But und Göse

Mephisto stellt sich Faust als „ein Teil von jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft“ vor.

Wenn man die Entwicklung der Deutschen betrachtet, scheint viel Wahrheit in dieser Aussage zu stecken.

Nachdem die Deutschen sich „dem Bösen“ bis zum bitteren Ende verschrieben hatten, haben sie sich mit ähnlicher Leidenschaft zu Musterschülern „des Guten“ gemausert.

Rechte Politik ist „böse“:

Sie sorgt sich nur um die Schaffung von egoistischem Wohlstand und will keine Anderen daran teilhaben lassen.

Linke Politik ist „gut“:

Sie will den von rechten Egoisten erwirtschafteten Wohlstand altruistisch umverteilen.

Als Einzige in Europa wählen die Deutschen keine bösen Rechtsparteien (mit Ausnahme der Ossis, die 50 Jahre „gute“ linke DDR-Diktatur genossen hatten).

Alle Parteien vertreten gute sozialdemokratische Werte, und wollen auf keinen Fall als „böse Rechte“ gelten.

Allerdings könnte man das Faust-Zitat auch umdrehen.

„Ein Teil der Kraft, die stets das Gute will und stets das Böse schafft.“

Deutschland ist mit seiner „guten Politik“ dabei, seinen Wohlstand zu verspielen.

Damit schafft man dem Bösen wieder viel Platz:

Sei es durch einen bösen Rechtsruck in der eigenen Bevölkerung, sei es durch den Import böser rechter Ideologien durch die islamische Zuwanderung.

Zum Guten gehört es natürlich auch, das Böse nur bei den eigenen Rechten zu suchen, und sich daher schützend vor die guten Zuwanderer zu stellen.

Wer den „Schutzsuchen“ unterstellt, „böse Rechte“ zu sein, muss selbst ein böser Rechter sein.

Wäre es nach den besonders Guten gegangen, wäre dieser böse Schritt durch gute ungeregelte Zuwanderung und dem damit verbunden Zusammenbruch des guten Sozialsystems übrigens schon längst eingetreten.

Gute linke Politik kann es grundsätzlich nur dort geben, wo bereits rechter böser Wohlstand geschaffen wurde.

(Hier haben wir sie wieder: die Macht, die stets das Böse will und stets das Gute schafft)

Stalins Gulags und Mao Tse Tungs „großer Sprung nach Vorne“ hatten wohl wenig mit guter linker Umverteilung zu tun, sondern waren besonders brachiale Beispiele böser rechter Wohlstandsschaffung.

Auch wenn es kein Wohlstand war, der rechten Bürgern diente, sondern der militärischen Aufrüstung linker Staaten.

8 Antworten to “But und Göse”

  1. American Viewer Says:

    Die Kraft, die stets das Gute will und meist das Böse schafft.

    Das ist die Definition eines Gutmenschen, eines Do-Gooders in einem Satz.

    Die Kraft, die stets das Böse will und meist das Gute schafft.

    Das wäre dann das Gegenteil. Charaktere wie Dagny Taggart oder Hank Rearden. Oder eben Mephisto.

    Menschen, die von den Do-Gooders verabscheut werden, weil sie angeblich „gierig“ sind, „böse“ und „nicht sozial“.

  2. aron2201sperber Says:

    ich bin nach wie vor ein Anhänger der „guten Politik“

    allerdings ist mir allmählich doch klar geworden, dass der erwirtschaftete Wohlstand die Grundlage für so eine Politik ist.

    wer mit 20 nicht links ist, hat kein Herz

    wer mit 40 noch links ist, hat kein Hirn

    in einer gut funktionierenden Demokratie sollte es eine Balance zwischen Herz und Hirn geben.

    durch die mediale Verteufelung aller rechten Ideen (Wachstum, Unternehmertum, geregelte Zuwanderung, Wachsamkeit gegen Islamismus) scheint mir diese Balance verlorenzugehen.

  3. dieter Says:

    Echte Gutmenschen sind selten. Das sind Leute, die sich tatsächlich und aktiv für andere aufopfern und dabei vielleicht auch ausgenutzt werden, aber letztlich harmlos sind.

    Jene, die sich selbst als Gutmenschen bezeichnen bzw. mit diesem Begriff gemeint sind, sind selbstgerechte Berufsankläger, Spielverderber, Spalter, Zerstörer und Neider und alles andere als herzliche Menschen.

    Glaubt irgendjemand, dass Joschka Fischer ein herzensguter, von Mitleid für das das Leid andere geplagter Mensch ist? Ströbele hat sein Gesicht ja in der jüngsten Fischfutterkugel-Affäre gezeigt.

    Das erklärt auch das Desinteresse an der erstickenden Repression im islamischen Kulturkreis. Den Selbstgerechten geht es nicht um die Sache.

    „Stalins Gulags und Mao Tse Tungs „großer Sprung nach Vorne“ hatten wohl wenig mit guter linker Umverteilung zu tun, sondern waren besonders brachiale Beispiele böser rechter Wohlstandsschaffung.“

    Das kann ich nicht nachvollziehen. Ist das als sarkastische Darstellung sozialistischer Kritik-Immunisierung gemeint?

  4. aron2201sperber Says:

    damit wollte ich hinweisen, dass nach 1945 die Menschen nirgendwo schlimmer ausgebeutet wurden als im realen Sozialismus.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Fer_Sprung_nach_vorn

    http://de.wikipedia.org/wiki/Gulag

    • dieter Says:

      Ja, aber dadurch wurde kein Wohlstand geschaffen. Der Große Sprung nach vorne war sowieso ein großer Sprung in den Abgrund, Hunger und Kannibalismus. Das erzeugte Eisen war unbrauchbar.

      In den sowjetischen Arbeitslagern wurden zwar Industrie und Infrastruktur gebaut. Das war aber ökonomisch ineffizient. Besteuerung der Marktwirtschaft und staatlich subventionierter Aufbau ist jedenfalls effizienter.

      Gulag und Kulturrevolution waren auch nicht rechts, weil kein Außenfeind bekämpft wurde, sondern ein innerer Klassenfeind. Es waren also linke Projekte.

      Vielleicht meinst du mit „rechts“, dass die UDSSR und der klassische Sozialismus noch harte Arbeit und Genügsamkeit als Tugendenden forcierte. In der der Sowjet-Verfassung ist das Leistungsprinzip verankert und man findet darin den Paulus-Spruch „Wer nicht arbeitet, der soll auch nicht essen.“. Unpünktliche Arbeiter kamen in den Gulag.

      Aber auch Liberalismus (inkl. wirtschaftlicher Liberalismus) und Nationalismus waren im 19. Jhdt. dem linken Politik-Spektrum zugeordnet.

      Die Linke hat im Laufe der Geschichte auf verschiedenste Pferde gesetzt, war aber mit den Resultaten nie zufrieden. Übrig bleibt heute eine visionslose Linke, die die Gesellschaft und überhaupt alles immer noch schlecht findet.
      Insofern kann man sagen, dass frühere Linke nach den Maßstäben der heutigen Linken rechts sind.

      In Sachen Frauenrechte, Menschenrechte, Islam usw. wiederholt sich gerade diese Entwicklung.

      Ich prophezeie übrigens in Zukunft zunehmende EU-Kritik von Seiten der Linken, weil ihr die Realität zunehmender Weltregierung als Gegensatz zum Nationalstaat auch nicht schmecken wird.

      *****

      Murray Rothbard erklärt in seinem Vortrag „The Polish Disease“, warum Sozialismus nicht nur unethisch ist, sondern auch ineffizient. Er vergleicht auch Gulag vs. Pipelinebau in Alaska.

      Murray Rothbard ist der einzige Anarcho-Kapitalist bzw. Radikal-Libertäre, den ich persönlich sympathisch finde. Er hat ein lustiges Gemüt und einen vergnüglichen und kurzweiligen Vortragsstil:

  5. dieter Says:

    Zur Jugend.

    Robert Nozick hatte ja eine Theorie darüber, warum Intellektuelle links sind. Er meinte, dass diese in der Schule brillierten, im späteren Leben aber sehen müssen, dass andere erfolgreich sind und daher den schulischen Zustand wieder herstellen wollen. Den Bildungsglauben der Grünen könnte man damit erklären. Allerdings waren die Grünen in der Anfangsphase eher bildungsfeindlich.
    http://www.cato.org/pubs/policy_report/cpr-20n1-1.html

    Meiner Meinung nach tendieren behütende Jugendliche zum Links sein, weil ihre Lebensrealität von Autoritäten (Lehrer, Eltern) und gefestigten Strukturen (Familie, AHS) bestimmt sind. Protest, Forderungen und Kritik verhilft dem behüteten Jugendlichen zu mehr Freiheit und Möglichkeiten. Der linke Lösungsansatz ist in ihrer Erfahrung also zielführend.

    Jugendliche, die Strache wählen, geben als Motiv häufig Konflikt mit Ausländern an. Außerdem gibt es in dieser Schicht eine Erosion der Kernfamilie und hohe Scheidungsraten. Sie sehnen sich also nach Ordnung statt Chaos und haben einen Außenfeind.

    Wenn Strache seine Wähler maximieren möchte, müsste er eigentlich für die Gesamtschule eintreten und das bürgerliche Wohlfühl-Biotop AHS zerschlagen.

  6. Goethe for dummies « Hodjanernes Blog Says:

    […] Aron Sperber (Skjoldungens oversættelse): “Mefistofeles forestiller sig Faust som “den del af enhver kraft som stedse vil det onde og dog fremmer det gode”. – Når man betragter tyskernes udvikling synes det sande i denne beskrivelse at passe på en prik. Efter at tyskerne – til den bitre ende – forskrev sig til “det onde” har de med tilsvarende lidenskab  omfavnet bllomsterbørnenes “det gode”. […]

  7. Eine linke Karriere im rechten Deuschland « Aron Sperber Says:

    […] https://aron2201sperber.wordpress.com/2011/12/06/but-und-gose/ Gefällt mir:LikeSei der Erste, dem dieser post gefällt. […]

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