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Demokraten siegen bei libyschen Wahlen

Juli 18, 2012

Es ist ein klarer Sieg für die säkularen Kräfte in Libyen: Die liberale Allianz des früheren Regierungschefs Mahmud Dschibril hat bei den Wahlen mehr als doppelt so viele Mandate gewonnen wie die religiösen Parteien. Die Mehrheitsverhältnisse im Parlament sind dennoch unklar.

Wie die Entwicklung in Libyen weitergehen wird, kann natürlich trotzdem niemand voraussagen (außer man hält sich wie PSL für einen Propheten).

Das Wahlergebnis ist jedoch erfreulich.

Erstmals seit Beginn der arabischen Revolution wurde eine demokratische Wahl von Demokraten und nicht – wie in Ägypten und Tunesien – von Islamisten gewonnen.

In Libyen wurde der Krieg gegen den Tyrannen dank Sarkozys beherztem Einsatz rasch beendet.

In Syrien überlässt man den Kampf gegen den Tyrannen den Dschihadisten.

Folglich werden auch die Dschihadisten bestimmen, wie das politische System aussehen wird, sofern es ihnen gelingt, den Tyrannen zu stürzen.

Jürgen Todenhöfer hatte über die Revolutionen in Ägypten und Tunesien jubiliert, obwohl die Zukunft um nichts sicherer war als in Libyen und Syrien.

Ausgerechnet bei der Absetzung von Tyrannen wie Gaddafi und Assad wird jedoch Besorgnis über eine „islamistische Zukunft“ oder die „Verfolgung der christlichen Minderheit“ geheuchelt.