Verrätern wird der Prozess gemacht

Das Gesetz des Schweigens ist für die RAF selbst Jahre nach ihrer Auflösung oberstes Gebot.

Dass Verena Becker jenes Gebot nach ihrer zweiten Verhaftung gebrochen hatte, machte sie nach dem Gesetz der RAF zur Verbrecherin.

Ausgerechnet ein Opfer der RAF sorgte nun dafür, dass die Verräterin mit einem echten Prozess bestraft wurde.

Dieser Prozess wurde von den (im Sinne der RAF) gesetzestreuen Mitgliedern dazu genutzt, die NSDAP-Mitgliedschaft des ermordeten Generalbundesanwaltes noch einmal hervorzukramen und die eigene Verweigerungshaltung hämisch und stolz ein weiteres Mal vor Gericht zu präsentieren.

Vor einer Aussage Beckers mussten die Täter freilich nicht zittern.

Diejenigen, die an der Tat beteiligt waren, wussten schließlich, dass Becker mangels eigener Beteiligung wohl nichts Gefährliches auszuplaudern vermocht hätte.

Obwohl es bereits ein abgeschlossenes Gerichtsverfahren gab, jedoch keine konkreten neuen Beweismittel vorlagen, bekam Bubacks Sohn den gewünschten Prozess gegen Becker.

Angesichts eines solchen Umgangs mit Grundprinzipien der Justiz, würde sich der ermordete Generalbundesanwalt wohl im Grabe umdrehen.

…selbst wenn das Opfer, das man durch den Prozess entschädigen wollte, sein eigener geliebter Sohn war.

Bei Verena Becker gab es keine haltbaren Beweise, dass sie sich am Tatort aufgehalten hatte.

Dass sich ein deutscher Terrorist am Tag des schlimmsten Terroranschlags der italienischen Geschichte am Tatort aufgehalten hatte, ist hingegen gesichert.

Thomas Kram war ein Mitglied der Carlos Gruppe, die für unzählige Morde und Terroranschläge verantwortlich war.

Ab Mitte der 80er Jahre tauchte Kram für zwanzig Jahre unter.

Danach tauchte er wieder auf, um sich für seine verhältnismäßig harmlosen „Rote Zora“-Aktivitäten einen Prozess machen zu lassen.

Für seine Nichtaussage bei Gericht wurde er nach einem knapp zweimonatigen Verfahren mit einer bedingten Freiheitsstrafe belohnt.

Den italienischen Behörden wurde der Carlos-Mann trotz schwerwiegender neuer Verdachtsmomente nicht ausgeliefert.

Aber schließlich ist Thomas Kram auch kein Verräter.

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10 Antworten to “Verrätern wird der Prozess gemacht”

  1. American Viewer Says:

    Das ist dein versprochener „Schon wieder auf den Spiegel hereingefallen”-Beitrag?! Haha.

    Diejenigen, die an der Tat beteiligt waren, wussten schließlich, dass Becker mangels eigener Beteiligung wohl nichts Gefährliches auszuplaudern vermocht hätte.

    Dieses Ammenmärchen glaubst du? Das glaubt nicht einmal der Bundesanwalt.

    In dem Verfahren geht es nicht wirklich darum, dass Becker die Mörderin von Buback sein könnte. Das ist nur die Theorie seines Sohnes, die der Bundesanwalt von Anfang an strikt ablehnt. Aber es geht um die Tatbeteiligung von Becker. Ist das eine Lappalie für dich?

    Obwohl es bereits ein abgeschlossenes Gerichtsverfahren gab, jedoch keine konkreten neuen Beweismittel vorlagen, bekam Bubacks Sohn den gewünschten Prozess gegen Becker.

    Es gab ein neues Verfahren, weil man Dank der neuen PCR-Technik die Speichel-DNA Beckers am Bekennerschreiben fand.

    Das Zukleben des Bekennerschreibens durch Becker ist kein konkretes Beweismittel für dich? Ab wann ist man dann für dich verdächtig an einem Mord beteiligt gewesen zu sein?

    Gab es überhaupt schon einmal ein Verfahren gegen Becker in dieser Sache? In Deutschland wird wohl auch (noch) ab und zu „Ne bis in idem“ gelten.

    • aron2201sperber Says:

      dass sie nicht an der Planung und Ausführung beteiligt war, glaube ich, solange es keine Beweise für das Gegenteil gibt.

      vor und während des Prozess konnten keine solchen Beweismittel gefunden werden.

      Becker wurde nach ihrer Verhaftung wegen versuchten Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt.

      zum selben zeitpunkt, als man auch den Prozess wg. des Buback-Mordes durchführte.

      Ohne neue Beweise war ein neuer Prozess daher nicht zu rechtfertigen.

      die Morde der RAF wurden gemeinschaftlich verübt.

      ich hätte gar kein Problem damit, wenn man alle RAF Mitglieder (auch Verena Becker) für alle RAF-Morde verurteilt hätte.

      ich habe jedoch ein Problem, wenn ausgerechnet diejenige die mit dem VS kooperiert hatte und damit die RAF verraten hatte, als Sündenbock herausgepickt wird

  2. American Viewer Says:

    Wer klebt nicht hobbymäßig Bekennerschreiben nach Mordanschlägen zu?

    Daraus sollte man besser keine voreiligen Schlüsse auf eine Tatbeteiligung schließen. Becker war ja damals noch im Nahen Osten, ist klar. Sie schlenderte gerade durch die Straßen von Damaskus, rutsche aus und fiel durch den Schlitz eines öffentlichen Briefkastens.

    Zufällig lag genau dort das Bekennerschreiben der RAF. Becker geriet völlig in Panik und schleimte den ganzen Brief mit ihrer Spucke voll. Die RAF-Post landete dann in Deutschland und heute macht man Becker den Prozess wegen diesem Unfall. Ein Skandal!

  3. Anne Says:

    „Bei Verena Becker gab es keine haltbaren Beweise, dass sie sich am Tatort aufgehalten hatte.“
    Daß vor Gericht keine solchen Beweise vorgelegt wurden, heißt nicht, daß es sie nicht gab.

  4. Dr. Pallmann Bernhard Says:

    Nun mal langsam: wer plant solch einen Mehrfach-Mord und gibt ihn dann an Profikiller in Auftrag? Im Prozess gegen Verena Becker, welche ohne jedweden Zweifel eiskalte Killerqualitaeten bereits vielfach nachgewiesen hat, kam klar heraus, dass diesen Mord nur eine Gruppierung geplant haben konnte, die eines der Hauptmotive des zunehmend erfolgreichen Nachbohrens des seinerzeitigen Chefermittlers kannte – und alles daran setzen musst, dass nichts „herauskommt“: die CSU Bayern damals noch unter FJS und Frau Marianne.

    Bereits am 1. Verhandliungstag haette Becker sagen und problemlos belegen koennen: „ich war zum Tatzeitpunkt im Jemen. Punkt.“ Nun hat sie aber Gysi & Co. , Berlin, als Verteidiger – und man braucht gar von „staatswegen“ Zeit, ihr ggf. getuerkte Alibis „Jemen“ zu verschaffen. Also mach sie erst beim 86. Tag der Verhandlungen dazu den Mund etwas auf. Fazit: wer Frau Becker auch nur noch 1 Wort glaubt – fuer den ist die Erde eine flache Scheibe oder viereckig und diese grauenhafte Skandalnudel „CSU-Bayern“ unsterblicher Mittelpunkt des Weltalls.

    Da ich Herrn Michael Buback nicht nur als Wissenschaftler, sondern auch aus einer Reihe von Gespraechen kenne, ist es nach meiner festen Ueberzeugung, welche nachweisbar ist, nicht seine Absicht gewesen, eine bestimmte Person dieses Mordes zu bezichtigen, er wollte lediglich die genauen Umstaende erfahren, welche dazu fuehrten und wer feuerte: Heraus kam, wie bei einer genauen Chemischen Analyse: Verena Becker.

    Heute stehen wir damit in Muenchen, am Odeonsplatz, dem CSU-Innenministerium, geleitet von wem? Herrmann Joachim, welcher sich grade heute immer nervoeser, immer oefter und vehement sofort vor seine schlagernden Polizisten und ihre IMs- sogar die der „NSU“ stellt 1977 war der CSU-Strippenzieher Alfred Seidl, CSU-Staatssekretaer… Waere es nach dem gegangen (wir empfehlen hierzu „Wikipedia“) so wueden Verena Becker und andere „RAF“ler schon laengst nicht mehr leben – denn sie ware nach CSU-Seidl schon langst zur Todesstrafe verurteilt worden. Tote reden nicht. So macht man das perfekt bei der CSU: man laesst den Genealbundesanwalt, der einem schwer auf die „agents provocateur-Fuesse“ steigt, von der „RAF“ ermorden – und verhaengt dann gegen die Moerder die Todesstrafe. Das bringt Waehlerstimmer – und alles bleibt bzw. wird noch korrupter, wie es immer war – auch schon vor 1945..Jedoch damit ist jetzt Schluuss. „Alex Zouras“-Foundation Sprecher Dr. Bernhard Pallmann

    • aron2201sperber Says:

      die „CSU Bayern“ ließ also den Generalbundesanwalt von der RAF ermorden?

      Buback ist als erfolgreicher Wissenschaftler wohl ein intelligenter Mann.

      Klug ist er leider nicht, sonst würde er sich nicht von Dummschwätzern wie ihnen instrumentalisieren lassen

  5. Dr. Pallmann Bernhard Says:

    Wenn Sie das so hinschreiben als Ihre Frage , sollten sie ihr mal nach- und in sich gehen, Herr aron20201sperber. Da Sie offenbar ueber keinerlei gute Erziehung verfuegen, duerfen wir uns hiermit von Ihnen wieder verabschieden. Es war ein Versuch – und er traf voll ins Schwarze. Wir haben einen guten Tip bekommen, finden Sie nicht auch? Dr. Bernhard Pallmann, Sprecher Alexander Zouras Medienpreis“, Mitgl. bei „Reporter ohne Grenzen, Medizinjournalist“ etc.

    • aron2201sperber Says:

      Tschüss Baba!

      „wir“ verabschieden uns hiermit auch mit den besten Empfehlungen.

      wenn wir so einen Unsinn lesen, kann es leider vorkommen, dass wir unsere guten Manieren vergessen 😉

  6. Kraushaars verpasste Gelegenheit | Aron Sperber Says:

    […] sich die Spekulationen diesmal nicht nur gegen den verachtenswerten Verfassungsschutz und seinen Kollaborateurinnen, sondern gegen respektable Genossen, weswegen er sich diesmal statt Lob so manchen juristischen […]

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