Verlockende Verschwörungstheorien

Wien. Wie sieht ein Mensch aus, der sich in selbstmörderischer Absicht vor einen Zug geworfen hat? Eine Antwort auf diese Frage könnte bald dazu führen, dass die Entführung von Natascha Kampusch ein weiteres Mal aufgerollt wird. Am 23. August 2006, kurz nach der Flucht des Opfers, hat sich Entführer Wolfgang Priklopil vor eine S-Bahn gelegt und ist getötet worden. Die von der Polizei gemachten Fotos des Toten zeigen aber einen weitgehend unversehrten Leichnam mit nahezu abgetrenntem Kopf.

Es ist jedoch unbestritten, dass Priklopils Leiche gefunden wurde, als der Zugführer anhielt, nachdem er einen Schatten wahrgenommen hatte.

Ob sich Priklopil selbst vor den Zug geworfen hatte, oder von einem Dritten auf das Bahngleis gelegt worden war, ändert nichts an der Tatsache, dass sein Körper vom Zug überfahren bzw. angefahren worden war.

Wie der Leichnam aussah, sagt höchstens etwas darüber aus, ob Priklopils Körper vom Zug weggeschleudert oder überrollt wurde.

Verschwörungstheorien sind stets verlockend, auch wenn meistens das Naheliegende und nicht das Komplizierte richtig ist:

https://aron2201sperber.wordpress.com/2011/10/06/der-engel-mit-den-eiskalten-augen/

In diesem Fall ist wohl eindeutig der Selbstmord das Naheliegende und nicht ein Mord mit aufwendiger Verschaffung der Leiche auf das Bahngleis.

Auch beim berühmtesten Kriminalfall der österreichischen Geschichte erwies sich der naheliegende Versicherungsbetrug als richtig und nicht die von Proksch servierten (damals von vielen geglaubten) phantastischen Verschwörungstheorien:

https://aron2201sperber.wordpress.com/2010/03/12/udos-spielkameraden/

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7 Antworten to “Verlockende Verschwörungstheorien”

  1. American Viewer Says:

    Diese Politikclowns unfassbar. BZÖ, Grüne, ÖVP, SPÖ. Da ist einer hirnloser als der andere:
    http://derstandard.at/1330389794140/Amons-Vorstoss-Politik-reagiert-zurueckhaltend-bis-befremdet

    Traurig, wenn man von solchen Menschen regiert wird. Scheinbar wird ja gegen fünf Staatsanwälte ermittelt wegen angeblichem Amtsmissbrauch. Aha. Warum, wieso, weißt du da näheres?
    http://derstandard.at/1330389821859/Kritik-am-Ausschussleiter-Kampusch-Staatsanwalt-bezweifelt-Amons-Fachkenntnis

    Die NSU-Verdächtige Zschäpe soll ja auch vor einen „Untersuchungsausschuss“ des Thüringer Landtags geholt werden und dort „müsse“ sie dann aussagen, meinte eine ganz schlaue Politikerin. Politikclowns eben.

  2. aron2201sperber Says:

    am heftigesten treibt es allerdings ein FPÖ-Politiker:

    http://www.news.at/articles/1209/510/320591/natascha-kampusch-illegale-ermittlungen

    die Ermittlungen wurden eingestellt:

    http://wien.orf.at/news/stories/2510516/

    wenn es diese große Verschwörung wirklich gäbe, dann hätte man Natascha Kampusch wohl kaum am Leben gelassen

  3. aron2201sperber Says:

    die Rolle von Priklopils Freund mag fragwürdig sein:

    http://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXIV/J/J_09826/fnameorig_235710.html

    doch wie ein Typ, der Macht über die gesamte Staatsanwaltschaft und über Kampuschs prominentes Betreuer-Team gehabt haben soll, erscheint er mir nicht.

    das Betreuer-Team, das mehrere Wochen Kampusch Tag und Nacht betreut hatte, hätte etwas mitbekommen müssen und hätte Mittäter wohl kaum bewußt geschützt.

    gleiches gilt wohl für Polizei und Staatsanwaltschaft.

    der SoKo-Ermittler, der Selbstmord beging, hinterließ auch keine handfesten Beweise für die Kinderporno-Ring-Theorie:

    http://www.unzensuriert.at/content/005594-Neue-offene-Fragen-im-Entfuehrungsfall-Kampusch

    und auch alle anderen prominenten Zweifler an der Einzeltäter-Theorie hatten nicht mehr als „Meinungen“ zu bieten:

    http://diepresse.com/home/panorama/oesterreich/668041/Adamovich-hat-zum-Fall-Kampusch-einiges-zu-sagen

    wenn Beweise dafür auftauchen, dass es Kinderpoornos mit Kampusch gab oder z.B. die Mutter bereits vor der Entführung im Kontakt zu Priklopil oder Holzapfel stand, sähe die Sache schon anders aus.

    Der Mehrtäter-These mit Holzapfel als Komplizen wurde laut eigenen Angaben von der Staatsanwaltschaft jedoch sehr wohl nachgegangen.

    Dass sich die Staatsanwaltschaft von irgendwelchen allmächtigen Kreisen von ihren Ermittlungen habe abhalten lassen, klingt für mich nach typischer Verschwörungstheorie, die für die betroffenen Staatsanwälte unangenehm, jedoch für das Opfer extrem verletzend sein muss.

  4. aron2201sperber Says:

    ein guter Beitrag in der „Welt“:

    http://www.welt.de/vermischtes/weltgeschehen/article13895655/Bizarre-Verschwoerungstheorien-um-den-Fall-Kampusch.html

    der sich wohltuend vom Boulevard-Journalismus des Spiegel und Konsorten abhebt:

    http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,817604,00.html

    http://www.focus.de/panorama/welt/tid-25156/einzeltaeter-oder-paedophilenring-die-acht-groessten-ungereimtheiten-im-fall-kampusch_aid_719098.html

    http://www.fr-online.de/panorama/entfuehrung-zweifel-an-ermittlung-im–fall-kampusch-,1472782,11718434.html

    den Krawall-Journalismus, den man der „Springer-Journaille“ gerne vorwirft, betreibt man selbst auch gerne.

  5. American Viewer Says:

    wenn es diese große Verschwörung wirklich gäbe, dann hätte man Natascha Kampusch wohl kaum am Leben gelassen

    Das ist wirklich die größte Frechheit an der Sache. Diese Politiker tun einfach so, als gäbe es keine Zeugin. Sie breiten ihre Verschwörungstheorien aus und was sie eigentlich damit aussagen ist: Kampusch lügt, sie sagt nicht die Wahrheit, sie hat etwas zu verbergen.

    (Selbst wenn diese 0,00001% Chance zuträfe und es wäre so: Das ist doch ihr gutes Recht. Kampusch muss keinen Seelenstriptease vor dieser Schweinepresse machen)

    Die Presse ist natürlich vorne mit dabei. Gerade auch die achso anständige, hochmoralische linke Presse. Spiegel, Standard, you name it.

    Gibt es keinen Anstand mehr? Geht es nur noch darum seine Hackfresse in die Glotze oder in die Zeitung zu bekommen? Geht es nur noch um Quote? Offensichtlich.

    Die Medien und Politiker nennen das heute „Pflicht zur Aufklärung und zur Berichterstattung“. Heuchlerischer geht es nicht mehr.

  6. American Viewer Says:

    Der Focus macht auch mit:

    1. Die einzige (sic!) Zeugin
    Die einzige Augenzeugin der Entführung vom 2. März 1998, die damals zwölf Jahre alte Schülerin Ischtar A., will einen zweiten Täter gesehen zu haben.

    Realsatire pur.

  7. Plädoyer für eine unoriginelle Justiz | Aron Sperber Says:

    […] der von der Spitze der Staatsanwaltschaft und dem Opfer gedeckt werde, ist natürlich – im Gegensatz zu einem banalen Einzeltäter, der sich noch dazu selbst der Gerechtigkeit entzogen hat – […]

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