Wahlergebnisse in Demokraturen

Im früheren Kriegsgebiet Tschetschenien stimmten 99,76 Prozent der Wahlberechtigten für Putin, bei einer Wahlbeteiligung von 99,61 Prozent.

„Das ist ein richtiges Fest“, sagte Ramsan Kadyrow. „Anders kann man das Geschehene nicht abzeichnen. Die Menschen gehen familienweise, sie nehmen auch ihre Kinder mit. Das Volk verbindet mit den Wahlergebnissen seine Zukunft und die Zukunft des Landes. Wir freuen uns über so eine politische Reife und bürgerliches Engagement“

http://german.ruvr.ru/2012_03_04/67508731/

Solch eine “Vorstellung” von „politischer Reife“ und „bürgerlichem Engagement“ hat man wohl seit der österreichischen „Volksabstimmung“ für den Anschluß an Hitler-Deutschland nicht mehr erlebt.

Hitler wurde zwar auch von vielen Österreichern bejubelt.

Allerdings zu einem Zeitpunkt, als er das Land noch nicht ins Kriegs-Chaos gestürzt hatte.

Ob vielen Tschetschenen nach zwei brutalen Kriegen gegen ihr Land noch zum Feiern zumute sein konnte, sei dahingestellt.

Doch wenn Kadyrow seinem Wahlvolk befiehlt, zu feiern, ist es wohl besser, zu gehorchen:

https://aron2201sperber.wordpress.com/2009/01/23/mord-unter-tschetschenen/

Kadyrow pflegt eine Form von Machtausübung, mit der sich die FPÖ voll identifizieren kann:

„Wir waren einer Meinung“, sagte Gudenus. „Der überwiegende Großteil der Asylanten sind Wirtschaftsflüchtlinge. Und wir konnten uns selbst überzeugen, dass keine Verfolgung seitens Kadyrows vorliegt.“ Daher „würden wir uns über eine Kooperation mit Tschetschenien freuen“, wird Johannes Hübner auf Kadyrows Website zitiert.

http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/730447/Gudenus_Geheime-FPOeMission-nach-Tschetschenien

…weckt sie doch viele Erinnerungen an die „gute alte Zeit“, als man bei „Abstimmungen“ ebenfalls 99 % der Wählerstimmen für sich verbuchen konnte.

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18 Antworten to “Wahlergebnisse in Demokraturen”

  1. Andreas Moser Says:

    Hier übrigens die Gründe, warum Putin wirklich geweint hat: http://andreasmoser.wordpress.com/2012/03/05/why-putin-really-cried/

  2. zrwd Says:

    99,76 Prozent in Tschetschenien? Das ist manipuliert a la Volkskammerwahlen DDR.

    Wenn Putin etwas Gripps im Kopf hätte, dann hätter er sich mit knapp über 50% getürkte Stimmen begnügt. Klingt nämlich glaubwürdiger.

  3. aron2201sperber Says:

    Putin hat sich eh mit 60 % begnügt.

    seinem Vasallen in Tschetschenien ist der Eindruck im Ausland jedoch egal.

    Kadyrow ging es darum, seinen Landsleuten (und Putin) zu beweisen, dass er die totale Kontrolle über sie hat.

    was ihm durchaus gelungen ist…

  4. aron2201sperber Says:

    Kewil ist von Putins Wahlerfolg natürlich schwer beeindruckt:

    http://www.pi-news.net/2012/03/putin-gewinnt-trotz-germanischer-qualitatspresse/

    demnächst folgt sicher ein Jubelartikel über das iranische Regime.

    nach dem Motto: Islamfaschismus ist immer noch besser als gar kein Faschismus

  5. Besucher Says:

    Na, unsere Spezialdemokraten laden Kandidaten westlich der Wacht vom Rhein erst gar nicht zu sich ein, andere kriegen keine öffentlichen Unterstützerstimmen zusammen (Le Pen) und das alles nur damit Sarko alternativlos wiedergewählt wird.

    Und wenn erst einmal der dauerhafte Rettungsschirm etabliert wurde (ESM) dann lache ich nur noch über Demokratiebelehrungen an fernöstliche, nahöstliche oder fernwestliche Regime.
    Dann sind wir hier auch nicht mehr besser.
    Aber es ist dann halt alternativlos und so eine marktkonforme Demokratie (http://www.nachdenkseiten.de/?p=10611) hat ja auch was 🙂

  6. aron2201sperber Says:

    Aber es ist dann halt alternativlos und so eine marktkonforme Demokratie

    mit „Markt“ hat das Treiben der EU wohl wenig zu tun.

    wir leben bestimmt auch in keiner idealen Welt.

    aber Faschismus ist für mich keine Alternative.

  7. aron2201sperber Says:

    Na, unsere Spezialdemokraten laden Kandidaten westlich der Wacht vom Rhein erst gar nicht zu sich ein, andere kriegen keine öffentlichen Unterstützerstimmen zusammen (Le Pen) und das alles nur damit Sarko alternativlos wiedergewählt wird.

    du hoffst wohl auf einen Wahlsieg der französischen Sozen, weil du darauf vertraust, dass sie die EU endgültig zugrunde wirtschaften 😉

    http://arprin.wordpress.com/2012/02/28/hollandes-wahrer-gegner/

  8. Besucher Says:

    Ich hoffe auf das Ende des Euro bevor es zu spät ist 😉

    Von Hollande halte ich nichts, mir ging es nur um die Umgangsformen, die in einer Demokratie doch etwas anders sein sollten als in einer Demokratur.

    Wieviel hat der Putin denn landesweit herausgeholt, 63%, oder?

    Dass sie in diesem Kontext Kadyrow zitieren zählt nicht, Kadyrow ist der Mann des Kremls in einer Teilrepublik die de facto unter Kriegsrecht steht.Da hätte man hätte sich die Wahl auch klemmen können.
    Spannend bleibt es wie es im „richtigen“ Russland weitergeht.

  9. Besucher Says:

    http://ef-magazin.de/2012/03/06/3438-putin-und-die-deutschen-angst-und-neid-auf-gegenseitigkeit

  10. Putins Oppositioneller « Aron Sperber Says:

    […] Statthalter hat dort seine eigene Bevölkerung so gut dressiert, dass sie mit einer Wahlbeteiligung von 99 % zu 99 % für seine Herrn gestimmt hat. Teilen Sie […]

  11. Demokratie oder Demokratur in Georgien? « Aron Sperber Says:

    […] es sich bei Iwanischwili um einen Demokraten oder um einen Putin handelt, wird die Zukunft weisen. Teilen Sie dies mit:TwitterFacebookGefällt mir:Gefällt mirSei […]

  12. Der große vaterländische Anschluss | Aron Sperber Says:

    […] Wahlbeobachter schwebt Putin die österreichische FPÖ vor, die Putin auch schon bei der Tschetschenien-Wahl (99 % für Putin bei 99 % Wahlbeteiligung) ein hervorragendes Zeugnis ausgestellt […]

  13. Putins nützlicher Idioten-Staat | Aron Sperber Says:

    […] zu fühlen, weil die Tschetschenen bei einer Wahlbeteiligung von über 99% zu über 99% für Putin gestimmt […]

  14. Warum Putin weitermorden muss | Aron Sperber Says:

    […] kann noch so hohe Zustimmungsraten haben, die Angst vor einem Machtverlust wird nie weniger […]

  15. Tschetschenisiertes Russland | Aron Sperber Says:

    […] zu fühlen, weil die Tschetschenen bei einer Wahlbeteiligung von über 99% zu über 99% für Putin gestimmt […]

  16. Tschetschenische “Goldenbergs” | Aron Sperber Says:

    […] Wenn nur noch von der bösen FPÖ Tacheles gesprochen wird, entsteht erst recht der Eindruck, die FPÖ hätte als einzige Partei Tschetschenen-Kompetenz. […]

  17. Mörder als tschetschenische Exportschlager | Aron Sperber Says:

    […] außerhalb Tschetscheniens existiert, ist das Einzige, was noch grausamer und dümmer als Kadyrovs totale Diktatur […]

  18. Mörderische Scherzbolde aus Tschetschenien | Aron Sperber Says:

    […] außerhalb Tschetscheniens existiert, ist das Einzige, was noch grausamer und dümmer als Kadyrows totale Diktatur […]

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