Anders als bei Breivik?

Der Psychologe Jens Hoffmann studiert Amokläufer und Attentäter von Berufs wegen. Bei dem mutmaßlichen Toulouser Attentäter Mohamed M. deute vieles auf eine narzisstische, eventuell psychopathische Persönlichkeitsstruktur hin, sagt Hoffmann im Gespräch mit derStandard.at. Auch die „Shoot-out“-Selbstinszenierung am Ende verweise auf persönliche Motive. Die angeblichen politischen Motive würde dem Täter nur als Vehikel zur Selbstinszenierung dienen.

http://derstandard.at/1332323504923/Psychologe-zu-Toulouse-Taeter-nutzen-die-politische-Sache-nur-als-Vehikel

Als es um Breivik ging, war man beim „Standard“ allerdings noch nicht so „weise“:

https://aron2201sperber.wordpress.com/2011/07/29/misik-und-die-geistige-mittaterschaft/

Da wurde die Wahnsinnstat eines Einzelnen umgehend dazu genutzt, um mit allen Islamkritikern abzurechnen.

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3 Antworten to “Anders als bei Breivik?”

  1. American Viewer Says:

    Diese Heuchelei der Presse ist so widerlich.

    Ganz abgesehen davon, kann man Persönlichkeitsstörungen (PS) bekanntlich immer diagnostizieren. Mir wäre kein Terrorist oder Mörder bekannt, bei dem das nicht geht. Wie ich schon einmal erwähnt habe, geht man davon aus, dass über 90% aller Gefängnisinsassen mindestens eine PS haben.

    Meist ist das die antisoziale PS, der landläufige „Psychopath“. Eine PS, die bei weitem nicht so schlimm sein muss, wie sich der Volksmund das vorstellt. „Psychopathen“, die ihre Störung in gesellschaftlich geduldete Bahnen lenken können, findet man auch häufig innerhalb der sogenannten „Elite“: Journalisten, Politiker, Regisseure, Schauspieler, Ärzte, Psychologen, Banker, Unternehmer, Helden. Mein Professor hat immer gesagt: Die Spitze und der Bodensatz der Gesellschaft besteht aus Menschen mit Persönlichkeitsstörungen.

    Die Juristen interessiert ihm Falle einer Straftat nur, ob der Täter schuldfähig ist oder nicht. Bei einer PS geht man davon aus, dass der Täter durchaus Recht und Unrecht auseinander halten kann. Nach üblichen Definitionen stimmt das auch. Eine PS ist also kein Grund für eine Schuldunfähigkeit. Außerdem ist die PS so häufig, dass man dann wohl jeden Terroristen und Mörder in die Klapse einweisen müsste. Das will man natürlich (heute noch) nicht.

    Als Arzt interessiert einen dann noch zusätzlich, ob man die Störung behandeln kann oder nicht. Psychosen wie eine Schizophrenie zum Beispiel kann man recht gut behandeln. Das sind Störungen, die relativ plötzlich auftreten wie eine „echte“ Krankheit eben. Die Person war vorher ganz bis relativ normal und sie verändert sich dann recht eindrücklich. Die eigentliche Persönlichkeit hinter der Erkrankung bleibt aber erhalten. Es sei denn man wartet noch Monate und Jahre wie im Fall Breivik. Dann werden die Chancen auf Heilung nicht besser.

    PS dagegen sind ein fester Teil der Persönlichkeit und damit nur sehr schwer zugänglich für eine Therapie. PS sind keine plötzliche Krankheit, die sich über die Person stülpt, sondern die PS ist die Person und die Person ist die PS. Auch deshalb landet der typische Straftäter im Gefängnis und nicht in der Psychiatrie. Bei Personen mit einer PS kann man nur versuchen die Persönlichkeit selbst durch Gesprächs- und Lernansätze zu verändern, aber die Aussichten wirklich etwas zu ändern, sind schlecht. Gerade bei Psychopathen und Sexualstraftätern.

    So eine negative Identität drückt natürlich und kann bei einigen wenigen Rachefantasien beflügeln.

    Es geht um 9-11 wohlgemerkt! Es ist schlichtweg normal, dass eine Religion in Verruf gerät, wenn Terroranschläge religiös begründet werden. Und wenn dann auch noch tausende Anhänger dieser Religion nach den Anschlägen auf den Straßen tanzen, dann ist das erst Recht nicht so gut fürs Image. Das müsste selbst der dümmste Psychologe einsehen.

    Mein persönliches Aha-Erlebnis war ein Kollege, bis dahin immer ein netter Kerl, bestens „gebildet“, muslimisch, nicht radikal, intelligent, höflich. Der Mann war nach 9-11 ganz aus dem Häuschen vor Freude. Endlich, endlich hätte es auch mal den Westen erwischt und vor allem Amerika. Was soll man dazu noch sagen?

    Dieser irre Psychologe spricht den Muslimen im Zusammenhang mit 9-11 tatsächlich „Rachefantasien“ zu. Für 9-11 müssen sie sich nicht an uns rächen, kleiner Tipp am Rande. Auf unser Misstrauen mit „Rache“, sprich mit neuen Terroranschlägen zu reagieren, ist auch eine sehr eigenwillige Strategie, die nebenbei gesagt zu der Annahme verleitet, dass das Misstrauen nicht ganz unberechtigt war.

    Auf anderen Unsinn kann ich aus Zeitgründen nicht weiter eingehen. Aber mein Eindruck, dass so einige Psychologen selbst einen an der Klatsche haben, hat sich mal wieder eindrucksvoll bestätigt.

  2. Karl Says:

    auf Breivik passt die Analyse.

    aber beim Toulouse-Täter hatte auch der Bruder Sprengstoff und mit dem Schwager war er gemeinsam im Terrorcamp.

    passender wäre daher der Vergleich mit dem NSU-Terror

  3. aron2201sperber Says:

    @American Viewer

    Danke für die (wie immer) interessante Analyse aus medizinischer Prespektive

    ein besonderer Witz ist 9/11 als „Rache“:

    https://aron2201sperber.wordpress.com/2011/09/03/die-10-jahre-vor-911/

    Vielleicht Rache für das Einschreiten zugunsten der Muslime in Bosnien und dem Kosovo?

    @Karl

    der deutsche Zentralrat der Muslime hatte Toulouse mit dem NSU-Terror verglichen:

    http://www.zeit.de/news/2012-03/02/auslaender-zentralrat-der-muslime-besorgt-ueber-radikalisierungstendenzen-02025003

    natürlich nur solange man (nichtmuslimische) Rechtsradikale als Täter vermutete…

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