Die Alitalia-Klasse

Europas Journalisten haben heute ihren Lieblingsfeind verloren.

Sie werden ihn noch vermissen.

Berlusconi-Bashing funktionierte immer.

Die sogenannten Italien-Experten werden sich in Zukunft mehr überlegen müssen, um eine Schlagzeile zu produzieren.

Italiens Hauptproblem ist nicht Bunga Bunga (so peinlich Berlusconis Altersgeiheit auch gewesen sein mag).

Es ist auch nicht die Mafia (die organisierte Kriminalität wandert auch in Italien ohnehin immer mehr in ausländische Hand).

Italiens Hauptproblem ist die „Alitalia-Klasse“.

In Italien hat sich eine Klasse von Privilegierten herausgebildet, die nicht bereit ist, auf ihre Vorrechte zu verzichten, selbst wenn diese ihr Unternehmen in den Ruin treiben.

Sei es nur die „Alitalia“ oder gleich das ganze Italien.

Das angeblich bessere Italien hat die italienischen Staatsinstitutionen (Justiz, Administration, Universitäten, Staatsfernsehen) und alle staatsnahen Unternehmen wie die Al Italia fest im Griff.

Finanziert werden die Privilegien dieser kaum arbeitenden, unkündbaren Klasse von den Angehörigen der wirklich arbeitenden Klassen.

Klassen, die unternehmerisches Risiko tragen müssen.

Klassen, die keine unkündbare Arbeitsplatzgarantie haben, sondern auf eine funktionierende Wirtschaft angewiesen sind.

Aus jenen arbeitenden Klassen rekrutierte Berlusconi auch seine Wähler.

Die arbeitenden Menschen wählten die rechte Partei des Unternehmers.

https://aron2201sperber.wordpress.com/2011/10/16/warum-die-italiener-berklusconi-wahlten/

Die linken Parteien der angeblichen Arbeiterklasse werden von Akademiker-Kindern und sonstigen Privilegierten gewählt.

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5 Antworten to “Die Alitalia-Klasse”

  1. American Viewer Says:

    Einen Sündenbock werden die Europäer auch ohne Berlusconi haben. Die Lega Nord bietet sich jetzt an.

    Die europäische Presse hat ja groß angekündigt ohne Berlusconi werde alles besser, dabei ist es doch eher wahrscheinlich, dass Italien ohne Skandalnudel Berlusconi im Chaos versinkt. Die Spreads gingen heute gewaltig auseinander und eben nicht zusammen. Ohne Anleihenkäufe der EZB wäre der Euro schon lange tot. So wird sein Ende auf Morgen verschoben, indem man auf den Gartenschlauch steht und hofft, dass das zwangsläufige Platzen weniger schlimm wird. Genialer Plan.

    Es gibt aber glücklicherweise immer Rechte, die man bashen kann.
    Eurokritiker zum Beispiel. Oder Aznar in Spanien. Der Spanien auf die Beine gebracht. Nach 20 Jahren linker Misswirtschaft vor ihm, hat er zum ersten Mal die Arbeitslosigkeit in den Griff bekommen. Nach nur 7 Jahren Zapatero ist alles wieder beim alten und Schuld hat natürlich Aznar. Schön blöd von den Spaniern, dass sie jetzt wieder Aznars Nachfolger wählen. Mit der Linken sind sie doch so gut gefahren.

    Für amerikanische Linke ist Reagan ja für immer an allem Schuld. Ist auch logisch. Im Gegensatz zu Heilsbringer Obama hat er die Herkulesaufgabe von über 10% Arbeitslosigkeit gemeistert. Das wird ihm die Linke nie verzeihen.

    Wenn Italien also Europa in den Abgrund schickt wissen wir wer Schuld hatte: Berlusconi. Berlusconi. Berlusconi. Auf ewig.

    • aron2201sperber Says:

      in Deutschlang wurden wichtige Reformen ausgerechnet von Rot-Grün durchgesetzt, da sie eher in der Lage waren sich gegen die allmächtigen Gewerkschaften durchzusetzen.

      bei der Zerrissenheit und Zerstrittenheit der italienischen Linken kann ich mir eine ähnliche Entwicklung leider kaum vorstellen.

      • American Viewer Says:

        ja das stimmt es gibt auch ganz andere beispiele von den linken. die wirtschaftsreformen von schröder in deutschland waren sehr wichtig. ohne sie stünde deutschland heute nicht so gut da. die grünen waren dabei allerdings nur ein klotz am bein: sie wollten unbedingt ihren atomausstieg und allerlei andere schädliche dinge.

        das war aber wohl auch eine einmalvorstellung der spd. die cdu ist ja heute linker als die spd damals. die spd weit von schröder abgerückt.

        FDR bei uns war auch nicht so schlecht wie einige rechte das gerne behaupten. er ist sicher einer der besten präsidenten, die wir je hatten.

        auch clintons amtszeit war wirtschaftlich gesehen ein erfolg. er hat greenspan machen lassen, das war wichtig.

        das lustig ist: immer wenn linke vernünftige politik machen, gelten sie im linken lager und darüber hinaus nicht mehr als links.

  2. besucher Says:

    Gibt es nicht auch die GERMANIA-Klasse?
    ich glaube die Schleckers sind da Mitglied…

  3. Italiens falsch gestartete Demokratie « Aron Sperber Says:

    […] das Publikum, das sie ohnehin nicht gewählt hätte, das man jedoch – mit totalem Kündigungsschutz und allen möglichen anderen teuren Privilegien – trotzdem milde stimmen […]

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