Archive for Oktober 2012

„Im Sinne des kleinen Mannes“

Oktober 14, 2012

Die öffentlich-rechtlichen Journalisten müssen sich keinem Wettbewerb stellen. Egal wie schlecht die Produkte dieser Herrschaften auch sind, sie kassieren erfolgsunabhängig Summen, die weit über den Marktpreisen liegen.

Alles im Sinne des kleinen Mannes von der Straße, der nichts lieber konsumiert als Arte, 3sat, den Deutschlandfunk und die hunderste politische Talkshow.

Am Samstagabend jettet er dann nach Berlin und genießt die neue Brecht-Inszenierung von Peymann. Am Sonntag trifft man den kleinen Mann in Baden-Baden oder Bayreuth, wo er im Frack an Merkels Busen kuschelt und eine neumodisch verpfuschte Oper bejubelt.

So muss es sein, andernfalls wäre das System ein gigantisches Subventionssystem für die Oberschicht.

(American Viewer)

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Putin als Unterstützer der „Gemäßigten“?

Oktober 11, 2012

Der „gemäßigte Assad“ wird von Putin und seinen antiimperialistischen Fans als einzige Alternative gegen islamische Extremisten präsentiert.

Dabei hatte gerade Putin als FSB-Chef alles getan, um den gemäßigten und im Gegensatz zu Assad demokratisch legitimierten tschetschenischen Präsidenten Maschadov zu schwächen.

Die islamischen Extremisten wurden bei der Destabilisierung Tschetscheniens von Putin tatkräftig unterstützt, da sie ihm den Vorwand lieferten, die Unabhängigkeitsbestrebungen der Tschetschenen durch einen brutalen Angriffskrieg niederzuschlagen.

Berufswünsche

Oktober 8, 2012

Beim Berufswunsch „Starjournalist“ ist es ähnlich wie beim „Popstar“.

Auf den ersten Blick erscheint es anstrengender, ein Medizin- oder Ingenieurs-Studium durchzudrücken. In Wahrheit ist es jedoch wesentlich leichter, ein Arzt zu werden als vom Singen oder Schreiben seinen Lebensunterhalt zu verdienen.

Von den Nachwuchs-„Gangsta-Rappern“ schaffen es 1 % als Rapper zu reüssieren, ein großer Teil endet als Gangsta.

Obwohl viele davon vielleicht das Zeug zum ordentlichen Facharbeiter, Anwalt, Unternehmer oder Arzt gehabt hätten.

Ich bin überzeugt, dass der Karriere-Wunsch „Gangsta-Rapper“ in den USA wesentlich mehr schwarze Karrieren zerstört hat als der beklagte „institutionelle Rassismus“.

Gescheiterte Rapper sind jedoch – im Gegensatz zu gescheiterten Publizisten – nicht weinerlich und suchen selbst die Schuld nicht bei jemandem anderen.

Der Vorwurf, dass der „institutionelle Rassismus“ an ihrem Scheitern schuld sei, wird stattdessen von elitären, zumeist weißen, zumeist gescheiterten Akademikern vertreten, die auch gerne für alle anderen Opfer des Systems ungefragt die Vormundschaft übernehmen.

„Das Sein prägt das Bewusstsein“

Oktober 7, 2012

Auch Putin und die chinesische Führungsriege werden oft in verschiedenen Foren verteidigt (z.b. Spon, Zeit-Online).

Ob das aus Antiamerikanismus aus dem allgemeinen Linksdrall in den meisten Foren oder aus der speziellen Zusammensetzung der Kommentierenden kommt weiß ich nicht.

Kennst du oder jemand anders irgendeine Untersuchung wie sich die Gruppe von Forumbesuchern von der Gesamtbevölkerung unterscheidet?

(Fred)

Meine („marxistische“) Theorie dazu:

Die geisteswissenschaftlichen Fakultäten sind linke Hochburgen. Jobs für Publizistik-Absolventen gibt es allerdings naturgemäß nur wenige.

Die marxistischen Professoren, die von den Studenten leben, stört dies jedoch nicht: Bleiben die Absolventen ohne Job, bleiben sie auch gute Marxisten. Die antiwestliche Haltung wird durch die persönliche Situation bestätigt und bestärkt.

Für die Situation als “Generation Praktikum” wird natürlich nicht die eigene Entscheidung verantwortlich gemacht, sondern – wie man es auf der Uni gelernt hat – der Kapitalismus, der Neoliberalismus und der ausbeuterische Westen.

Den Frust müssen sich die gelernten Publizisten statt in bezahlten Journalisten-Jobs in diversen Foren von der Seele schreiben.

Der Held der Foristen

Oktober 7, 2012

Trotz seiner antisemitischen Aussagen wird Hugo Chavez in diversen Foren als Idol verehrt.

Was einen Hinweis darauf geben könnte, welchen Politiker die deutschen Forum-Linken vor 70 Jahren angehimmelt hätten.

Ein antiimperialistischer Held auf Abwegen

Oktober 6, 2012

Als sich der Islamist Erdogan für die palästinensischen Islamisten stark machte, wurde er zum antiimperialistischen Helden erklärt:

„Bravo Erdogan, Bravo Paech!“

Ebenfalls ausgezeichnet war die Stellungnahme Erdogans gestern. Der türkische Premier fand die notwendigen klaren Worte. Egal wie man über seine Innen- und Europapolitik denkt: Im Nahen Osten ist er derzeit der Garant des Friedens und des Ausgleichs. Ihm ist es zum großen Teil zu verdanken, dass Israel plus USA den Iran bisher nicht angegriffen haben.

(Jürgen Elsässer)

Dass der sunnitische Islamist Erdogan im syrischen Bürgerkrieg Partei für die sunnitischen Islamisten ergreift, kann hingegen nur mit einer zionistisch-imperialistischen Weltverschwörung erklärt werden:

„USA und Israel stehen kurz vor einem strategischen Sieg“

Der großtürkische Regierungschef Recep Tayyip Erdogan verkündete am Freitag, die Türkei sei von einem Krieg gegen Syrien “nicht mehr weit entfernt.”

Die USA und Israel stehen damit kurz vor einem strategischen Sieg. Der strategische Sieg ist erreicht, wenn es zu einem Krieg zwischen Syrien und der Türkei kommt. Wer bei dem Krieg gewinnt, ist für die USA und Israel ziemlich egal. Für sie ist es bloß wichtig, dass anti-zionistische Muslime in Massen andere Muslime massakrieren und der Krieg möglichst lange dauert und möglichst blutig ist.

(Mein Parteibuch)

Allerdings waren es genau jene “Muslime, die Muslime massakrieren”, die man 2004 bis 2007 als Helden des antiimperialistischen irakischen Widerstands gefeiert hatte:

„Der irakische Widerstand als globaler antiimperialistischer Pol“

Und seltsamerweise hielt sich die antiimperialistische Freude über die Befriedung des Iraks ab September 2007 sehr in Grenzen.

Wußten die Antiimperialisten damals noch nicht, dass die Fortsetzung der Gewalt eigentlich im Interesse von USA und Israel gelegen wäre?

Bush wußte es auf jeden Fall auch nicht, da er sonst nicht den Surge gegen den Willen des Senats durchgesetzt hätte.

Gescheiterte Friedensprojekte

Oktober 5, 2012

Das Friedensprojekt EU darf sich nicht zu einem Versailler Friedensvertrag auswachsen.

Beim Versailler Friedensvertrag waren die Franzosen die treibende Kraft, während die USA und England versuchten, mäßigend zu wirken.

Bei der Euro-Rettung sind es nun ebenfalls die Franzosen, die den Deutschen Unerfüllbares abverlangen. Die Reichen im eigenen Land kann man bis zu einem gewissen Maß schröpfen. Ganze Staaten werden sich jedoch nicht ewig maßlos schröpfen lassen.

Auf den Trümmern einer gescheiterten sozialtechnokratischen EU werden wohl neue alte Staaten entstehen: Ungarn ist bereits dort angelangt, wo man vor dem 2. Weltkrieg war.

“Nach der EU” wird wohl leider “vor der EU” sein: Faschismus war im alten Europa nicht die Ausnahme, sondern die Regel.

Nur die wohlhabendsten Staaten werden sich die Demokratie noch leisten wollen.

Chavez und der Saujud

Oktober 4, 2012

Nicht einmal Hitlers Jugend-Idol hätte es geschafft, seinen Judenhass noch primitiver auszudrücken:

„Eine meiner Aufgaben, Minderwertiger, Entschuldigung, Herr Minderwertiger, ist, deine Maske wegzunehmen. Denn wie auch immer du dich maskieren magst, Minderwertiger, hast du einen Schweineschwanz, Schweineohren… Du schnarchst wie ein Schwein… Du bist ein Schwein… Maskier dich nicht, Minderwertiger… Je mehr du dich maskierst, desto öfter wirst du mir begegnen, jeden Tag dieser Welt, du wirst mich nicht vermeiden können… Du wirst die Konfrontation mit Chávez nicht vermeiden können, denn es ist die Konfrontation mit den Patrioten, mit dem Vaterland, mit der nationalen Würde.“

http://www.guardian.co.uk/world/2012/feb/16/hugo-chavez-opposition-low-life-pig

Sheriff Erdogan

Oktober 3, 2012

Türkische Streitkräfte haben nach einem tödlichen Granatenbeschuss aus Syrien Vergeltungsschläge gestartet. „Dieser Angriff ist von unseren Streitkräften sofort erwidert worden“, erklärte Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan.

Wenn die Hamas Israel beschießt, ist es natürlich etwas ganz anderes.

Sind sunnitische Glaubensbrüder die Opfer, wird von Sheriff Erdogan sogar nach der Kavallerie gerufen.

Gaddafi konnte nur zwischen Exil oder Kampf bis zum bitteren Ende wählen.

Assad hätte vielleicht eine interessante Alternative

…die allerdings der Türkei wohl kaum gefallen dürfte.

Demokratie oder Demokratur in Georgien?

Oktober 2, 2012

Wäre Saakaschwili ein Putin, säße Georgiens oppositioneller Oligarch schon längst im Gulag.

Da es sich bei Saakaschwili jedoch um einen Demokraten handelt, konnte Iwanischwili in einer fairen Wahl gegen ihn antreten und gewinnen.

Ob es sich bei Iwanischwili um einen Demokraten oder um einen Putin handelt, wird die Zukunft weisen.