Sultan Erdogans Grenzen

Erdogan hatte sich gerne als Anführer der islamischen Welt, die sich nicht vom Westen bevormunden lassen wolle, aufgespielt.

Nun hat die islamische Welt die westliche (Nicht-)Führung, die sie sich nach den bösen Bush-Jahren so gewünscht hatte.

Man soll aufpassen, was man sich wünscht, denn es könnte in Erfüllung gehen.

Es stellt sich nämlich gerade heraus, dass der Möchtegern-Sultan außer großen Sprüchen über seine „Bajonette und Soldaten“ und Drohungen gegen Israel nicht viel draufhat und mit der Situation an den eigenen Grenzen heillos überfordert ist.

Den Kampf gegen den syrischen Diktator überlässt er zwar selbst den Dschihadisten, prangert jedoch die Untätigkeit der UNO an:

Aber das Attentat zeige, „wie ein Funke zum Flächenbrand wird, wenn die internationale Gemeinschaft schweigt und der UNO-Sicherheitsrat nicht handelt“. Schließlich seien „nicht nur die chemischen Waffen“ eine Überschreitung der „roten Linie“, sondern auch die von syrischen Streitkräften verübten „Massaker“

Die UNO hat allerdings noch nie irgendwo eingegriffen.

Jene besteht nun einmal aus Ländern mit völlig unterschiedlichen Interessen.

Erdogan scheint wohl vergessen zu haben, dass die USA und ihre willigen Verbündeten sich beim Kampf gegen Diktaturen die Hände schmutzig machen mussten, während UNO-Mitglieder (wie die Türkei) von der UNO-Galerie aus ihre hochmütige Kritik dazu abliefern durften.

Erdogan beklagt sich bitter, dass ihn Assad durch Terror in der Türkei in den syrischen Krieg hineinziehen wolle:

Hinter dem Doppelanschlag vermutet die Türkei laut Davutoglu Anhänger des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad. Auch für den türkischen Premier Recep Tayyip Erdogan steht außer Frage, dass die Führung in Damaskus hinter dem Anschlag stehe.

Es ist jedoch ein alter Hut, dass Terroristen, wenn sie mit ihren Methoden im eigenen Land nicht recht vorankommen, ihren Terror eben eindrucksvoller woanders zum Einsatz bringen, um Aufmerksamkeit für ihren Kampf zu erhalten.

Auch den palästinensischen Terroristen war es herzlich egal, dass die Ländern, in denen sie ihre Terror-Show abzogen, ihnen durchaus wohlgesonnen waren.

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5 Antworten to “Sultan Erdogans Grenzen”

  1. aron2201sperber Says:

    lese gerade, dass türkische Linksextremisten verantwortlich sein sollen:

    Am Montag wurde bekannt, dass der verheerende Doppelanschlag von türkischen Linksextremisten verübt worden sein soll.

    Bei den neun am Sonntag festgenommenen Beschuldigten handle es sich um Mitglieder der Revolutionären Volksbefreiungspartei/-front (DHKP-C) sowie einer Splittergruppe der Türkischen Volksbefreiungspartei-Front (THKP-C), berichteten türkische Medien am Montag. Die türkische Regierung wirft ihnen vor, die Tat in Abstimmung mit dem syrischen Geheimdienst verübt zu haben

    während die Sünden der rechten türkischen Militär-Coups wohlbekannt sind, ist der Terror, den Moskaus linke Marionetten während des kalten Krieges in der Türkei veranstaltet haben, weitgehend unaufgearbeitet:

    https://aron2201sperber.wordpress.com/2013/02/04/sowjetische-strategie-der-spannung/

    Ob jener Restposten der sowjetischen Strategie der Spannung tatsächlich auch diesmal verantwortlich war, ist jedoch fraglich.

    Erdogan ist als Verschwörungstheoretiker sehr gut darin, Leute ohne Beweise verfolgen zu lassen:

    https://aron2201sperber.wordpress.com/2012/11/23/die-verschworungstheorie-frisst-ihre-kinder/

  2. Martin Says:

    Tjo. Frage mich, wo denn unsere eifrigen Verschwörungstheoretiker sind, wie Elsässer und die anderen schmierigen Konsorten.
    Wäre doch naheliegend, das der Anschlag eher von den Islamfaschisten Erdogans ausgeführt wurde?
    Aber ne. Sowas machen nur CIA und Mossad, Türken und Araber tun sowas nicht….

  3. Wyatt Earp Says:

    ja aber klar doch, die Granaten die über die Grenze in die Türkei flogen waren nach Berichten der österreichischen Armee 100%ig Granaten aus Nato Beständen, wobei Syrien garantiert keine Nato Granaten hat, aber die Türkei…. lieber Erdowahn, false flag…

  4. Der Sultan schickt Soldaten aus | Aron Sperber Says:

    […] und Soldaten” und Drohungen gegen Israel nicht viel draufhat und mit der Situation an den eigenen Grenzen heillos überfordert […]

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