Italiens Arschwahl

Vom Spiegel wird natürlich wieder lang und breit erklärt, warum ein Erfolg des „Rechtspopulisten“ Berlusconi eine Tragödie wäre…

…so als ob vom Ex-Kommunisten Bersani und seinem linken Bündnis kein „Populismus“ (das lateinische Wort für „Demokratie“) zu erwarten wäre.

Dass Monti inhaltlich ein Konservativer ist, der mit Bersani wohl kaum harmonieren würde, ist sogar dem Spiegel klar. Grillos „va fanculo – geh nen Arsch ficken“-Partei (von den deutschen „Italien-Experten“ fälschlich mit „leck mich am Arsch“ übersetzt), steht für nihilistischen Populismus eines fahrlässigen Töters, der jenseits von links und rechts steht.

Selbst wenn Bersani mit Ach und Krach im Abgeordnetenhaus Sieger bleibt und dank des Wahlrechts kurzfristig regieren kann, haben die Rechts-Parteien gegenüber den Links-Parteien bei den Wählern wieder eine klare Mehrheit gehabt.

Den Italienern wird angesichts der Pattstellung zwischen Regierung und Senat nichts anderes übrig bleiben, als bald noch einmal zu wählen.

Blöd wie meine italienischen Landsleute sind, werden sie jedoch erst recht wieder für „va fanculo“ stimmen und sich wundern, warum ihr Land den Bach runtergeht.

Blöd wie die deutschen Journalisten sind, werden sich dann wieder freuen, dass wenigstens der „Rechtspopulist“ Berlusconi nicht gewonnen hat, auch wenn Europa damit die nächste schwere Krise durchleben wird, für die letztlich wieder die Deutschen zahlen werden müssen.

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6 Antworten to “Italiens Arschwahl”

  1. besucher Says:

    Ich befürchte dass eher Berlusconi uns Richtung Eurobonds getrieben hätte.

    • aron2201sperber Says:

      der einzige, der sowohl auf Einnahmen- als auch auf Ausgabenseite gespart hätte, wäre Monti gewesen.

      klar, dass sein Programm weder den Beziehern der Ausgaben, noch den Zahlern der Einnahmen gefallen hat.

    • American Viewer Says:

      Berlusconi hat im Gegensatz zu den meisten anderen westlichen Politikern schon gute Vorschläge zur Lösung der Eurokrise gemacht. Ein Austritt von DL zum Beispiel. Das größte Problem bezüglich der Eurokrise sind nicht die GIIPS, das größte Problem ist DL.

  2. Uhupardo Says:

    Forza Beppe Grillo

  3. Melitta Sandrini Says:

    Politik sollte von Realisten gemacht werden und nicht von Hass, Sympathien oder Antipathien „gezündelt“ werden. Berlusconi hat unter Beweis gestellt, dass er vor allem seine eigenen Interessen gut verteidigt. Monti hat seinen Heiligen Schein verloren, weil er -trotz gegenteiliger Versicherungen – an der Wahl teilgenommen hat. Bersani mangelt es an „Eindeutigkeit“. Beppe Grillo entspricht dem Volkszorn über das politische Gemauschel. Der Karren ist verfahren, weil er von allen Beteiligten verfahren wurde.

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