„Den Kapitalismus-Reaktor einfach abschalten“

Klein Augstein vergleicht die europäische Schuldenkrise mit dem Reaktorunfall von Fukushima, dem bekanntlich größten „deutschen Trauma“ der letzten Jahre.

„Aufräumarbeiten im Finanz-Fukushima“

Die gefühlten Millionen SuperGAU-Opfer stellten in der deutschen Berichterstattung die 20.000 realen Toten der japanischen Naturkatastrophe von Anfang an in den Schatten.

Die einzige Lösung lautete daher: „Abschalten“

Für den Kapitalismus (als gefühlten Verursacher der Euro-Krise) könne es folgerichtig nur dieselbe Lösung geben:

„Den Kapitalismus-Reaktor abschalten“

Überfordert und erschöpft mühen sich die Politiker ein weiteres Mal, den maroden Reaktor des Kapitalismus zu retten. Dabei lautet die einzige Lehre aus dieser Kernschmelze: Abschalten! Schützt die Staaten endlich vor den Märkten!

Die Staaten (die realen Verursacher) müssten hingegen geschützt werden.

Schließlich hätten wir nämlich gar keine „Schuldenkrise“, sondern nur eine „Einnahmenkrise“:

Der Begriff der Schuldenkrise hat sich durchgesetzt. Das ist ein Zeichen für den fortgeschrittenen Grad an Manipulation, dem die Öffentlichkeit ausgesetzt ist. Wenn einer Schulden hat, so klingt das, dann hat er zu viel Geld ausgegeben und muss sparen. Andersherum wird ein Schuh draus: Wir haben ein Einnahmeproblem, kein Ausgabenproblem. Deutschland gibt nicht zu viel Geld aus. Es nimmt zu wenig Geld ein.

So wie der Strom in Klein Augsteins linker Welt ohnenin aus der Steckdose kommt, liegt das nötige Geld einfach nur bei den „Falschen“, den „Reichen“.

Die „Reichen“ sind natürlich immer nur die „Anderen“.

Wenn die Politik sich nicht bald entschließen sollte, das Schuldenmachen zu stoppen, wird selbst Klein Augstein merken, dass die „Reichen“ wir alle sind.

Wenn wir alle wieder bei Null beginnen müssten, und statt Geld und Herkunft nur noch Intelligenz und Leistung zählen sollten, wird Klein Augstein der alten kapitalistischen Welt nachweinen.

In der neuen härteren Welt wäre nämlich für Augsteins Kindereien wohl kein Platz, und selbst Klein Augstein wäre dann gezwungen, endlich erwachsen zu werden.

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11 Antworten to “„Den Kapitalismus-Reaktor einfach abschalten“”

  1. Karl Says:

    Augstein ist wirklich beeindruckend infantil

  2. aron2201sperber Says:

    hier zur Abwechsung etwas erwachsenes:

    http://www.andreas-unterberger.at/2011/10/achtung-bankueberfall/

    ich bin zwar nicht mit allen politischen Ansichten Unterbergers einverstanden, aber er ist zweifelsfrei ein brillianter Journalist.

    doch während der kleine Pamphletist Augstein beim Spiegel das große Wort führen darf, wurde Unterberger vom Medien-Establishment zum Blogger degradiert.

  3. Ulrich Elkmann Says:

    Halt mal: „Reaktorunfall von Fukushima“/“die 10.000 realen Toten der japanischen Naturkatastrophe“: diese Koppelung kann so nicht stehengelassen werden: durch den Reaktorunfall ist in Japan KEIN EINZIGER Mensch ums Leben gekommen – alle 22.000 bis 25.000 Toten gehen auf Kosten des Erdbebens und des dadurch ausgelösten Tsunamis.
    Wenn man den Augsteins in den Medien solche Verdrehungen durchgehen lässt, darf man sich nicht wundern, wenn die Krise in den Köpfen des Publikums schließlich nur noch als Resultat der „Raffgier des Marktes und der Banken“ dasteht, während die weisen Politiker zur Rettung der Welt schnellstens so ein erwiesenes Teufelszeug wie Marktwirtschaft oder das Grundgesetz in die Tonne treten sollten.

  4. Stefan Wehmeier Says:

    „Die Zukunft vorherzusagen, ist unmöglich, und alle derartigen Versuche wirken – wenn sie ins Detail gehen – schon wenige Jahre später lächerlich.
    …Dieses Buch hat ein realistischeres, zugleich aber auch anspruchsvolleres Ziel. Es versucht nicht, die Zukunft zu beschreiben, sondern die Grenzen abzustecken, innerhalb derer mögliche Zukunftsentwicklungen liegen müssen.
    …Ich glaube – und hoffe – auch, dass Politik und Wirtschaft in der Zukunft nicht mehr so wichtig sein werden wie in der Vergangenheit. Die Zeit wird kommen, wo die Mehrzahl unserer gegenwärtigen Kontroversen auf diesen Gebieten uns ebenso trivial oder bedeutungslos vorkommen werden wie die theologischen Debatten, an welche die besten Köpfe des Mittelalters ihre Kräfte verschwendeten. Politik und Wirtschaft befassen sich mit Macht und Wohlstand, und weder dem einen noch dem anderen sollte das Hauptinteresse oder gar das ausschließliche Interesse erwachsener, reifer Menschen gelten.“

    Arthur C. Clarke (Profile der Zukunft – Über die Grenzen des Möglichen)

    Machtausübung ist Dummheit und allgemeiner Wohlstand auf höchstem technologischem Niveau, eine saubere Umwelt und der Weltfrieden sind selbstverständlich. Die Menschheit muss nur damit aufhören, mit aller zur Verfügung stehenden Unvernunft (Politik) etwas „regeln“ zu wollen, was nicht geregelt werden kann, solange es sich durch das vom Kapitalismus befreite Spiel der Marktkräfte nicht selbst regelt.

    In einer Zinsgeld-Ökonomie (zivilisatorisches Mittelalter) wirtschaften alle Menschen gegeneinander, weil jeder durch die Ansammlung von möglichst viel Eigenkapital (Zinsgeld, Sachkapital oder Boden) nur versuchen kann, auf Kosten anderer zu leben (Zinsgewinner), damit andere nicht auf seine Kosten leben (Zinsverlierer). Das gilt sowohl für jeden einzelnen Wirtschaftsteilnehmer als auch für Nationalstaaten, die sich gegenseitig in die Schuldenfalle treiben müssen, bis der nächste Krieg unvermeidlich wird. So makaber es klingt, die einzige Hoffnung, dass sogar die hohe Politik mit dem Denken anfängt, ist die Atombombe, denn der Krieg – zwecks umfassender Sachkapitalzerstörung, um den Zinsfuß hochzuhalten – konnte nur solange der Vater aller Dinge sein, wie es noch keine Atomwaffen gab!

    Die Beendigung der „Finanzkrise“ durch den eigentlichen Beginn der menschlichen Zivilisation ist die Befreiung der Marktwirtschaft vom parasitären Gegenprinzip des Privatkapitalismus durch eine professionelle Geld- und Bodenordnung (die noch bestehende wurde gänzlich unreflektiert aus der Antike übernommen). Mit der Verwirklichung der Natürlichen Wirtschaftsordnung (echte Globale Soziale Marktwirtschaft), die bereits im Jahr 1916 von dem Sozialphilosophen Silvio Gesell vollständig und widerspruchsfrei beschrieben wurde (alle „Gegenargumente“ sind religiös bedingte Vorurteile), muss sich die Menschheit nicht mehr mit dem Überleben beschäftigen, sondern kann mit dem Leben beginnen, weil alle Wirtschaftsteilnehmer nicht mehr gegeneinander, sondern miteinander wirtschaften – um gemeinsam eine wahre Zivilisation aufzubauen, von der „Spitzenpolitiker“ und „Wirtschaftsexperten“ nicht einmal träumen können:

    http://opium-des-volkes.blogspot.com/2011/10/vollinvestition.html

    • aron2201sperber Says:

      fehlen halt leider die idealen Menschen, die deine „wahre Zivilisation“ umsetzen müssten.

      alle bisherigen glorreichen Projekte, das Paradies auf Erden einzuführen, sind stets daran gescheitert.

      aber linken Utopismus barucht man im Gegensatz zum Kapitalismus nie an der Realität zu messen.

      denn er wird jedes Mal beim nächsten Mal sicher ganz anders…

  5. Guerrero Says:

    btw: Schick mal den Unterberger deinen Blog als Mail, der freut sich sicher.

    • aron2201sperber Says:

      als Unterberger noch ein absolutes Feindbild von mir war, habe im Rahmen einer Veranstaltung einmal persönlichlich mit ihm gesprochen.

      ich war überrascht, dass der „böse Rechte“ im persönlichen Umgang eigentlich sehr nett war.

  6. genova68 Says:

    „ich war überrascht, dass der „böse Rechte“ im persönlichen Umgang eigentlich sehr nett war.“

    lol. Du bist mir ein echter Menschenkenner. Mit Hitler konnt man sich auch ganz gut unterhalten, habe ich mir sagen lassen.

    Das mit der härteren Welt und dem weichen „Klein Augstein“ zeigt indes ganz gut, wes Geistes Kind du bist.

    Junge, versuch es doch einmal mit einer richtigen Analyse der Verhältnisse, Wie funktioniert Kapitalismus? Das wäre erkenntnisfördernder als Augstein als klein zu diffamieren, weil er der Sohn seines Vaters ist.

  7. American Viewer Says:

    Wenn wir alle wieder bei Null beginnen müssten, und statt Geld und Herkunft nur noch Intelligenz und Leistung zählen sollten, wird Klein Augstein der alten kapitalistischen Welt nachweinen.

    Das wäre mal wirklich göttlich. Was würde passieren, wenn die feuchten Kinderträume von Augstein alle wahr werden?

    Welchen Platz würde er in so einer Welt einnehmen? Ich denke das ist die Motivation Augsteins: Er will seinen leistungslosen Reichtum und seine rein gerbte Macht rechtfertigen. Seht her sagt er, ich bin doch einer von euch. Die Linke reagiert auf solche Bonzenkinder launisch. Auf der einen Seite werden sie angebetet wie Lenin, Luxemburg oder eben Augstein. Auf der anderen Seite kann sich der Wind ganz schnell drehen, wenn erst einmal die Thälmanns, Mielkes und Hilde Benjamins ans Ruder kommen. Ganz zu schweigen von Hitler, Stalin, Mao.

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