Grasses Problem mit Israel oder der SS?

Manchmal ist eine Behauptung so falsch, dass nicht einmal das Gegenteil richtig wäre.

(Karl Kraus)

So erklärt es sich vielleicht, dass Broders Replik auf das ungereimte Pamphlet nicht so genial ausgefallen ist, während ausgerechnet Polenz oder sogar die Frankfurter Rundschau diesmal die richtigeren Worte gefunden haben:

 http://www.fr-online.de/israel-iran-konflikt/kommentar-zu-guenter-grass-der-blechtrommler,11950234,14676430.html

Günter Grass hat kein Problem mit Juden, er hat ein Problem mit sich selbst.

Grass hat in seinem Pamphlet förmlich um die Antisemitismus-Keule gebettelt.

Broder hat ihm mit seinem Antisemitismus-Vorwurf einen Gefallen getan.

So darf ein alter Nazi-Keulen-Schwinger, der jedoch über die eigene SS-Vergangenheit geschwiegen hatte, auch noch das Keulen-Opfer spielen.

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,180605,00.html

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13 Antworten to “Grasses Problem mit Israel oder der SS?”

  1. arprin Says:

    Mit letzter Tinte ächzt der Alte
    in ungereimter Poesie:
    Dass die sich nicht mehr schlachten lassen,
    verzeihe ich den Juden nie.

    Der Jude will Atomraketen.
    Der Jude will den Weltenkrieg.
    Der Jude will uns alle meucheln.
    Am Ende droht des Juden Sieg!

    Da muss man doch was machen können,
    und wenn nicht wir, dann der Iran.
    Mahmud, mein alter Mullahkumpel!
    I shout it out loud: Yes, you kann!

    Der Günter fühlt sich ganz verwegen,
    der Greis ist wieder jung, vital.
    Die Lösung einst ging zwar daneben,
    versuchen wir’s halt noch einmal!

    So denkt’s im deutschen Dichterdenker.
    Er rülpst und rotzt es aufs Papier.
    Sein Wahn kennt keine Einsamkeit.
    In Deutschland gilt: Vom Ich zum Wir.

    (Boris Yellnikoff)

    • besucher Says:

      Mittlerweile wird ein Grass doch nur noch im Ausland von den dort anwesenden Goetheinstituten ernstgenommen (was natürlich schlimm genug ist).
      Ob es allerdings eine List war den Zorn von Broder herauszufordern. Er hat damit rechnen müssen und Broder hat ihm diesen Gefallen getan.

  2. Tourix Says:

    Das ist nun wirklich das erste mal, dass ich erlebe, dass Broder die Nazikeule schwingt.
    Normalerweise hält er sich damit sehr zurück und benutzt lieber sachliche Argumente. Und er relativiert es oft sogar, wenn andere die Nazikeule schwingen.
    Wie auch immer, ich schätze seinen meistens gesunden Menschenverstand.

    Den Grass kann man nicht ernstnehmen. Ein Dummschwätzer, dem ein einziges mal ein großer Wurf gelungen ist, von dem er sein ganzes Leben lang profitiert hat.

  3. Spock Says:

    den Zorn von Broder hervorzuschrauben?
    Lächerlich. Wer ist schon der Broder-Clown?

    Grass hat recht. Man sieht es an den Reaktionen.

  4. zrwd Says:

    ich denke spätestens in diesem, hoffentlich letzten Artikel des Waffen-SS „Mannes“ äussert sich die Kontinuität seines antisemitischen Weltbildes, angefangen von seiner Waffen-SS Jugend bis hin zur Gegenwart.

  5. arprin Says:

    Günter Grass ist ein krankhafter Vertreter des deutschen Sündenstolz. Wie Broder sagte: »Die Deutschen sind dermaßen damit beschäftigt, den letzten Holocaust nachträglich zu verhindern, daß sie den nächsten billigend in Kauf nehmen.«

    Die Sündenstolzler:
    http://arprin.wordpress.com/2011/11/20/den-sundenstolz-uberwinden/

  6. aron2201sperber Says:

    Grass neuestes Werk ist sprachlich und inhaltlich so häßlich, dass selbst ein Polenz die richtigen Worte dazu findet.

    fast scheint es, als ob er das Ganze nur geschrieben hätte, um den Einsatz der Antisemitismus-Keule zu provozieren.

    das ist wohl das einzige, was ihm mit dem Text gelungen ist.

    Israel hat er mit seinem lyrischen Pamphlet wohl sogar einen Gefallen getan, da er damit deutlich gemacht hat, wie ungereimt viele Argumente gegen Israel sind.

    selbst ein Polenz kapiert, wer die Existenz eines ganzen Volkes bedroht und wer nur die Existenz einer Atombombe in Händen von Wahnsinnigen verhindern will

  7. aron2201sperber Says:

    Broder hat wohl die geistige Reife der Deutschen unterschätzt, was angesichts dessen, was man oft zu lesen oder zu hören bekommt, keine Schande ist.

    Hätte er die Reaktionen vorausgesehen, hätte er sich wohl mit einem anderen Kraus-Zitat begnügt:

    „Zu ….. fällt mir nichts ein“

    • besucher Says:

      genug Schmus bekommt man auch in diversen Foren und Blättchen oder Fernsehkanälen im gelobten Amiland geboten und wahrscheinlich auch in Israel. Broder überschätzt sich auch mal ganz gern…

  8. American Viewer Says:

    Ich kann deine Ausführungen nicht nachvollziehen. Was sollen Begriffe wie „Antisemitismus-Keule“?! Warum hat Grass ein Problem mit sich selbst, nicht aber mit Juden?! Warum hat Broder Grass „einen Gefallen getan“?!

    Der Text der FR ist typisch und widerlich. Linke Dialektik pur. Erst gibt die FR zu, dass sie spontan geneigt sei Grass in Schutz zu nehmen. Dann entscheidet man sich doch für die weniger offensichtliche Methode: Grass ein bisschen kritisieren, um dann wieder auf Broder herumzuhacken, der schließlich auch irgendwie schuldig ist, weil er Grass „einen Gefallen“ getan habe. Die FR dagegen ist edel und gut, sie bezeichnet Grass nicht als den Antisemiten, der er ist. Auch SPD-Frau Nahles meinte Grass habe sich „vergaloppiert“.

    Die Hälfte des FR-Artikels kritisiert Broder, die andere Hälfte Grass. Wir haben hier also eine faire 50:50-Situation. Auf der einen Seite ein Mann, der sich halt immer wieder ein bisschen „vergaloppiert“ und auf der anderen Seite jemand wie Broder, der sich immer wieder die „Frechheit“ herausnimmt und einen Antisemiten als Antisemiten bezeichnet.

    Wo kämen wir denn da hin, wenn man jeden unverbesserlichen Waffen-SS-Mann als Antisemiten bezeichnen würde?! Besonders im Fall Grass. Der Mann ist ja absolut reuig und wiederholt seine Äußerungen nicht jedes Jahr aufs Neue. Seit Jahrzehnten! Ich kann da das jahrlange Verständnis der üblichen MSM gut nachvollziehen. Ausrutscher, Vergallopierer. Wer hat das nicht? Die Verharmlosungen der FR haben auch rein gar nichts mit ihrer extremen Nähe zur SPD zu tun. Sie hätte genauso viel Verständnis für Grass, wenn er einer anderen Partei nahe stünde. Ist doch klar.

    Aron, dein Kommentar stellt mich vor ein Rätsel.

  9. aron2201sperber Says:

    der FR-Mann schreibt, er sei nach der Lektüre von Broders Artikel geneigt gewesen, Grass spontan Recht zu geben, dies jedoch nach der Lektüre von Grass Gedicht jedoch nicht mehr tut.

    er kritisiert im restlichen Artikel mit guten Argumenten Grass.

    ein wesentlicher Bestandteil von Grass Gedicht, ist die Unterstellung, dass man als Deutscher Israel nicht kritisieren dürfe, da sonst die Antisemitismus-Keule drohe.

    Indem Broder ihn dann tatsächlich als Antisemiten bezeichnet, gibt er Grass diese perverse Befriedigung.

    das wäre bei einem derartig selbstentlarvenden Machwerk nicht notwendig gewesen.

  10. Yael Says:

    http://www.titanic-magazin.de/news.html?&tx_ttnewstt_news=4873&cHash=b696243846379915813a59c59e34127b

  11. blogfighter Says:

    aron2201sperber, Sie schreiben: „ein wesentlicher Bestandteil von Grass Gedicht, ist die Unterstellung, dass man als Deutscher Israel nicht kritisieren dürfe, da sonst die Antisemitismus-Keule drohe.“

    Hierzu nur soviel: Gass übt Selbstkritik und er übt Kritik an der verfassungsfeindlichen Politik der Bundesregierungen, die seit 1999 mit der (zugesagten) Lieferung von sechs atomwaffenfähige U-Boote in das „Spannungsgebiet“ Numero eins gegen das eigene Kriegswaffenexortgesetz verstoßen haben, und zwar essentiell, also strafwürdig (Art. 26 GG)

    Ich schreibe deshalb über Sie: Auch Sie haben nicht verstehen wollen / können, worum es Günter Grass gegangen ist und geht.

    Falls Sie diese meine Kritik nicht annehmen wollen / können, so lade ich Sie ein, meine Thesen zu widerlegen:

    http://profiprofil.wordpress.com/2012/04/10/munchner-dissidentenjagd/

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