ ist und wer „der Böse“. Und in welchen Fällen man ganz genau ausdifferenzieren muss und in welchen absolut gar nicht.

    • Leo Brux Says:

      Die Kritik trifft also diese Zusammenstellung:
      proisraelischen Bloggern, von Suv-Fahrern und Islamkritikern, von Neonazis und allen anderen Unzufriedenen
      und Lindwurm schließt daraus, dass diese vier Kategorien über das angenommene Faktum, andere als „Gutmenschen“ abzustempeln, hinaus auch sonst noch etwas gemeinsam haben müssen, zum Beispiel die Haltung gegenüber Israel.

      Seltsamer Fehlschluss.

      Wieso soll das mit dem SUV-Fahrer in diesem Zusammenhang ein Verständnisproblem sein?

      SUV-Fahrer haben vielleicht ein schlechtes ökologisches Gewissen und reagieren es möglicherweise mittels des Vorwurfs ab, ökologiebewusste Menschen seien blöde Gutmenschen.

      Scharnigg weiß, das dürfen wir unterstellen, dass Neonazis und Israelfans in Sachen Israel nichts gemeinsam haben. Aber die Israelfans haben in der einen Hinsicht, um die es hier geht, ein ähnliches Problem wie die SUV-Fahrer und die Neonazis: Sie verteidigen oder relativieren wenigstens etwas Böses, etwas, das man eigentlich nur schwer verteidigen kann, wenn man ein gewisses Minimum an menschlichem Anstand hat: Israels Siedlungspolitik. Israelfans sind insofern „Bösmenschen“, und da niemand ein Bösmensch sein will, wird der Spieß umgedreht und derjenige, der wie ich Israels Siedlungspolitik für ein Verbrechen hält, wird zum etwas lächerlichen Gutmenschen degradiert, dem die nötige Härte zur Beurteilung einer Realpolitik fehlt.

      Bleibt noch die Frage, warum Lindwurm und Aaron Sperber Scharniggs Liste auf die Weise missverstehen, wie sie es tun.

      • American Viewer Says:

        und da niemand ein Bösmensch sein will

        Das ist ihre falsche Annahme. Ich bin gerne Bösmensch. Von ihnen wegen Israel als „Bösmensch“ tituliert zu werden, erfreut mich. Ich kenne die Heuchlei der Linken nun schon seit mindestens 30 Jahren und es widert mich einfach nur noch an.

        Ich mag Unternehmer, die sagen ihre Motivation seien Macht, Gier oder Profit. Das ist ehrlich. Ich habe gelernt was Menschen für falsche Hunde sind, die behaupten sie machen etwas „für das Allgemeinwohl“ oder „zum Wohle der Menschheit“.

        Ich habe gesehen wie die Gutmenschen ihr heuchlerisches Geschwafel anstimmen und gleichzeitig Steuern hinterziehen und ihre Kinder auf jede Schule schicken – alternativ, waldorf, extrem religiös, ganz egal – nur nicht dahin wo sie eigentlich hinmüssten, weil diese Schule „zu viele Ausländer“ hat. No thanks. Fuck Gutmenschen.

  4. Der Gutmensch Says:

    Zur Information:

    „Der Gutmensch, – Wesenmensch, – hat gegen jene Heuchelglattheit der Vornehmlinge eine zuverlässige Waffe: – sein ungeschminktes, ernstes, ernstfreundliches, liebsinniges, liebefriedliches, ehrwürdiges Gesicht, – darin sie bald lesen lernen! – und seine einfach schöne, reine Geberde und Rede. – Aber bald ergrimmen sie darob, – und deine Unschuldwürde ist ihnen Verbrechen.“

    Karl Christian Friedrich Krause, Nachlass um 1831, erstmals publiziert a. 1900.

    Älter als das Appellativum ist der Name. Die bekannteste Person dürfte Johann Gutmensch sein, der zusammen mit Stephan (Daniel) von Gaden 1682 in Rußland hingerichtet wurde. Beide Ärzte wurden beschuldigt, den Zaren vergiftet zu haben. Diese Episode der russischen Geschichte war Vorbild für die sogenannte „Ärzteverschwörung“ von 1953. (von Gaden war Jude)

  5. InitiativGruppe Says:

    Die Kritik trifft also diese Zusammenstellung:
    proisraelischen Bloggern, von Suv-Fahrern und Islamkritikern, von Neonazis und allen anderen Unzufriedenen
    und Lindwurm und Sperber schließen daraus, dass diese vier Kategorien über das angenommene Faktum, andere als „Gutmenschen“ abzustempeln, hinaus auch sonst noch etwas gemeinsam haben müssen, zum Beispiel die Haltung gegenüber Israel.

    Seltsamer Fehlschluss.

    Wieso soll das mit dem SUV-Fahrer in diesem Zusammenhang ein Verständnisproblem sein?

    SUV-Fahrer haben vielleicht ein schlechtes ökologisches Gewissen und reagieren es möglicherweise mittels des Vorwurfs ab, ökologiebewusste Menschen seien blöde Gutmenschen.

    Scharnigg weiß, das dürfen wir unterstellen, dass Neonazis und Israelfans in Sachen Israel nichts gemeinsam haben. Aber die Israelfans haben in der einen Hinsicht, um die es hier geht, ein ähnliches Problem wie die SUV-Fahrer und die Neonazis: Sie verteidigen oder relativieren wenigstens etwas Böses, etwas, das man eigentlich nur schwer verteidigen kann, wenn man ein gewisses Minimum an menschlichem Anstand hat: Israels Siedlungspolitik. Israelfans sind insofern „Bösmenschen“, und da niemand ein Bösmensch sein will, wird der Spieß umgedreht und derjenige, der wie ich Israels Siedlungspolitik für ein Verbrechen hält, wird zum etwas lächerlichen Gutmenschen degradiert, dem die nötige Härte zur Beurteilung einer Realpolitik fehlt.

    Bleibt noch die Frage, warum Lindwurm und Aron Sperber Scharniggs Liste auf die Weise missverstehen, wie sie es tun.

  6. MigraNews (16) 12. September 2011 « BlogIG – Migrationsblog der InitiativGruppe Says:

    […] gründlich missverstanden von Lindwurm und Aron Sperber. […]

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