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Italiens falsch gestartete Demokratie

Februar 20, 2013

Weil Italiens Intelligenzija sich einbildete, es sei schick, die Kommunisten zu wählen, konnten bzw. mussten die Christdemokraten mangels demokratischer Alternativen 45 Jahre an der Macht kleben bleiben, was für eine Demokratie einfach nicht gesund sein kann.

Dabei bedienten die regierenden Christdemokraten ausgerechnet das Publikum, das sie ohnehin nicht gewählt hätte, das man jedoch – mit totalem Kündigungsschutz und allen möglichen anderen teuren Privilegien – trotzdem milde stimmen musste.

Italiens regierende Christdemokraten waren so auf das Zusammenspiel mit ihrem antidemokratischen Gegenpol eingerichtet, dass nach dem Zusammenbruch des Kommunismus nicht nur die PCI, sondern auch die DC gleich mitverschwand.

Die Auflösung der Partei, die fast 50 Jahre an der Macht war, verlief auf eine völlig bizarre Art und Weise.

Verschwinden musste nämlich lediglich die Partei, die in einem ominösen „Tangentopoli“-Skandal verwickelt war, nicht jedoch nicht die Männer, die jene Partei geleitet hatten und dafür in jedem anderen zivilisierten Land auch die Verantwortung zu tragen gehabt hätten.

In Italien konnten Cossiga und Andreotti stattdessen genauso wie die Ex-Kommunisten (unter ihnen auch der heutige farblose rote Spitzenkandidat) einfach weitermachen.

Die beiden wurden trotz des Skandals sogar zu Senatoren auf Lebenszeit ernannt.

Der einzige, den es erwischte, war Craxi: ein eitler Dummkopf, der sich von den tatsächlichen Chefs Cossiga und Andreotti zum „Premier“ und damit auch zum zukünftigen Sündenbock für ihr System hatte küren lassen.

Ähnlich war es auch einem Matratzenverkäufer ergangen, der eitel genug war, sich von Cossiga und Andreotti als der „Gran Maestro“ einer allmächtigen „Freimauer-Loge“ namens „P2“ präsentieren zu lassen.

10 Jahre fasste Licio Gelli für seine Eitelkeit bzw. seine angebliche Schuld bei der Vertuschung der Spuren des schlimmsten Terroranschlags der italienischen Geschichte aus.