Jammern auf hohem Niveau

Der Spiegel empört sich darüber, dass jeder Deutsche genauso wie im Jahr 1991 drei Minuten für eine Flasche Bier arbeiten müsse.

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21 Antworten to “Jammern auf hohem Niveau”

  1. Karl Says:

    Zum Glück verfügt der Spiegel über solche Ökonomie-Kapazunder wie Augstein, deren Vorschläge sicher dazu beitragen werden, die Kaufkraft wieder in ungeahnte Höhen zu treiben.

  2. American Viewer Says:

    Am besten ist ja der Satz: „Die Inflation hat die Steigerung der Nettolöhne aufgefressen.“

    Der Spiegel ist die deutschsprachige Nummer eins darin, ökonomischen Inflations-Vodoo zu fordern.

  3. zrwd Says:

    mir fehlt der Hinweis auf die Steuern, die der Hauptausbeuter Staat erhebt und die der Hauptgrund für die Einkommensverluste der Produktiven sind.

  4. Tourix Says:

    Der Artikel hat etwas Bild-artiges.
    Ein Stammtischspruch mit ein paar Oberflächlichkeiten, aber ohne echte Hintergründe.
    Dann möchte ich die mal nachliefern:
    Die Menschen können erst durch eine erhöhte Produktivität wie etwa durch Automation oder Spezialisierung erreichen. Und erst durch diese erhöhte Produktivität kann sich der Mensch auch mehr leisten.
    Die Produktivität konnte aber seit 1991 kaum mehr gesteigert werden. Ergo muss zwangsläufig der Lohn, bzw. was der Durchschnittsmensch sich leisten kann, inflationsbereinigt auf gleichem Niveau bleiben (solange das Verhältnis gesund bleibt).

    @ zrwd
    Der Hauptausbeuter Staat muss für Brot und Spiele für die Massen sorgen.
    Natürlich auch für Infrastrukturen, etc….

    • aron2201sperber Says:

      der Spiegel hatte schon immer etwas „Bild-artiges“

      auch wenn die noble Spiegel-Leserschaft auf die proletarischen Bild-Leser immer mit Abscheu herabgeblickt hat.

      dass das Proletariat lieber Bild las, als sich von der „Spiegel/Zeit/SZ“-Intelligenzija führen zu lassen, hat man weder dem Proletariat noch der Bild je verziehen.

    • aron2201sperber Says:

      das „Bild-artige“ ist vielleicht sogar das, was den Spiegel einigermaßen erträglich macht.

      Augstein ist im Spiegel nur eine Facette.

      der Spiegel war insgesamt immer eingermaßen geerdet und realistisch.

      in der Zeit oder der SZ will man mit der Realität oder gar Meinungspluralismus schon längst nichts mehr zu tun haben.

      • Tourix Says:

        Nun mal langsam, auch wenn im Spiegel gelegentlich blöd (bild)-artige Artikel stehen, so ist das durchschnittliche Niveau der Spiegel Artikel denn doch deutlich über denen der Bildzeitung.
        Interessant wird es insbesondere, wenn man zu einem Thema die Artikel von 3 verschiedenen Medien liest. Spiegel, Zeit und Faz, die nach meiner Ansicht nach immer noch zu den besten Deutschlands gehören. Jede dieser Zeitungen beleuchtet zumeist einen anderen Aspekt eines Themas.

  5. Tobias Schulze Says:

    Also ich müsste dafür zehn Minuten arbeiten.

  6. Paul Says:

    Wenn ich Zahlen sehe, dann muss ich immer rechnen.
    Für einen Liter Benzin muss man 2011 6 Minuten arbeiten.
    Ich unterstelle mal einen Benzinpreis von 1,50 €. Dann bedeutet das, der Nettodurchschnittsverdiens in der Bundesrepublik liegt bei 15 €.
    Die tarifliche Jahresarbeitszeit für Vollbeschäftigte beträgt ca. 1900 Stunden. Das ergibt ein durchschnittliches monatliches Nettoeinkommen von 2375 €.
    Soll das stimmen? Ich konnte es nicht finden. Aber vielleicht kann jemand weiterhelfen?

    Im Spiegelartikel wird eine Inflationsrate von 45% einer Lohnsteigerungsrate von 43 % gegenübergestellt.

    Wie sieht es eigentlich bei den Rentnern aus?
    Wegen der asymetrischen Entwicklung Anfang der 90er Jahrein den neuen BL, beziehe ich mich nur auf die alten BL.
    1991: Rentenwert 39,58 DM = 20,24€
    2011: Rentenwert 27,47€
    Steigerung: 7,23€ = 35,72%
    (Das ist die Steigerung des Rentenwertes und nicht die Steigerung der Durchschnittsrente. Die dürfte wegen der zunehmend gestörten Erwerbsbiografie niedriger liegen.)

    Wer nachrechnen will, kann es hier tun: Seite 16

    Klicke, um auf rv_in_zahlen_2011_pdf.pdf zuzugreifen

    Die Kaufkraft der Rentner ist also um fast 10 Prozent gesunken. Selbst bei dieser Rechnung mit dem inzwischen, wie man hört, frisierten Warenkorb.

    Und noch was: Die Rentner jammern am wenigsten. Die schluchzen höchstens leise in die Kissen.

    • Tourix Says:

      Nur die Spritpreise nachzurechnen reicht nicht. Denn die Spritpreise sind stärker als die Inflation gestiegen, während beispielsweise die Lebensmittelprese langsamer gestiegen sind.
      Über einen längeren Zeitraum habe ich mal was interessantes zu den Lebensmittelpreise gelesen. 2009 stand in einem Artikel, dass etwa mitte der 80 Jahre man knapp 25 % des Einkommens für Lebensmittel ausgegeben hatte. 2009 jedoch nur noch 11 % (gleichzeitig waren hier die Lebensmittel billiger als in ganz Europa, incl. Osteuropa, mit Ausnahme Portugals).

      Die Renten werden immer weiter eingeschränkt. Das stimmt leider. Aber wenn ich daran denke, was meine Generation erwartet (Bj 66), haben die heutigen Rentner immer noch Glück.

      • Paul Says:

        Tourix,
        noch vergessen.
        Wieviel Prozent hat man damals für Miete und Nebenkosten ausgegeben?
        Was wir beim Essen sparen, geben wir für Miete aus?
        Nochmal: Solche Einzelzahlen nutzen nur dem, der damit, mit einer bestimmten Absicht, argumentiert.

  7. Martin Says:

    Hmmm… und wie ist das mit denen, die gar nicht arbeiten, aber trotzdem ganz viele Flaschen Bier trinken?

    • Paul Says:

      Martin, die kommen sowieso in die Trinkerheilanstalt.
      Ach so, gibt es heute nicht mehr. Die kommen in die Psychiatrie zur Entwöhnung. Immer wieder. Immer wieder. Immer wieder…….

    • Paul Says:

      Das gehört natürlich hier hin:

      Tourix,
      ich habe den Spritpreis nur gewählt, um wenigstens kalkulationsmäßig auf den der Statistik zu Grunde gelegten durchschnittlichen Stundennettolohn zu kommen.
      Diese von mir errechneten 15€ netto(!) halte ich für zu hoch. Wenn Du nur kalkulatorisch 35% Gesamtabzüge annimmst (das ist eher zu wenig als zu viel), dann kommst Du auf einen Bruttostundensatz von 23€. Das sind bei einer 38 Stundenwoche fast 3800€ brutto monatlich. Na aber hallo! Durschnittsgehalt! ( Bei einer 40 Stundenwoche sind es fast 4000€!) Wer träumt davon? In meinem Bekanntenkreis kenne ich aber jede menge!

      Das mit den Lebensmitteln habe ich auch gehört. Es fehlt aber die Gewichtung.
      1980 25% von welchem Durchschnittseinkommen.
      2009 11%: welche Summe war das?
      Was ich damit sagen will: Ich esse nicht das Geld, sondern die Lebensmittel. Und garantiert verschlinge ich 2009 nicht mehr als 1980. Vielleicht sind die Lebensmittel sogar billiger als 1980. Das weiß ich nicht. Die Prozentzahlen geben diese ASussage auch nicht her.

      (Wenn ich mir die Einkommenssituation unserer Landwirte ansehe, dann muss ich allerdings gestehen, dass die Lebensmittelpreise zu niedrig sind. Wir werden hier mit einer gewissen Zeitverzögerung den gleichen Effekt haben wie in der produzierenden Industrie. Es ist nicht mehr möglich bestimmte Produkte in Deutschland zu marktakzeptablen Preisen herzustellen.)

      Solche Ausschnitte besagen nichts über den Lebensstandard.
      Wenn schon Preisvergleich, dann nur über einen gewichteten Warenkorb.
      Übrigens habe ich den Spritpreis für keinen Vergleich benutzt.

      Deinen Pessimismus bezüglich Deiner Rentenerwartung kann ich nicht teilen. Das sage ich meinem Sohn (Gj.64) auch immer. Mein Vater hatte als Rentner ein niedrigeres Lebensniveau als ich. Ich bekomme also mehr Rente als er. Für diese Rente kann ich mir auch mehr leisten als er. Leider gelingt es mir nicht, meinem Sohn diesen Optimismus zu vermitteln. Allerdings ist es notwendig, dass jeder junge Mensch jetzt auch schon etwas für seine Rente tut.
      Aber das ist schon wieder ein anderes Thema.

  8. Paul Says:

    Tourix,
    ich habe den Spritpreis nur gewählt, um wenigstens kalkulationsmäßig auf den der Statistik zu Grunde gelegten durchschnittlichen Stundennettolohn zu kommen.
    Diese von mir errechneten 15€ netto(!) halte ich für zu hoch. Wenn Du nur kalkulatorisch 35% Gesamtabzüge annimmst (das ist eher zu wenig als zu viel), dann kommst Du auf einen Bruttostundensatz von 23€. Das sind bei einer 38 Stundenwoche fast 3800€ brutto monatlich. Na aber hallo! Durschnittsgehalt! ( Bei einer 40 Stundenwoche sind es fast 4000€!) Wer träumt davon? In meinem Bekanntenkreis kenne ich aber jede menge!

    Das mit den Lebensmitteln habe ich auch gehört. Es fehlt aber die Gewichtung.
    1980 25% von welchem Durchschnittseinkommen.
    2009 11%: welche Summe war das?
    Was ich damit sagen will: Ich esse nicht das Geld, sondern die Lebensmittel. Und garantiert verschlinge ich 2009 nicht mehr als 1980. Vielleicht sind die Lebensmittel sogar billiger als 1980. Das weiß ich nicht. Die Prozentzahlen geben diese ASussage auch nicht her.

    (Wenn ich mir die Einkommenssituation unserer Landwirte ansehe, dann muss ich allerdings gestehen, dass die Lebensmittelpreise zu niedrig sind. Wir werden hier mit einer gewissen Zeitverzögerung den gleichen Effekt haben wie in der produzierenden Industrie. Es ist nicht mehr möglich bestimmte Produkte in Deutschland zu marktakzeptablen Preisen herzustellen.)

    Solche Ausschnitte besagen nichts über den Lebensstandard.
    Wenn schon Preisvergleich, dann nur über einen gewichteten Warenkorb.
    Übrigens habe ich den Spritpreis für keinen Vergleich benutzt.

    Deinen Pessimismus bezüglich Deiner Rentenerwartung kann ich nicht teilen. Das sage ich meinem Sohn (Gj.64) auch immer. Mein Vater hatte als Rentner ein niedrigeres Lebensniveau als ich. Ich bekomme also mehr Rente als er. Für diese Rente kann ich mir auch mehr leisten als er. Leider gelingt es mir nicht, meinem Sohn diesen Optimismus zu vermitteln. Allerdings ist es notwendig, dass jeder junge Mensch jetzt auch schon etwas für seine Rente tut.
    Aber das ist schon wieder ein anderes Thema.

    • Tourix Says:

      Hallo Paul,
      die Inflation wird nicht ohne Grund anhand eines Warenkobes ermittelt, zu dem sowohl Lebensmittel, als auch Energieträger wie Sprit gehören. Insofern kann man den Statistiken über die Inflation schon einen gewissen neutralen Wert zumessen.

      Der Bericht zu den Lebensmittel konnte ich leider nicht mehr finden. Die Landwirte zehren aber schon länger von ihrer Substanz. Vor kurzem war ich bei einem Landwirt, der ursprünglich Vorzugsmilch hatte und die Gülle vergärte und verstromte (einer der ersten).
      Die Vorzugsmilch hatte er aufgegeben, weil seit kurzem nicht mehr monatlich, sondern wöchentlich untersucht wurde, natürlich auf des Landwirts Kosten. Die gülle enthält kaum Methan, aber muss neuerdings als Abfall zusätzlich versteuert werden. Er überlegte gerade, ob er nur noch den angebauten Mais verstromen soll und die Kühe abschafft, oder ob er ganz aufhören soll.

      Wenn man sich überlegt, dass die Rente nicht vom ersparten, sondern von den steuerzahlenden Arbeitern gezahlt wird und man schaut sich dann die Alterspyramiden an
      http://images.google.de/imgres?q=bev%C3%B6lkerungsentwicklung+deutschland&start=18&num=10&hl=de&biw=1440&bih=733&addh=36&tbm=isch&tbnid=w8lY9FL7E3bbsM:&imgrefurl=http://bohnenzaehler.blog.de/2009/11/18/1046-tannenbaum-doenerspiess-alterspyramide-deutschland-bevoelkerungsvorausberechnung-animiert-7408401/&docid=UBYrZjw3Nl9wGM&imgurl=http://data6.blog.de/media/188/4123188_e930461828_m.jpg&w=278&h=375&ei=D-gPUPPxA8K4hAfqhIDoDg&zoom=1&iact=rc&dur=651&sig=103481902179825482357&page=2&tbnh=173&tbnw=128&ndsp=24&ved=1t:429,r:20,s:18,i:69&tx=20&ty=49
      dann wird deutlich, dass es für meine Generation schlecht aussieht.
      Es ist natürlich wieder vermehrt Eigenverantwortung gefragt. Aber wer denkt schon mit 40 oder 50 an die Rente ?
      Ich dürfte da einer der wenigen Ausnahmen sein. Aber ich bin auch Selbstständig. Da sollte man denn schon weiter vordenken als bis zur nächsten Feier.

    • Tourix Says:

      Achja, in einem anderen Beitrag schriebst du folgendes:
      „Wieviel Prozent hat man damals für Miete und Nebenkosten ausgegeben?
      Was wir beim Essen sparen, geben wir für Miete aus?“

      Die Miete ist hier im Rhein-Main-Gebiet seit rund 20 Jahre kaum gestiegen, obwohl die Anforderungen stetig steigen.
      Was jedoch deutlich steigt sind die Nebenkosten. Aktuell wird das wieder deutlich erhöht von den Gemeinden, die über Grundsteuern und Wasserkosten ihre Kassen entlasten wollen. Nächstes jahr dürften dann die Stromkosten sehr stark zulegen (dank Energiewende).

      • Paul Says:

        Hallo Tourix,
        wir sind ein bischen vom Thema abgekommen.
        Mein Thema war der Durchschnittsverdienst. Ich halte die Annahmen die der Spiegelveröffentlichung zu Grunde liegen für zumindestens hinterfragbar.
        Wenn der Durchschnittsverdienst nicht stimmt, dann ist der ganze Artikel eigentlich für den Papierkorb.

        Anmerkung: Mein Sohn ist auch selbstständig und denkt bezüglich der rente wie Du. Ich lasse mir meinen Optimismus aber nicht nehmen. Bisher geht es jedenfalls meinem Sohn besser als mir in diesem Alter. Meiner Tochter übrigens auch.
        Vielleicht das auch die Ursache für meinen Optimismus?

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