Archive for 15. Oktober 2012

Der gute Kapitalist und das Raubtier

Oktober 15, 2012

Fleischfresser, die Vegetarismus predigen, sind mir suspekt. Der antikapitalistische Kapitalist George Soros gehört für mich genau in jene Kategorie.

Soros zeigt gerne mit dem Finger auf die „russischen Raubtierkapitalisten“ und insbesondere auf seinen ehemaligen Geschäftspartner Beresowski.

Beresowski mag (wie Soros) ein Raubtierkapitalist sein. In Putins Ungnade fiel er jedoch nicht als Raubtierkapitalist, sondern als Gegner der Kriegspolitik seines Präsidenten. Ein Recht, das sich der amerikanische Oligarch Soros bei Bush übrigens ganz selbstverständlich herausnehmen durfte.

Beim Irak-Krieg wurde immerhin ein mieser Diktator abgesetzt, um ihn (zumindest nach Plan) durch eine demokratische souveräne Regierung zu ersetzen.

Der Tschetschenien-Krieg war hingegen ein reiner Eroberungskrieg, bei dem die demokratische Regierung abgesetzt wurde, um die souveräne Republik wieder ins Russische Imperium einzugliedern.

Zwar hatte Tschetschenien ein Problem mit Dschihadisten, die im ersten Krieg ins Land eingesickert waren und von Tschetschenien aus im gesamten Nordkaukasus ein Kalifat errichten wollten. Die tschetschenische Regierung von Maschadow versuchte jedoch selbst verzweifelt, jene Islamisten zu bekämpfen. Statt die demokratischen Kräfte Tschetscheniens dabei zu unterstützten, führte Putin einen Krieg gegen sie.

Eine ähnliche Taktik will man auch in Syrien anwenden:

Alle demokratischen Kräfte ausschalten, um sich dann als einzige Alternative zu den Islamisten zu präsentieren.

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Einseitige Tabus

Oktober 15, 2012

Arprin setzt sich in einem hervorragenden Beitrag mit dem Tabu der nationalen Grenzen auseinander.

Dass es im Zuge von neuen Grenzziehungen zu unethischen ethnischen Säuberungen kommen kann, ist ein stets genanntes Argument gegen neue Grenzen.

Allerdings spielt jenes Tabu auf einmal keine Rolle, wenn es um die jüdischen Siedler im Westjordanland geht, die bei einer palästinensischen Staatsgründung wohl ebenfalls von ethnischen Säuberungen betroffen wären.

Islamische Solidarität

Oktober 15, 2012

„Es wird Zeit, dass Europa endlich hilft“, bringt der türkische EU-Minister Egemen Bagis in der deutschen Tageszeitung „Die Welt“ die Unzufriedenheit seiner Regierung deutlich zum Ausdruck. Vor dem Treffen der EU-Außenminister in Luxemburg fordert Bagis, dass die Europäische Union mehr syrische Flüchtlinge aufnehmen soll. „Europa sollte den Menschen helfen, die einen sicheren Hafen suchen und Flüchtlinge bei sich aufnehmen“, sagte der türkische Politiker.

Erlebt die Türkei nicht gerade einen Wirtschafts-Boom?

Schwimmen die Golfstaaten nicht in Petro-Dollars?

Für die humanitäre Solidarität bleibt trotzdem die EU zuständig.

Dafür werden sowohl die Saudis als auch die Türken dafür sorgen, dass die in Europa aufgenommenen Muslime mit Moscheen und Imamen versorgt werden

Solidarisch ist man in der islamischen Welt nur bei der Verbreitung der eigenen Ideologie und im Kampf gegen Israel.