Die Rückkehr der „Friedens-Präsidenten“

Wie es sich für einen Friedensnobelpreisträger geziemt, wird Obama nicht in den syrischen Bürgerkrieg militärisch eingreifen.

Stattdessen wird er die Rebellen mit schönen Worten und wohl auch mit Waffen unterstützen.

Genauso hatte es auch sein Vorgänger als Präsident und Friedensnobelpreisträger gehalten.

Unter Jimmy Carter wurden die Mudschaheddin im Kampf gegen die Sowjetunion unterstützt.

Ohne sich selbst die Hände schmutzig zu machen, wollte man den Sowjets ein eigenes Vietnam bescheren.

Die Trümmer von Carters bzw. Brzezinkis afghanischer „Realpolitik“ mussten dann von den „Neocons“ aufgeräumt werden.

Was wäre geschehen, wenn Sarkozy in Libyen nicht eingegriffen hätte?

Der Bürgerkrieg zwischen Bengasi und Tripolis wäre wohl trotzdem ausgebrochen.

Nur hätte er nicht 6 Monate gedauert, sondern er wäre länger, verworrener und wesentlich blutiger ausgefallen.

Italien und die Türkei hätten weiter ihren Erdöllieferanten unterstützt, während reiche Ölscheichs die Sache der „Rebellen“ gefördert hätten.

Obama hätte wohl die Politik seiner demokratischen Vorgänger in Afghanistan und Bosnien wiederholt.

Dieser Sumpf wäre der ideale Nährboden für Al Qaida und Konsorten gewesen.

Am Ende hätte man erst recht eingreifen müssen, um sich nicht vorhalten zu lassen, man kümmere sich nicht um die armen Muslime.

Was dann aber trotzdem nichts mehr an den bitteren Vorwürfen der islamischen Welt geändert hätte (siehe Bosnien).

Auch das syrische Regime gewinnt durch das Veto seiner alten Verbündeten lediglich ein wenig Zeit.

Zeit, die der Dschihadismus dazu nutzen wird, auch in Syrien prächtig zu gedeihen.

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12 Antworten to “Die Rückkehr der „Friedens-Präsidenten“”

  1. Peter Says:

    Ja natürlich die Interventionen des Westens in Iraq und Afgh. waren ja soooo riesige Erfolge gewesen die uns mehr Stabilität und Sicherheit beschert haben!

    • aron2201sperber Says:

      Bushs und Blairs hehre “neokonservative” Ziele, den “edlen Wilden”, die “westliche Demokratie” aufzuzwingen, mögen naiv gewesen sein – die „realpolitische” taktische Unterstützung der Mudschaheddin, aus denen später die Al Qaida hervorging (um ohne eigenes Blutvergießen die UdSSR zu bekämpfen) u. Taliban (um ohne eigenes Blutvergießen den Bürgerkrieg zu beenden) fallen jedoch eindeutig unter die Carter bzw. Clinton Ära.

      • arprin Says:

        Es ging ja nicht um Demokratie, sondern darum, mit al-Qaida eine Gefahr für die USA auszuschalten (ein legitimes Ziel, wie ich finde), auch wenn oft von Demokratie die Rede war.
        Das man danach noch versucht, dem besetzten Land eine starke, demokratisch legitimierte und partnerschaftlich verbundene Zentralregierung zu geben, ist auch nur dazu da, die Terroristen fernzuhalten. Deswegen hieß es ja auch „Krieg gegen den Terror“ und nicht „Krieg für die Demokratie“.

  2. aron2201sperber Says:

    Saddam hatte wie Assad intern für Frieden gesorgt, indem er die eigene Bevölkerung terrorisierte.

    die USA versuchten, den Irak (ohne Saddams Mittel einzusetzen) neu zu gestalten.

    ausgerechnet diejenigen, die den Terror, der von Al Qaida und seinen von Iran geförderten schiitischen Konsorten gegen diese Neugestaltung des Irak eingesetzt wurde, als „irakischen Widerstand“ bewunderten:

    https://aron2201sperber.wordpress.com/2008/08/03/sind-sie-auch-ein-opfer-des-us-imperialismus/

    empören sich heute über den Widerstand gegen das Assad-Regime:

    https://aron2201sperber.wordpress.com/2012/02/06/die-schmeisfliegen-des-dschihad/

  3. besucher Says:

    Mal ne Frage Aron: Hast Du mal Bücher oder ein paar Aufsätze von Irving Kristol gelesen?

  4. besucher Says:

    Jepp, das hatte ich schonmal kommentiert weil ich mich an einer Begrifflichkeit aufgehangen habe: Die unscharfe Bestimmung des Begriffs „Amerikanische Werte“
    Heilbrunn hat wahrscheinlich nicht viel von Kristol gelesen.
    Vielleicht weiß hier jemand mehr.

  5. Peter Says:

    @Arpin
    Ja klar haben die USA jedes Recht gegen die Al Qaida zu kämpfen,deswegen habe ich auch nichts gegen den Krieg in Afgh.einzuwenden.Aber Irak?Der Saddam hat doch mit Al Qaida wirklich nichts zu tun gehabt ausserdem war er sowas wie der natürliche Freßfeind von Iran.Und jetzt?Die Iraner sind dicke mit Irak,im Irak gibt es religiöse Spannungen die vielleicht im Krieg ausarten,die Kurden sind quasi autonom.Ob der Irak jetzt besser dran ist als vorher das muss sich noch zeigen

  6. American Viewer Says:

    Es ist Wahlzeit und Obama will keinen neuen Krieg. Er hat es den „guten Menschen“ am linken Rand versprochen. Jetzt müssen halt ein paar tausend Syrer sterben, damit sich die Obama-Wähler auf die Schultern klopfen können wie gut und friedlich sie doch sind.

    Dieses System ist ja nicht neu. Das ist ja nicht nur in der Außenpolitik so, man kann das fast in jeden Bereich der Politik ausdehnen. Energie. Gesundheit. You name it. Das geht jetzt schon seit Jahrzehnten so und auch wenn ich es nicht wahrhaben will, merke ich doch wie ich in diesen Bereichen immer mehr resigniere. Das ist ein Kampf gegen Windmühlen.

  7. Tükei ruft nach der Weltpolizei « Aron Sperber Says:

    […] soll Obama, wenn es nach Erdogan geht, auf einmal doch wieder Weltpolizei […]

  8. Der Kandidat des Iran und der Europäer « Aron Sperber Says:

    […] werden jedoch nicht nur die Israelis sein, die die Folgen einer schachen US-Politik im Nahen Osten zu tragen […]

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