Die „Terrorismus-Lügen“ der Stasi

Über Italiens „Bleierne Jahre“ hatte Frau Igel noch ein recht unausgegorenes Frühwerk verfasst, in dem sie die Mythen der italienischen Linken über „Gladio“ und die „Strategie der Spannung“ rezitierte.

Je mehr sie sich jedoch ernsthaft – vor allem durch eigene Recherchen in Deutschland – mit dem Thema auseinandergesetzt hatte, desto mehr kam auch sie zur Erkenntnis, dass eine „Strategie der Spannung“ wohl eher von östlichen als von westlichen Geheimdiensten betrieben wurde.

Auch bei Willi Winkler konnte man eine ähnliche Entwicklung beobachten.

Diese Entwicklung wird noch weitergehen.

Dass der Märtyrer der 68er Bewegung  durch einen Stasi-Agent ermordet worden war, wurde bislang nur vom Historiker Peter Horvath in einem Buch aufgearbeitet.

Irgendwann werden auch Igel und Winkler nicht darum herum kommen, sich diesem für 68er besonders schmerzhaften Thema zu stellen.

Heute hält Frau Igel in Berlin eine Lesung zu ihrem neuen Buch.

Mit einem der Kapitel: „Die Legenden um Carlos und seine deutschen Mitarbeiter“ (Seite 97 – 117) habe ich mich selbst ausführlich auseinandergesetzt.

Ich habe den italienischen Autor Gabriele Paradisi, der durch seine Recherchen das Alibi des Carlos-Mann Thomas Kram zum Einsturz brachte, auf ein Buch von Schmaldienst/Matschke „Carlos-Komplize Weinrich“ aufmerksam gemacht und für ihn einige Stellen ins Italienische übersetzt.

Ein persönliches Gespräch mit Frau Igel zu diesem Kapitel hätte mich daher sehr interessiert.

Vielleicht kommt sie ja auch mal nach Wien?

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11 Antworten to “Die „Terrorismus-Lügen“ der Stasi”

  1. Luca Says:

    ich habe Frau Igels neues Werk gelesen.

    ihre alten Gladio-Theorien zu Italien hält sie aufrecht

    • aron2201sperber Says:

      das ist leider richtig.

      nur dort, wo sie begonnen hat, eigene Recherchen anzustellen, ändert sie ihre aus Italien vorgefertigten Ansichten.

      sie ist jedoch nicht bereit, einen Schritt zurückzugehen und ihre italienischen Gladio-Erkenntnisse (die aus zweiter Hand stammen) selbst noch einmal zu hinterfragen, obwohl es in Italien wohl kaum wesentlich anders gewesen sein dürfte, als in Deutschland.

      gerade beim Anschlag auf die Mailänder Bank konnten auch nach 30 Prozess-Jahren keine Beweise für eine wetliche „Gladio“-Verwicklung gefunden werden.

      trotzdem fragt sie nicht, ob es vielleicht daran gelegen haben könnte, dass man in die falsche Richtung ermittelt hatte

  2. Kassandra von Troja Says:

    Es war wurde ja auch vor wenigen Jahren bekannt, dass der Mord an Benno Ohnesorg anlässlich das Papstbesuches von einem bei der Polizei eingeschleusten Stasi-Mannes begangen wurde – um die „Stimmung“ gegen den westdeutschen Staat anzuheizen. Die Folgen traten wie von der DDR-Führung gewünscht ein und sind bekannt.

  3. Kassandra von Troja Says:

    Nachtrag: Natürlich war das nicht der Papstbesuch sondern der Schahbesuch. Sorry

  4. Sowjetische Strategie der Spannung « Aron Sperber Says:

    […] Wunder, dass man bei der Anprangerung einer angeblichen “Strategie der Spannung” durch westliche Geheimdienste stets so viel Phantasie […]

  5. Kraushaars verpasste Gelegenheit | Aron Sperber Says:

    […] mittlerweile zwar endlich einige Bücher verfasst, die jedoch bislang viel zu wenig mediale Aufmerksamkeit erregen […]

  6. Zschäpes linker Fürsprecher | Aron Sperber Says:

    […] ist jedoch auch bekannt, dass die Wehrsportgruppe Hoffmann Verbindungen zur Stasi hatte und wohl dank dieser Kontakte via DDR in ein Ausbildungslager der Palästinenser […]

  7. Zschäpes linker Brieffreund | Aron Sperber Says:

    […] ist jedoch auch bekannt, dass die Wehrsportgruppe Hoffmann Verbindungen zur Stasi hatte und wohl dank dieser Kontakte via DDR in ein Ausbildungslager der Palästinenser […]

  8. Ein Histrioniker für Gladio | Aron Sperber Says:

    […] an einer Destabilisierung der westlichen Demokratien ein Interesse hatte, und zu diesem Zweck sowohl roten als auch brauen Terror förderte, sollte an Hand jener […]

  9. Strauss, Schmidt und Washingtons Nutzen | Aron Sperber Says:

    […] Wehrsportgruppe Hoffmann (bei der Köhler trainiert hatte und die sich später wie die RAF via DDR in ein palästinensisches Terror-Camp abgesetzt hatte) nichts mit dem Oktoberfestanschlag zu tun […]

  10. WSG und RAF im gleichen Ausbildungslager | Aron Sperber Says:

    […] Sinn es für die Stasi hatte, nicht nur die linken, sondern auch die rechten Terroristen zu fördern, offenbart sich, wenn […]

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