Zahlen sollen nur die „Reicheren“

Gestern diskutierte ich bei einem Familientreffen mit „reichen Onkeln“, die als Unternehmer tätig gewesen waren, über die Schuldenkrise.

Der eine steht politisch weit links, der andere entschieden rechts.

Was die „Einnahmenseite“ angeht, waren sich jedoch beide einig.

Der Mittelstand, zu dem sich beide trotz ihrer beachtlichen Vermögen selbst zählen, zahle viel zuviel Steuern.

Das Geld müsse man stattdessen von den Konzernen und den „wirklich Reichen“ auftreiben.

Ausgerechnet der rechte reiche Onkel betete die linke Propaganda von den 1 %, die angeblich 99 % besäßen, nach.

Beide waren sich darüber einig, dass diese 1 % alle Medien beherrschen und vom „CIA-Attentat auf Kennedy“ bis zur „Kampage gegen Wulff“ alles steuern.

Daran sieht man, wie erfolgreich der Occupy-Populismus ist.

Wahrscheinlich zählt sich sogar Piech zu den unterdrückten 99 %, weil Bill Gates, George Soros oder ein paar Scheichs noch reicher als er seien.

Was die „Ausgabenseite“ angeht, gingen die Meinungen jedoch stark auseinander.

Während der rechte Onkel die Macht der Gewerkschaften beklagte und alle Transferleistungen zusammenkürzen wollte, betrachtete der linke Onkel selbst die Unfinanzierbarkeit des Gesundsheitswesens und des Pensionssystems aufgrund der demographischen Entwicklung als „künstlich gesteuert“, um „amerikanische Verhältnisse“ herbeizuführen.

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3 Antworten to “Zahlen sollen nur die „Reicheren“”

  1. Andreas Moser Says:

    Unterm Strich hat also jeder die gleichen Meinungen wie vor der Finanzkrise.

  2. aron2201sperber Says:

    dass die Kampagne gegen Wulff von irgendwem im Hintergrund gesteuert sein musste, wollten beide wissen.

    dass Medien ihre Eigendynamik haben, wollten sie mit dem Hinweis, ich sollte doch nicht so naiv sein, nicht gelten lassen.

    schlüssige Erklärungen, was an Wulff so viel besser für Merkel (Ansicht des Rechten) gewesen wäre, konnten beide nicht anführen.

    die Mächtigen machen eben, was sie wollen – „wie beim Mord an Kennedy“

    als ich darauf hinwies, es habe sich bei dem Täter mit hoher Wahrscheinlichkeit tatsächlich nur um Lee Harvey Oswald gehandelt, war ich wieder der „Naive“

    Oswald wäre ja schließlich danach gezielt ermordet worden, um die wahren Hintergründe nicht verraten zu können.

    als ich darauf erwiderte, dass man nach dieser Logik Oswalds Mörder doch auch ermorden hätte müssen, wurde mir erklärt, dass er ja deswegen auch gleich am elektrischen Stuhl gelandet sei.

    Tatsächlich starb der an Wahnvorstellungen leidende Kennedy-Rächer erst 4 Jahre später in Haft an Lungenkrebs, wie ich heute nachlesen konnte:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Jack_Ruby

  3. Alreech Says:

    Keine Panik wegen der Verwandtschaft.
    Wenn sich die 99% durchsetzten, sind die beiden auch dran 😉

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