Putins deutsche Pussy

Als westdeutscher Altkommunist hatte Jürgen Elsässer die Sowjets dafür bewundert, wie sie mit reaktionären Pfaffen, die aus kleinbürgerlichen religiösen Gewissensgründen Widerstand gegen den Sozialismus zu leisten wagten, umzuspringen pflegten.

Heute bewundert er Putins Kampf gegen die Kränkung religiöser Gefühle:

Punk-Gören und Muschi-Imperialisten

Es spricht für den russischen Staat, dass er – anders als der deutsche – nicht zulässt, dass die religiösen Wurzeln der eigenen Nation in den Schmutz gezogen werden. Deswegen ist das Verfahren richtig, und sie sollen ruhig auch zu drei Jahren Haft verurteilt werden.

http://juergenelsaesser.wordpress.com/2012/08/10/fuck-off-pussy-riot/

Als Jünger einer Ersatzreligion (früher „Kommunismus“ – heute „Antiimperialismus„) kann Elsässer natürlich nachempfinden, was es bedeutet, wenn man in seinen ersatzreligiösen Gefühlen gekränkt wird.

Wie es um die Gefühle von Eltern steht, die ihre eigenen Kinder bei einer Tragödie verlieren, kann der kinderlose Ex-Lehrer hingegen nicht nachvollziehen.

Als in Deutschland 19 junge Menschen bei der Love Parade ums Leben kamen, fand er es nicht unangemessen, darüber Zoten zu reißen:

„Sex and Drugs and Tunnel Roll : 19 Tote in Duisburg“

Ebensowenig kümmern den ewigen Revolutionär die Gefühle von Eltern, deren Kinder dafür verfolgt werden, dass sie mit jugendlicher Unbekümmertheit gegen ein repressives System revoluzzern:

Hier wollen Discomiezen, Teheraner Drogenjunkies und die Strichjungen des Finanzkapitals eine Party feiern. Gut, dass Ahmidenedschads Leute ein bisschen aufpassen und den einen oder anderen in einen Darkroom befördert haben.

http://juergenelsaesser.wordpress.com/2009/06/15/gluckwunsch-ahmadinedschad/

Schließlich hatte er selbst immer nur für und nie gegen ein repressives System revoluzzert.

Werbeanzeigen

Schlagwörter: ,

16 Antworten to “Putins deutsche Pussy”

  1. Guerrero Says:

    http://www.blu-news.org/2012/02/14/ich-liebe-deutsche-land/

  2. American Viewer Says:

    Die Argumente von Elsässer sind schwach, aber in der Sache hat er nicht ganz Unrecht. Pussy Riot ist ein Fall mit dem man Putin gut schaden kann. Das ist schön. Aber mich stört das wie. Ich habe jetzt in den letzten Wochen mindestens 20 Artikel und TV-Einspieler zum Thema gesehen und alle 20 westlichen Medien haben den Fall nicht korrekt dargestellt. In anderen Worten: Sie haben gelogen. Alle Medien schilderten den Fall ungefähr so: „Punkband kritisiert Putin in einer Kirche. Jetzt müssen sie ins Gefängnis.“

    Das war der ganze Fall. Kein Wort davon, wie denn die „Kritik“ von Pussy Riot nun wirklich aussah. Wenn man die „Kritik“ von Pussy Riot ausnahmsweise näher beschrieb, hat man nur die harmlosen Teile gebracht. Das ist grob verfälschend. Es hieß auch permanent, die Kirche „fühle“ sich auch beleidigt, ganz so als wäre keine Beleidigung vorgefallen. „Scheiße Gottes“ lässt sich aber schwer anders beschreiben.

    Ich lasse mich ungern belügen. Von daher gehen meine Sympathien für Pussy Riot gegen null. Dasselbe gilt auch für Elsässer. Der lügt auch permanent wie gedruckt. Das führt dann dazu, dass man ihm nichts mehr glaubt. Auch wenn er einmal ein bisschen Recht hat.

    Das einzige Medium, dass den Fall korrekt dargestellt hat, war mal wieder Fox News. Der Bericht war deshalb noch lange nicht pro Putin. Im Gegenteil er war kritisch gegenüber Putin wie immer. Und er war ehrlich und damit viel kraftvoller und viel glaubwürdiger.

    • aron2201sperber Says:

      klar hat er damit recht, dass sich die Pussy Riots tatsächlich schlecht benommen haben.

      dies sollte man auch nicht bestreiten.

      schlechtes Benehmen sollte bestraft werden, nicht jedoch mit jahrelanger Haft.

      insbesondere in unserer Jugend neigen wir wohl alle gerne zu schlechtem Benehmen.

      wer mit 20 nicht links ist, hat kein Herz
      wer mit 40 noch links ist hat kein Hirn

      auch ich hatte mit 20 viel Herz und auch viel schlechtes Benehmen

      wenn jeder mit schlechtem Benehmen so hart bestraft werden würde, säße bald jeder im Gefängnis.- insbesondere in Russland.

      es werden jedoch nur jene für schlechtes Benehmen derart hart bestraft, die in Opposition zu Putin stehen.

      dasselbe gilt natürlich auch für „Oligarchen“

      der Seitenhieb auf den „flennenden Chadorkowky“ war der Gipfel der Widerwärtigkeit.

      Elsässer, der im bösen Westen für die Äußerung seiner Meinungen selbst nie ein Risiko einzugehen brauchte, verhöhnt einen politischen Gefangenen, der auf unbestimmte Zeit in Sibirien einsitzt.

    • Tom Says:

      @americanviewer
      Pussy Riot hat sich aber nicht belogen. Wenn dann haben sie Medien belogen da sich Tatsachen ausgelassen haben.

      Ich weiß nicht in wieweit die Beleidigung Gottes ein Straftatbestand sein sollte. Ich finde nicht. Gott als Erschöpfer des Weltalls dürfte mit sicher über so kleinlichen Dingen stehen.

      • American Viewer Says:

        Die Story, die Pussy Riot erzählt ähnelt leider den Geschichten, die man in den Medien hört. Man kann das auch schwer trennen. Was kommt von Nadezhda Tolokonnikova, was haben die Medien herausgeschnitten? Es geht ja fast alles über die Medien.

      • besucher Says:

        Die Fundamentalisten glauben immer Gott beschützen zu müssen (oder wahlweise irgendwelche Propheten).

        Elsässer war glaube ich immer ein Spießer und wird es immer bleiben.

  3. Martin Says:

    Je nun, es geht hier ja auch weniger um die Pussies, als um Elsässer. Das Elsi ein Haufen narzisstische, widerwärtige Scheiße ist, dessen Anbiederei an alle möglichen Diktatörlis keinerlei anderen Hintergrund, auch keinen politischen, hat, als sich selbst in Szene zu setzen, ist doch bekannt.
    Elsässer ist ein selbstverliebter „kleiner Diktator“, dem es vom Schicksal nicht vergönnt war, selbst Diktator zu sein, Also klebt er sich halt parasitär an den Arsch der noch existierenden, echten Diktatoren und profitiert von der Aufmerksamkeit, die ihm seine „provokativ aufrechte Haltung“ in manchen Kreisen einbringt., Und der Aufmerksamkeit, die eben diese Diktatoren und Regimes ihm schenken.

    • aron2201sperber Says:

      Elsässer ist ein selbstverliebter “kleiner Diktator”, dem es vom Schicksal nicht vergönnt war, selbst Diktator zu sein, Also klebt er sich halt parasitär an den Arsch der noch existierenden, echten Diktatoren und profitiert von der Aufmerksamkeit, die ihm seine “provokativ aufrechte Haltung” in manchen Kreisen einbringt., Und der Aufmerksamkeit, die eben diese Diktatoren und Regimes ihm schenken.

      eine sehr treffende Charakterisierung, die ich in zukünftigen Beiträgen zu Herrn Elsässer 1:1 übernehmen kann.

      wenn du etwas ähnlich Gutes hast, kannst du gerne einen Gastbeitrag bei mir verfassen.

      am besten wäre jedoch, wenn du selbst mit einem eigenen Blog beginnst 😉

  4. Olaf Says:

    Die Jugend in Deutschland könnte auch ein bisschen Züchtigung vertragen, zumindest diese Hiphop Asozialen.

    • aron2201sperber Says:

      Meinst du vielleicht die beiden? 😉

      https://aron2201sperber.wordpress.com/2012/03/23/an-alle-bruder/

    • Olaf Says:

      Genau sowas z.B., apropos link, Grandmaster Flash, das war noch was Gutes, oder Run DMC.

      • aron2201sperber Says:

        Hip Hop war wie Soul und Disco ursprünglich unpolitische Party-Musik:

        ernst genommer wurde er von den Rock-Journalisten erst, als er sich wie bei „Public Enemy“ politisch gab.

        „Edle Wilde, die aus dem Ghetto kommen und gegen das System kämpfen“ – sowas gefiel der Revolutions-verliebten Musikpresse.

        das Gangster-mäßige wurde von den Journalisten als besonders authentisch empfunden.

        und so nahm man Sexismus, Schwulenfeindlichkeit und Protzerei mit „Bling Bling“ und fetten Autos hin.

        erst als ein Weißer auf schwulenfeindlicher Ghetto-Rapper machte, kritisierte man die Inhalte…

    • aron2201sperber Says:

      der Gangsta-Rap hat im Gegensatz zu allen anderen afroamerikanischen Musikstilen, die eine befreiende, positive Botschaft hatten, gerade vielen jungen Schwarzen extrem geschadet.

      auch Hip Hop hatte ursprünglich eine positive “Message”:

      Leider wurde die Warnung vor einer Ghetto-Gangster-Karriere wie bei „The Message“ von der Verherrlichung des “Gangsta” abgelöst wie bei 2Pac, 40 Cent etc.

      viele eiferten íhren Gangsta-Rapper-Idolen nach.

      Es ist jedoch leichter, Arzt, Richter oder Profisportler zu werden als erfolgreicher Rapper.

      Leicht nachzumachen ist nur das “Gangsta”

      der Gangsta-Rap führte eine Handvoll Menschen aus dem Ghetto hinaus, aber jede Menge junge Menschen in das Ghetto hinein.

      selbst viele weiße Mittelstandkinder kopierten den Gangsta-Lebensstil und verpfuschten mit kriminellen Karrieren ihr Leben.

  5. Das Wesen der Grundrechte | Aron Sperber Says:

    […] Ausgerechnet die besonders Progressiven unterscheiden sich in diesem Punkt wenig von den Putins. […]

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: