Die Bürde, ein „Günter“ zu sein

Dass manche Menschen in eine Zeit hineingeboren wurden, in der gewisse Eltern ihren Kindern typische Nazi-Namen gaben, und man als 17jähriger zur Waffen-SS einrückte, wurde Menschen wie Grass weder von den westlichen Siegermächten noch vom neugegründeten Judenstaat zum Vorwurf gemacht.

http://freudgermany.wordpress.com/2012/04/09/namen-und-zeitlaufte/

Es waren deutsche 68er, die sich als die großen Entnazifizierer Deutschlands aufspielten.

https://aron2201sperber.wordpress.com/2011/03/15/bekampfte-die-raf-den-faschismus/

Grass spielte dieses Spiel mit:

https://aron2201sperber.wordpress.com/2012/04/06/was-ist-grass/

…fühlte sich jedoch aufgrund seiner Lebenslüge als Opfer.

Diesen Konflikt lässt er nun an Israel aus.

Schlagwörter:

17 Antworten to “Die Bürde, ein „Günter“ zu sein”

  1. Hessenhenker Says:

    Na ja, so ein langweiliger Günter soll bei den Nazis ein typischer Name gewesen sein?

    Dafür ist Grass ja zu alt!

    Ich kenne ein wenig die „Namenswechsel“, weil ich mal ein paar Tage lang bei der Armee Personalakten nebenbei mit verwaltet habe.
    Bis zur Machtergreifung hießen die Leute in den Jahrgängen alle gleich,
    ab der Machtergreifung massenhaft Adolfs, Gunthers, Hagens,
    ab 1943 wurden sie plötzlich wieder neutraler,
    ab Geburtsdatum 1945 massenhaft Jonnys, Billys, (Elvis nicht, kannte noch keiner).

  2. Besucher Says:

    So schnell wird beim aron aus einem althochdeutschen Namen ein nazi-Name. Durch die „Gnade“ der späten geburt wurde dir wohl leider verwehrt bei den 68 ern mitzuwirken. Du wärst ein eifriger geworden. Bei der Nazi- und günterdichte seinerzeit…

  3. Mr Mindcontrol Says:

    Grass hat sicher in der Vergangenheit Dinge gesagt, gemacht die ich nicht gut finde, darauf aber rumzureiten anstatt sich mit dem Inhalt auseinandezusetzten finde ich nicht fair. Was hat seine Vergangenheit hiermit zu tun?
    Der Antismsitismusvorwurf ist extrem dreist und frech! Grass mag man vieles vorghalten können, aber „Antisemitismus“ ist doch wohl lächerlich! Dieser Vorwurf ist in Deutschland politischer Mord! Genauso wie die Psychiatrisierung von Grass ausgerechnet von der Springer-Presse die in den 1980ern zurecht gegen die SU verharmlosenden Linken vorging. Springer selbt bedient sich damit dieser sovietischen Methoden.
    Dieser systematische Vorwurf der „Holocaustindustrie“ nutzt die die Traumatisieruung von Judenn und deutschen wegen der Vergengenheit knallhart aus. Da brauch nur dIeser Trigger kommen und der klare Menschenverstand schaltet aus. Das Mullah-Regime mag schwere Menschenrechtsverletzungen begehen, aber anderee islamische Staaten allen voraun Saudi-Arabien das viel schlimmer ist werden von den USA gehätschelt, Pakistan hat die A.-Bombe!
    Israel hat übrigens den Atomwaffensperrvertrag nicht unterschrieben im Gegenstz zum Iran. Israel droht ständig mit einen Überfall auf den Iran. Israel begeht auch schwerste Menschenrechtsverletzungen in Palestina und es gibt in der israelischen Regierung meines Wissens ebenfalls religiöse Extremisten die ein „Armageddon“ herbeisehnen!
    Warum darf man dann von der Gefahr diese Atomwaffen möglicher Weise in Hand dieser Extremisten nicht warnen?

  4. aron2201sperber Says:

    @Hessenhenker

    die Nazis sind nicht 1933 plötzlich aus dem Nichts aufgetaucht

    @Besucher

    Wahrscheinlich wäre ich ein selbstherrlicher 68er gewesen, dies ist mir zwar tatsächlich durch die „Gnade der späten Geburt“ erspart geblieben.

    aber immerhin habe ich als Post-68er auch die Che Guevara-T-Shirt-Phase durchgemacht – diese hinterfragt, als ich mich etwas reifer mit den Dingen beschäftigt habe:

    https://aron2201sperber.wordpress.com/2010/01/10/die-che-guevaras-des-westens/

    https://aron2201sperber.wordpress.com/2009/01/05/weder-herz-noch-hirn/

  5. aron2201sperber Says:

    @Mr Mindcontrol

    ich gehörte zu jenen, die Grass eher für einen Idioten als für einen Antisemiten hielten:

    https://aron2201sperber.wordpress.com/2012/04/07/nobelpreistrager-scheiert-an-addition/

    mittlerweile neige ich dazu, ihn doch auch für ein berechnendes antisemitisches Grassloch zu halten

  6. dieter Says:

    Ob Idiot, Genie oder Antisemit, die Aktion war jedenfalls, spätestens seit dem durch den israelischen Innenminister ausgesprochenen Einreiseverbot, aus antizionistischer Sicht ein voller Erfolg.

    Die nuancierte Meta-Kritik an der arroganten Inszenierung verstehen die wenigsten.

    Für jene, die die Israel-Debatte nicht so genau verfolgen, muss nun tatsächlich der Eindruck entstehen, dass Grass irgendein Tabu ausgesprochen hätte und dass Israel-Kritik sofort mit Antisemitismus-Keule und Sanktionen quittiert würden und dass in Israel selbst keinerlei Meinungsfreiheit bestünde. Aufgrund der Sprachbarrieren entsteht im Ausland bei den Einen der Eindruck, dass alle Deutschen doch Nazis wären und bei den Anderen, dass die Deutschen kein Wort über Israel sagen dürften.

    Man kann auch von niemanden erwarten, sich so tiefgründig mit dem Thema beschäftigen.

    Die Verteidiger Israels sollten in einer Debatte die eine derartig breite Öffentlichkeit erreicht, besser kurz, bündig und einfach verständlich die wesentlichen Punkte ansprechen. Tiefenpsychologische Analysen über Grass` Einstellung zu Juden und vielschichtige Meta-Analyse sind da fehl am Platz.

  7. aron2201sperber Says:

    @dieter

    Die Quintessenz der Grass-Aktion:

    Grass stellt Israel als Aggressor und zukünftigen Völkermörder dar.

    …tut jedoch selbst alles, um Israel in die Position des Aggressors zu bringen, indem er sich gegen die Sanktionen ausspricht.

    Wirtschaftssanktionen wären wohl das einzige Mittel, um die Mullahs zum Einlenken zu bewegen, und Israel einen riskanten Militärschlag zu ersparen.

    Deutschland ist als größter Wirtschaftspartner des Iran essentiell für effiziente Sanktionen.

    Grass hat es geschafft, die Diskussion von der realen Bedrohung Israels durch die Mullahs zu einer deutsch-israelischen Befindlichkeitsdebatte zu führen, in der Grass das arme Opfer der israelischen Antisemitismus-Keule spielen darf.

    So eine Stimmungslage ist natürlich Gift für effiziente Sanktionen, welche deutsche Opferbereitschaft für Israel erfordern würden.

    • besucher Says:

      D.h. es war letztendlich doch eine patriotische Tat vom alten Günni.
      Da schau her!

      • besucher Says:

        Da Briten, USA und die Russen nicht gerade beliebt sind im Iran (man studiere die Historie) ist es wahrscheinlich zwangsläufig der Fall das Deutschland als einer der G8 größter Wirtschaftspartner des Iran ist.

  8. Hans Says:

    Ich finde Aron hat Recht wenn er darauf Hinweis dass die pauschale Antisemitismuskeule nicht hilfreich und teilweise auch falsch ist.
    Ich halte die Formel, dass nicht jeder Antizionist ein Antisemit, aber jeder Antisemit ein Antizionist ist für richtiger.

    Man sollte sich mit der kruden und amoralischen Weltsicht der Antizionisten auseinandersetzen nach der der Israel (und Amerika) als westliches, kapitalistisches Land immer der Böse und islamische Staaten und Gruppen immer die Guten sind. Dabei ignorieren die Antizionisten systematisch die viel stärkeren Menschenrechtsverletzungen in islamischen Staaten (Dafur, Iran). Dies sollte der eigentliche moralische Kritikpunkt sein.

    Gerade Grass ist ein fast klassischer linker Antiwestler und Antiamerikaner für den, ähnlich wie Todenhöfer, der Westen immer der Aggressor ist. Er hat, weil die Kritik völlig einseitig ist, keinen moralischen Anspruch für seine Kritik.

    • besucher Says:

      hehe, stell Dir mal vor es gibt Leute die wünschen sich dass z.B. alle Juden aus Europa in den vergrößerten Nationalstaat Israel (Groß-Israel) einwandern, Hauptsache sie verlassen die europäischen Länder.
      Diese Leute sind wahrscheinlich Antisemiten, aber… sind sie auch Antizionisten?

    • American Viewer Says:

      Ich halte die Formel, dass nicht jeder Antizionist ein Antisemit, aber jeder Antisemit ein Antizionist ist für richtiger.

      Ich finde es ist genau andersherum. Nicht jeder Antisemit muss ein Antizionist sein. Siehe Beispiel des Besuchers.

      Jeder Antizionist ist aber ein Antisemit. Die Begriffe sind Synonyme, wenn man mal vom richtigen, aber wohl auch rein theoretischen Beispiel des Besuchers absieht.

  9. aron2201sperber Says:

    @besucher

    hehe, stell Dir mal vor es gibt Leute die wünschen sich dass z.B. alle Juden aus Europa in den vergrößerten Nationalstaat Israel (Groß-Israel) einwandern, Hauptsache sie verlassen die europäischen Länder.

    wo hast du solche Leute gefunden?

    diese Leute gibt es wohl nur in deiner Phantasie.

    in der Realität sind die bekennenden Antisemiten der NPD auch bekennende Gegner Israels.

    • besucher Says:

      mal ein kleiner tipp:

      vielleicht sind es Leute die den Staat und die Staatsräson Israels als solche anerkennen und auch gewillt sind mit ihm zusammen zuarbeiten aber gewaltige Probleme damit haben dass sich jüdische Organisationen (wie der Zentralrat z.B.) in die Innenpolitik des landes einmischen.

  10. aron2201sperber Says:

    vielleicht sind es Leute die den Staat und die Staatsräson Israels als solche anerkennen und auch gewillt sind mit ihm zusammen zuarbeiten aber gewaltige Probleme damit haben dass sich jüdische Organisationen (wie der Zentralrat z.B.) in die Innenpolitik des landes einmischen.

    und das soll dasselbe sein wie das?

    hehe, stell Dir mal vor es gibt Leute die wünschen sich dass z.B. alle Juden aus Europa in den vergrößerten Nationalstaat Israel (Groß-Israel) einwandern, Hauptsache sie verlassen die europäischen Länder.

  11. Stoff für’s Hirn « abseits vom mainstream – heplev Says:

    […] – mögliche Grass-Folgekommentare – Skandalöse Einreiseverbote – Die Bürde, ein “Günter” zu sein – Günter Grass – die Attacke als Verdrängung: Der Typ war schon immer so, wie […]

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