Das Reich der braven Reichen

Russland sollte nach dem Ende der UdSSR eigentlich ein Verbündeter des Westens sein.

Putin war 1999 als Kandidat gegen die Kommunisten angetreten. Daher wurde er von Präsident Bush nach seinem Amtsantritt auch als Freund empfangen.

Leider fühlte sich Putin trotz der Abschaffung des Kommunismus den Werten des kalten Krieges verpflichtet, wofür er von westlichen Sowjet-Nostalgikern bewundert wird, auch wenn Putins Reich ansonsten nicht gerade dem linken Idealbild entspricht:

Putins Reich ist steuerlich ein Paradies für Reiche, auch wenn gewisse unbrave Reiche von Putin enteignet und weggesperrt wurden.

Eine Spezialität des neuen Russlands ist die Verteidigung der sonst bei Linken besonders verhassten christlichen Religion.

Putin hat außerdem imperiale Kriege geführt und die Kriegsgegner aus Russland fortgejagt oder ermordet.

Doch solange er gegen den Westen ist, bleibt Putin ein Held des linken Antiimperalismus.

2 Antworten to “Das Reich der braven Reichen”

  1. aron2201sperber Says:

    selbstverständlich hat der Westen Russland gegenüber auch seine Fehler gemacht.

    durch die einseitige Parteinahme gegen Serbien hätte man Russland nicht unnötig brüskieren müssen:

    https://aron2201sperber.wordpress.com/2008/08/31/eine-belastende-hypothek/

    man darf jedoch nicht vergessen, dass die Initiative am Balkan von Österreich und Deutschland ausgegangen war.

    daher stammte ja auch der von Elsässer geprägte Begriff “Antideutscher”

    die Amerikaner haben dann nur das umgesetzt, was Europa und die islamische Welt einforderten.

    leider hat Russland danach alles als eine Wiederholung der Brüskierung am Balkan gedeutet – und dementsprechend außenpolitisch gehandelt.

    auch wenn die Situation in Syrien, das nicht wie der Balkan in Europa, sondern mitten in der islamischen Welt liegt, die Situation eine völlig andere ist:

    die Sunniten sind im Gegensatz zu den Serbem am Balkan keine Minderheit…

    …und es gibt genug finanzstarke sunnitische Regimes in der Nachbarschaft, die den Krieg auch ohne USA gegen Assad fördern können.

    Würde Russland mit den USA für eine Lösung kooperieren, wäre die ohnehin initiativlose US-Administration wohl sehr dankbar – und würde Russland bei der Gestaltung des Post-Assad-Syrien wohl gerne mitbestimmen lassen.

  2. antifo Says:

    Leider fühlte sich Putin trotz der Abschaffung des Kommunismus den Werten des kalten Krieges verpflichtet, wofür er von westlichen Sowjet-Nostalgikern bewundert wird, auch wenn Putins Reich ansonsten nicht gerade dem linken Idealbild entspricht

    Den „Werten des kalten Krieges verpflichtet“? Woran machst Du das fest?

    Laut des amerikanischen Russlandexperten Stephen F. Cohen wurde der Kalte Krieg von den USA nach einer kurzen Unterbrechung weiter geführt:

    http://www.thenation.com/article/new-american-cold-war

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