„Wer sich mit dem Wind dreht“

Pi.news will auf die „vordergründigen Erkenntnisse“ eines Hamed Abdel-Samad verzichten, weil sich dieser zunächst einmal über den Sturz der Diktatur in seiner alten Heimat gefreut hatte:

Wir verzichten auf Ihre vordergründigen Erkenntnisse, die sich alle paar Monate ändern.

Ich darf daran erinnern, dass gerade pi.news eine der wenigen deutschen Stimmen war, die sich hinter die Außenpolitik eines George W. Bushs gestellt hatten, welche die Demokratisierung des Nahen Ostens zum vielleicht allzu idealistischen Ziel hatte.

Heute haben bei pi.news die Peter Scholl-Latour-Fans wie Kewil das Sagen:

So sehr man es begrüßen würde, wenn unsere Medien endlich Muttersprachler statt verwirrte GEZ-Quotenblondinen in fernen Ländern als Korrespondenten hätten, so sehr möchte man von geschäftstüchtigen Luftikussen verschont bleiben, die alle halbe Jahr ihre Meinung um 180 Grad drehen. Dann schon lieber Typen wie Scholl-Latour!

Daher frage ich mich, wer sich hier mit dem Wind dreht?

Schreibt jetzt bald auch ein Jürgen Elsässer für pi.news?

Wenn das so weitergeht, wird man rasch dorthin gelangen, wo pi.news von seinen Gegnern stets hingestellt wurde.

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9 Antworten to “„Wer sich mit dem Wind dreht“”

  1. Kraftwerk Says:

    Warst du nicht selbst auch ein ziemlicher Fan von „Bushs naiver Außenpolitik“?

  2. aron2201sperber Says:

    unser Revolutionsberichterstatter vom staatlichen Zwangsgebühren-TV war natürlich auch schwer euphorisch:

    https://aron2201sperber.wordpress.com/2011/02/11/die-arabeske-vom-verzuckten-orf-korrespondenten/

    auf kritische Worte angesichts der ernüchternden Entwickungen wartet man jedoch umsonst…

  3. American Viewer Says:

    Pi dreht immer mehr ab.

    Ich finde kewil ist der einzig „gute“ Kommentator dort. Seine Ansichten zu Religionen, Libyen, Abtreibung, Schwulen usw. kann ich allerdings nichts teilen.

    Dafür kann ich ihm in der Regel bei seinen Artikeln zum Thema Wirtschaft, Kernkraft, Gentechnik, S21, Infrastruktur, Steuern usw. voll zustimmen.

    Seine Einstellungen scheinen nicht untypisch für deutsche Rechtskonservative zu sein. So ist das auch in Amerika. In vielen Themen kann ich der GOP zustimmen, in anderen Punkten kann ich nur mit dem Kopf schütteln.

    Am Ende kommt es darauf wieviele Gemeinsamkeiten man hat. Ronald Reagan wird ja der Spruch zugeschrieben:

    The person who agrees with you 80 percent of the time is a friend and an ally — not a 20 percent traitor.

    Die Frage ist nur ob kewil auf 80% kommt und nicht eher auf 40-60% – ein Balanceakt auf der Grenze also.

    • aron2201sperber Says:

      was pi.news so besonders gemacht hat, und von anderen Medien unteschieden hat, war neben der proamerikanischen und proisraelischen Linie die schonungslose Berichterstattung über Mißstände bei der Migration ohne jedoch auf primitiven Fremdenhass zurückzuverfallen.

      die Kritik an den Mißständen war „rational“ und nicht“gehässig“

      Kewil ist leider gehässig, auch wenn er bei manchen Punkten (die du angeführt hast)
      absolut Recht hat.

      Und wenn ihm ein Peter Scholl Latour lieber ist, als ein arabischer Islamkritiker, sagt das auch einiges über ihn aus.

      und dass er sich dann ausgerechnet als pi.news-Autor sich über „180 Grad gedrehte Meinungen“ beklagt, ist wohl der Ober-Double Standard 😉

  4. Guerrero Says:

    „Warst du nicht selbst auch ein ziemlicher Fan von „Bushs naiver Außenpolitik“?“ Warum nicht, beste Politik ever.

  5. aron2201sperber Says:

    Neues von Kewil bzw. Ulfkotte:

    http://www.pi-news.net/2011/11/ulfkotte-deutschland-verblodet-durch-einwanderer/

    die Qualifikation und Integrationsfähigkeit von Zuwanderern zu hinterfragen ist ein mehr als berechtigtes, höchst rationales Anliegen.

    Wenn man dabei jedoch auf pseudowissenschftliche, zutieftst hinrnlose IQ-Theorien zurückgreift, diskreditert man das berechtigte Anliegen selbst am meisten.

    wenn man es wagt, Kewil darauf hinzuweisen, wird man als „Antideutscher“ diffamiert (so eine „Argumentation“ kenne ich sonst nur von Jürgen Elsässer)

    Um auf dem selben Niveau zu „argumentieren“, müsste ich Kewil als „Nazi“ beschimpfen.

    Der Kommentarbereich war bei pi.news immer schon problematisch, was jedoch angesichts der genauso jenseitigen Kommentare in den meisten Internet-MSM ein unfairer Vorwurf war, mit dem pi.news stets konfrontiert wurde.

    Aber seit Kewil für pi.news schreibt, haben sich die Artikel dem Kommentar-Niveau stetig angepasst.

  6. Besucher Says:

    Komischerweise führt jegliches Eingreifen westlicher Koalitionen in der arabischen Welt dazu dass letztendlich die Islamisten triumphieren.
    Warum das so ist?
    Weil man dem dicksten Verbündeten in der Region (die Saudis) freie Hand lässt ihr Wahabitentum in die Welt zu exportieren.
    Ein Stichwort: König-Fahd-Akademie in Bonn

    Bestes Beispiel ist natürlich die Dämonisierung von Syriens Assad als nächsten bösen Buben obwohl er die Moslembrüder-Opposition gut in Schach hält und sein Vater dies auch schon getan hat.

    Tut mir leid, ich kann in der Nahost-Außenpolitik nichts Gutes erkennen.

  7. Besucher Says:

    aus einem Kommentar bei welt-online:

    „Reine Vermutungen. In Wahrheit läuft in Syrien eine Bandenbekämpfung gegen Terroristen ab. Zwar schießen Regierungstruppen von Assad auch auf islamistische Demonstranten, aber nicht systematisch. Vor allem verhaftet die Assad-Regierung sunnitisch-islamistische Gegner. In der Türkei und im sunnitischen Nordostteil Libanons formieren sich sogar islamistische ‚Freie Syrische‘ Milizen gegen die offizielle Staatsarmeen Syriens. Das ist ein Guerillakrieg der Islamisten gegen die Säkularisten unter Assad. Assad schützt die Wirtschaft, die säkularen Sunniten, vor allem jedoch die Christen und Alawiten die von islamistischen Banden bedroht werden. Diese Berichterstattung soll der Dämonisierung Syriens dienen und einem Bürgerkrieg in Syrien in die Hand spielen. Traurig. Denn wir im Westen sollten unsere christlichen Brüder und Schwestern schützen. Und somit Assad zu Reformen aufrufen. Und nicht die Islamisten unterstützen die einen schmutzigen Dschihad-Bandenkrieg gegen Assads legitime Regierung führen!“

    http://www.welt.de/politik/ausland/article13705139/UN-vermutet-mehr-als-3500-Tote-in-Syrien.html

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