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Gehen uns die Vorhäute nichts an?

Juli 16, 2012

“Das Fundament für die Gründung eines jüdischen Staates war – diese simple Tatsache wird gern übersehen – die Existenz des jüdischen Volkes, welches nach vielen Jahrtausenden immer noch als Volk und Glaubensgemeinschaft bestand.”

(Filipp Piatov)

Dieser Einwand ist zwar richtig.

Er wurde jedoch – zumindest von mir – nicht übersehen. 

So hoch der Verdienst der Vorfahren, sich die Jüdischkeit dank strenger Regeln bewahrt zu haben, eingeschätzt werden muss, so muss doch beachtet werden, dass die Welt, in der es notwendig war, so zu leben, sich gravierend geändert hat.

Früher hieß es entweder Konvertieren oder Ghetto.

Juden können heute – zumindest dort, wo es Verfassungsstaaten mit Grundrechten gibt – als Juden leben, ohne als Bevormundete in ein Ghetto gesperrt zu sein.

Was die Juden in ihrem Ghetto mit den Vorhäuten ihrer Kinder anstellten, war den alten Herrschern gleichgültig.

Einem Rechtsstaat, der alle Bürger gleich behandeln soll, kann es hingegen nicht egal sein.